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Beschlussvorschlag und Kenntnisnahme - 2017/138

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

  1. Der Zweijahresbericht wird zur Kenntnis genommen
  2. Der Sperrvermerk über 5% des Aufwands für Sach- und Dienstleistungen in Höhe von 8.466,25 € wird aufgehoben
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Sachverhalt

Nachdem 2014 ein Rückgang der Ausleihzahlen zu verzeichnen war, konnte diese Entwicklung 2015 aufgehalten werden und aktuell eine deutliche Steigerung erzielt werden. Dieser Trend setzte sich im Jahr 2016 fort, wie der angehängten Statistik zu entnehmen ist. Damit hebt sich die Stadtbücherei Leonberg von der Mehrzahl der Büchereien ab, denn momentan sinken allgemein die Ausleihzahlen, aufgrund des geänderten Medienverhaltens.

Ein Grund ist sicherlich, dass durch Verringerung des Medienbestandes, die Präsentation wesentlich verbessert werden konnte.

Die Einführung einer Klartextaufstellung in den Bereichen Reisen und Heimat wurde von den Lesern positiv aufgenommen.

An jedem Öffnungstag besuchen Hunderte von Leser/-innen die Stadtbücherei. Jede Stunde sind es ca. 40 Personen die die Stadtbücherei aufsuchen, das macht bei 2.601 Öffnungsstunden 105.000 Besucher. Damit ist die Stadtbücherei die am meisten genutzte kulturelle Einrichtung der Stadt.

Bei einer Benutzerumfrage, die in den Monaten Februar, März, April 2017 von der Fachstelle für das Öffentliche Bibliothekswesen durchgeführt wurde, waren 90% der Bürger zufrieden bis sehr zufrieden mit den Angeboten der Stadtbücherei Leonberg.

 

2. Ziele der Maßnahme

 

Als meistgenutzte außerschulische Bildungs- und Kultureinrichtungen leisten Öffentliche Bibliotheken einen grundlegenden Beitrag zur Bildung, zur politischen Teilhabe und zur Orientierung im täglichen Leben.

Neben analogen Medien stellen Bibliotheken ebenso digitale Medien zur Verfügung und eröffnen Möglichkeiten zum Lernen in allen medialen Formen.

Dabei geht es nicht nur um die Förderung von Lesekompetenz oder um die Versorgung mit Medien und Informationen, sondern vor allem um die Vermittlung und Förderung von Medien- und Informationskompetenz. Zugeschnitten auf den Bildungsplan 2016 bieten die Bibliotheken für die entsprechenden Klassenstufen passgenaue Angebote, die im Rahmen des Unterrichts genutzt werden können und zur Medienbildung beitragen.

Informationskompetent zu sein, bedeutet heute, sich mit der Vielzahl an analogen wie digitalen Informationsmöglichkeiten auseinanderzusetzen und einen versierten sowie kritischen Umgang mit diesen zu entwickeln.

Gerade im aktuell als „postfaktisch“ apostrophierten Zeitalter ist dies eine unabdingbare Kompetenz für medienaffine Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die Öffentlichen Bibliotheken sind als hybride und in der Fläche verbreitete Wissensinstitutionen der ideale Ansprechpartner, um einen informationskompetenten Bildungsweg sowie eine Gesellschaft mündiger Bürger/-innen mit zu gestalten.

Die Vermittlung des Zugangs zu allen Medienformen und -inhalten ist die zentrale Funktion der Bibliotheken im Informationszeitalter. Ihre Nachhaltigkeit, ihre Überparteilichkeit und ihre Unabhängigkeit von kommerziellen Interessen machen Bibliotheken zu einer grundlegenden öffentlichen Institution der Daseinsvorsorge in unserem Wissens-und Informationsgesellschaft.

 

 

3. Sachverhalt/Sachstand

 

3.1 Gesamtsystem

 

Ausleihen/Bestand

Mit einer Ausleihe von 461.723 konnte das Ergebnis von 2015 sogar noch leicht übertroffen werden.

Diese Steigerung entspricht der Mehrausleihe des virtuellen Bestandes. Das heißt, die Ausleihzahlen im herkömmlichen Bereich blieben stabil. Dies bedeutet, dass nach wie vor das Lesen von Büchern eine wichtige Rolle bei den Kindern und Jugendlichen spielt.

Die OnlinebibliothekBB.de expandiert weiter. Dieses Jahr werden voraussichtlich Gärtringen und Renningen hinzukommen, damit sind fast alle hauptamtlich geleiteten Bibliotheken im Landkreis Böblingen Mitglied. Der Bestand an virtuellen Medien wird weiter ausgebaut.

Hierbei muss berücksichtigt werden, wie einzelne Verlage mit dem Vertrieb von e-Medien umgehen. Teilweise wird der dreifache Preis für ein E-Book erhoben im Vergleich zum gedruckten Werk. Hier ist die Gesetzgebung gefordert. Auch hinsichtlich des Urheberrechts sind die Diskussionen noch voll im Gange.

Der haptische Medienbestand ist leicht zurückgehend, während er im virtuellen Bereich ansteigend ist. Durch die Verringerung der Medien konnte eine wesentlich bessere Präsentation des Gesamtbestandes erzielt werden. Mehr Medien können frontal gestellt werden, und fallen somit dem Leser ins Auge. Das wichtigste Kriterium für den Besucher ist die Aktualität. Eine Zielvereinbarung ist es, dass nach dem Erscheinen der Bücher, die Medien innerhalb von wenigen Tagen ausleihfertig im Regal stehen.

 

Werbung/Öffentlichkeitsarbeit

Das neu eingeführte Werbekonzept hat sich bewährt. Jeder kennt inzwischen das Logo der Stadtbücherei. Auch die ungewöhnlichen Bild-Motive sind allgemein bekannt. Der Wiedererkennungswert ist auf jeden Fall vorhanden. Flaggen im Außenbereich der Hauptstelle und in Warmbronn (Wunsch des Ortschaftsrats) aufgestellt. Jetzt soll auch in der Bücherei die Beschriftung und das Leitsystem erneuert werden.

Zahlreiche Veranstaltungen, sowohl im Kinder- als auch im Erwachsenenbereich wurden 2015/16 durchgeführt.

Sie sind ein zusätzliches Angebot, um den Menschen Literatur auf eine sehr persönliche Weise näher zu bringen. Welche Motivation hat ein Autor, was will er damit bezwecken.

Wobei natürlich bekannte Namen am meisten Zuschauer herbeilockten. Elisabeth Kabatek, Wolfgang Schorlau, Wieland Backes um nur einige zu nennen.

Die Artothek erfreut sich großer Beliebtheit. Zu deren Eröffnung kommen ca. 60 Personen und innerhalb einer halben Stunde ist etwa die Hälfte der Kunstwerke ausgeliehen.

 

Einnahmen

Die Einnahmen sind im Großen und Ganzen gleich geblieben. Durch den kundenfreundlichen Service der Erinnerungsmail ist bei den Mahngebühren ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Dieser Service wird von den Lesern sehr gelobt.

 

Spenden

Durch eine großzügige Bücherspende des Griechische Elternvereins konnte der Bestand an griechischen Kinder- und Jugendbüchern erweitert werden.

Ebenfalls wurden wir von der Volksbank Leonberg bei der Anschaffung von Regalbeschriftungswürfeln und einer Kindergarderobe finanziell unterstützt.

 

Personal

Mit 8,3 Stellen Kapazität ist die Stadtbücherei Leonberg mit ihren drei Zweigstellen an ihren Grenzen. Mehr Angebote in Flüchtlingsbereich oder Sprechstunden für die Nutzung von virtuellen Medien wären wünschenswert. Auch die in der Benutzerumfrage gewünschte Ausweitung der Öffnungszeiten können mit dem derzeitigen Stellenplan nicht verwirklicht werden. Zum Vergleich (Böblingen 11,13 Stellen Sindelfingen 11,2 Stellen, Nürtingen 11,63 Stellen, Konstanz 12,81 Stellen, Heidenheim 12,03 Stellen, Schwäbisch-Gmünd 13,59 Stellen, Waiblingen 13,41 Stellen, Göppingen 12,5 Stellen, Baden-Baden 13,4 Stellen...).

Die Öffnungszeiten der Hauptstelle sollen auf Wunsch der Leser auf Freitagnachmittag ausgedehnt werden. (s. Umfrageergebnisse) Hierzu müsste eine weitere Schicht eingesetzt werden, deren Personenzahl umgerechnet auf die Stundenzahl eine Stelle im Umfang von 50% bedeuten würde.

 

Büchereibudget

 

Bisher lag die Verantwortung für das Budget bei der Leitung der Stadtbücherei. Die Stadtbücherei, nahm sogar eine Voreiterrolle hinsichtlich der Budgetierung ein. Dies ist auch sinnvoll, da sie räumlich und personell getrennt vom KESS ist. Bei Einführung der Doppik wurde das Budget der Stadtbücherei eine Kostenstelle im Budget des KESS, welches. aus Sicht der Stadtbücherei als problematisch anzusehen ist. Die Transparenz ist nicht mehr gegeben und der Bedarf an Absprachen sehr hoch. Vielleicht haben deshalb alle nachgefragten Städten, welche die Doppik schon eingeführt haben ein eigenständiges Budget.

 

Aufhebung des Sperrvermerks über 5% des Bibliotheksbudget

 

Leider bereitet die RFID-Selbstverbuchung große Probleme. Unangekündigt wurde mitgeteilt, dass für die vorhandene Hardware entweder kostenintensiv ein besonderes neues Update benötigt wird, oder dass neue Geräte angeschafft werden müssen, die günstiger sind als das Update. Firmenaufkäufe und Kurzlebigkeit in der IT-Branche sind die Ursache für solche Meldungen. Plötzlich sind unterschiedliche Programme nicht mehr kompatibel, und die Störanfälligkeit steigt an. Genau dieser Zustand ist in der Hauptstelle eingetreten. Die Informationen zu Umstellungen auf andere Systeme werden meist sehr kurzfristig mitgeteilt, so dass hierfür keine Mittel eingestellt sind. Bis zum letzten Jahr verfügte die I.u.K. Stelle über finanzielle Ressourcen, die in solchen Fällen genutzt werden konnten. Bei den dezentral angesetzten Plansätzen wurden für 2017 nur die vorhersehbaren Kosten beantragt, Dadurch ist nun ein finanzieller Engpass für die Stadtbücherei entstanden. Wie soll der laufende Betrieb aufrecht erhalten bleiben? In Zukunft sollten finanzielle Ressourcen für die einzelnen Budgets zur Verfügung stehen, damit auf solche Veränderungen reagiert werden kann.Der Austausch der Geräte ist unumgänglich. Die Kosten belaufen sich hierbei vorerst auf ca. 5.000 €. Da auch bei den Gates neue Zählgeräte eingebaut werden müssen, wird gebeten die Haushaltsperre von 5% aufzuheben. Sie beträgt eine Summe von 8.466,25 €. 

 

3.2 Hauptstelle Liststraße

In der Hauptstelle sind die Entleihungen sowohl 2015 als auch 2016, gegenüber 2014 leicht angestiegen. Der größte Anstieg ist bei den Sachbüchern zu verzeichnen, obwohl hier der Bestand deutlich reduziert wurde. Nicht die Bestandsgröße ist entscheidend sondern die Aktualität. Auch im Kinder- und Jugendbereich sind die Ausleihen leicht angestiegen. Kinder lesen nach wie vor Bücher. Bei der Belletristik ist der leichte Rückgang mit der Ausleihe von den E-Books zu erklären. Gerade in diesem Bereich gehen die Nutzungszahlen in der OnlinebibliothekBB nach oben.

Durch das W-LAN wurden viele neue Benutzergruppen angesprochen. Viele Bürger kommen mit ihren Laptops in die Bücherei um vor Ort zu arbeiten. Schüler nutzen das Angebot und verbringen ihre Mittgaspause in der Bücherei. Leider gibt es hierbei immer wieder Konfliktpotential, weil 70-80 Schüler in einer „Einraumbibliothek“ nicht leise sein können. Es fühlen sich oftmals ältere Leser hierdurch gestört. Leider können keine extra-Ruhebereiche angeboten werden.

Dies war einer der Kritikpunkte, der immer wieder in der Benutzerumfrage anklang.

 

 

3.2.1 Bericht der Kinder- und Jugendbücherei

 

Medienangebot

Das Angebot des Kinder- und Jugendbereichs gehörte auch in den Berichtsjahren 2015 und 2016 zu dem am meisten ausgeliehenen Bestand.

In diesen beiden Jahren konnte jeweils eine Steigerung der Ausleihzahlen festgestellt werden.

Ausleihrenner sind erneut die TipToi Bücher und Spiele. Im Durchschnitt wurde jedes Medium 17mal im Jahr entliehen.

TipToi ist ein audiodigitales Lernsystem, mit dem Kinder die diversen Medien selbständig entdecken und erleben können. Dies wird durch eine speziell entwickelte Elektronik ermöglicht.

 

Medienkisten

Die Stadtbücherei Leonberg stellt auf Anfrage von Leonberger Institutionen Medienkisten zu verschiedenen Themen individuell zusammen. Unterschiedliche Medien wie Bücher, CDs und Lernspiele werden zusammengesucht und ausleihfertig verpackt.

Die Themenvielfalt reicht von Lesekisten für die Klassenbibliothek bis hin zu speziellen Themenkisten für den Unterricht und die Kindergartenarbeit.

In den beiden Berichtsjahren wurden 95 Medienkisten mit insgesamt fast 2200 Medien für Kindergärten und Schulen zusammengestellt.

 

Veranstaltungsarbeit

Neben der Bereitstellung und Vermittlung von Medien zählt auch die aktive Leseförderung zu den Kernaufgaben der Stadtbücherei. Dabei spielen Kinderveranstaltungen eine besonders wichtige Rolle. Durch ihren Erlebnischarakter machen sie die Bücher lebendig und verankern die Bücherei fest im Bewusstsein der Kinder.

 

In den beiden Berichtsjahren fanden über 60 Kinderveranstaltungen statt, 12 davon speziell für Schulklassen. Die Nachfrage an Autorenbegegnungen, Bilderbuchkinos, szenischen Lesungen und Kindertheatern war sehr groß. Alle Kinderveranstaltungen waren in kürzester Zeit ausverkauft, so dass über 2500 Kinder und Erwachsene, die Bücherei von einer ganz anderen Seite kennen lernen konnten. Manche Veranstaltungen für Schulen wurden sogar, auf Grund der großen Nachfrage, doppelt angeboten.

Über 950 Teilnehmer aus 47 Schulklassen und 21 Kindergartengruppen konnten bei diversen Führungen für Bücher und das Lesen begeistert werden.

 

Leider ist die Zahl der Besuche von Kindergärten etwas zurückgegangen, was aber laut Erzieherinnen mit den zahlreichen Personalwechseln zu tun hatte.

Um das zu kompensieren wird gerade eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Märchen“ speziell für diese Zielgruppe entwickelt.

Das Interesse der Schülerinnen und Schüler versuchen wir durch spezielle Veranstaltungsangebote noch mehr zu wecken u.a. Bookcasting.

Wie in einer Castingshow bewerten Kinder und Jugendliche Bücher (= Kandidaten) anhand von verschiedenen Kriterien.

In jeder Runde fliegt ein Buch raus, bis zum Schluss das Gewinnerbuch feststeht. Eine einfache und interessante Animation für Jugendliche, die auf einem allseits beliebten und bekannten Format aufbaut und die Reflexion über Bewertungskriterien anregt.

 

Ein besonderes Highlight war im Herbst 2016 die interaktive Lesung von Frau Dr. med. Sibylle Mottl-Link zum Thema „In meinem Körper ist was los“. Vor ausverkauftem Haus ging sie mit ihrem Publikum auf eine sehr lustige und spannende Reise durch den menschlichen Körper.

Für die regelmäßig am ersten Donnerstag im Monat stattfindenden Vorlesestunden gibt es mittlerweile eine feste Gruppe von 9 ehrenamtlichen Vorlesepatinnen, die diesen Nachmittag mit viel Liebe und Engagement gestalten.

 

Die Stadtbücherei war in den letzten drei Jahren Partner des Projekts „Lesestart“, welches ab diesem Jahr in den Schulen fortgeführt wird.

„Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“ ist ein Programm zur Sprach- und Leseförderung, das sich schon an die Jüngsten richtet. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert und von der Stiftung Lesen durchgeführt. Dreijährige Kinder bekamen über den Kindergarten einen Gutschein für ein Buchgeschenk, der in der Bücherei eingelöst werden konnte.

Durch dieses Projekt konnten über 100 neue Leserinnen und Leser gewonnen werden.

 

 

3.3 Zweigstellen

Sowohl 2015 als auch 2016 konnten alle drei Zweigstellen positive Ausleihzahlen erzielen. Hervorzuheben ist die Zweigstelle Gebersheim, die trotz der geringen Fläche, eine Ausleihsteigerung von 10% erreichte. Die Zweigstellen Warmbronn und Höfingen hatten dafür in den Jahren davor enorme Ausleihsteigerungen, die zwar 2016 nicht ganz erreicht wurden aber weiterhin auf einem sehr hohen Niveau liegen. Sicherlich spielt bei dem leichten Rückgang der Medien vor Ort die Ausleihe der E-Books eine Rolle. In Warmbronn kam hinzu, dass kurzfristig an zwei Freitagen EDV-Arbeiten durchgeführt werden mussten, und somit die Bücherei nicht öffnen konnte.

Nach wie vor sind in jedem Stadtteil die Zweigstellen wichtige Begegnungsstätten für die Einheimischen.

In enger Kooperation mit den Kindergärten, Schulen und Vereinen leisten sie einen wichtigen Anteil im kulturellen Leben der Ortsteile. In allen drei Zweigstellen unterstützen ehrenamtliche Helfer die Arbeit der Büchereien. Ohne ihre Hilfe könnte so manches Angebot nicht durchgeführt werden, siehe die Montagslesungen für Kinder in Höfingen, den Mundartabend in Gebersheim oder die Kunstaustellungen in Warmbronn.

 

3.3.1 Gebersheim

Die Büchereizweigstelle Gebersheim ist fest im Kultur und Freizeitangebot des Ortsteils Gebersheim verankert und wird weiterhin gut angenommen.

Nach Ausleihrückgängen in 2014 und 2015 war das Ergebnis 2016 wieder deutlich positiver. In Gebersheim gab es im vergangenen Jahr eine Steigerung der Ausleihzahlen um 10%.

Trotz vielfältiger anderer Angebote in der Nähe hat trotzdem eine kleine Zweigstelle wie Gebersheim, mit ca. 6300 Medieneinheiten, eine wichtige Aufgabe als wohnortnahe Anlaufstelle für die Literaturversorgung, die auch schon kleinere Kinder selbstständig nutzen können und ist Kooperationspartnerin für Kindergarten und Schule im Rahmen der Leseförderung.

Diese Aufgabe wird mit Medienkisten, Bilderbuchkinovorführungen im Kindergarten und enger Zusammenarbeit mit der Schule am Ort übernommen.

So beteiligte sich die Büchereizweigstelle Gebersheim seit mehreren Jahren am Leseprojekt der Grundschule Gebersheim mit einer Lesung für jede Klasse und einer Kiste voller Büchertipps aus dem aktuellen Angebot der Zweigstelle. Dieses Projekt wird auch im laufenden Schuljahr weiter fortgesetzt.

Insgesamt haben im vergangenen Jahr rund 3.500 Menschen die Stadtbücherei besucht, der eine oder andere findet auch von außerhalb den Weg nach Gebersheim um vom aktuellen Angebot zu profitieren. Schwerpunkt bleiben aber Kindergartenkinder und Grundschüler aus Gebersheim. So gab es eine deutliche Steigerung der Kinderbuchausleihe im Vergleich zu den Vorjahren.

Weiterhin lief das Projekt „Lesestart“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, bei dem alle dreijährigen Kinder eine Tasche mit Buch, Poster und Information für die Eltern geschenkt bekommen. In Zusammenarbeit mit dem Eric-Carle-Kinderhaus konnten die Gutscheine in Gebersheim verteilt werden.

Den Bestand muss eine Bücherei mit begrenzten Raumangebot und finanziellen Rahmen immer wieder überprüfen und an die Zielgruppe anpassen. Aus diesem Grund wurden Jugendbücher für die Gruppe ab 13 Jahre aus dem Bestand genommen. Diese Schüler leihen am Standort ihrer jeweiligen Schule aus und sind mit einem Öffnungstag schwer zu erreichen.

Veränderte Lesegewohnheiten, aber vor allem Seh- und Hörgewohnheiten zeigen sich beim Ausleihrückgang der Nonbookmedien, wie DVDs, CDs etc. Dafür gibt es heute ein vielfältiges Angebot über andere Medien.

2014 und 2015 gab es wieder jeweils zwei Veranstaltungen der Büchereizweigstelle im Bauernhausmuseum Gebersheim, die fester Bestandteil im Gebersheimer Kulturkalender sind.

Während des bisherigen Sommerfestes der Gemeinde gab es in Zusammenarbeit mit der Ortschaftsverwaltung Gebersheim ein Kindertheaterstück und in Zusammenarbeit mit dem Förderverein des Bauernhausmuseums Gebersheim e.V. fand der der beliebte Mundartabend statt.

Die Bedeutung der Büchereizweigstellen lässt sich nicht nur in Zahlen wiedergeben. Sie ist nicht nur ein Ort zum Bücher ausleihen, sondern auch „zur Begegnung und zum spontanen Gespräch. Und auch die kleine Zweigstelle in Gebersheim bietet dafür Raum und Möglichkeit.

Ziel für 2017/2018 ist weiterhin einen aktuellen, zeitgemäßen und übersichtlichen Medienbestand für die Bürger zu bieten und ein kleiner Treffpunkt im Ortszentrum von Gebersheim zu sein.

 

3.3.2 Höfingen

Die Büchereizweigstelle Höfingen war in den Jahren 2015/2016 ein fester und gut besuchter Bestandteil des Kulturangebots in Höfingen, und konnte das Niveau der hohen Ausleihzahlen der Vorjahre halten (2013/2014: 111969 Ausleihen, 2015/2016: 112444 Ausleihen).

Für die jüngeren Besucher gab es zwei Kindertheater, Mama Muh mit der Zauberbühne und die Hexe Wackelzahn mit dem Theater Doris Batzler, beide Veranstaltungen waren sehr gut besucht. Ein fester Bestandteil bei der Veranstaltungsarbeit waren die Montagsgeschichten. Ehrenamtliche lesen für Kinder ab 4 Jahren. Hier kam an einigen Terminen auch das Kamishibai (japanisches Erzähltheater) zum Einsatz.

Am Weihnachtsmarkt hatten die Höfinger, wie in den Jahren zuvor, die Gelegenheit samstags zu schmökern und auszuleihen. Zusätzlich wurde im Jahr 2015 vorgelesen. Im Jahr 2016 durften sich Interessierte über ein dreimonatiges kostenloses Leseabo freuen. Hier konnten einige neue Leser gewonnen werden.

Der Etat wurde in den beiden Jahren gleichmäßig auf alle Sachbereiche aufgeteilt. Da es in Höfingen eine Flüchtlingsunterkunft gibt, wurden Bücher und Sprachkurse zum Thema „Deutsch als Fremdsprache“ angeschafft.

Beteiligt war die Büchereizweigstelle auch am Projekt „Lesestart“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Hierbei können sich Kinder im Alter von drei Jahren in der Bücherei ein altersgerechtes Lesestartpaket abholen. Die Gutscheine zu diesen Paketen erhalten die Eltern in den Kindergärten. Die Kinder erhalten dadurch die Möglichkeit die Bücherei kennenzulernen. Viele Eltern nutzen die Gelegenheit um ihr Kind gleich anzumelden.

Weiterhin sehr gut gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den örtlichen Kindergärten und der Schule. Die Nachfrage nach Medienkisten zu bestimmten Themen oder aber auch Lesekisten für bestimmte Altersgruppen ist so hoch, dass der Bestand der Medienkisten in Höfingen aufgestockt werden musste. Die zweiten Klassen besuchten die Bücherei zu einer Klassenführung.

Optisch wurde die Büchereizweigstelle in Zusammenarbeit mit dem Designer Harald Strobel im Jahr 2016 aufgewertet. An der Terrasse wurde ein stabiles Werbebanner mit dem Motiv des Leseausweises angebracht, an einigen Fenstern zusätzlich Piktogramme mit dem Logo der Stadtbücherei.

Erwähnt werden sollen an dieser Stelle auch die ehrenamtlichen Helfer die uns beim Ausleihbetrieb oder aber auch bei den Vorlesestunden mit großem Engagement unterstützen. Dank Ihnen und mit ihrer Unterstützung wollen wir auch weiterhin unser Angebot erweitern und die gute Nutzung der Zweigstelle sicherstellen.

 

3.3.3 Warmbronn

In den Berichtsjahren 2015/16 war die Büchereizweigstelle Warmbronn fester Bestandteil des Kultur- und Freizeitangebotes des Ortsteils Warmbronn und wurde als solcher sehr gut angenommen.

Erfreulicherweise konnten wir 2015/2016 eine Ausleihsteigerung von 4,2% erreicht werden.

Die neugeschaffenen Zonen mit „Schmökerecken“, sowohl im Kinder- und Jugend-, als auch im Erwachsenenbereich fanden große Zustimmung und wurden gerne genutzt.

In beiden Jahren fanden zahlreiche Veranstaltungen statt. Meist in Kooperation mit dem Gemeindeverein, aber auch gemeinsam mit Kinderhaus und Grundschule Warmbronn.

In bewährter Zusammenarbeit mit der „AG Buch und Kunst“ des Gemeindevereins, Frau Hoene und Frau Ley, gab es 2015/16 insgesamt sieben Kunstausstellungen.

Alle damit verbundenen Vernissagen waren sehr gut besucht und feste Termine in den Kalendern vieler Warmbronner Kunstinteressierter.

Im Rahmen des Warmbronner Maifestes 2015 fand eine Lesung für die Vorschulkinder des Kinderhauses mit der Bilderbuchillustratorin Stephanie Gustai statt. Die interaktive Lesung, bei der die Kinder unter Anleitung von Frau Gustai auch selber zeichnen konnten, begeisterte die Kinder.

2016 war das Figurentheater „Die Zauberbühne“ mit dem Stück „Oma! schreit der Frieder“ in der Bücherei zu Gast. Erstmals an einem Samstag stattfindend, war die Veranstaltung ausverkauft und fand bei Groß und Klein sehr großen Anklang.

Ebenfalls in Kooperation mit dem Gemeindeverein fand in beiden Jahren die beliebte Adventslesung mit Ernst Konarek in der Bücherei statt. Beide Male war die Veranstaltung ausverkauft und auf allgemeinen Wunsch und zur Freude aller wurde bereits die Lesung für 2017 angekündigt.

In Zusammenarbeit mit der Grundschule Warmbronn gab es noch eine weitere Ausstellung in der Bücherei. Die Grundschule beteiligte sich am Kreativwettbewerb „RadKLECKS“ des Ministeriums für Verkehr und Infrastruktur. Die Ergebnisse der beiden vierten Klassen, zwei toll gestaltete Styroporfahrräder, wurden in der Bücherei ausgestellt.

Fester Bestandteil der Büchereiarbeit waren auch in beiden Jahren die erweiterten Klassenführungen in Kooperation mit Grundschule und Kinderhaus Warmbronn, die gerne genutzt wurden.

Die intensivierte Zusammenarbeit mit beiden Einrichtungen zeigt sich auch in der gestiegenen Nutzung weiterer Büchereiangebote. So wurden im Rahmen der Leseförderung für beide Institutionen Medienkisten zu unterschiedlichen Themen zusammengestellt und der Besuch von Kindergruppen in der Bücherei nahm deutlich zu.

Beteiligt war die Büchereizweigstelle auch am Projekt „Lesestart“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Hierbei können sich Kinder in der Bücherei ein altersgerechtes Lesestartpaket abholen.

Neu im Bestand sind Tip-Toi-Bücher und Tip-Toi-Spiele, die sofort zum Ausleihrenner wurden.

Tip-Toi ist ein audiodigitales Lernsystem, mit dem Kinder die diversen Medien selbstständig entdecken und erleben können. Dies wird durch eine speziell entwickelte Elektronik ermöglicht.

Zur Unterstützung der Gruppe „Die Kümmerer“ des Gemeindevereins hat die Bücherei ihren Bestand um eine Reihe Vorlesebücher mit Geschichten für Menschen mit Demenz erweitert. Darüber hinaus wurden spezielle Ausleihmodalitäten für

„Die Kümmerer“ vereinbart.

Ausgelöst durch den Bau der Flüchtlingsunterkunft in Warmbronn schaffte die Büchereizweigstelle Medien zum Themenbereich „Deutsch als Fremdsprache“ an.

2015 konnte der Vorschlag aus dem Warmbronner Ortschaftsrat, eine Büchereifahne zu installieren, doch noch realisiert werden. Seit September 2015 hängt die Büchereifahne, mit drei wechselnden Motiven, auf der Westseite der Bücherei und macht auf diese aufmerksam.

Über die reine Ausleihe hinaus, wird die Bücherei immer mehr zum Aufenthaltsort, vor allem für ältere Bürger und Familien mit Kindern.

Oft lesen Büchereibesucher stundenlang Zeitschriften, Eltern schauen gemeinsam mit den Kindern Bilderbücher an oder lesen daraus vor. Menschen treffen sich und tauschen sich aus. Dies ist ein Trend, der sich überall in Bibliotheken abzeichnet. Die Büchereizweigstelle ist eine wichtige Begegnungsstätte vor Ort.

Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, wurde die räumliche und konzeptionelle Neuausrichtung der Bücherei auch 2015 und 2016 fortgesetzt. Im Kinderbereich wurden altersgerechte Zonen und attraktive Aufenthaltsbereiche geschaffen. Der Zeitschriftenbereich wurde durch neue Sitzmöbel aufgewertet. Diese Maßnahmen stießen auf eine große positive Resonanz und sollen auch 2017 fortgesetzt werden.

Im Mai 2016 kam es leider zu einem großen Wassereintritt im gesamten Untergeschoß der Büchereizweigstelle. Es folgte eine monatelange Baustelle mit eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten auch während der Büchereiöffnungszeiten.

Dies wirkte sich negativ auf unsere gesamte Büchereiarbeit aus.

Außerdem musste die Zweigstelle sehr kurzfristig an zwei Freitagnachmittagen aufgrund von Leitungs- bzw. Netzwerkarbeiten geschlossen werden. Leider ist die Büchereizweigstelle die einzige städtische Einrichtung, die freitagnachmittags geöffnet und auf das Funktionieren des städtischen Netzwerks angewiesen ist.

Eine geregelte Ausleihe ist ohne EDV-Unterstützung nicht möglich.

Unterstützt durch das große Engagement unserer ehrenamtlichen Helferinnen, konnten die Ausleihzahlen und die Nutzung der Büchereizweigstelle erfreulicherweise gesteigert werden.

Die positive Weiterentwicklung der Büchereizweigstelle Warmbronn und ihre gute Nutzung sind auch weiterhin das Ziel des Büchereiteams.

 

 

Ausblick

Die Benutzerumfrage hat gezeigt, dass die Leser mit der Stadtbücherei Leonberg zufrieden bis sehr zufrieden sind.

Wie schon angesprochen wird die Unruhe in den Mittagsstunden bemängelt, das zu dunkle Ambiente kritisiert und eine Ausweitung der Öffnungsstunden gewünscht.

Daraus folgt, dass mit dem GM nochmals das Beleuchtungskonzept durchgesprochen wird, oder als Alternative die Decke einen helleren Anstrich bekommen sollte.

Andere Wünsche wären nur mit beträchtlichen Baumaßnahmen und der Anhebung der Personalbesetzung zu verwirklichen.

 

Folgende Maßnahmen werden vom Büchereiteam priorisiert:

 

-          Anschaffung von Laptops für das Lernen und Arbeiten vor Ort.

-          Überarbeitung des Leitsystems

-          Klartextaufstellung bei weiteren Sachgruppen

Zum Schluss ein Dankeschön an alle Ehrenamtliche, die die Arbeit der Stadtbücherei unterstützen und an alle Mitarbeiterinnen die zu der Erfolgsgeschichte der Stadtbücherei Leonberg beitragen.

 


 

 

Bernhard Schuler

Oberbürgermeister

 

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Anlagen

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