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Beschlussvorschlag mit finanziellen Auswirkungen - 2017/174
Grunddaten
- Betreff:
-
Bericht über die sozialräumliche Kinder- und Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit in Leonberg Berichtszeitraum 2015/2016
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorschlag mit finanziellen Auswirkungen
- Federführend:
- Stadtjugendreferat
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Sozial- und Kultusausschuss
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Entscheidung
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12.07.2017
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Sachverhalt
Zusammenfassung des Sachverhalts
Die Kinder- und Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit in Leonberg – im Folgenden „Jugendarbeit“ genannt - basiert auf den Grundlagen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes SGB VIII. Grundlagen bilden die §§ 11,13, und 14 mit dem Ziel Kinder und Jugendliche zu einem selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Leben zu befähigen.
Die Jugendarbeit ist in Leonberg sozialräumlich ausgerichtet. Pro Stadtteil werden die Aufgaben von einem Träger der freien Jugendhilfe - im Folgenden „Träger“ genannt - durchgeführt und verantwortet. Jeder Träger verfügt über ein eigenes Qualitätsmanagementsystem. Bedarfs- und Bestandserhebung sichern die Aktualität der Angebote.
2016/2017 haben die offenen Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit (Jugendhäuser, Jugendcafés und Schülercafés) trägerübergreifend bei der Reichweitenuntersuchung zur offenen Kinder- und Jugendarbeit im Rahmen des Zukunftsplans Jugend des Sozialministeriums Baden-Württemberg mitgewirkt. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die bedarfsgerechte Weiterentwicklung der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Leonberg ein.
Das Jahr 2016 war geprägt durch die neu entwickelte Jugendbeteiligung „mach mit³ - mitdenken, mitreden, mitgestalten“. Alle Träger waren in diesen Prozess sowohl bei der Planung, der Umsetzung des ersten Jugendforums als auch bei der Begleitung der verschiedenen Projektgruppen eingebunden. Die Jugendbeteiligung ist ein wichtiger Baustein der Qualitätskontrolle einer an den Bedarfslagen ausgerichteten Jugendarbeit. Anregungen und Bedarfe der Jugendlichen aus der Jugendbeteiligung können entsprechend aufgegriffen und in den Einrichtungen umgesetzt werden.
So fand beispielsweise im Kinder- und Jugendhaus Höfingen eine Christmas-Party statt, trifft sich die Youtube-Gruppe LeoMagazin regelmäßig im Kinder- und Jugendhaus Eltingen, gibt es eine Projektgruppen zur Gestaltung des Kinder- und Jugendhauses Warmbronn, arbeitet die Mobile Jugendarbeit bei der Projektgruppen zum Jugendplatz mit.
2016 hinzugekommen sind die beiden 25 %-Stellen der Jugendsozialarbeit an der Pestalozzischule und dem Johannes-Kepler-Gymnasium. Die beiden neuen Fachkräfte sind mittlerweile gut in den Teams und in den Schulen integriert.
Die Jugendsozialarbeit am Johannes-Kepler-Gymnasium ist mit 25 % Stellenanteilen bei ca. 650 Schülerinnen und Schülern zeitlich sehr eingeschränkt. Folglich kann im Rahmen dieser Schulsozialarbeit nur der Aspekt der Einzelfallhilfe bearbeitet werden. Präventionsangebote, Klassenprojekte, offene Angebote etc. können in dem vorhandenen Stellenumfang nur sehr begrenzt durchgeführt werden.
Die Träger legen jährlich einen Tätigkeitsbericht sowie einen Nachweis für die Verwendung der zugewiesenen Finanzmittel vor. Zusätzlich finden jährliche Zielvereinbarungsgespräche, gemeinsame Fortbildungen der Fachkräfte und Klausurtage statt.
Die Jahresberichte und Nachweise wurden von den Trägern vertragsgemäß eingereicht.
In der Anlage sind die Jahresberichte 2016 der Träger beigefügt.
Für 2017 ist eine Fortbildung zum Thema selbstverletzendes Verhalten und Suizid mit der Universitätsklinik Ulm im Rahmen des Projekts 4s geplant.
Zur bedarfsgerechten Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit findet eine Klausurtagung mit allen Fachkräften zu den Ergebnissen der Reichweitenuntersuchung statt.
Die Kinder- und Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit ist verpflichtet auf Landes- und Bundesebene unterschiedliche Daten zu erfassen. Um jedoch nicht zu viel Zeit in die Datenerhebung zu investieren wurde das Leonberger integrierte Berichtswesen ausgesetzt um Erfahrungen mit der bundes- und landesweiten Statistik zu sammeln. Leider sind diese Erhebungen und Statistiken bis heute für die Kommunen nicht nutzbar bzw. qualitativ auswertbar.
Bis hier eine Lösung gefunden wird, werden zukünftig in Leonberg von den Trägern folgende Daten einheitlich erhoben:
- Wöchentliche Öffnungszeiten und Sprechzeiten
- Veranstaltungen im Berichtsjahr
- Gruppenangebote im Berichtsjahr
- Freizeiten/Kurzfreizeiten im Berichtsjahr
- Besucherinnen und Besucher in den Einrichtungen im Berichtsjahr
- Stammbesucher und Stammbesucherinnen in den Einrichtungen im Berichtsjahr
- Anzahl der über die aufsuchende Jugendarbeit erreichten Jugendlichen
- Anzahl der Jugendlichen zu deinen ein intensiver Kontakt besteht
- Anzahl der Jugendlichen in der Einzelfallhilfe
Diese Daten sollen zukünftig größere Veränderungen wie z. B. die Zunahme von Einzelfällen oder Veränderungen in den Öffnungszeiten datengestützt darstellen.
Ziele der Maßnahme
Alle zwei Jahre berichten die Träger über die Kinder- und Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit in Leonberg und stellen die geleistete Arbeit dar.
Sachverhalt/Sachstand
Die Kinder- und Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit ist in Leonberg sozialräumlich ausgerichtet. Die Angebote richten sich nach den §§ 11, 13 und 14 SGB VIII. In allen Sozialräumen wird nach den Ansätzen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Mobilen Jugendarbeit und der (projektbezogenen) Jugendsozialarbeit an Schulen gearbeitet. Die Ansätze sind durchlässig, transparent und eng aufeinander abgestimmt. Im Mittelpunkt der sozialräumlichen Kinder- und Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit stehen die Bedarfslagen und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen im Sozialraum.
Derzeit ist die Jugendarbeit in den Stadtteilen folgendermaßen aufgestellt:
Stadtmitte/Kernstadt:
Träger: Waldhaus gGmbH
Personalausstattung: 4, 2 Vollzeitstellen
(1,5 VZ Mobile Jugendarbeit, 1,2 VZ Jugendsozialarbeit an der Schellingschule/Gerhart-Hauptmann-Realschule, 0,25 VZ Jugendsozialarbeit an der Pestalozzischule und 0,25 VZ Jugendsozialarbeit am Johannes-Kepler-Gymnasium, 1.0 VZ Offene Kinder- und Jugendarbeit im Jugendcafé Siesta)
Eltingen:
Träger: Jugendhaus Leonberg e. V.
Personalausstattung: 2 Vollzeitstellen
(1,5 VZ Offene Kinder- und Jugendarbeit im Kinder- und Jugendhaus Eltingen, 0,5 VZ Jugendsozialarbeit an der Ostertag-Realschule)
Ramtel:
Träger: bis 31.07.2017 AWO Böblingen-Tübingen gGmbH, ab 01.08.2017 Jugendhaus Leonberg e. V.
Personalausstattung: 1 Vollzeitstelle Jugendsozialarbeit an der August-Lämmle-Schule
Höfingen:
Träger: Verein für Jugendhilfe Böblingen e. V.
Personalausstattung: 1,5 Vollzeitstellen sozialraumorientierte Kinder und Jugendarbeit
Warmbronn:
Träger: Jugendhaus Leonberg e. V.
Personalausstattung: 1,5 Vollzeitstellen sozialraumorientierte Kinder- und Jugendarbeit
Gebersheim:
Träger: Jugendhaus Leonberg e. V.
Personalausstattung: 0,5 Stellenanteile sozialraumorientierte Kinder- und Jugendarbeit
Aktuelle trägerübergreifende Themen in der Kinder- und Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit
Jugendbeteiligung
Die Fachkräfte der Jugendarbeit sind in der Leonberger Jugendbeteiligung wichtige Kooperationspartner und tragen viel zum Gelingen der Jugendbeteiligung bei. Sie unterstützen das Jugendforum und die daraus folgenden Projektgruppen. Daraus entstehende Bedarfe und Anregungen der Jugendlichen an die Kinder- und Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit gilt es aufzugreifen und bedarfsgerecht umzusetzen. Ebenso ist es wichtig, dass Jugendliche in den Einrichtungen Partizipation erfahren und erlernen. Alle Träger bieten mittlerweile Beteiligungsmöglichkeiten bis hin zu selbstverwalteten Öffnungszeiten an.
Einzelfallhilfen
Wie bereits in der Reichweitenuntersuchung festgestellt nutzen viele Jugendliche das niederschwellige Beratungsangebot der Fachkräfte in der Jugendarbeit. Manchmal geht es nur um die einfachen Sorgen, verstärkt häufen sich aber auch komplexere Einzelfallhilfen.
Der steigende Bedarf an Beratung und Einzelfallhilfe geht zu Lasten der aufsuchenden Tätigkeiten, der Präsenz im offenen Bereich, der freizeitpädagogischen Angebote usw. Die Fachkräfte kompensieren dies zum Teil mit erheblichen Überstunden. Dies schwächt auf Dauer die Beziehungsarbeit zu den Jugendlichen im offenen Bereich und die unterschiedlichen Angebote. Mit dem Ziel, die Fachkräfte der Jugendarbeit in der Einzelfallberatung zu entlasten, wird gemeinsam mit dem Jugendamt und der Jugendhilfeplanung des Landkreises Böblingen überprüft, ob es möglich ist, in den vom Landkreis finanzierten Einrichtungen bzw. Anlaufstellen für Jugendliche mehr niederschwellige Beratungsangebote einzurichten.
Unterstützung junger Flüchtlinge:
Das Thema Integration von Kindern und Jugendlichen mit ausländischen Wurzeln ist ein wesentliches Arbeitsfeld der Jugendarbeit. Der Kontaktaufbau zu Flüchtlingen ist jedoch kein Selbstläufer: aufsuchende Ansätze und wiederholtes Zugehen auf die Jugendlichen sind wichtige Bausteine einer guten Integrationsarbeit. Vor allem die großen Jugendeinrichtungen bieten vielfältige Möglichkeiten für Flüchtlinge ihre Freizeit zu verbringen, sich mit Gleichaltrigen aus unterschiedlichen Nationen zu treffen, Beratung und Unterstützung zu erhalten.
Um den neuen Bedarfslagen im Sinne einer gelingenden Integration junger Flüchtlinge gerecht werden zu können stellte der Vorstand des Jugendhaus Leonberg e. V. einen Antrag zur Förderung einer 50 %-Stelle beim Bundesministerium für Integration. Sie sollte insbes. die Arbeit mit Flüchtlingen im Jugendhaus Eltingen stärken. Leider wurde der Antrag abgelehnt.
Aufgabenvielfalt in der Kinder- und Jugendarbeit
Unterschiedliche Angebote erreichen unterschiedliche Jugendliche. Je mehr den Fachkräften diese Angebotsvielfalt glückt, umso eher entsteht ein Ort der Begegnung. Ein zentraler Treffpunkt für Kinder und Jugendliche ist der offene Bereich in den Kinder- und Jugendeinrichtungen. Dieser ist der Ausgangspunkt für die Nutzung weiterer Angebote in den Einrichtungen. Regelmäßige Öffnungszeiten, vielfältige Angebote und eine schöne Atmosphäre sind gelingende Faktoren eines gut genutzten Jugendtreffs. Diesen unterschiedlichen Aufgaben und Tätigkeitsfeldern stets gerecht zu werden bedarf es eines hohen Engagements und einer guten Qualifikation der Fachkräfte. Interne Fortbildungen, gemeinsame Klausurtagungen und trägerübergreifende Angebote sollen die berufliche Attraktivität des Tätigkeitsfelds Jugendarbeit erhalten und die Fachkräfte bei ihrer vielfältigen Arbeit unterstützen.
Fehlende Fachkräfte in der Kinder- und Jugendarbeit
Leider können - wie in anderen Kommunen auch - in Leonberg 2 Stellen aufgrund mangelnder qualifizierter Bewerbungen nicht besetzt werden und sind längere Zeit vakant. Mit einer immer dünner werdenden Personaldecke ist es schwierig, den vielfältigen Anforderungen in der Jugendarbeit gerecht zu werden. Wichtig ist daher auf Dauer eigene Ausbildungsplätze und Praktikumsplätze in Leonberg anzubieten.
Café-Bus für die Mobile Jugendarbeit
Bis heute wurden keine passenden Räumlichkeiten für die Mobile Jugendarbeit im Bereich des Stadtparks gefunden. Mit dem Kauf eines ausgedienten DRK-Busses kann nun jedoch ein Alternativangebot gefunden werden: Zukünftig kann die Mobile Jugendarbeit Jugendlichen mit dem „Café-Büro-Bus“ verlässliche Angebote an den verschiedenen Treffpunkten Jugendlicher machen. Der Bus wird gemeinsam mit den Jugendlichen (aus-) gestaltet.
Die Stadt Leonberg bedankt sich ausdrücklich bei den Trägern der freien Jugendhilfe für die geleistete Arbeit und das Engagement für Kinder und Jugendliche in Leonberg.
Alternativen zum Beschlussvorschlag
keine
Anlagen
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1
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(wie Dokument)
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402,5 kB
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2
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(wie Dokument)
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765,1 kB
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3
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(wie Dokument)
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1,9 MB
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4
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(wie Dokument)
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4,7 MB
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