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Beschlussvorschlag mit finanziellen Auswirkungen - 2018/030

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

  1. Dem Berechnungsmodell für die Jugendsozialarbeit an Leonberger Schulen in städtischer Trägerschaft wird zugestimmt.
     
  2. Die Stellenanteile verändern sich wie folgt:

2.1   Albert-Schweitzer-Gymnasium 0,5 Vollzeitäquivalente (VZÄ)

2.2   4 Ganztagsgrundschulen jeweils 0,25 VZÄ

2.3   2 Realschulen jeweils zusätzlich 0,25 VZÄ

2.4   eine Springerstelle für Halbtagsgrundschulen an der Mörikeschule mit 0,25 VZÄ
 

3. Die zusätzlichen Kosten belaufen sich für das Haushaltsjahr 2018 auf ca. 31.000 EUR. Sie werden aus dem Budgetbereich 36200006 gedeckt.
 

4. Die Verwaltung wird beauftragt die bestehenden Verträge mit den Trägern der freien Jugendhilfe gem. Beschlussziffer 2 anzupassen.

 

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Sachverhalt

 

Zusammenfassung des Sachverhalts

Der Wegfall der Werkrealschulen, die Einführung der Gemeinschaftsschule und die Erweiterung des Profils der Realschulen mit der Möglichkeit der Erlangung des Hauptschulabschlusses macht die Diskussion und Entscheidung über eine Neuverteilung der Stellenanteile der Jugendsozialarbeit an Schulen erforderlich. Zunehmende Bedarfe an den Gymnasien und den Grundschulen erfordern eine grundsätzliche Entscheidung des Gemeinderats zur Ausstattung der Schulen auf Grundlage transparenter Kriterien.

Ziele der Maßnahme

Einführung eines Berechnungsschlüssels für die Ausstattung der Schulen in Trägerschaft der Stadt Leonberg mit Jugendsozialarbeit an Schulen gem. § 13 SGB VIII.

Sachverhalt/Sachstand

Für die Verteilung der Jugendsozialarbeit an Schulen in Leonberg gibt es keine gesetzliche Vorgabe, auf deren Grundlage die Stellenanteile verteilt werden. Aktuell findet Jugendsozialarbeit an Schulen an der August-Lämmle-, der Schelling-, der Ostertag-Real- und Gerhart-Hauptmann-Real-, der Pestalozzischule und am Johannes-Kepler-Gymnasium statt. Die Stellenanteile und die Stellen pro 1.000 Schülerinnen und Schüler schlüsseln sich aktuell wie folgt auf:

 

Schule

Vollzeitäquivalente (VZÄ)

Bestand VZÄ pro 1.000 Schülerinnen und Schüler

August-Lämmle-Schule

1,0

3,15

Schellingschule

(bezogen auf Schülerinnen und Schüler der Werkrealschule)

0,5

12,5

Ostertag Realschule

0,5

1,16

Gerhart-Hauptmann-Realschule

0,5

1,13

Pestalozzischule (SBBZ)

0,25

2,78

Johannes-Kepler-Gymnasium

0,25

0,38

 

Derzeit liegt ein Antrag des Schulleiters des Albert-Schweitzer-Gymnasiums vom 08.01.2018 auf Schaffung einer Jugendsozialarbeitsstelle im selben Umfang wie am Johannes-Kepler-Gymnasium (0,5 VZÄ) vor. Darüber hinaus macht auch der Umbau der Schellingschule von einer Grund- und Werkrealschule hin zu einer reinen Grundschule eine Neuverteilung der Stellenanteile notwendig. Grundschulen weisen ebenfalls zunehmend auf den Bedarf von Schulsozialarbeit hin.             


Vor diesen Hintergründen schlägt die Verwaltung eine objektive und nachvollziehbare Berechnungsmethodik zur Verteilung der Personalressourcen vor, die auch die speziellen Verhältnisse der einzelnen Schulen bzw. Schularten berücksichtigt.

 

Grundlage der Verteilung der VZÄ auf die einzelnen Schulen stellt zunächst die Anzahl von Schülerinnen und Schülern dar. Sie orientiert sich an den tatsächlichen landesweiten Versorgungszahlen, die vom Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS) erhoben werden.

 

Darüber hinaus werden folgende vier schulspezifische Faktoren in die Berechnung einbezogen:

- ein hoher Anteil an Personen mit Migrationshintergrund,

-       ein hoher Anteil an Jugendhilfemaßnahmen,

-       ein hoher Anteil an Einzelfallhilfen,

-       ein hoher Anteil an Klassenprojekten.

 

Vorschlag für den Grundlagenschlüssel:

Ganztagsgrundschulen       1 VZÄ :    400 Schüler/innen

Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum   1 VZÄ :    400 Schüler/innen

Real- und Gemeinschaftsschulen      1 VZÄ :    600 Schüler/innen Gymnasien                                                                                                    1 VZÄ : 1.200 Schüler/innen

 

Der Grundlagenschlüssel baut auf dem Beschluss des Gemeinderats auf, wonach für die Werkrealschule der Schlüssel von 1 VZÄ auf 400 Schüler/innen angestrebt wurde.

 

Um den speziellen Anforderungen der einzelnen Schulen gerecht zu werden vier Minderungsfaktoren in die Berechnung eingeführt die den Verteilschlüssel um jeweils 25 Schülerinnen und Schüler reduzieren:

 

-       ein hoher Anteil an Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund,

-       eine hohe Anzahl an Jugendhilfemaßnahmen,

-       eine hohe Anzahl an Einzelfällen,

-       eine hohe Anzahl an durchgeführten Klassenprojekten.

Die Minderungsfaktoren beziehen sich auf statistische Erhebungen des KVJS und des Statistischen Landesamts und beeinflussen die Rahmenbedingungen der Schulen sowie relevante Arbeitsbereiche der Jugendsozialarbeit an Schulen. Ein Minderungsfaktor kommt zum Tragen wenn die entsprechende Kennzahl an der Schule den landesweiten Durschnitt um 25 % übersteigt.

 

Neben der Berechnung der Bedarfe an Schulen kommen weitergehende pädagogische und vor allem organisationspraktische Überlegungen hinzu, welche die ermittelten Werte geringfügig verändern. Diese Überlegungen sind:

 

Aus den Halbtags-Grundschulen wird immer wieder der Bedarf nach Jugendsozialarbeit an Schulen gemeldet. Dies bezieht sich in erster Linie auf Kriseninterventionen beispielsweise aufgrund von Mobbing. Diesem Bedarf soll durch die Schaffung von flexibel einsetzbaren 0,25 VZÄ Rechnung getragen werden, die an der derzeit größten Ganztagsgrundschule, der Mörikeschule, angesiedelt werden.

 

Aus den oben genannten Berechnungen und den drüber hinaus gehenden Überlegungen ergibt sich folgende Stellenverteilung.

 

Schule

Vollzeitäquivalente (VZÄ)

VZÄ pro 1.000 Schüler/innen

Grundschule Höfingen

     0,25

2,50

Mörikeschule

0,25 + 0,25 = 0,5

3,57

August-Lämmle-Schule

1

2,10

Schellingschule

(bezogen auf Schülerinnen und Schüler Ganztagsgrundschule)

     0,25

3,57

Ostertag Realschule

     0,75

1,74

Gerhart-Hauptmann-Realschule

     0,75

1,69

Pestalozzischule

     0,25

3,05

Johannes-Kepler-Gymnasium

   0,5

0,77

Albert-Schweitzer-Gymnasium

   0,5

0,80

 

Die Neuberechnung und Verteilung der Stellen der Jugendsozialarbeit an Schulen ergibt für den Bereich Kernstadt einen Stellenzuwachs um 0,75 VZÄ auf insgesamt 2,75 VZÄ, für Eltingen und Ramtel um 0,75 auf 2,25 VZÄ. Die Grundschule Höfingen erhält 0,25 VZÄ.             

Im Rahmen der sozialräumlich ausgerichteten Trägerschaften ergeben sich folgende jährliche Kostensteigerungen:
 

Kosten

 

Zusätzl.

Stellen-

anteile

Personal-kosten

in EUR ca.

Verwaltungs- und Sachkosten-

erstattung 10%

in EUR

Personalne-benkosten

5 % in EUR

Förderung Land BW

in EUR

Gesamt-kosten

in EUR

Eltingen und Ramtel:

Jugendhaus Leonberg e. V.

0,75

45.000

4.500

2.250

-12.525

39.225

Kernstadt:

Waldhaus gGmbH

0,75

45.000

4.500

2.250

-12.525

39.225

Höfingen:

Verein für Jugendhilfe e. V.

0,25

15.000

1.500

750

-4.175

13.075

 

Gesamt: 91.525 EUR

 

 

 

Weiteres Vorgehen

Die Umsetzung könnte ab dem Schuljahr 2018/2019 erfolgen. Förderanträge werden beim Land Baden-Württemberg gestellt. Die Förderhöhe liegt pro Vollzeitstelle bei 16.700 EUR und reduziert sich bei geringeren Stellenanteilen. Im Haushaltsjahr 2018 ergeben sich Gesamtkosten in Höhe von 31.000 EUR, bei einer Förderung durch das Land Baden-Württemberg in Höhe von 9.741 EUR.

 

Der zusätzliche Finanzbedarf im Haushaltsjahr 2018 kann über nicht benötigte Mittel der Kostenstelle 36200006 „Förderung der offenen Jugendarbeit“, speziell der Arbeit mit geflüchteten jungen Menschen, gedeckt werden.

 

Alternativen zum Beschlussvorschlag

Es wird keine Bedarfsberechnungsmethode eingeführt.

Andere Modelle der Bedarfsberechnung.

 

 

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Finanz. Auswirkung

 

Kontierung

Jahr

verfügbares Budget

Finanzbedarf

Bemerkung

 

 

 

 

 

36200006

Förderung der offenen Jugendarbeit

2018

39.000

 

 

 

 

 

 

 

36200005

Schulsozialarbeit

2018

 

31.000

Zusätzliche Förderung durch das Land Baden-Württemberg im Haushaltsjahr 2018 in Höhe von 9.741 EUR.

 

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Anlagen

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