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Beschlussvorschlag mit finanziellen Auswirkungen - 2021/378
Grunddaten
- Betreff:
-
Fortführung des Konzepts Quartiersarbeit in Leonberg
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorschlag mit finanziellen Auswirkungen
- Federführend:
- Amt für Jugend, Familie und Schule
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Sozial- und Kultusausschuss
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Vorberatung
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10.11.2021
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●
Geplant
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Gemeinderat
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Entscheidung
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16.11.2021
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Beschlussvorschlag
- Das bisher mit Landesmitteln durchgeführte Modellprojekt Quartiersarbeit endet am 30.11.2021. Ab 01.01.2022 wird das Modellprojekt zunächst für einen Zeitraum von fünf Jahren, anteilig finanziert aus städtischen Mitteln, weitergeführt. Das Quartiersmanagement wird weiterhin generationenübergreifend bei gemeinnützigen Trägern im Sozialraum angesiedelt. Für die Umsetzung werden insgesamt 200 % VZÄ (Vollzeitäquivalente/Stellenanteile) mit einer maximalen Vergütung in Entgeltgruppe S 12 TVöD zur Verfügung gestellt.
- Die Stadt Leonberg schließt auf Grundlage der für den jeweiligen Sozialraum zu definierenden Leitlinien und Ziele sowie der unter I definierten Stellenanteile pro Einwohner Kooperationsvereinbarungen mit dem jeweiligen Träger ab. Die Stadt Leonberg bezuschusst die jeweils definierten VZÄ für die Durchführung des Quartiersmanagements zu 100 %. Der Finanzbedarf ist in den Haushaltsplänen 2022 ff mit 135.000 Euro zu veranschlagen. Sonstige Betriebs- und Sachkosten werden vom jeweiligen Träger übernommen.
- Das Modellprojekt Leonberg-Mitte wird mit der Samariterstiftung weitergeführt.
- Dem Gemeinderat wird jährlich berichtet.
Sachverhalt
Sachverhalt mit der Stellungnahme der Verwaltung
- Finanzierungsbedarf
Der Gemeinderat hat am 07.05.2019 beschlossen, dass die Stadt Leonberg in Kooperation mit der Samariterstiftung einen Förderantrag „Quartiersimpulse“ beim Sozialministerium des Landes Baden-Württemberg, vertreten durch die Allianz für Beteiligung, stellt bezogen auf das Quartier Leonberg-Mitte. Der Förderzeitraum begann in Leonberg im September 2019 und endet im November 2021.
Wie schon im Zwischenbericht 2021/183 aufgezeigt, ist nun über die Zukunft der Quartiersarbeit in Leonberg zu entscheiden.
Szenario 1: Auslaufen der Quartiersarbeit zum Ende des Jahres 2021.
Szenario 2: Weiterführung des Modellkonzepts als Projekt zur hauptamtlichen Rahmung durch ein Quartiersmanagement, das freiwilliges Bürgerengagement aktiv unterstützt.
Erfahrungen aus anderen Städten in Baden-Württemberg, die das Konzept längerfristig umsetzen (Szenario 2), zeigen ein Verhältnis auf von zirka 10.000 Einwohner*innen zu einer
50 %-Stelle.
Das Kuratorium Deutsche Altenhilfe hat allgemein für Quartiersarbeit eine Modellrechnung erstellt, danach werden
- die Personalkosten der jeweiligen Anstellungs-Träger von der Kommune getragen,
- die Sachkosten vom Träger zur Verfügung gestellt,
- und ein Verfügungsfond über Drittmittelakquise durch den Träger eingebracht.
In konkreten Zahlen am Beispiel der 50 %- Stelle:
- 50 %-Stelle: 30.000 bis 34.000 Euro (AG-Brutto je nach Stellenprofil lt. KGSt, Entgeltgruppe max. S 12/Stand 2021 unter Berücksichtigung der individuellen Erfahrungsstufen des/r Beschäftigten) Zuschussmittel im kommunalen Haushalt, Stelle angesiedelt bei einem gemeinnützigen Träger.
Die Stadt Leonberg legt mit dem beauftragten Träger schriftlich fest, dass dieser die folgenden Kosten übernimmt:
- Sachkosten (Miete, Büromaterial, IT-Ausstattung, Reisekosten, Fortbildung): ca. 5.000 bis 9.700 Euro jährlich.
- Verfügungsfond (Sachkosten für Veranstaltungen, Engagement-Tätigkeit, Öffentlichkeitsarbeit): ca. 5.000 bis 10.000 Euro. Diese Mittel soll der Träger über Drittmittel einwerben.*
*Mögliche Drittmittel sind v.a. Landesmittel über die Förderaufrufe der Allianz für Beteiligung, Mittel abrechenbar über die Pflegekassen nach SGB XI, §45c und §45 d (u.a. sind Präsenz-Besuche abrechenbar), bundesweite Wettbewerbsteilnahmen u. ä. Die Landesfördermittel Quartier 2030, die nach Nutzung der Quartiersimpulse im Quartier abgefragt werden können, können nur von zivilgesellschaftliche Gruppen mit und ohne eingetragener Rechtsform gemeinsam mit der Kommune als Partner beantragt werden.
Eine bedarfsgerechte Berechnung künftiger hauptamtlicher Stellenanteile für Quartiersarbeit kann bei einer Größenordnung von 10.000 EW auf 50 % Stellenanteile wie folgt aussehen:
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Leonberg |
13.800 Einwohner*innen (EW) |
70 % Stellenanteile |
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Eltingen |
14.000 EW |
100 % Stellenanteile für |
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Ramtel |
6.500 EW |
Eltingen und Ramtel zusammen |
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Silberberg |
1.000 EW |
- * |
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Gebersheim |
2.500 EW |
- * |
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Höfingen |
7.000 EW |
30 % Stellenanteile |
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Warmbronn |
4.500 EW |
- * |
* In den Ortsteilen Gebersheim, Silberberg und Warmbronn sind aufgrund ihrer Größe lebendige Nachbarschaften vorhanden, die durch stabile ehrenamtliche Strukturen getragen werden, v. a. durch Vereine wie den Sportverein SV Gebersheim, den Förderverein Bauernhausmuseum, den genossenschaftlich getragenen GebersLandmarkt, den Bürgerverein Silberberg, die Spvgg Warmbronn, den Gemeindeverein Warmbronn sowie die Bürgerstiftung Warmbronn. Die Stadtverwaltung könnte bei Bedarf in diesen Ortsteilen ergänzend jährliche Bürgerforen etablieren.
Für 200 % Vollzeitäquivalente sollen im Haushalt 2022 135.000 Euro bereitgestellt werden.
- Aktuelle und künftige Entwicklungen
Der Ausbau der Quartiersarbeit hat sich in den letzten Jahren zu einer Schlüsselstrategie des Landes Baden-Württemberg entwickelt. Dabei steht eine zeitgemäße Entwicklung des sozialen Raums im Focus. Die Umsetzung dieses Ausbaus wird kontinuierlich mit Landesmitteln aus einem umfassenden Förderbaukasten unterstützt mit dem Ziel „bedarfsgerechte Angebote und Beratung in wohnortnaher Lage genauso wie Begegnungsorte, eine tragende soziale Infrastruktur, eine gesundheitsförderliche Umgebung und ein von bürgerschaftlichem Engagement getragenes gesellschaftliches Umfeld“ zu unterstützen.
Der Kommune kommt als „Motor im Sozialraum“ eine Koordinierungs- und Entwicklungsfunktion sowie eine Evaluierung zu. Das konkrete Quartiermanagement sollte an einen Träger im Quartier gehen, der Alltagsbezug zur Zielgruppe und eine Raumkapazität einbringen kann, mit der Zielvorgabe:
- Diskurs im Quartier organisieren
- Bewohner*innen konsequent beteiligen
- Potenziale und Ressourcen aufgreifen
- Eigeninteressen der Beteiligten fürs Quartier nutzbar machen
- Für Kontinuität der Arbeit Sorge tragen
- Erfolge sichtbar machen.
Der demografische Wandel bei gleichzeitiger Verschärfung des Pflegenotstands, die Erhöhung von Vielfalt und die Ressourcen, die mit den geburtenstarken Jahrgängen der Baby-Boomer jetzt und in den kommenden Jahren verknüpft sind, stellt auch Leonberg vor die Aufgabe, aktuelle Bedarfslagen und erwartete künftige Herausforderungen zu prüfen und die notwendigen geeigneten lokalen Strukturen rechtzeitig, in dem Fall über die Quartiersarbeit, auszubilden.
Hintergrund:
Im Rahmen einer „Social return on invest-Studie“ des SONG Netzwerks, in dem auch die Samariterstiftung Mitglied ist, wurden Bewohner*innen in SONG Quartiersprojekten und in Kontrollgruppen verglichen, die ansonsten ähnliche soziale und gesundheitlichen Strukturen aufwiesen.
In den Quartiersprojekten zeigt sich für die Bewohner*innen
- eine bessere Gesundheitsentwicklung und ein geringerer Hilfebedarf,
- es engagierten sich mehr Bürger*innen für Nachbarn vor allem in Bezug auf
Alltagshilfen,
- die Bürger*innen waren mehr sozial integriert und
- sie beurteilten ihre Wohn- und Lebenssituation insgesamt besser.
Auch in anderen Studien, vor allem der des Kuratoriums Deutsche Altershilfe konnten solche Mehrwerte von Quartiersprojekten gefunden werden.
III. Projekt Quartiersimpulse Leonberg – Mitte I im Überblick (siehe Anlage 1)
-
Ausblick
Zivilgesellschaftliche Akteure und Netzwerke in der Form interinstitutioneller Kooperationen zählen heute zu einem gesellschaftlichen Meilenstein in der Umsetzung altersgerechter Quartiere. Das postuliert u. a. der 7. Altenbericht des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit dem Leitbild der „Caring Community“ (Sorgende Gemeinschaft). Sie können dazu beitragen, die Herausforderungen des demografischen Wandels zu bewältigen.
In Leonberg konnte mit den Quartiersimpulsen ein gutes Fundament gelegt werden für zivilgesellschaftliche Akteure und Netzwerke interinstitutioneller Kooperationen.
Aber v. a. durch das social distancing in Corona-Zeiten braucht es weiterer Schritte, die bisherigen Überlegungen nach generationenübergreifenden Projekten, hauptamtliche Stärkung für neuerliches freiwilliges Engagement weiterzuführen. Viele soziale Institutionen melden zurück, dass sie in Corona-Zeiten einen deutlichen Rückgang an Engagierten verzeichnen und nun neu in die Aufbauarbeit gehen müssen. Folgende Fragestellungen sind zu bearbeiten: Wie kann weiterhin sozialraumorientiert in verlässlichen Schritten Teilhabe und Mitmachen unterstützt werden? Wie können die begonnenen Projekte in übergeordneten Bausteinen wie „aktiv für uns“, „aktiv für andere“ und „aktiv für Leonberg-Mitte“ eingebunden im geknüpften Netzwerk fortgeführt werden?
Finanz. Auswirkung
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JA |
x |
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NEIN |
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Kontierung |
Jahr |
verfügbares Budget |
Finanzbedarf |
Bemerkung |
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36800000 Kooperation und Vernetzung
43180000 Zuschüsse an übr. Bereiche
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2022 |
0 |
135.000 |
Koop.vereinbarung mit Trägern zur Kostenüber-nahme deren Quartiers-Personalkosten für 2 VZÄ-Stellen bis maximal 135.000 Euro, der Finanzbedarf ist im Haushaltsplan 2022 zu veranschlagen. |
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36800000 Kooperation und Vernetzung
43180000 Zuschüsse an übr. Bereiche
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2023
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0 |
135.000
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Koop.vereinbarung mit Trägern zur Kostenüber-nahme deren Quartiers-Personalkosten für 2 VZÄ-Stellen bis maximal 135.000 Euro, der Finanzbedarf ist im Haushaltsplan 2022 zu veranschlagen. |
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36800000 Kooperation und Vernetzung
43180000 Zuschüsse an übr. Bereiche
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2024
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0 |
135.000
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Koop.vereinbarung mit Trägern zur Kostenüber-nahme deren Quartiers-Personalkosten für 2 VZÄ-Stellen bis maximal 135.000 Euro, der Finanzbedarf ist im Haushaltsplan 2022 zu veranschlagen. |
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36800000 Kooperation und Vernetzung
43180000 Zuschüsse an übr. Bereiche
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2025
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0 |
135.000
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Koop.vereinbarung mit Trägern zur Kostenüber-nahme deren Quartiers-Personalkosten für 2 VZÄ-Stellen bis maximal 135.000 Euro, der Finanzbedarf ist im Haushaltsplan 2022 zu veranschlagen. |
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36800000 Kooperation und Vernetzung
43180000 Zuschüsse an übr. Bereiche
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2026
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0 |
135.000
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Koop.vereinbarung mit Trägern zur Kostenüber-nahme deren Quartiers-Personalkosten für 2 VZÄ-Stellen bis maximal 135.000 Euro, der |
Anlagen
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1
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(wie Dokument)
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488,4 kB
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