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Kenntnisnahme ohne finanzielle Auswirkungen - 2021/380

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Sachverhalt mit der Stellungnahme der Verwaltung

 

Die Jugendmusikschule entwickelte sich im Berichtsjahr positiv:

 

1. Das Unterrichtsangebot der Jugendmusikschule konnte im Schuljahr 2020/2021 parallel zu den Veränderungen in Gesellschaft und Bildungslandschaft sowie zur Corona-Pandemie erhalten und weiterentwickelt werden. Die zur Erfüllung des Bildungsauftrags erforderliche Breiten- und Spitzenförderung ist abgesehen von Pandemie-bedingten Einschränkungen im Ensemble- und Elementarbereich weiterhin in allen Fächern möglich. Virtueller Unterricht während des Lockdowns sowie die anschließende Wiederöffnung trafen erneut auf äußerst positive Resonanz bei Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern.

 

2. Die Projekte in Kooperation mit den allgemein bildenden Schulen wurden dem Bedarf angepasst und sofern Pandemie-bedingt möglich fortgesetzt.

 

3. 19 Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule nahmen am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teil. Die Begabtenklasse/ „Musik vertieft“ wurde mit 10 Teilnehmenden fortgesetzt.
 

4. Zum Schuljahrsbeginn konnte eine neue stellvertretende Schulleiterin sowie eine Lehrkraft für Streichinstrumente und Streicherklasse eingestellt werden.

 

5. Der Kostendeckungsgrad steigt planmäßig von 2021 zu 2022 um 6.97 %. Die Gebührenerhöhung zum 1. 9. 2021 um durchschnittlich 5 % wurde von der Elternschaft mit getragen.

 

 

 

 

Ziele der Maßnahme

 

Die Jugendmusikschule Leonberg hat gemäß den Empfehlungen des KGSt-Gutachtens „Musikschule“ sowie den „Empfehlungen zur Musikschule“ des Deutschen Landkreistags und Deutschen Städtetags als Bildungseinrichtung nach wie vor die Aufgabe, „Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine musikalische Grundausbildung zu vermitteln, den Nachwuchs für das Laien- und Liebhabermusizieren heranzubilden (Breitenförderung), Begabungen zu erkennen und zu fördern sowie auf das Studium der Musik vorzubereiten.“ Der Deutsche Städtetag nennt öffentliche Musikschulen „Einrichtungen des Bildungswesens und der kulturellen Grundversorgung“ und benennt ihre Bildungsziele (siehe ausführlicher DS 2003 Nr. S 32).

 

 

Sachverhalt/ Sachstand

 

Im Oktober 2021 hatte die Jugendmusikschule mit 1224 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren und 168 Erwachsenen insgesamt 1392 Teilnehmende bzw. 1621 Belegungen und einen gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegenen Schüler- und Belegungsstand (+ 71 bzw. 98). Zuwächse ergaben sich bei Singen-Bewegen-Sprechen (+ 11), bei den Kooperationen mit allgemein bildenden Schulen (+ 26) und im Hauptfachunterricht (+ 36), wenngleich aufgrund der pandemie-bedingten Regelungen in Singen-Bewegen-Sprechen noch immer nicht der Stand vor der Pandemie erreicht ist (295 Kinder in 26 Gruppen). In den Breitenangeboten (d. h. Elementarbereich einschließlich Singen-Bewegen-Sprechen sowie Schulprojekte) werden jedoch noch immer weit über 50 % der Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule unterrichtet.

 

Das Landesprogramm zur Sprachförderung SPATZ/ SBS „Singen-Bewegen-Sprechen“ wird derzeit in 10 Gruppen für 126 Leonberger Kinder in folgenden 5 Leonberger Kindertageseinrichtungen durchgeführt: Kinderhaus Spitalhof, Kinderhaus Kunterbunt,  Oberlin-Haus, Kindergarten Mammutzahn und Kinderhaus Ezach. Aufgrund der durch die Pandemie notwendigen Veränderungen der räumlichen Gegebenheiten konnte SBS in einigen Einrichtungen leider noch immer nicht angeboten werden. Das Förderprogramm ist für die Kinder ein wichtiges, kostenfreies Förderangebot und sehr bedeutend für die Chancengerechtigkeit. Die gute Zusammenarbeit mit dem Sachgebiet Kindertageseinrichtungen des Amts für Jugend, Familie und Schule und der Kirchenpflege der Ev. Gesamtkirchengemeinde erleichtert dessen Verwaltungsabwicklung.

 

Die Kooperationen mit allgemein bildenden Schulen wurden dem Bedarf angepasst. Die Rhythmik-AG an der Marie-Curie-Schule in der Klassenstufe 1 konnte durch Sponsoring der Firma LEWA GmbH dankenswerterweise nochmals ohne Teilnehmerbeiträge stattfinden und begann zum 1. 10. 2021. Weiter bewährt hat sich das Bandprojekt an der Karl-Georg-Haldenwang-Schule sowie der flankierende Partnerunterricht für acht Schüler, der vom SWR-Projekt „Herzenssache“ gefördert. An der Grundschule Höfingen konnte eine Bläser-AG in Kooperation mit dem Musikverein Höfingen e.V. beginnen. Die nächste, Pandemie-bedingt erst jetzt wieder mögliche Instrumentalklasse an der Marie-Curie-Schule wird für spätestens März 2022 anvisiert. Ein neuer Jahrgang der Instrumentalklassen in Kooperation mit dem Albert-Schweitzer-Gymnasium und dem Johannes-Kepler-Gymnasium startete bereits. Die Schülerinnen und Schüler konnten durch herausragendes Engagement der beteiligten Pädagoginnen und Pädagogen sowie der Schulleitungen der beiden Gymnasien auch während der gesamten Pandemiezeit unterrichtet werden, wo nötig in getrennten Gruppen.

 

In den Instrumentalklassen geht es nicht nur um das Erlernen eines Instruments, sondern vor allem um gemeinsames Musizieren, das Fördern von Disziplin und der Ausrichtung auf ein gemeinsames Ziel, um die mit einem Auftritt verbundene zielorientierte Arbeitsweise sowie entsprechende Erfolgserlebnisse. Zusätzlich ist besonders erfreulich, dass sich aus dem elften Jahrgang der Instrumentalklassen in Kooperation mit den Leonberger Gymnasien nach zweijähriger Laufzeit 6 von 31 Schülerinnen und Schülern für einen weiterführenden Instrumentalunterricht entschieden haben. Insgesamt werden in den Schulkooperationen nun 461 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

 

Die nutzerbedingt gebührenfrei stattfindenden Percussion-AGs an der Marie-Curie-Schule (Gemeinschaftsschule) können durch eine Spende der Stiftung „Bürger helfen Bürgern“ auch im kommenden Schuljahr weitergeführt werden. Diese Spende konnte durch Unterstützung des Fördervereins gewonnen werden.

 

Auch die Begabtenklasse für außergewöhnlich begabte und fleißige Schülerinnen und Schüler konnte durch herausragendes Engagement des Fördervereins und Spenden weitergeführt werden. Im Berichtsjahr nahmen 10 Schülerinnen und Schüler teil (je 5 „Musik vertieft“ und Begabtenklasse). Der Förderverein ermöglicht hierfür zudem eine Korrepetition. Die Spenden hierfür reichen bis zum 31.08.2022. Pro Schuljahr sind Spenden in Höhe von ca. 3.200,- € erforderlich, da das Defizit der Jugendmusikschule hierdurch nicht steigen soll.

 

Die langjährige stellvertretende Schulleiterin der Jugendmusikschule ist zum Schuljahrswechsel in den Ruhestand eingetreten. Ihr Unterrichtsdeputat im Streicherbereich konnte ebenso wie ihre Fachbereichsleitungen Streichinstrumente, Ensemble und die stellvertretende Schulleitung zum Schuljahrsbeginn neu besetzt werden. Ihre Nachfolgerinnen bzw. Nachfolger arbeiten sich engagiert ein.

 

Nachfragebedingt sind an der Jugendmusikschule inzwischen fünf Teilzeit-Lehrkräfte für Gitarre tätig, die nun alle Bereiche vom AG-Unterricht über Ukulele bis zur Gitarren-Spitzenförderung und dem Popularbereich abdecken.

 

Ein erneuter Wechsel der Verwaltungsleitung mit bereits mehrmonatiger Vakanz führt in Verwaltung und Schulleitung der Jugendmusikschule zu Dauerbelastungen, die nicht mehr abgefedert werden können. Die Organisations-Struktur der Musikschul-Verwaltung wird derzeit überarbeitet und die Stelle ist ausgeschrieben.

 

Die Corona-Pandemie brachte auch in diesem Berichtsjahr vielfach veränderte Abläufe und Erfordernisse. Während des Lockdowns und sofern möglich bei Erkrankung von Schülern wurde virtueller Unterricht erteilt, wofür die Lehrkräfte weiterhin private Endgeräte und Räume einsetzten. Ruhen musste der Unterricht erneut nur in denjenigen Bildungskooperationen, wo aufgrund des Datenschutzes keine Kontaktdaten der Nutzer vorlagen. Hier gelang teils jedoch eine Weiterleitung von Video-Unterrichtseinheiten oder Einwahldaten für virtuellen Unterricht an die Nutzer. Durch Fortsetzen der umfangreichen Hygiene-Maßnahmen durfte seit Juni in allen Fächern Präsenzunterricht in Gruppen bis zu 20 Personen stattfinden. Die Auflagen werden weiterhin gewissenhaft eingehalten, ermöglichen sie doch den pädagogisch wichtigen Präsenzunterricht. Auch für Ensemble-Unterricht v. a. in Gruppen über 20 Personen wurden Lösungen gefunden. Im Elementarbereich werden aufgrund großer Besorgnis von Nutzern etwa für Eltern-Kind-Gruppen teils kleinere Kurse angeboten.

 

Die weiterhin erheblichen Aufwände und Mehrkosten für den Präsenzunterricht unter Pandemie-Bedingungen haben sich erneut gelohnt: Virtueller Unterricht sowie anschließender Präsenzunterricht waren für Schülerinnen und Schüler weiterhin eine pädagogisch wichtige Konstante und begleiteten sie während dieser Ausnahmesituation. Dies zeigte sich erneut etwa an vielen sehr positiven Rückmeldungen auch seitens der Eltern sowie beim ersten Online-Schüler-Eltern-Lehrerabend, den der Elternbeirat erfolgreich veranstaltete. Auch der Anstieg der Schülerzahl ist hierauf und auf die hohe pädagogische Qualität des Unterrichts zurückzuführen.

 

Konferenzen und Besprechungen erfolgten weiterhin meist digital und ergaben erneut kreative pädagogische Ideen für diese besondere Situation. Eine zweitägige pädagogische Fortbildung zum Thema „Musikunterricht für die Generation Zappelphilipipp“ sowie „Meine Schüler und  ich – ein gutes Team“ konnte in externen Räumen mit gebotenem Abstand in Präsenz durchgeführt werden. Sie brachte wertvolle Ergebnisse für die pädagogische Arbeit.

Weiterhin engagierten sich die Lehrkräfte bei der Professionalisierung im virtuellen Unterricht,was auch über die Corona-Pandemie hinaus für einen zeitgemäßen Musikschul-Präsenzunterricht erforderlich ist. Sofern erforderlich, erhalten sie hierbei Inhouse-Coaching durch einen hierauf spezialisierten Kollegen.

 

Die Paketangebote für Erwachsene erfreuten sich weiterhin guter Nachfrage. Verschiedene konzeptionelle Überlegungen etwa zu weiteren Kooperationen mit den allgemein bildenden Schulen, Angeboten für Erwachsene, Musikgeragogik und Angeboten für Flüchtlinge konnten wegen Krankenständen und Pandemie noch nicht weiter verfolgt werden.

 

In den Unterrrichtsräumen der Jugendmusikschule Lindenbergerstraße 16 und 18 sowie in der Georgii-Halle ist inzwischen WLAN vorhanden, um im Grundsatz Online-Unterricht bei Quarantäne-Fällen während der Pandemie sowie digitale Ergänzungen für einen zeitgemäßen Musikschul-Präsenzunterricht zu ermöglichen. Hierbei lernen die Kinder und Jugendlichen zugleich sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten der aktuellen Technik kennen. Die Beschaffung von digitalen Endgeräten für die Lehrkräfte sowie Einrichtung von Dienstemailadressen für alle Lehrkräfte gemäß dem Digitalisierungskonzept der Jugendmusikschule (siehe Vorlage 2020/234) sind derzeit in Arbeit.

 

Dem weiteren Absinken des Kostendeckungsgrads, zuletzt auch durch pandemie-bedingte Einnahmenverluste etwa um weitere 3,18 % von Rechnungsergebnis 2019 zu 2020 wurde durch eine Gebührenerhöhung um durchschnittlich 5% gegengesteuert. Der Kostendeckungsgrad steigt 2022 planmäßig um 6,97 %.

 

Bei der Zusammenarbeit von Musikverein Lyra Leonberg e.V., Musikverein Höfingen e.V. und Jugendmusikschule Leonberg hat sich die verbesserte Förderung der Ausbildung von Vereinsjugendlichen weiterhin bewährt. Derzeit werden 85 Vereinsjugendliche ausgebildet. Weitere Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule wirken zudem in den Jugendkapellen der Vereine mit. Auch das Beginner-Ensemble zur engeren Vernetzung mit den Instrumentalklassen sowie zur Förderung des Verein-Nachwuchses bewährte sich weiterhin. Aufgrund der Pandemie mussten die Auftritte des gemeinsamen Projektorchesters entfallen. Der Bläsertag konnte immerhin erfolgreich stattfinden.

Im Schuljahr 2020/2021 hat der Verein der Freunde und Förderer die Jugendmusikschule mit einem Betrag von 18.736 € für Instrumentenkauf und Zubehör maßgeblich unterstützt. Er spendete ein besonders großes Marimbaphon etwa für die Teilnahme beim Wettbewerb Jugend musiziert sowie eine Großbass-Blockflöte. Darüber hinaus ermöglichte er die Begabtenklasse, wichtige Projekte wie die Percussion-AGs der Jugendmusikschule an der August-Lämmle-Schule und die Instrumentalklassen durch Beschaffung von Spenden sowie Stipendien für einzelne Schülerinnen und Schüler aus Familien in finanziellen Notlagen.

 

Im Berichtsjahr wurden bedingt durch die Pandemie nur 19 Veranstaltungen bzw. Mitwirkungen bei Veranstaltungen anderer mit etwa 345 Mitwirkenden und ca. 1065 Zuhörerinnen und Zuhörern durchgeführt, da sich die Einschränkungen diesmal fast über das gesamte Schuljahr erstreckten. Neben den üblichen Vorspielen und Konzerten sind folgende Veranstaltungen besonders hervorzuheben:

        Familienkonzert, Sommerkonzert und „Café del SOL“ des Sinfonieorchesters

        der gelungene Bläsertag

        Das Mozart-Singspiel „Bastien und Bastienne“ des Kammerensembles sowie ein festlicher Jubiläumsabend in der Stadthalle mit Schüler- und Lehrerkonzert anlässlich des 55-jährigen Jubiläums der Jugendmusikschule

        das Hofkonzert einer Geigenklasse im Samariterstift

        die Umrahmung der Eröffnung des Quartierladens Leonberg-Mitte „Markt-Treff“ im Leo-Center sowie dortiger Auftritt des Pop Chors.

 

Mit den bis einschließlich Juni fehlenden Vorspielen und Konzerten entfielen zugleich pädagogisch wichtige Erfolgs- und Lerngelegenheiten sowie Übeziele für die Kinder und Jugendlichen. Daher wurden behelfsweise Audio- und Videoaufnahmen im Unterricht erstellt, die pädagogisch einen ähnlichen Effekt bewirkten. Besonders hervorzuheben ist ein aufwändig erstelltes Kinderkonzert-Video der Jugendmusikschule Leonberg.
 

Bei diesjährigen Wettbewerben haben erneut zahlreiche Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule erfolgreich abgeschnitten, wegen der Pandemie abermals unter immens erschwerten Bedingungen. 19 teilnehmende Schülerinnen und Schüler aus den Klassen von Margret Brokate, Conni Gerstein-Ichimescu, Frank Lehmann, Konstanze Liebeskind, Norbert Niederer, Stefan Romer und Peter Varda errangen auf den verschiedenen Wettbewerbs-Stufen 17 erste Preise sowie acht Weiterleitungen zum Bundeswettbewerb, bei letzterem zwei 2. und vier 3. Preise sowie zwei Wertungen „mit sehr gutem Erfolg teilgenommen“.

Eine Lehrkraft der Jugendmusikschule erhielt den Landesjazzpreis des Landes Baden-Württemberg.

 

Die Erhöhung der Gebühren um durchschnittlich 5 % zur Stabilisierung des Kostendeckungsgrads wurde von der Elternschaft mit getragen. Gebührenermäßigungen für virtuellen Unterricht während des Lockdowns haben im Vergleich von Rechnungsergebnis und Plan 2020 zu Einnahmenverlusten von  44.713 EUR geführt. Die entsprechenden Regelungen wurden den Üblichkeiten an umliegenden Musikschulen sowie der Tatsache angepasst, dass sowohl weitere Investitionen hierfür erforderlich sind wie auch die erforderliche Professionalisierung der Lehrkräfte zwischenzeitlich erfolgt ist. Seit der Änderung konnten größere Einnahmenverluste so vermieden werden. Der Kostendeckungsgrad wird von 2021 zu 2022 planmäßig um 6,97 % steigen.

 


Problemlagen

 

I. Digitalisierung: Es besteht weiterhin Schulungsbedarf im Bereich von Digitalisierung und aktueller Aufnahmetechnik. Zudem fehlen die restlichen Lehrkräfte-Tablets und -Apps für Online-Unterricht und sinnvolle digitale Ergänzungen des Präsenzunterrichts. Inzwischen gibt es eine spezielle Musikschul-App für datenschutzkonformen Kontakt der Lehrkräfte mit den Nutzern bzw. der Verwaltung der Jugendmusikschule, die zudem datenschutzkonformen Online-Unterricht ermöglicht. Das WLAN in den Unterrichtsräumen der Jugendmusikschule funktioniert nur unzuverlässig und mit Störungen, auch fehlt entsprechendes Datenvolumen, um parallelen Online- Unterricht in allen Räumen zuverlässig anbieten zu können, der bislang immer wieder abbricht oder gar nicht erst möglich ist. Bis zur Anschaffung der restlichen Tablets für die Lehrkräfte ist zudem noch immer ein Teil des Kollegiums von Besprechungen und Konferenzen ausgeschlossen, was sich negativ auswirkt, andere mussten ihre privateigenen Endgeräte einsetzen.

 

 

II. Veränderungen in Gesellschaft und Bildungslandschaft:
Durch steigende Internationalität, Einfluss der neuen Medien, zahlreiche Konkurrenzangebote, verstärkte Entwicklung zum Ganztag sowie veränderte Altersstruktur entstehen weiterhin eine Vielzahl von Problemen in der Jugendmusikschule. Zur Erfüllung ihres Bildungs- und Erziehungsauftrags sowie hinsichtlich des umfassenden Inklusionsbegriffs im Leitbild des Verbands deutscher Musikschulen für öffentliche Musikschulen sind erforderlich:

a)      finanziell niederschwellige und möglichst kostenfreie Angebote an den Grundschulen zur Ermöglichung breitestmöglicher Teilhabe und musikalischer Alphabetisierung

b)      Fortsetzung der bisherigen Kooperationsangebote an Grundschulen

c)      ausreichend zeitliche und räumliche Übungsmöglichkeiten für eine Fortsetzung der wirksamen Individualförderung mit der pädagogisch notwendigen Vertiefung

d)      Fortsetzung und Verstärkung interkultureller und im weitesten Sinne inklusiver Überlegungen zur Ermöglichung breitestmöglicher Teilhabe

e)      Fortsetzung der Überlegungen zu Angeboten für Menschen jedes Alters

 

Zwar bietet die Landesgesetzgebung bei Kindern und Jugendlichen finanzielle Möglichkeiten für niederschwellige Breitenangebote an Ganztagsschulen. Da derzeit noch immer nur die Mörikeschule diese nutzen kann, ist in der Breite tatsächlich jedoch noch immer keine nennenswerte Veränderung spürbar. Die Jugendmusikschule leistet in den Bildungskooperationen ihr Möglichstes, um innerhalb der derzeitigen finanziellen Rahmenbedingungen auch Kindern aus nicht musikaffinen und finanziell schlechter gestellten Familien eine adäquate musikalische Bildung und vor allem die damit verbundene Förderung ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu ermöglichen.

 

Problematisch bleibt jedoch weiterhin die Finanzierung ihrer Teilnahme. Denn bei der Finanzierung über Spenden oder Sponsoring haben die Schulen oft Schwierigkeiten, die Mittel aufzubringen bzw. entstehen der Jugendmusikschule erhebliche Aufwände bei der Suche nach Spendern und Sponsoren. Kostenbedingt ist oft auch die pädagogisch sinnvolle kontinuierliche Fortführung der Angebote in Frage gestellt. Trotz allen Bemühens um möglichst niedrige und für den Kostendeckungsgrad noch vertretbare Gebühren können wiederholt interessierte Schülerinnen und Schüler wegen der Gebühren nicht teilnehmen.

 

III. Fehlende Angebote im Elementarbereich:
Bei den Eltern-Kind-Kursen der Jugendmusikschule fehlen Kurse für Kinder unter 1,5 Jahren. Andernorts gibt es zudem inwzischen auch Kurse für werdende Mütter. Der Bedarf hierfür ist absehbar.
 

IV. Fehlende Fachbereichsleitung Gitarre:

Eine Weiterentwicklung des Fachs Gitarre und bestmögliche Abstimmung der fünf Gitarrenlehrkräfte auch im Hinblick auf mögliche weitere Breitenangebote ist nicht weiter im Fachbereich Blockflöte leistbar, wo das Fach bislang behelfsweise zugeordnet ist.

 

V. Kostendeckungsgrad:
Zwar stabilisiert sich der Kostendeckungsgrad durch die aktuelle Gebührenerhöhung. Eine Umfrage in der Region ergab, dass einige öffentliche Musikschulen moderate turnusmäßige Gebührenanpassungen im ein- oder zweijährigen Rhythmus vornehmen, um entsprechend erforderliche stärkere Gebührenerhöhungen zu vermeiden
 

 

Weiteres Vorgehen

 

 

I. Fortsetzung der Digitalisierung in der Jugendmusikschule: In Absprache mit dem Amt IUK werden entlang des Digitalisierungskonzepts nächste Maßnahmen durchgeführt. Das Konzept wird weiter aktualisiert. Für 2022 sind entsprechende Mittel zur Netzwerkverkabelung für flächendeckendes stabiles WLAN für Online-Unterricht in allen Unterrichtsräumen der Jugendmusikschule vorzusehen. Die restlichen Tablets für Lehrkräfte sind zu beschaffen. Zur datenschutzkonformen und zeitgemäßen Kommunikation zwischen Lehrkräften, Nutzern und Verwaltung der Jugendmusikschule sowie für datenschutzkonformen Online-Unterricht wird die Musikschul-App iMikel-Go installiert.

(Siehe Vorlage: 2021/381)

 

II. Im Hinblick auf die steigende Internationalität werden so bald wie angesichts der Pandemie und kapazitätsbedingt möglich integrationsfördernde musikalische Angebote und Angebote für Flüchtlinge erstellt, sofern dies ohne Steigerung des Abmangels leistbar ist. Gleiches gilt für Fortbildungen zur interkulturellen Kompetenz. Die Bildungskooperationen der Jugendmusikschule werden hinsichtlich interkultureller Gestaltung weiterentwickelt.

 

Konzeptionelle Überlegungen zu bedarfsorientierten, möglichst kostendeckenden Angeboten für Erwachsene sowie für musikgeragogische Angebote werden soweit möglich fort- und umgesetzt.

 

III. So bald wie möglich werden geeignete Eltern-Kind-Kurse für Kinder unter 1,5 jahren sowie pränatale Kurse angeboten.

 

IV. Die Fachbereichsleitung Gitarre wird intern zum nächstmöglichen Zeitpunkt vergeben.
 

V. Zur Stabilisierung des Kostendeckungsgrads der Jugendmusikschule wird zusammen mit den Unterlagen für die Haushaltsberatungen 2023 ein Konzept für regelmäßige moderate Gebührenanpassungen auf der Basis eines Marktvergleichs vorgelegt. Dabei soll weiterhin ein breitestmöglicher Zugang zu den Angeboten der Jugendmusikschule möglich sein.

 

 

 

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Anlagen

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