Rathausbienen auf dem Dach des Neuen Rathauses

Auf der Dachterrasse des Neuen Rathauses summt es: Zwei Bienenvölker haben hier ein neues Zuhause gefunden. Mit diesem Projekt setzt die Stadt Leonberg gemeinsam mit der „BienenBleibe“ ein sichtbares Zeichen für Klimaschutz, Biodiversität und Umweltbildung im urbanen Raum.

Rund 100.000 neue „Mitarbeitende“ sind damit Teil der Stadt geworden – und leisten einen wichtigen Beitrag für Umwelt und Gesellschaft.

Das Projekt im Überblick

Die Idee für das Bienenprojekt entstand im Jahr 2025 durch die „BienenBleibe“. Nach einem ersten Kennlerngespräch Ende 2025 und einer erfolgreichen Projektentwicklung innerhalb der Stadtverwaltung konnte im März 2026 der Vertrag unterzeichnet werden.

Am 1. April 2026 sind die Bienenvölker schließlich auf das Rathausdach eingezogen.

Betreut werden die Bienen von den Imkern Jakob Schwarz und Franz Reinharz, die beide als Lehrer in Leonberg tätig sind. Ihre Leidenschaft für die Imkerei und für Bienen möchten sie gerne weitergeben. Neben der Imkerei engagieren sie sich aktiv in der Bildungsarbeit und vermitteln ihr Wissen über Bienen und Naturschutz im schulischen Kontext als auch ehrenamtlich in Kindergärten.

Warum Bienen wichtig sind

Mit den „Rathausbienen“ verfolgt die Stadt Leonberg mehrere Ziele:

  • Unterstützung der Bestäubung: Bienen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherung lokaler Ökosysteme und Nahrungsketten.
  • Umweltbildung und Sensibilisierung: Mitarbeitende, Bürgerinnen und Bürger sowie Besucher erhalten Einblicke in die Bedeutung von Bestäubern.
  • Nachhaltigkeit im urbanen Raum: Die Dachterrasse wird zum Lebensraum für Bienen und fördert die ökologische Vielfalt mitten in der Stadt.
  • Vorbildfunktion der Verwaltung: Die Stadt zeigt, dass nachhaltige Maßnahmen auch im Verwaltungsalltag konkret umgesetzt werden können.

Rathaushonig aus Leonberg

Ein besonderes Highlight des Projekts wird der sogenannte „Rathaushonig“ sein. Dieser wird künftig exklusiv im städtischen i-Punkt erhältlich sein und ergänzt das bestehende Sortiment regionaler und fair gehandelter Produkte.

Geplant ist außerdem, den Honig in Geschenkkörbe zu integrieren und das Projekt in Stadtführungen einzubinden. So wird das Thema auch für Bürgerinnen und Bürger direkt erlebbar.

Aktuelle Entwicklungen und Einblicke

Auf dieser Seite informieren wir Sie regelmäßig über die Entwicklung der Bienenvölker auf dem Rathausdach.

Einmal im Monat veröffentlichen wir aktuelle Berichte der Imker mit Einblicken in das Leben der Bienen, saisonale Entwicklungen sowie neue Bilder direkt vom Standort.

Schauen Sie also gerne regelmäßig vorbei und begleiten Sie unsere Rathausbienen durch das Jahr.

Monatsbetrachtung April

Im April nimmt das Leben im Bienenvolk richtig Fahrt auf. Mit der Blüte von Kirsche, Birne und Apfel finden die Bienen reichlich Pollen und Nektar. Den Pollen sammeln die Bienen, um damit ihre Larven zu füttern. Das Wetter spielte in diesem Jahr gut mit, sodass die Bienen zu Beginn der Blüte viele sonnige Tage zum Ausfliegen hatten.

Die Königin erhöht nun deutlich ihre Eiablage, sodass immer mehr Jungbienen schlüpfen. Das Volk wächst schnell und benötigt zunehmend mehr Platz im Stock. Gleichzeitig erwacht der Bautrieb: Die Bienen produzieren mehr Wachs und bauen neue Waben, um Brut und Vorräte unterzubringen. Auch die ersten Drohnen (männliche Bienen) werden aufgezogen - ein Zeichen dafür, dass die natürliche Fortpflanzungszeit beginnt.

Bild vergrößern: Jakob Schwarz von der BienenBleibe arbeitet mit dem Smoker. Bild: © Aylina Scheidemantel
Foto 1: Jakob Schwarz von der BienenBleibe arbeitet mit dem Smoker. Der Rauch beruhigt die Bienen, da er ihre Alarmdufstoffe überdeckt und sie dazu veranlasst, sich mit Honig zu füllen.


Für die Imker bedeutet diese Phase vor allem Aufmerksamkeit und Vorbereitung. An warmen Tagen kontrollieren sie die Völker (s. Foto 1), prüfen die Brut (s. Foto 2) und setzen die Honigräume auf.

Bild vergrößern: Franz Reinharz von der BienenBleibe prüft die Brut und kontrolliert, ob neue Königinnenzellen angelegt wurden. Bild: © Aylina Scheidemantel
Foto 2: Franz Reinharz von der BienenBleibe prüft die Brut und kontrolliert, ob neue Königinnenzellen angelegt wurden.


Bei unseren Rathausbienen verlief alles nach Plan: Ende des Monats war der erste Honigraum bereits gut ausgebaut und befüllt, sodass die Imker schon einen zweiten Honigraum aufsetzen mussten (s. Foto 3).

Bild vergrößern: Jakob Schwarz setzt einen zweiten Honigraum auf das rechte Bienenvolk. Bild: © Aylina Scheidemantel
Foto 3: Jakob Schwarz setzt einen zweiten Honigraum auf das rechte Bienenvolk.


Wir hoffen, dass das Wetter weiterhin mitspielt - dann könnte es ein sehr gutes Bienenjahr werden!

Monatsbetrachtung Mai

Die Population der Bienenvölker wächst weiterhin rasant – damit beginnt die Schwarmzeit. Bienenvölker vermehren sich natürlicherweise durch die Teilung des Bienenvolkes (Schwarmbildung). Den Zeitpunkt dafür bestimmt das Bienenvolk selbst, indem es eine neue Königin heranzieht. Die alte Königin (s. Foto 1, mit weißem Punkt markiert) verlässt dann mit einem großen Teil des Bienenvolkes den Stock und überlasst der jungen Königin die ursprüngliche Behausung mit dem anderen Teil des Bienenvolkes.

Bild vergrößern: Bienenkönigin auf Wabe mit einem weißem Punkt markiert. Bild: © Aylina Scheidemantel
Foto 1: Bienenkönigin (mit weißem Punkt markiert).


Die neue Königin unternimmt bei gutem Wetter ihren sogenannten Hochzeitsflug. Dabei paart sie sich mit mehreren Drohnen. Dieser einmalige Flug ermöglicht es ihr, über mehrere Jahre hinweg täglich 1.000 - 2.000 Eier zu legen und so das Überleben des Bienenvolkes zu sichern.

Die Imker versuchen das Schwärmen zu verhindern. Zum einen würde es den Honigertrag deutlich reduzieren, zum anderen haben Bienenschwärme in der freien Wildbahn heute oft geringe Überlebenschancen. Deshalb ergreifen die Imker Maßnahmen zur Schwarmvorbeugung: Sie entnehmen den Bienenvölkern gezielt Bienen und Brut (s. Foto 2), um somit den Schwarmdruck zu senken. Aus dem entnommenen Material bilden sie neue Bienenvölker (Ableger), die unter ihrer Betreuung heranwachsen.

Bild vergrößern: Transportbox zur Vorbereitung der Entnahme von Bienen und Brut zur Ablegerbildung und Schwarmvorbeugung. Bild: © Nadja Reichert
Foto 2: Entnahme von Bienen und Brut zur Ablegerbildung und Schwarmvorbeugung. Die Bienen und Waben werden dafür vorübergehend in einer Transportbox untergebracht.


Die Bienenvölker auf dem Rathausdach entwickeln sich weiterhin sehr gut. Bei der ersten Ernte am 20.05. konnten aus beiden Bienenvölkern insgesamt rund 50kg Honig gewonnen werden!

Bild vergrößern: Aus einer Wabe wird der Honig gewonnen. Bild: © BienenBleibe GBR
Foto 3: Honigernte


Damit die Ernte reibungslos verläuft, werden einen Tag zuvor sogenannten Bienenfluchten (s. Foto 4) eingesetzt. Diese sorgen dafür, dass die Bienen die Honigräume verlassen, aber nicht mehr zurückkehren können. So könne die Honigräume am nächsten Tag bienenfrei entnommen werden.

Bild vergrößern: Einbau von Bienenfluchten an den Bienenstöcken einen Tag vor der Ernte. Bild: © BienenBleibe GBR
Foto 4: Einbau von Bienenfluchten einen Tag vor der Ernte.


Der Honig wird nun gerührt, abgefüllt und etikettiert und kann voraussichtlich in zwei bis drei Wochen probiert und im städtischen i-Punkt gekauft werden. Sobald unser erster Rathaushonig erhältlich ist, werden wir Sie darüber informieren!


Presse und weitere Informationen


Weiteres Wissenwertes über Bienen finden Sie unter Bezirksverein für Bienenzucht Leonberg e.V..