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Beschlussvorschlag mit finanziellen Auswirkungen - 2017/257

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

 

  1. Dem Nutzungsplan für die Wälder der Stadt Leonberg mit einem vorgesehenen Einschlag von 7.100 Erntefestmetern und einer Durchforstungsfläche von ca. 110 ha wird zugestimmt.
     
  2. Dem Kulturplan für die Wälder der Stadt Leonberg mit Neupflanzungen von ca. 2.800 Nadelbäumen und 2.200 Laubbäumen sowie Kultursicherungen auf ca. 6,7 ha, vorgesehenen Wildschutzmaßnahmen auf ca. 1,1 ha und Jungbestandspflege auf ca. 19,9 ha wird zugestimmt.

 

  1. Vom Bericht der Forstverwaltung zur Situation in den Wäldern der Stadt Leonberg wird Kenntnis genommen.
     
  2. Die Verwaltung wird beauftragt, den Stadtwald entsprechend dieser Vorgaben zu bewirtschaften.

 

 

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Sachverhalt

 

Zusammenfassung des Sachverhalts

Umsetzung des Kultur- und Nutzungsplanes für den Stadtwald Leonberg im Forstwirtschaftsjahr 2018 (01.10.2017 bis 30.09.2018).

 

Ziele der Maßnahme

Pflege und Nutzung des Stadtwaldes entsprechend den Eigentümerzielsetzungen unter Beachtung der gesetzlichen Regelungen (DS 2011 V 50).

 

 

 

Sachverhalt/Sachstand

1. Bericht der Forstverwaltung zur Situation in den Wäldern der Stadt Leonberg

Der Herbst 2016 war relativ trocken, so dass bereits frühzeitig Holz in Hanglagen vom  Vollernter aufgearbeitet und anschließend gerückt werden konnte.

Auch im Winter herrschten rund 6 Wochen Temperaturen unter 0 C° Celcius. Da der Waldboden circa vierzehn Tage benötigt, um soweit durchzufrieren, dass er auch schwerere Forstmaschinen trägt, ergaben sich anschließend zwei Wochen mit optimalem Rückewetter. Danach tauten die Rückegassen von oben her wieder auf, was zwar die Tragfähigkeit nicht beeinträchtigte, aber doch eine sichtbare Verschlammung der Hauptwege ergab.

Insgesamt kann jedoch von, im Vergleich zu den Vorjahren, guten Rahmenbedingungen für den Holzeinschlag gesprochen werden.

Die Situation am Holzmarkt ist überwiegend gut. Die Nachfrage nach Eichen-Holz kann momentan nicht ausreichend befriedigt werden. Leider ist das Preisniveau unseres Hauptsortiments Buchen-Stammholz nach wie vor äußerst unbefriedigend und auch beim Spanplatten-Industrieholz (Eiche, Kiefer etc.) mussten Preiseinbrüche verzeichnet werden.


Für die kommende Saison ist wiederum ein Holzeinschlag von 7.100 Fm geplant und damit

200 Fm mehr als von der Forsteinrichtung vorgegeben. Hierdurch sollen Fehlmengen im Vollzug der letzten Jahre ausgeglichen werden. Weitere 200 Fm, mit überwiegend nicht verkäuflichem Schwachholz, fallen bei Jungbestandspflegemaßnahmen an, so dass der regelmäßige Hiebssatz von 7.300 Fm erreicht wird.

 

Obwohl der Gesamtanfall an Borkenkäferholz mit rund 300 Fm im Sommer 2017 nicht spektakulär war, sind doch drei kleinere Kahlflächen entstanden, die wieder aufgeforstet werden sollen bevor sie verunkrauten. Wo diese an bestehende Eichenkulturen angrenzen soll auch weiter Eiche gepflanzt werden. Zwei Kleinflächen eignen sich zur Bepflanzung mit den selteneren Baumarten Elsbeere und Speierling. Diese sind sowohl ökonomisch als auch ökologisch äußerst vorteilhaft.
Die Forsteinrichtung hat auf verschiedenen Kahlflächen im Stadtwald, die noch durch den Orkan Lothar entstanden sind und auf denen wir vergeblich auf Naturverjüngung gewartet haben, nunmehr Anpflanzungen geplant. Da es aus betriebswirtschaftlicher Sicht wichtig ist, den Nadelholzanteil im Stadtwald nicht weiter absinken zu lassen, hat die Forsteinrichtung für diese Flächen vor allem die Bepflanzung mit Douglasien und Fichten vorgesehen. Vor-handene Laubholz-Naturverjüngung wird dabei übernommen, um einen Mischwaldcharakter zu erhalten.


Kultursicherungsarbeiten sollen im Jahr 2017 auf 6,6 ha und Wildschutzmaßnahmen auf

1,3 ha durchgeführt werden. Jungbestandspflege ist auf 19,9 ha geplant. Hierin sind auch Flächen enthalten, die noch Schäden aus dem Nassschneeereignis vom Oktober 2012 aufweisen.

 

2. Nutzungsplan

 

Aufbauend auf dem vom Gemeinderat beschlossenen 10-jährigen Forsteinrichtungswerk hat der städtische Forstbetrieb in Zusammenarbeit mit dem Kreisforstamt in Böblingen den Ent-wurf für den jährlich zu erstellenden Kultur- und Nutzungsplan gefertigt und vorgelegt. Der Hiebssatz hat sich nach der Neueinrichtung des Stadtwaldes von 7.800 Fm/a auf 7.300 Fm/a verringert. Hierin sind auch nicht verwertbare Holzmengen in Jungbeständen enthalten, so dass für die tatsächliche Holzernte 6.900 Fm verbleiben. Witterungsbedingt konnten dieser

Hiebssatz meist nicht vollends ausgeschöpft werden. Daher wurde für das Jahr 2018 ein erhöhter Einschlag von 7.100 Fm angesetzt.

 

Der tatsächliche Holzeinschlag wird sich an der Witterung, der Windwurf- und Borkenkäfersituation, sowie an der Holzmarktlage orientieren.

 

 

Die Planzahlen des Jahres 2017 für den gesamten Stadtwald sind zum Vergleich in Klammern angegeben. Die Vollzugszahlen des Jahres 2017 werden Gegenstand des betriebs-wirtschaftlichen Berichtswesens sein.

 

a) Aufteilung nach Teilorten und Nutzungsarten (Werte in Festmeter)

 

 

Vor-nutzung

Haupt-nutzung

Geplanter Einschlag

Jung-bestands-pflege

Gesamt-nutzung

Vollzug FWJ 2016

Leonberg

2.575

2.425

5.000

 

 

 

Warmbronn

200

590

790

 

 

 

Höfingen

590

380

970

 

 

 

Gebersheim

70

270

340

 

 

 

Gesamter

Stadtwald

3.435

(2.930)

3.665

(4.170)

7100

(7.100)

200

(200)

7.300

(7.300)

6.510

 

Vornutzung: Nutzung von Holz zur Pflege vorwiegend jüngerer Bestände

Hauptnutzung: Nutzung von erntereifem Holz im Rahmen der Verjüngung des Waldes

 

b) Aufteilung nach Holzarten                     (nur geplanter Einschlag, Werte in Festmeter)

                                                                                    (Derbholz = Holz, das für Flächenlose verbleibt)

 

 

Nadelholz

Laubholz

 

 

Stammholz

Industrieholz

Stammholz

Industrieholz

Brennholz

Derbholz

Gesamter

Stadtwald

650

(330)

240

(155)

1.895

(2.025)

710

(775)

2.230

(2.180)

1.375

(1.635)

 

Durchforstungsfläche 110 ha  (ca. 7,7 % der Gesamtwaldfläche)

(103 ha) (ca. 7,1 % der Gesamtwaldfläche)

 


3. Kulturplan

 

Die Forsteinrichtung hat auf verschiedenen Flächen im Stadtwald Waldverjüngungsmaßnahmen geplant. Im kommenden Forstwirtschaftsjahr sollen auf Flächen, die durch den Orkan Lothar und durch Borkenkäferbefall entstanden sind, Bäume gepflanzt werden:

 

a) Neupflanzungen

 

 

Leonberg

Warmbronn

Höfingen

Gebersheim

Summe

Plan Vorjahr

Eiche

800

 

 

 

800

 

Linde

100

 

 

 

100

 

Hainbuche

100

 

 

 

100

 

Speierling

200

200

 

 

400

 

Elsbeere

400

400

 

 

800

500

 

 

 

 

 

 

 

Summe

Laubholz

1.600

600

 

 

2.200

600

 

 

 

 

 

 

 

Fichte

1500

 

300

300

2.100

3.300

Douglasie

500

 

100

100

900

1.600

 

 

 

 

 

 

 

Summe

Nadelholz

2.000

 

400

400

3.000

4.900

 

 

 

 

 

 

 

Summe

Teilorte

3.600

600

400

400

3.000

5.400

 

b) Nachbesserung

 

In den in den vergangenen Jahren gepflanzten Kulturen gab es witterungs- und schädlingsbedingt nennenswerte Ausfälle. Für die Nachbesserung werden rund 300 junge Bäume benötigt.

 

c) Jungwüchse aus abgedeckten Naturverjüngungen (Werte in ha)

 

Auf den unten aufgeführten Flächen sind mittlerweile so viele junge Bäume nachgewachsen, dass die darüberstehenden alten Bäume genutzt werden können.

 

Waldort

Leonberg

Warmbronn

Höfingen

Gebersheim

 

 

 

 

 

III, 4  Sauhütte

0,4

 

 

 

III, 9  Lindenbusch

0,4

 

 

 

III,10 Blutbuche

0,2

 

 

 

IIX,4 Busch

 

 

0,2

 


d) Kultursicherung, Waldschutz und Jungbestandspflege

 

Um den frisch gepflanzten Bäumen ein gutes Wachstum zu ermöglichen, müssen diese

Pflanzflächen mehrere Jahre gemäht werden (Kultursicherung).

 

Verschiedene Baumarten müssen zusätzlich durch Zäune (Flächenschutz) oder durch Wuchshüllen, Drahthosen und dergl. (Einzelschutz) vor dem Wild geschützt werden.

Bei der Jungbestandspflege werden v.a. schlechtwüchsige und unerwünschte Bäume beseitigt.

 

 

Planung

FWJ 2018

Planung

FWJ 2017

Vollzug

FWJ 2017

Kultursicherung

6,6 ha

6,4 ha

 

Wald-/Wildschutz

 

 

 

Zahlen werden Bestandteil des betriebswirtschaftlichen Berichtswesens für das Jahr 2016 sein.

a)Zaunabbau :

 

 

Umzäunte Fläche

     Zaunabbau Länge

 

0,5 ha

300 lfm

1,2 ha                     700lfm

 

b)Zaunneubau

 

 

Umzäunte  Fläche

     Zaunneubau Länge

0

0

 

 

c) Baum-Einzelschutz

 

 

 

1,3 ha

 

1,0 ha

Jungbestandspflege

19,9 ha

18,9 ha

 

 

Weiteres Vorgehen

Umsetzung des Kultur- und Nutzungsplanes im Jahre 2018.

 

Alternativen zum Beschlussvorschlag

 

Eine Verringerung des Holzeinschlages führt zu geringeren Einnahmen und Pflegedefiziten. Eine Erhöhung lässt sich aufgrund unserer kurzen Frostperioden kaum realisieren. Die geplanten Wiederaufforstungen sind im Rahmen einer nachhaltigen Forstwirtschaft gesetzlich vorgeschrieben. Daher bietet sich eine Alternative zum Beschlussvorschlag nicht an.

 

Finanzierungsübersicht

 

Der Bereich Forst weist im Entwurf des Ergebnishaushalts 2018 einen Zuschussbedarf in Höhe von rd. 843.000 EUR auf. Der höhere Zuschussbedarf im Vergleich zum Haushaltsjahr 2017 (rd. 784.000 EUR) ergibt sich insbesondere durch erhöhten Personalaufwand

(rd. 45.000 EUR) und höheren Abschreibungen (rd. 10.000 EUR).

 

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