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Beschlussvorschlag mit finanziellen Auswirkungen - 2021/383

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

 

1.  Dem Nutzungsplan für die Wälder der Stadt Leonberg mit einem vorgesehenen Einschlag von 4.000 Erntefestmetern und einer Durchforstungsfläche von ca. 59,1 ha wird zugestimmt.

 

2. Dem Kulturplan für die Wälder der Stadt Leonberg mit Neupflanzungen von ca. 4.100 Nadelbäumen und 1.500 Laubbäumen sowie Kultursicherungen auf ca. 5,8 ha, vorgesehenen Wildschutzmaßnahmen auf ca. 1,6 ha und Jungbestandspflege auf ca. 27,7 ha wird zugestimmt.

 

3. Vom Bericht der Forstverwaltung zur Situation in den Wäldern der Stadt Leonberg wird Kenntnis genommen.

 

4. Die Verwaltung wird beauftragt, den Stadtwald entsprechend dieser Vorgaben im Jahr 2022 zu bewirtschaften.

 

 

 

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Sachverhalt

 

 

 

Sachverhalt mit der Stellungnahme der Verwaltung

1. Bericht der Forstverwaltung zur Situation in den Wäldern der Stadt Leonberg

 

1.1                                                                                                                                                 Rückblick auf das Forstwirtschaftsjahr 2021

 

Die Trockenheit der vergangenen Jahre machte sich auch bei der Holzernte im vergangenen Winter bemerkbar. Beim Waldfriedhof und am Schumisberg mussten rund 1.000 Festmeter (Fm) Schadbuchen eingeschlagen werden. Die Schäden waren dabei sehr unterschiedlich und reichten von lediglich abgestorbenen Kronenteilen bis zu gänzlich abgestorbenen Bäumen. Neben der Verwertung des Holzes ging es bei diesen Sanierungshieben vor allem auch darum, die Sicherheit für die Waldbesucher und Anlieger zu erhalten und ansonsten notwendige Waldsperrungen zu vermeiden. Auch in Höfingen und Gebersheim fielen viele Altbuchen der Trockenheit zum Opfer, so dass insgesamt rund 3.200 Fm Schadholz aufgearbeitet werden mussten.

 

Insgesamt wurden im vergangenen Forstwirtschaftsjahr rund 5.300 Fm Holz eingeschlagen und damit, wie aufgrund der allgemeinen Lage im Forstbereich geplant, rund 2.000 Fm weniger als der regelmäßige Hiebssatz mit 7.300 Fm zulässt.

 

1.2  Situation am Holzmarkt

 

Von den starken Preisschwankungen am Nadelholzmarkt war der städtische Forstbetrieb im vergangenen Forstwirtschaftsjahr nur wenig betroffen, da die Schäden durch Trockenheit und Borkenkäfer in der vergangenen Saison vergleichsweise gering ausfielen und ein regulärer Nadelholzeinschlag nicht geplant war. Der Markt beim Laubholz verlief auf dem Niveau der vergangenen Jahre.

 

1.2                                                                                                                                                 Ausblick auf das Forstwirtschaftsjahr 2022

 

Der kühl-feuchte Sommer 2021 darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Wasser-versorgung für die Waldbäume in unserer Region weiterhin angespannt bleibt.

 

Aufgrund der weiterhin vorhandenen großen Anzahl geschädigter Bäume wird auch in der kommenden Saison eine normale Waldbewirtschaftung nur bedingt möglich sein. Eine hohe Priorität hat vor allem die Erhaltung der Verkehrssicherheit entlang von Straßen und baulichen Einrichtungen.

 

Um den Bedarf der Kunden an Stamm-, Industrie- und Brennholz trotzdem bedienen zu können, ist für die kommende Saison ein Einschlag von rund 4.000 Fm Laubholz geplant. Nadelholz soll nur kalamitätsbedingt oder auf Kundenwunsch bei entsprechender Marktlage eingeschlagen werden.

 

Als Grundlage für die Haushaltsplanung wurde eine Schadholzmenge von 1.000 Fm angesetzt.

 

Wie in den Vorjahren sollen im Frühjahr kleinere Kahlflächen, die bei der Räumung von hiebsreifen Buchen über vorhandener Naturverjüngung entstanden sind, aufgeforstet werden. Auch erste Sturm- und Käferholzflächen sollen neu mit Douglasien, Eichen, Hainbuchen und Linden bepflanzt werden. Alle vier Baumarten gelten, soweit das derzeit beurteilt werden kann, als für die Folgen des Klimawandels geeignet.

 

Kultursicherungsarbeiten sollen im Jahr 2022 auf 5,8 ha und Wildschutzmaßnahmen auf

1,6 ha durchgeführt werden. Jungbestandspflege ist auf 27,7 ha geplant.

 

2.  Nutzungsplan

 

Aufbauend auf dem vom Gemeinderat beschlossenen 10-jährigen Forsteinrichtungswerk hat der städtische Forstbetrieb in Zusammenarbeit mit dem Kreisforstamt in Böblingen den Entwurf für den jährlich zu erstellenden Kultur- und Nutzungsplan gefertigt und vorgelegt. Der Hiebssatz hat sich nach der Neueinrichtung des Stadtwaldes von 7.800 Fm/a auf 7.300 Fm/a verringert. Darin enthalten sind auch 400 Fm nicht verwertbare Holzmengen in Jungbeständen, sodass für die tatsächliche Holzernte 6.900 Fm verbleiben.

 

Witterungsbedingt konnte dieser Hiebssatz meist nicht vollends ausgeschöpft werden.

Durch die Folgen der Trockenjahre 2018 bis 2021 muss sich der tatsächliche Holzeinschlag noch mehr als in der Vergangenheit an der Holzmarktlage, sowie an der Witterung, der Windwurf- und Borkenkäfersituation orientieren. Daher wurde die reguläre Nutzung mit 4.000 Fm kalkuliert und die Schadholzmenge mit 1.000 Fm angesetzt.

 

Die Planzahlen des Jahres 2021 für den gesamten Stadtwald sind zum Vergleich in Klammern angegeben.

 

2.1  Aufteilung nach Teilorten und Nutzungsarten

 

Werte in Festmeter

Vor-nutzung

Haupt-nutzung

Geplanter Einschlag (Summe Vor- und Haupt-nutzung)

Jung-bestands-pflege gesamter Stadtwald

Gesamt-nutzung

Leonberg

1.180

1.390

2.570

300

2.870

Warmbronn

170

240

410

175

585

Höfingen

320

370

690

0

690

Gebersheim

180

150

330

0

330

Gesamter

Stadtwald  (Werte 2020 in Klammer)

1.850

(2.535)

2.150

(1.465)

4.000

(4.000)

475

(350)

4.475

(4.350)

Vornutzung: Nutzung von Holz zur Pflege vorwiegend jüngerer Bestände

Hauptnutzung: Nutzung von erntereifem Holz im Rahmen der Verjüngung des Waldes

 

2.2  Aufteilung nach Holzarten  (nur geplanter Einschlag, Werte in Festmeter)

 (Derbholz = Holz, das für Flächenlose verbleibt)

 

Werte in Festmeter

Nadelholz

Laubholz

 

 

Stammholz

Industrieholz

Stammholz

Industrieholz

Brennholz

Derbholz

Gesamter

Stadtwald

0

(50)

0

(0)

870

(1.015)

540

(510)

1.370

(1.190)

1.220

(1.235)

 

Durchforstungsfläche 59,1 ha (ca. 4,1 % der Gesamtwaldfläche)

 (89,4 ha) (ca. 6,1 % der Gesamtwaldfläche)

 

3.  Kulturplan

 

Die Forsteinrichtung hat auf verschiedenen Flächen im Stadtwald Waldverjüngungsmaß-nahmen geplant. Im kommenden Forstwirtschaftsjahr sollen auf Flächen, die durch Trockenschäden, Borkenkäferbefall und der Räumung von Althölzern entstanden sind, Bäume gepflanzt werden:

 

 

3.1  Neupflanzungen (geplante Neupflanzungen des Vorjahres in Klammern)

 

Stück

Leonberg

Warmbronn

Höfingen

Gebersheim

Summe

Eiche

1.000

(0)

0

(0)

0

(0)

0

(0)

1.000

(0)

Linde

250

(0)

(0)

(0)

0

(0)

0

(0)

250

(0)

Hainbuche

250

(0)

0

(0)

0

(0)

0

(0)

250

(0)

Speierling

0

(0)

0

(0)

0

(0)

0

(0)

0

(0)

Elsbeere

0

(400)

0

(0)

0

(0)

0

(0)

0

(400)

 

0

0

0

0

0

Summe

Laubholz

1.500

(400)

0

(0)

0

(0)

0

(0)

1.500

(400)

 

 

 

 

 

 

Fichte

0

(0)

0

(0)

0

(0)

0

(0)

0

(0)

Douglasie

2.800

(2.900)

0

(0)

650

(0)

650

(600)

4.100

(3.500)

 

 

 

 

 

 

Summe

Nadelholz

2.800

(2.900)

0

(0)

650

(0)

650

(600)

4.100

(3.500)

 

 

 

 

 

 

gesamt

4.300

 

650

650

5.600

 

3.2  Nachbesserung

 

In Kulturen, die in den vergangenen Jahren gepflanzt wurden, gab es witterungs- und schädlingsbedingt nennenswerte Ausfälle. Für die Nachbesserung werden rund 300 junge Bäume benötigt.

 

3.3  Jungwüchse aus abgedeckten Naturverjüngungen

 

Auf den unten aufgeführten Flächen sind mittlerweile so viele junge Bäume nachgewachsen, dass die darüberstehenden alten Bäume genutzt werden können.

 

Waldort

ha

I, 1  Weidengarten, Leonberg

0,2

I, 3  Ehrenberg, Leonberg

0,2

VIII,7 Lachentor, Höfingen

0,3

 

3.4  Kultursicherung, Waldschutz und Jungbestandspflege

 

Um den frisch gepflanzten Bäumen ein gutes Wachstum zu ermöglichen, müssen diese Pflanzflächen mehrere Jahre gemäht werden (Kultursicherung).

 

Verschiedene Baumarten müssen zusätzlich durch Zäune (Flächenschutz) oder durch Wuchshüllen, Drahthosen und dergleichen (Einzelschutz) vor dem Wild geschützt werden.

 

Bei der Jungbestandspflege werden vor allem schlechtwüchsige und unerwünschte Bäume beseitigt.

 

 

Planung

FWJ 2022

(01.10.2021-30.09.2022

Planung

FWJ 2021

(01.10.2020-30.09.2021)

Vollzug

FWJ 2021     

Kultursicherung

5,8 ha

5,8 ha

 

Wald-/Wildschutz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

a) Zaunabbau :

 

 

 Umzäunte Fläche

     Zaunabbau Länge

 

0

0

b) Zaunneubau

 

 

 Umzäunte  Fläche

     Zaunneubau Länge

0

0

 

 

c)  Baum-Einzelschutz

 

 

1,6 ha

 

1,1 ha

Jungbestandspflege

27,7 ha

20,6 ha

 ha

 

4. Ausblick auf das Forstwirtschaftsjahr 2023

 

Das 10-jährige Forsteinrichtungswerk endet mit dem Forstwirtschaftsjahr 2022.
Das Landratsamt Böblingen hat sich bereits mit Schreiben vom 30.09.2021 an die Stadtverwaltung gewendet, um die ersten Schritte für die Neueinrichtung in die Wege leiten zu können. Bis 31.03.2022 ist die neue Eigentümerzielsetzung dem Landratsamt mitzuteilen. In diesem Zusammenhang wird im 1. Quartal 2022 eine Entscheidung im Gemeinderat herbeigeführt werden. Hierbei ist über die Einbeziehung des Alt- und Totholzkonzepts und damit über eine Neuausrichtung der Waldbewirtschaftung zu entscheiden.

 

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Finanz. Auswirkung

JA

x

 

NEIN

 

 

Der Bereich Forst weist im Entwurf des Ergebnishaushalts 2022 (Teilhaushalt 06, Produktgruppe 5550) folgendes Ergebnis aus:

 

Erträge  371.436 EUR

Aufwendungen    460.385 EUR

Ergebnis - 88.949 EUR

 

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