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Beschlussvorschlag mit finanziellen Auswirkungen - 2024/140
Grunddaten
- Betreff:
-
Fortführung der Quartiersarbeit in Leonberg
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorschlag mit finanziellen Auswirkungen
- Federführend:
- Amt für Jugend, Familie und Schule
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Sozial- und Kultusausschuss
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Vorberatung
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03.07.2024
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Geplant
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Gemeinderat
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Entscheidung
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09.07.2024
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Beschlussvorschlag
- Von den dargestellten Chancen der Quartiersarbeit für Leonberg wird Kenntnis genommen.
- Die Quartiersarbeit in Leonberg hat sich bewährt und wird unbefristet fortgeführt (vgl. Szenario 1). Der Finanzbedarf ist in den Haushaltsplänen 2025 ff mit 175.000 Euro zu veranschlagen. Die Stadt Leonberg bezuschusst die zwei definierten VZÄ für die Durchführung des Quartiersmanagements zu 100 %.
- Für Leonberg und Höfingen bleibt es bei der Trägerschaft durch die Samariterstiftung und für Eltingen und Ramtel bei der Trägerschaft durch ATRIO. Dem Gemeinderat wird jährlich über die Quartiersarbeit berichtet.
- Die Verwaltung wird beauftragt, Kooperationsvereinbarungen mit dem jeweiligen Träger für die Quartiersarbeit zu verlängern. Sie haben erneut die Grundlage der bereits bestehenden, definierten Leitlinien und Ziele sowie die mit der Vorlage 2021/378 in Verbindung mit der Vorlage 2021/378-1 definierten Stellenanteile pro Einwohner.
- In beiden Kooperationsverträgen wird klar festgelegt, dass der jeweilige Träger verpflichtet ist, alle die Arbeit unterstützenden Förderaufrufe zu prüfen und Bewerbungen zu formulieren. Die Verwendung von Drittmitteln steht über dem Zuschuss an die Träger durch die Stadt Leonberg.
Sachverhalt
Sachverhalt mit der Stellungnahme der Verwaltung
Der Gemeinderat hat sich für den Beginn der Quartiersarbeit in Leonberg, zunächst mit dem Projekt Quartier Leonberg-Mitte, am 07.05.2019 entschieden. Dazu wurde beschlossen, dass die Stadt Leonberg in Kooperation mit der Samariterstiftung einen Förderantrag „Quartiersimpulse“ beim Sozialministerium des Landes Baden-Württemberg, vertreten durch die Allianz für Beteiligung, stellt. Der Förderzeitraum begann in Leonberg im September 2019 und endete im November 2021.
Mit der Vorlage 2021/378 in Verbindung mit 2021/378-1 stimmte der Gemeinderat einer Fortführung der Quartiersarbeit und Ausdehnung in die Quartiere Eltingen, Ramtel und Höfingen befristet auf drei Jahre finanziert durch die Stadt Leonberg zu. Dabei konnten die Quartiere in Trägerschaft der Samariterstiftung ihre Sachmittel aus der deren Stiftung „Zeit für Menschen“ decken.
In Höfingen konnte im Sommer 2022 die 30 Prozent – Stelle besetzt werden. Für die Quartiere Ramtel und Eltingen startete beim Träger ATRIO im November 2023 die Quartiersarbeit mit einer 100% Stelle. *
Die Arbeit der Quartiersmanagerinnen für das Jahr 2023, die sich in Leonberg aktuell 2 Vollzeitstellen teilen, wurde dem Sozialausschuss
am 24. April 2024 mit der Vorlage 2024/055
sowie den dazu erarbeiteten Präsentationen ausführlich dargestellt.
Deutlich wurde, dass in Leonberg
- ehrenamtliches Engagement gestärkt wird,
- kontinuierlich an einem guten Fundament für interinstitutioneller Kooperationen gearbeitet wird, also ein Netzwerk zivilgesellschaftliche Akteure entstand, und
- die Öffnung von Einrichtungen in die Nachbarschaft hinein unterstützt wird.
I. Zukunft der Quartiersarbeit
Nach der Kenntnisnahme durch das Gremium und der insgesamt positiven Rückmeldung an die Trägervertreterinnen, ist nun über die Zukunft der Quartiersarbeit in Leonberg nach dem Jahr 2024 zu entscheiden und die damit verbundene Finanzierung sicher zu stellen.
Szenario 1:
Weiterführung des Konzepts als Projekt zur hauptamtlichen Rahmung durch ein Quartiersmanagement in allen 4 Quartieren mit 2 Vollzeitstellen. Mögliche Drittmittel zur Finanzierung stellen v.a. Landesmittel über Förderaufrufe dar, bundesweite Wettbewerbsteilnahmen u. ä.
Szenario 2:
Weiterführung des Konzepts als Projekt zur hauptamtlichen Rahmung durch ein Quartiersmanagement in allen 4 Quartieren mit 2 Vollzeitstellen befristet auf 5 Jahre
Für 200 % Vollzeitäquivalente für
Leonberg,
Eltingen/ Ramtel und
Höfingen
sollen im Haushalt 2024 und in den Folgejahren jeweils 175.000 Euro bereitgestellt werden. *
* In den Ortsteilen Gebersheim, Silberberg und Warmbronn sind aufgrund ihrer Größe lebendige Nachbarschaften vorhanden, die durch stabile ehrenamtliche Strukturen getragen werden, v. a. durch Vereine wie den Sportverein SV Gebersheim, den Förderverein Bauernhausmuseum, den genossenschaftlich getragenen GebersLandmarkt, den Bürgerverein Silberberg, die Spvgg Warmbronn, den Gemeindeverein Warmbronn sowie die Bürgerstiftung Warmbronn. Die Stadtverwaltung könnte bei Bedarf in diesen Ortsteilen ergänzend jährliche Bürgerforen etablieren.
II. Aktuelle und künftige Entwicklungen
Um sich ein Bild der bisherigen Quartierarbeit in Leonberg zu machen, wird auf die Vorlagen 2024/055 und 2023/007 (Jahresberichte der Träger der Quartiersarbeit) hingewiesen.
Quartiersarbeit in Baden-Württemberg allgemein:
Der Ausbau der Quartiersarbeit hat sich in den letzten Jahren zu einer Schlüsselstrategie des Landes Baden-Württemberg entwickelt. Eine vom Sozialministerium unterstützte Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, wie sich der gesellschaftliche Zusammenhalt während der Corona-Pandemie verändert hat und wie unterschiedliche Bevölkerungsgruppen diesen erleben.
BWs Sozialminister Manne Lucha zog daraus u.a. den Schluss, dass man an der langfristigen Wertschätzung des Ehrenamts weiterarbeiten und die benachteiligten Bevölkerungsgruppen noch mehr stärken müsse, was genau in den Quartieren als kleinteilige Versorgungs- und Sorgegemeinschaften gelingen könne.
Deshalb legt das Land weiter Förderaufrufe im Zusammenhang mit Quartier auf, bei denen Mittel zwischen 2.000 und 80.000 Euro abzurufen sind, allerdings werden Personalkosten nicht für bereits bestehende Stellen übernommen.
Sachkostenerstattungen sind eng gebunden an die Landesvorgaben möglich.
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Fördermittel 2023
Im vergangen Jahr 2023:
-- Teilnahme an Förderaufruf „Angebote zur Sicherung von sozialer Teilhabe und gesellschaftlichem Zusammenhalt im Quartier“ für Sachmittel im Quartier Leo-Mitte, 37 Kommunen stellten Anträge davon wurden 19 Anträge bewilligt; u.a. Leonberg)
-- erfolgreiche Bewerbung für die StadtLabore über den Städtetag BW zum kostenfreien fachlichen Austausch und fachlicher Unterstützung zur konzeptionellen Weiterentwicklung
-- über die Quartiersakademie erhielt eine Quartiersmanagerin der Samariterstiftung eine kostenfreie, qualifizierte Weiterbildung für die Arbeit im Quartier (das unterstützte die Einarbeitung der QMs, die alle in 2023 neu begannen)
-- Nutzung des Formats Digitaler Engel, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
- Künftig denkbare Fördermittel 2024 ff.
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Für das Quartier Höfingen könnte sich Leonberg erneut bei den Quartiersimpulsen bewerben. Hier könnten für 1,5 Jahre zirka 30.000 Euro an Landesmitteln nach Leonberg fließen. Voraussetzung ist ein aktueller Gemeinderatsbeschluss, dass die Quartiersarbeit weiter ausgebaut werden soll. Ein verpflichtender Beratungstermin für Ende Juli 24 ist reserviert.
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Für ein Projekt im Quartier Leonberg-Mitte würde der Förderaufruf "Gemeinsam engagiert in BW III" (Abgabeende 15. Oktober24) gut passen. Hier könnten wir 15.000 Euro für Leonberg geltend machen.
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Den jährlichen Förderaufruf „Integration vor Ort – Stärkung kommunaler Strukturen“ haben wir für 2025 quartiersübergreifend für die Kernstadt Leonberg mit der Ausschreibung im Jahr 2025 im Blick. Details sind Stand heute noch nicht bekannt, aber in der Regel sind die Förderhöhen 5stellig.
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Auch ist es möglich, aus den Leonberg Quartieren heraus sich über die Träger an Förderaufrufen (jeweils zwischen 2.000 und 5.000 Euro) zu beteiligen, die nur von zivilgesellschaftlichen Gruppen mit und ohne eingetragener Rechtsform gemeinsam mit der Kommune als Partner beantragt werden können.
* Beteiligungtaler (2.000 Euro)
* Nachbarschaftsgespräche (6.000 Euro für 6 Monate)
* Gut beraten (4.000 Euro pro Projekt, Antragsphase endet am 31. Oktober 24)
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Für Projekte in Eltingen und im Ramtel, die ausdrücklich auch das Thema Inklusion (Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderung) berücksichtigen, können Förderanträge an die Aktion Mensch gestellt werden und bis zu 10.000 Euro Fördermittel anfragen. Hier könnte man auch über die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt bis zu 20.000 Euro Fördermittel einwerben.
III. Gründe, die für eine Verlängerung der Quartiersarbeit mit hauptamtlicher Unterstützung sprechen
(siehe auch Anlage 1)
Die Herausforderungen des demografischen Wandels, der Integration, der gelebten Inklusion und des gesellschaftlichen Zusammenhalts werden in den kommenden Jahren zunehmen als gelöst sein. Die Quartiersarbeit kann Bausteine für Lösungen einbringen.
Fakten die für Quartiersmanagement (QM) und dessen Weiterführung sprechen:
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QM kann durch aufsuchende soziale Arbeit auch benachteiligte Bevölkerungsgruppen (noch mehr) stärken, verschiedenste Bevölkerungsgruppen zusammenbringen und zementierte Trennung sozialer Milieus aufweichen.
- QM kann Bausteine zur Integration und Inklusion im Sozialraum etablieren. Dies geschieht durch das Einrichten von Räumen, Treffs und Aktionen, wodurch nachhaltige quartiers- und lebensweltbezogene Kontakt-, Freizeit- und Bildungsangeboten entstehen und verstetigen.
- QM kann über Beteiligungsprozesse Identifikation mit dem Wohnort, Identifikation mit demokratischen Prinzipien stärken und Bürgerschaftliches Engagement neu stiften, vorhandenes Engagement stärken, auch sogenannte stille Gruppen in die Bürgerbeteiligung miteinbeziehen, und die Identifikation mit dem Wohnort stärken (Hauptamt stützt Ehrenamt)
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QM schafft zukunftsfähige Arbeit mit Menschen, die neu in den Ruhestand kommen, und sorgt für die Weiterentwicklung der klassischen Altenhilfe im Sinne von §71 SGB XII. (Förderung von Versorgungs- und Sorgegemeinschaften)
- QM kann der Einsamkeit in unterschiedlichen Altersgruppen entgegenwirken und damit präventiv einen Beitrag zu besserer Gesundheit und späterem Eintritt in die Pflegeunterstützung leisten (SONG – Studie)
- QM vernetzt und intensiviert die Zusammenarbeit unterschiedlichster Akteure und kann einen guten Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt auch im Sinne der Verbundenheit im Quartier leisten.
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QM steht für nachhaltige Entwicklung - Im Sinne der Agenda 2030
(Nachhaltigkeitsziele wie 1: keine Armut,3: Gesundheit und Wohlergehen,10: weniger Ungleichheiten, 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen werden unterstützt)
Finanz. Auswirkung
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JA |
x |
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NEIN |
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Kontierung |
Jahr |
verfügbares Budget |
Finanzbedarf |
Bemerkung |
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36800000 Kooperation und Vernetzung
43180000 Zuschüsse an übr. Bereiche
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2025 |
0 |
175.000 |
Koop.vereinbarung mit Trägern zur Kostenüber-nahme deren Quartiers-Personalkosten für 2 VZÄ-Stellen bis maximal 175.000 Euro, der Finanzbedarf ist im Haushaltsplan 2025 und entsprechen in den Folgejahren zu veranschlagen. |
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Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe |
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(wie Dokument)
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183,6 kB
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