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Kenntnisnahme ohne finanzielle Auswirkungen - 2025/213

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

 

Sachverhalt mit der Stellungnahme der Verwaltung

Die Jugendmusikschule entwickelte sich im Berichtsjahr positiv:

1. Das Unterrichtsangebot konnte im Schuljahr 2024/2025 parallel zu Veränderungen in Gesellschaft und Bildungslandschaft weiterentwickelt werden. Die für den Bildungsauftrag erforderliche Breiten- und Spitzenförderung ist weiterhin in allen Fächern möglich. Die Veranstaltungen der Jugendmusikschule trafen erneut auf positive Resonanz. Die Schülerzahl in den Breitenangeboten ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

2. Die Projekte in Kooperation mit den allgemein bildenden Schulen wurden dem Bedarf angepasst und fortgesetzt.

3. Die musikalische Partnerschaft mit Belfort wurde erfolgreich fortgesetzt.

4. Die Verwaltungsleitung der Jugendmusikschule ist wieder besetzt.

5. Mit 16 Teilnehmenden nahmen besonders viele Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teil, fünf sogar bis zur Bundesebene. Die Begabtenklasse/ „Musik vertieft“ wurde mit 13 (+ 1) Teilnehmenden fortgesetzt. Beim renommierten Tonkünstlerwettbewerb 2025 wurden zwei Schülerinnen und Schüler aus der Klasse von Herrn Romer im Fach Klavier in den Altersgruppen 3 und 4 mit einem 2. und einem 1. Preis ausgezeichnet.

Ziele der Maßnahmen

Die Jugendmusikschule Leonberg hat als Bildungseinrichtung gemäß den Empfehlungen des Gutachtens der „Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement“ (KGSt) „Musikschule“ sowie den „Empfehlungen zur Musikschule“ des Deutschen Landkreistags und Deutschen Städtetags nach wie vor die Aufgabe, „Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine musikalische Grundausbildung zu vermitteln, den Nachwuchs für das Laien- und Liebhabermusizieren heranzubilden (Breitenförderung), Begabungen zu erkennen und zu fördern sowie auf das Studium der Musik vorzubereiten.“ Der Deutsche Städtetag nennt öffentliche Musikschulen „Einrichtungen des Bildungswesens und der kulturellen Grundversorgung“ und benennt ihre Bildungsziele (siehe ausführlicher DS 2003 Nr. S 32). Das Positionspapier des Deutschen Städtetags von 2025 nennt öffentliche Musikschulen das „Rückgrat außerschulischer musikalischer Bildung […]. Als klassische Einrichtungen kultureller Bildung sind sie zugleich integraler Bestandteil kommunaler Bildungslandschaften. […] Öffentliche Musikschulen haben das Ziel, chancengleiche Teilhabe an musikalischer Bildung für möglichst viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene unabhängig von Herkunft oder gesellschaftlichem Status zu gewährleisten. Sie fördern Kreativität, Empathie und Leistungsfähigkeit als soziale und berufliche Schlüsselkompetenzen […]. Zugleich unterstützen sie die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Heranwachsenden. Musikschulen stärken die inklusive Teilhabe und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. […] Sie leisten einen Beitrag zur Integration in die Stadtgesellschaft. Damit erfüllen sie den Charakter sogenannter >>Dritter Orte<<, in denen herkunfts- und interessenübergreifend in einer Gesellschaft wachsender Individuailisierung Austausch und Begegnung möglich wird.“

Sachverhalt/ Sachstand

Im Oktober 2025 hatte die Jugendmusikschule mit 1.561 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren und 187 Erwachsenen insgesamt 1.746 Teilnehmende und gegenüber dem Vorjahr einen leicht gesunkenen Schülerstand (- 29). Während im Hauptfachbereich und im Landesprogramm Singen-Bewegen Sprechen die Belegungszahl sank (- 45 bzw. – 32, s.u.), ergaben sich Zuwächse u.a. bei in Rhythmik und v. a. bei den Kooperationen mit allgemein bildenden Schulen (+ 101). Der Eltern-Baby-Kurs erfreut sich weiterhin guter Nachfrage. In den Breitenangeboten (d. h. Elementarbereich und Orientierungsstufe einschließlich Singen-Bewegen-Sprechen sowie Schulprojekte) werden weiterhin deutlich über 50 % der Schülerinnen und Schüler bzw. Belegungen der Jugendmusikschule unterrichtet.

Das Landesprogramm zur Sprachförderung SPATZ/ SBS „Singen-Bewegen-Sprechen“ wird derzeit weiterhin in 23 Gruppen für 286 Kinder angeboten. Auf die Anzahl der teilnehmenden Kinder hat die Jugendmusikschule keinen Einfluss. Das Programm wird in folgenden 10 Leonberger Kindertageseinrichtungen durchgeführt: Halden-Kinderhaus, Kinderhaus Ezach, Kinderhaus Spitalhof, Kinderhaus Warmbronn, Kinderhaus Binswenweg Warmbronn, Kinderhaus Stadtpark, Kinderhaus Kunterbunt, Oberlin-Haus, Kindergarten Mammutzahn, Kinderhaus West. Das Förderprogramm ist für die Kinder ein wichtiges kostenfreies Förderangebot und sehr bedeutend für die Chancengerechtigkeit. Die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem Sachgebiet Kindertageseinrichtungen des Amts für Jugend, Familie und Schule und der Kirchenpflege der Ev. Gesamtkirchengemeinde erleichtert dessen Verwaltungsabwicklung.

Die Kooperationen mit allgemein bildenden Schulen wurden dem Bedarf und den personellen Möglichkeiten angepasst. Die Rhythmik-AG an der Marie-Curie-Schule in der Klassenstufe 1 konnte wieder angeboten werden. Dankenswerterweise ermöglicht LEWA GmbH weiterhin zwei AGs „Percussion“ an der Ostertag-Realschule, die für die Nutzer kostenfrei sind. Die AGs „Lateinamerikanische Percussion“ an der Schelling-Schule werden monetarisiert fortgeführt und sind dadurch ebenfalls für die Nutzer kostenfrei. Die Instrumentalklassen in Kooperation mit dem Albert-Schweitzer-Gymnasium und dem Johannes-Kepler-Gymnasium erfreuen sich weiter starker Nachfrage. Die Verbesserungen im Bereich der Streicherklasse bewähren sich und werden fortgeführt.

In den Instrumentalklassen geht es nicht nur um das Erlernen eines Instruments, sondern vor allem um gemeinsames Musizieren, das Fördern von Disziplin und die Ausrichtung auf ein gemeinsames Ziel, um die mit einem Auftritt verbundene zielorientierte Arbeitsweise sowie entsprechende Erfolgserlebnisse. Zusätzlich ist besonders erfreulich, dass sich aus dem vierzehnten Jahrgang der Instrumentalklassen in Kooperation mit den Leonberger Gymnasien nach zweijähriger Laufzeit  wieder einige Schülerinnen und Schülern für einen weiterführenden Instrumentalunterricht entschieden haben. Insgesamt werden in den Schulkooperationen nun 646 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

In den Ensemble- und Ergänzungsfächern ist die Belegungszahl trotz Abitur und vermehrtem Ganztag annähernd stabil. In engagierter Zusammenarbeit mit der Stabstelle Städtepartnerschaften gelang es, den musikalischen Austausch mit der Partnerstadt Belfort fortzusetzen. In einem gemeinsamen Probenwochenende wie auch im abschließenden Partnerschaftskonzert musizierten die Schülerinnen und Schüler zweier Blockflötenensembles in Belfort begeistert zusammen mit ihren Belforter Austauschpartnern.

Die Begabtenförderung für außergewöhnlich begabte und fleißige Schülerinnen und Schüler konnte durch herausragendes Engagement des Fördervereins und Spenden weitergeführt werden. Im Berichtsjahr nahmen 13 Schülerinnen und Schüler teil. Der Förderverein ermöglicht hierfür zudem eine Korrepetition. Die Spenden hierfür reichen bis zum 31.08.2026. Pro Schuljahr sind Spenden in Höhe von ca. 3.200,- EUR erforderlich, da das Defizit der Jugendmusikschule hierdurch nicht steigen soll.

Beim Personal waren zumal angesichts der sehr angespannten Lage am Arbeitsmarkt erhebliche Aufgabenstellungen zu lösen. Elternzeiten und Ruhestände v. a. auch im landesweit personell unterbesetzten Bereich Elementare Musikpädagogik konnten weitgehend durch herausragendes Engagement der Fachkolleginnen überbrückt werden. So können auch alle Rhythmik-AGs an allgemein bildenden Schulen wieder angeboten werden. Der kurzfristige Wechsel einer Klarinettenlehrkraft konnte intern abgefedert werden. Ähnlich konnte im Mangelfach Tiefes Blech ein geeigneter Nachfolger zum 01. 10. gefunden werden, so dass die meisten Schülerinnen und Schüler sowie die betroffenen Schul-Kooperationen nahtlos weiter Unterricht erhalten. Die übrigen erhalten ein Überbrückungsangebot bis zur Fortsetzung des regulären Unterrichts ab Januar.

Die Warteliste im Fach Schlagzeug konnte reduziert werden.

Die neue Mitarbeiterin im Sekretariat (50 %) bewährt sich ausgezeichnet. Die zweite Mitarbeiterin (60 %) befindet sich jedoch seit Februar im Krankenstand, voraussichtlich noch länger. Die daraus entstehende Lücke wird durch eine Werkstudierende überbrückt, die eine erfahrene Fachkraft jedoch naturgemäß nur begrenzt ersetzen kann.

Die sechsmonatige Vakanz der Verwaltungsleitung (100 %) ab Oktober 2024 – im Anschluss an mehrere vorangegangene Wechsel und Ausfälle in der Verwaltung der Jugendmusikschule – hat die Situation zusätzlich belastet. Zum 01.04.2025 konnte die Stelle wiederbesetzt werden. Der neue Verwaltungsleiter hat sich in kurzer Zeit mit hoher Fachlichkeit und großem Engagement eingearbeitet und trägt bereits spürbar zur Stabilisierung der Verwaltungsabläufe bei.

Verwaltung und Schulleitung der Jugendmusikschule haben ein breites Aufgabenspektrum zu bewältigen. Die wiederholten Vakanzen und Krankheitsausfälle seit 2021 verdeutlichten, dass aufgrund der dünnen Personaldecke keine Ressourcen vorhanden sind, um solche länger andauernden Situationen zu überbrücken. Der ordnungsgemäße Betrieb der Jugendmusikschule war zeitweise mit sehr großen Herausforderungen verbunden. Zudem fehlten Ressourcen für wichtige strukturelle und pädagogische Weiterentwicklungen.

Die Digitalisierung wird seit Stellenantritt des neuen Verwaltungsleiters konsequent fortgeführt. Seit September 2025 wird die Musikschul-App für alle Nutzerinnen und Nutzer eingeführt. Diese ist DSGVO-konform und ermöglicht – falls erforderlich – auch Online-Unterricht. Nach vollständiger Einführung können über die App auch Gebührenbescheide und Dokumente rechtssicher digital versendet werden, was Kosten, Zeit und Ressourcen spart.

Konferenzen und Besprechungen ergaben erneut wertvolle Ergebnisse für die pädagogische Arbeit, ebenso eine zweitägige interne Klausurtagung.

Die Paketangebote für Erwachsene erfreuten sich weiter guter Nachfrage. Verschiedene konzeptionelle Überlegungen etwa zu weiteren Kooperationen mit den allgemein bildenden Schulen – etwa die sog. „Singpause“, weitere Angebote für Erwachsene, Musikgeragogik und Angebote für Flüchtlinge konnten wegen langer Vakanzen und Krankenständen noch nicht weiter verfolgt werden.

Die intensive Zusammenarbeit von Musikverein Lyra Leonberg e.V., Musikverein Höfingen e.V. und Jugendmusikschule Leonberg und Förderung der Ausbildung von Vereinsjugend-lichen bewährt sich weiterhin. Derzeit werden 91 (-1) Vereinsjugendliche ausgebildet. Weitere Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule wirken zudem in den Jugendkapellen der Vereine mit.

Im Schuljahr 2024/2025 hat der Verein der Freunde und Förderer die Jugendmusikschule wieder maßgeblich unterstützt. Im Wert von insgesamt über 34.500,- EUR  spendete er unter anderem zahlreiche Instrumente für die Instrumentalklassen in Kooperation mit dem Albert-Schweitzer-Gymnasium und Johannes-Kepler-Gymnasium sowie mit der Marie-Curie-Schule, wie auch Instrumente für den Regelbetrieb der Jugendmusikschule für über 5.700,- EUR. Darüber hinaus ermöglichte er etwa die Begabtenklasse und die Instrumentalklassen durch Beschaffung von Spenden für Instrumente und Probenphasen und ermöglichte Stipendien für einzelne Schülerinnen und Schüler aus Familien in finanziellen Notlagen.

Die Vorspiele und Konzerte waren pädagogisch wichtige Erfolgs- und Lerngelegenheiten sowie Übeziele für die Kinder und Jugendlichen und wurden begeistert aufgenommen. Im Berichtsjahr fanden 55 Veranstaltungen bzw. Mitwirkungen bei Veranstaltungen anderer mit etwa 1.725 Mitwirkenden und ca. 9.642 Zuhörerenden statt. Neben den üblichen Vorspielen und Konzerten sind folgende Veranstaltungen besonders hervorzuheben:

das Neujahrs-, Sommer- und Familienkonzert des Sinfonieorchesters Leonberg unter der Leitung von Alexander G. Adiarte

  • herausragende Konzerte der Fachbereiche Popularmusik, Blockflöte, Streichinstrumente und Blasinstrumente sowie der Begabtenklasse und der Preisträgerinnen und Preisträger beim Wettbewerb Jugend musiziert
  • beeindruckende Konzerte der Instrumentalklassen in Kooperation mit dem Albert-Schweitzer-Gymnasium und dem Johannes-Kepler-Gymnasium
  • das herausragende Lehrerkonzert
  • das beeindruckende Partnerschaftskonzert der Blockflötenensembles und der Belforter Austauschpartner beim Partnerschaftswochenende in Belfort
  • das überzeugende Schulkonzert als „Ensemblekonzert“ in der Stadthalle

Bei diesjährigen Wettbewerben haben wieder viele Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule erfolgreich abgeschnitten. 16 teilnehmende Schülerinnen und Schüler aus den Klassen von Conni Gersten-Ichimescu, Konstanze Liebeskind, Karin Reitz, Stefan Romer, Eva Bernert, Peter Varda und bertram Schade errangen im Regionalwettbewerb 16 erste Preise, soweit in der Altersgruppe möglich mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb. Im Landeswettbewerb errangen die weitergeleiteten 12 Schüler*innen sechs erste Preise,  fünf Nominierungen zum Bundeswettbewerb sowie vier zweite Preise, ferner im Bundeswettbewerb unter inzwischen verschärften Wertungsbedingungen hervorragende dritte Preise.

Beim renommierten Tonkünstlerwettbewerb 2025 wurden 2 Schülerinnen und Schüler aus der Klasse von Herrn Romer im Fach Klavier in den Altersgruppen 3 und 4 mit einem überzeugenden zweiten und ersten. Preis ausgezeichnet. Dabei ist der Schüler mit dem ersten Preis der Einzige in seiner Altersklasse.

Problemlagen

I. Wartelisten/Personalmangel: Der Bedarf an Unterricht an der Jugendmusikschule ist in einigen Fächern trotz der 2024 bewilligten 100%-Stelle im pädagogischen Bereich deutlich größer als das derzeitige Angebot. Auf den Wartelisten stehen aktuell ca. 250 Anmeldungen.  In Fächern wie Gitarre und Klavier ist die Situation besonders schwierig, weil teils pro Semester nur 2 – 3 Plätze frei werden. Wo möglich und pädagogisch sinnvoll, wird zum Partner- oder Gruppenunterricht eingeteilt, was jedoch durch den Ganztag zusätzlich erschwert wird. Auf Rhythmik- und Eltern-Kind-Gruppen-Unterricht warten aktuell 53 Kinder. Grund dafür ist v. a. die Situation auf dem Arbeitsmarkt und der bundesweite Mangel an geeigneten Musikschullehrkräften sowie der demographische Wandel. Es treten deutlich mehr bewährte Lehrkräfte in den Ruhestand als junge gute Lehrkräfte nachfolgen. Der Landes- sowie der Bundesverband der Musikschulen arbeiten an Maßnahmen, damit der Mangel mittelfristig gemildert werden kann.

II. Veränderungen in Gesellschaft und Bildungslandschaft:

Durch steigende Internationalität, Einfluss neuer Medien, zahlreiche Konkurrenzangebote in der Freizeit, verstärkte Entwicklung zum Ganztag sowie veränderte Altersstruktur entstehen weiterhin eine Vielzahl von Problemen in der Jugendmusikschule. Zur Erfüllung ihres Bildungs- und Erziehungsauftrags sowie hinsichtlich des umfassenden Inklusionsbegriffs im Leitbild des Verbands deutscher Musikschulen für öffentliche Musikschulen sind erforderlich:

a) finanziell niederschwellige und möglichst kostenfreie Angebote an den Grundschulen zur Ermöglichung breitestmöglicher Teilhabe und musikalischer Alphabetisierung

b) Fortsetzung und Verstärkung der bisherigen Kooperationsangebote an Grundschulen

c) ausreichend zeitliche und räumliche Übungsmöglichkeiten für eine Fortsetzung der wirksamen Individualförderung mit der pädagogisch notwendigen Vertiefung

d) Fortsetzung und Verstärkung interkultureller und im weitesten Sinne inklusiver Überlegungen zur Ermöglichung breitestmöglicher Teilhabe

e) Fortsetzung der Überlegungen zu Angeboten für Menschen jedes Alters

Zwar bietet die Landesgesetzgebung bei Kindern und Jugendlichen finanzielle Möglichkeiten für niederschwellige Breitenangebote an Ganztagsschulen. Da derzeit noch immer nur die Mörikeschule und die Schellingschule diese nutzen können und die Mörike-Schule hiervon Abstand genommen hat, ist in der Breite tatsächlich jedoch noch immer keine nennenswerte Veränderung spürbar.

Die Jugendmusikschule leistet in den Bildungskooperationen ihr Möglichstes, um innerhalb der derzeitigen finanziellen Rahmenbedingungen auch Kindern aus nicht musikaffinen und finanziell schlechter gestellten Familien eine adäquate musikalische Bildung und vor allem die damit verbundene Förderung ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu ermöglichen.

Problematisch bleibt jedoch weiterhin die Finanzierung ihrer Teilnahme. Denn bei der Finanzierung über Spenden oder Sponsoring haben die Schulen oft Schwierigkeiten, die Mittel aufzubringen bzw. entstehen der Jugendmusikschule erhebliche Aufwände bei der Suche nach Spendern und Sponsoren. Kostenbedingt ist oft auch die pädagogisch sinnvolle kontinuierliche Fortführung der Angebote in Frage gestellt. Trotz allen Bemühens um möglichst niedrige und für den Kostendeckungsgrad noch vertretbare Gebühren können wiederholt interessierte Schülerinnen und Schüler wegen der Gebühren nicht teilnehmen.

In der Breitenarbeit besonders bewährt hat sich inzwischen auch in Baden-Würtemberg das Projekt „Singpause“ für Kinder im Grundschul-Alter als breit angelegte Schulkooperation, das z.B. sehr erfolgreich in Böblingen umgesetzt wird. Allerdings fehlen hierfür bereits für ein Pilotprojekt an einer Schule die erforderlichen Mittel, um das Angebot in der erforderlichen Weise für alle Kinder auch nur einer Jahrgangsstufe kostenlos anzubieten.

Das Ganztagsförderungsgesetz wird ab Schuljahr 2026/2027 zu weiteren Veränderungen im Ganztag der Grundschulen und damit auch absehbar erheblich in der Arbeit der Jugendmusikschule Leonberg führen. Eine maßgebliche Beteiligung der öffentlich-gemeinnützigen Musikschulen wie etwa der Jugendmusikschule Leonberg ist vonseiten des Städte- und Landkreistags aufgrund der besonderen pädagogischen Eignung ihrer Angebote ausdrücklich erwünscht, und der Landesverband befasst sich zudem intensiv mit konzeptionellen Überlegungen.

Auch die Jugendmusikschule Leonberg möchte rechtzeitig mit entsprechend notwendigen Gesprächen und Planungen beginnen, welche Bedarfe absehbar bestehen, welche Angebote gewünscht und möglich sind und wie zudem die zahlreichen bestehenden Kooperationsangebote der Jugendmusikschule im Grundschulbereich im Rahmen des Ganztagsförderungsgesetzes eingebunden werden. Zu klären sind auch die Verlässlichkeit der Angebote und die Abdeckung innerhalb der Schulferien mit Ausnahme von 4 Wochen, was personell absehbar eine Herausforderung darstellt. Leider sind die Rahmenbedingungen, auch in finanzieller Hinsicht, jedoch noch immer ungeklärt. Die zuständige Stelle beim Amt für Jugend, Familie und Schule ist momentan noch vakant. Die Jugendmusikschule ist auf die Zusammenarbeit und Koordinierung angewiesen; es besteht ein gewisser Zeitdruck, mit konkreten Planungen in konzeptioneller, personeller und finanzieller Hinsicht zu beginnen.

III. Verwaltungssituation: 

Siehe vorne. Seit Januar 2021 kam es in der Verwaltung der Jugendmusikschule zu mehrfachen Wechseln und längeren Vakanzen. Dadurch entstand in dem kleinen Team eine dauerhafte Überlastung. Aktuell sind 0,6 von 2,2 Vollzeitäquivalenten krankheitsbedingt nicht im Einsatz.

Trotz Überprüfung und Priorisierung der Aufgaben konnte der ordnungsgemäße Betrieb zeitweise nicht vollständig gewährleistet werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen weiter – insbesondere durch zusätzliche Bildungskooperationen und zunehmend komplexe Nutzeranfragen. Die Erkrankung einer Sekretariatskraft spiegelt die anhaltend hohe Belastungssituation wider.

IV: Raumsituation für Veranstaltungen und Unterricht:

Bei den Unterrichtsräumen der Jugendmusikschule in der Kernstadt ist die Kapazitätsgrenze noch immer erreicht bzw. überschritten (siehe die Vorlagen 2023/364 und 2024/256). Das gewachsene Raumkonzept der Jugendmusikschule als Zentralstelle mit Verwaltung und acht Unterrichtsräumen, weiteren sechs Unterrichtsräumen im Souterrain der Georgii-Halle sowie ansonsten dezentralem Unterricht in den Räumen der allgemein bildenden Schulen ist aufgrund des Ganztags sowie veränderter Schließ-Konzepte seitens der Schulen und des Gebäudemanagements an seine Grenzen gekommen, da eine Nutzung der Schul-Räume für den Musikschul-Unterricht nun meist nicht mehr möglich ist. Eine Anfrage beim Gebäudemanagement ergab, dass in der Kernstadt außer in der Ostertag-Realschule absehbar auch keine erweiterte Nutzung städtischer Räume möglich sein wird.

In Warmbronn kann der Unterricht der Jugendmusikschule im Elementarbereich in der Grundschule u. a. wegen der geplanten Baumaßnahmen bei gleichzeitig großer Nachfrage absehbar nicht mehr stattfinden.

Schwierig ist die Situation auch für größere Ensembleproben und Veranstaltungen. Durch das Fehlen eines eigenen ausreichend großen Raums entstehen hier teils erhebliche Aufwände für Raumklärung mit Gebäudemanagement. Zudem gibt es für diese JMS-Bedarfe nur drei Dauerbelegungen, die wegen anderer öffentlicher oder schulischer Veranstaltungen teils doch nicht verlässlich genutzt werden können, so dass wiederholt wichtige Ensembleproben nicht stattfinden können.

Besonders belastend ist der Raummangel darüber hinaus in der Zentralstelle für den Schlagzeugunterricht, weil der vorhandene Schlagzeugraum nicht annähernd groß genug für das erforderliche Instrumentarium und den teils erforderlichen Unterricht in größeren Gruppen ist. Der Versuch des Erwerbs einer nahegelegenen und sehr geeigneten Immobilie für den Schlagzeugunterricht scheiterte leider.

VI. Kostendeckungsgrad:

Die bisherigen Gebührenerhöhungen seit 2017 (ca. +13% insgesamt) liegen deutlich unter der Personalkostenentwicklung im öffentlichen Dienst (25 – 30% insgesamt). Aus Gründen der Sozialverträglichkeit und im Marktvergleich mit den benachbarten Musikschulen wurden die Anpassungen bisher bewusst moderat gehalten.

Zur Stabilisierung des Kostendeckungsgrads und Sicherung des Leistungsangebots der Jugendmusikschule ist daher eine erneute, moderate Gebührenanpassung um durchschnittlich 3,5 % zum 01.09.2026 sachgerecht und notwendig.

Weiteres Vorgehen

I. Wartelisten/ Personalmangel: Sobald personell möglich wird das Unterrichtsangebot in besonders stark nachgefragten Fächern wie Gitarre und Klavier sowie im Elementarbereich erweitert. Vorab wird möglichst der Personalbedarf für Angebote im Rahmen des Ganztagsförderungsgesetzes geklärt.

II. Veränderungen in Gesellschaft und Bildungslandschaft:

Die Weiterentwicklung der Bildungskooperationen der Jugendmusikschule sowie alle anderen o.g. Ansätze werden sofern kapazitätsbedingt möglich weiter verfolgt.

Zu Angeboten im Rahmen des Ganztagsförderungsgesetzes bleibt die Jugendmusikschule im Austausch mit dem Amt für Jugend, Familie und Schule, ebenso mit den Rektoraten der Leonberger Grundschulen, um die Angebote der Jugendmusikschule im Interesse der Kinder und Jugendlichen bestmöglich mit dem Ganztag zu verzahnen.

Für die Durchführung eines Pilotprojekts „Singpause“ an einer Leonberger Grundschule wird eventuell auf Basis von Spenden nach einer Finanzierung gesucht.

Im nächsten Beirat der Jugendmusikschule wird hierzu berichtet.

III: Verwaltungssituation: Nach der vollständigen Einführung der Musikschul-App ist in einzelnen Bereichen mit einer leichten Entlastung zu rechnen, ebenso durch eine Vereinfachung bei der Gemeinde-Ermäßigung für Leonberger Schülerinnen und Schüler (siehe Vorlage 2025/215).

IV. Raumsituation: In Absprache mit der Kirchengemeinde Warmbronn werden Möglichkeiten und Kosten einer Nutzung durch die Jugendmusikschule überprüft, desgleichen mit der Ostertag-Realschule. Es sind weiter Lösungen für einen ausreichend großen Schlagzeugraum zu finden. Auch hierüber wird im nächsten Beirat der Jugendmusikschule berichtet.

VI. Kostendeckungsgrad: Moderate Gebührenanpassungen zur Stabilisierung des Kostendeckungsgrads werden regelmäßig, mindestens in zweijährigen Abständen geprüft. Eine moderate Erhöhung der Gebühren um ca. 3,5 % wird zum 01.09.2026 durchgeführt (siehe Vorlage 2025/215). Die Erhöhung erfolgt im Marktvergleich, um einen weiterhin breiten Zugang zur Jugendmusikschule ermöglichen zu können.

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Anlagen

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