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Beschlussvorschlag und Kenntnisnahme - 2019/181

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

1.      Der Bericht der Schulleitung über das Jahr 2018/2019 wird zur Kenntnis genommen.

 

2.      Die Anrechnungszeiten für Schulkooperationen und für die Leitung des Leonberger Jugendsinfonieorchesters sowie für Musiklehre und Hörerziehung werden zum 1.3.2020 geändert. Die Personalkosten werden dafür 2020 um ca. 6.500 EUR erhöht.

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Sachverhalt

Zusammenfassung des Sachverhalts

 

Die Jugendmusikschule entwickelte sich im Berichtsjahr positiv:

 

1. Unterrichtsangebot und Struktur der Jugendmusikschule konnten im Schuljahr 2018/2019 parallel zu den Veränderungen in Gesellschaft und Bildungslandschaft erhalten und weiterentwickelt werden. Die zur Erfüllung des Bildungsauftrags erforderliche Breiten- und Spitzenförderung ist weiterhin in allen Hauptfächern möglich.

 

2. Die Projekte in Kooperation mit den allgemein bildenden Schulen wurden dem Bedarf angepasst und durch neue Projekte ergänzt.

 

3. Die Fusion von zwei Leonberger Musikvereinen sowie die verbesserte Förderung der Ausbildung von Vereinsjugendlichen wirkt sich äußerst positiv auf die Zusammenarbeit der Jugendmusikschule mit den Leonberger Musikvereinen und auf das Musikleben in Leonberg aus.

 

4. Die Begabtenklasse/ „Musik vertieft“ konnte mit neun Schülerinnen und Schülern fortgesetzt werden. Insgesamt haben 13 Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teilgenommen und zahlreiche Preise erhalten, zwei davon beim Bundeswettbewerb.
 

5.  Die partizipative Arbeit im Leonberger Jugendsinfonieorchester bewährt sich weiterhin. Das Orchester realisierte mehrere beeindruckende Konzertprojekte.

 

6. Die neue Verwaltungsleiterin bewährt sich bestens, die Stelle der Lehrkraft für Gitarre (popular und klassisch) konnte nach Zurruhesetzung des Stelleninhabers bestens wiederbesetzt werden.

 

7. Der Kostendeckungsgrad der Jugendmusikschule stieg im Vergleich von Rechnungsergebnis 2017 und 2018 um 1,15 % an.

 

 

Ziele der Maßnahme

 

Die Jugendmusikschule Leonberg hat gemäß den Empfehlungen des KGSt-Gutachtens „Musikschule“ sowie den „Empfehlungen zur Musikschule“ des Deutschen Landkreistags und Deutschen Städtetags als Bildungseinrichtung nach wie vor die Aufgabe, „Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine musikalische Grundausbildung zu vermitteln, den Nachwuchs für das Laien- und Liebhabermusizieren heranzubilden (Breitenförderung), Begabungen zu erkennen und zu fördern sowie auf das Studium der Musik vorzubereiten.“ Der Deutsche Städtetag nennt öffentliche Musikschulen „Einrichtungen des Bildungswesens und der kulturellen Grundversorgung“ und benennt ihre Bildungsziele (siehe ausführlicher DS 2003 Nr. S 32).

 

 

Sachverhalt/ Sachstand

 

Im Oktober 2019 hatte die Jugendmusikschule mit 1326 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren und 147 Erwachsenen insgesamt 1473 Teilnehmer bzw. 1715 Belegungen und damit einen gegenüber dem Vorjahr einen leicht gesunkenen Schüler- und Belegungsstand (- 80 bzw. - 71). Veränderungen bei der Schülerzahl ergaben sich v.a. in den Kooperationen mit den allgemein bildenden Schulen (- 35), im Hauptfachbereich (- 34) sowie im Elementarbereich einschließlich Singen-Bewegen-Sprechen (+ 11). Auf die Teilnehmerzahlen in den Schulprojekten hat die Jugendmusikschule kaum Einfluss, die Veränderungen im Hauptfachbereich sind durch gesellschaftliche Veränderungen wie die erweiterte Entwicklung zum Ganztag und das veränderte Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen bedingt. Im Bereich der Breitenangebote (d. h. Elementarbereich und Singen-Bewegen-Sprechen sowie Schulprojekte) werden noch immer über 50 % der Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule unterrichtet.

 

Das Landesprogramm zur Sprachförderung SPATZ/ SBS „Singen-Bewegen-Sprechen“ wird derzeit in 26 Gruppen (+ 1) für 295 Leonberger Kinder und in folgenden 9 Leonberger Kindertageseinrichtungen durchgeführt: Martha-Johanna-Haus, Kinderhaus Spitalhof, Kinderhaus Stadtpark, Kinderhaus Kunterbunt, Halden-Kinderhaus, Kinderhaus Warmbronn, Kinderhaus Ezach, Oberlin-Haus und Kindergarten Regenbogen. Die gute Zusammenarbeit mit dem Sachgebiet Kindertageseinrichtungen des Amts für Jugend, Familie und Schule und der Kirchenpflege der Ev. Gesamtkirchengemeinde erleichtert hierbei die Verwaltungsabwicklung. SBS ist für die Kinder ein wichtiges, kostenfreies Förderangebot und für Chancengerechtigkeit und Breitenarbeit sehr wichtig. Im Elementarbereich wurde zudem eine Eltern-Kind-Gruppe in Warmbronn neu begonnen.

 

Die Kooperationen mit allgemein bildenden Schulen wurden weiter dem Bedarf angepasst. Im September 2019 begann eine Rhythmik-AG an der August-Lämmle-Schule (Grundschule) in der Klassenstufe 1, die durch ein Sponsoring der Firma LEWA GmbH dankenswerterweise ohne Teilnehmerbeiträge stattfinden kann. Ergänzend zu dem erfolgreichen Bandprojekt an der Karl-Georg-Haldenwang-Schule begann ein Projekt mit flankierendem Instrumental- und Gesangsunterricht für acht der beteiligten Schüler, gefördert vom SWR-Projekt „Herzenssache“. An der Grundschule Höfingen begann eine zweite Bläser-AG in Kooperation mit dem Musikverein Höfingen e.V., so dass dort zukünftig parallel zwei Bläser-AGs in den Klassenstufen 3 und 4 stattfinden. Insgesamt werden im Bereich der Schulkooperationen nun 463 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

 

Die Percussion-AGs an der August-Lämmle Schule (Gemeinschaftsschule), die nutzerbedingt ohne Gebühr stattfinden müssen, können durch eine Spende der Stiftung „Bürger helfen Bürgern“ auch im kommenden Schuljahr weitergeführt werden. Diese konnte durch Unterstützung des Fördervereins gewonnen werden.

 

Die Bläserklasse an der Gemeinschaftsschule der August-Lämmle-Schule hat sich mit ihrem zweiten Jahrgang ab September 2018 gut etabliert. In den Instrumentalklassen am Albert-Schweitzer-Gymnasium, Johannes-Kepler-Gymnasium und der August-Lämmle-Schule geht es nicht nur um das Erlernen eines Instruments, sondern zunächst vor allem um gemeinsames Musizieren, um das Fördern von Disziplin und der Ausrichtung auf ein gemeinsames Ziel und die mit einem Auftritt verbundenen Erfolgserlebnisse. Zusätzlich ist besonders erfreulich, dass sich aus dem neunten Jahrgang der Leonberger Instrumentalklassen in Kooperation mit dem Albert-Schweitzer-Gymnasium, Johannes-Kepler-Gymnasium nach zweijähriger Laufzeit 9 von 29 Schülerinnen und Schülern für einen weiterführenden Instrumentalunterricht entschieden haben. Zudem haben sich alle vier Schülerinnen und Schüler der Geigen-AG an der Spitalschule, die von der Firma LEWA GmbH gesponsort wurde, für einen weiterführenden Instrumentalunterricht entschlossen.

 

Die Begabtenklasse für außergewöhnlich begabte und fleißige Schülerinnen und Schüler konnte durch das herausragende Engagement des Fördervereins und mehrere Spenden weitergeführt werden. Im Schuljahr 2019/2020 nehmen 9 Schülerinnen und Schüler teil
(4 „Musik vertieft“ / 5 Begabtenklasse) und der Förderverein ermöglicht hierfür nun zudem eine Korrepetitionseinheit. Die Spenden hierfür reichen derzeit bis zum 31.08.2020. Zur Fortsetzung sind Spenden in Höhe von ca. 2.800 EUR pro Schuljahr erforderlich, da das Defizit der Jugendmusikschule hierdurch nicht steigen soll.

 

Der durch Elternzeit erneute Wechsel der Verwaltungsleitung ist erfolgreich gelungen. Seit 15.9.2018 hat sich die jetzige Verwaltungsleiterin bestens bewährt.

 

Die langjährige Lehrkraft für Gitarre (popular/ klassisch/ Rockband) der Jugendmusikschule ist nach über 37 Jahren engagierter Tätigkeit in den Ruhestand getreten. Aus fachlichen Gründen wurde die Stelle in die Bereiche popular/ Rockband und klassische/ akustische Gitarre aufgeteilt. Hierfür konnten zwei ausgewiesene Experten ihres Fachs gewonnen werden.

Im pädagogischen Bereich wurden im Hinblick auf die aktuellen gesellschaftlichen Erfordernisse im Kollegium Werte und Standards der Jugendmusikschul-Arbeit und das Leitbild der Musikschulen im Verband deutscher Musikschulen besprochen (siehe die Auszüge in der Anlage). Dieses dient somit auch der Jugendmusikschule Leonberg zur Orientierung auf ihrem Weg in die Zukunft. Zentral ist darin ein erweiterter Inklusionsbegriff, der die Teilhabe der gesamten gesellschaftlichen Breite an musikalischer Bildung als Ziel hat, unabhängig von Herkunft, Alter, zeitlichen und körperlich-geistigen Möglichkeiten oder Einschränkungen.

In diesem Zusammenhang ist die Fortbildung der Lehrkräfte weiterhin wichtig. Entsprechend werden auch zukünftig Fortbildungen angeboten, auch damit die Lehrkräfte den immer neuen pädagogischen Herausforderungen im Zuge des gesellschaftlichen Wandels weiterhin gewachsen bleiben.

Seit September 2019 gibt es an der Jugendmusikschule bedarfsorientiert Paketangebote für Erwachsene, die bereits genutzt werden. Hier können während eines Semesters vier bzw. während eines Schuljahrs acht Unterrichtsstunden gebucht und terminlich flexibel vereinbart werden.
 

Das Konzept des Instrumentenkarussells wurde bedarfsorientiert aktualisiert. Verschiedene konzeptionelle Überlegungen etwa zur weiteren Kooperation mit den allgemein bildenden Schulen, zu weiteren bedarfsorientierten Angeboten für Erwachsene, zu den Themenkreisen Musiktherapie bzw. Musikgeragogik und Angeboten für Flüchtlinge sind darüber hinaus in Arbeit, konnten jedoch noch nicht abgeschlossen werden.

 

Im Rahmen der begonnenen Überarbeitung des Marketingkonzepts der Jugendmusikschule wurden alle Plakate neu und einheitlich gestaltet und eine neue Seite „Rückblicke“ auf der Jugendmusikschul-Homepage erstellt.

 

Die in die Jahre gekommenen und teils defekten Möbel für Jugendliche/ Erwachsene in den Unterrichtsräumen der Jugendmusikschule in der Georgii-Halle wurden im Bereich der Tische und Stühle für Erwachsene ausgetauscht. Die ebenfalls erneuerungsbedürftigen Teppichböden in den Unterrichtsräumen Lindenbergerstraße 18 wurden ersetzt und hinsichtlich des Schallschutzes optimiert. Zwei akustisch unzumutbare Unterrichtsräume in der Hauptstelle der Jugendmusikschule wurden hinsichtlich des Schallschutzes aufwandsoptimiert mit Absorberplatten ausgestattet. Der Flur der Jugendmusikschul-Räume in der Georgii-Halle wurde mit Aphorismen und Bildern des Wirtschaftslyrikers Oliver Schwarzmann zum Thema „Musikunterricht und gemeinsames Musizieren“ ansprechend gestaltet. Dies führt insgesamt zu erheblichen akustischen bzw. optischen Verbesserungen in den Räumen der Jugendmusikschule.

 

Im Bereich der Zusammenarbeit mit dem Musikverein Lyra 1897 Eltingen e.V., Musikverein Höfingen e.V., Musikverein Stadtkapelle Leonberg e.V. und der Jugendmusikschule Leonberg gab die Fusion der Musikvereine Musikverein Lyra 1897 Eltingen e.V. und Stadtkapelle Leonberg e.V. sowie die verbesserte Förderung der Ausbildung von Vereinsjugendlichen ein positives Signal für die Ausbildung der Vereinsjugendlichen sowie insgesamt für die Musik in Leonberg. Nun werden alle Vereinsjugendlichen gleich gefördert, unabhängig davon, zu welchem Verein sie gehören. Auch die Abläufe wurden dabei optimiert. In diesem Bereich werden derzeit 87 Vereinsjugendliche ausgebildet. Weitere Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule wirken darüber hinaus in den Jugendkapellen der Musikvereine mit.

 

Zudem wurde der Bläsertag neu aufgestellt und durch den innovativen Workshoptag „LEO- Brass meets Rap“ ersetzt, um auch Menschen außerhalb der Musikvereine und der Jugendmusikschule zu erreichen. In Kooperation mit den Musikvereinen, der Jugendmusikschule und dem Amt für Kultur und Sport wurden Leonberger Kindern und Jugendlichen vom Anfänger bis zum fortgeschrittenen Instrumentalisten vier Workshops angeboten, drei davon mit Bandmitgliedern der bundesweit bekannten Band Moop Mama. Das überzeugende Workshop-Abschlusskonzert leistete zugleich einen innovativen Beitrag zum Leonberger Musikleben. Die bewährte Zusammenarbeit zwischen den Musikvereinen und der Jugendmusikschule zeigte sich darüber hinaus auch bei der Eröffnung der Kinder- und Jugendtage und in der Vernetzung zwischen der Bläserklasse der August-Lämmle-Schule und dem Musikverein Lyra Leonberg e.V. sowie im Erfolg der Höfinger Bläser-AGs.

 

Das Jugendsinfonieorchester hat dank des besonderen Engagements seiner Dirigentin und der Jugendlichen drei herausragende Projekte gemeistert: Neben einem überzeugenden Konzert in der Schalterhalle der Kreissparkasse Böblingen in der Grabenstraße mit Fernsehberichterstattung gelangen im Rahmen eines Austauschprojekts mit der Southeastern Louisiana University, USA die beeindruckende Aufführung des ersten Satzes von Beethovens 5. Sinfonie und Bruchs Violinkonzert. Auch gelang ein Auftritt im Beethovensaal der Stuttgarter Liederhalle im Rahmen des 3rd World Youth Arts Festival 2019. Die gewählten Orchestersprecher setzen weiterhin den Partizipationsgedanken des
ersten Leonberger Jugendforums um und die Arbeit mit den Jugendlichen wird durch Berücksichtigung ihrer Wünsche möglichst partizipativ gestaltet. Hierbei üben die Jugendlichen zugleich Mit-Verantwortung.

 

Erheblich erschwert wurde die kontinuierliche Probenarbeit im Jugendsinfonieorchester und insgesamt in den Ensembles allerdings weiterhin durch die starke schulische und sonstige Freizeitauslastung der Schülerinnen und Schüler, weshalb Proben öfters nicht verlässlich besucht und Konzertzusagen nicht eingehalten werden.

 

Aufgrund beruflicher Weiterentwicklung beendet die Dirigentin des Jugendsinfonieorchesters ihre Tätigkeit in Leonberg zum 31.12.2019. Ein/e geeignete/r Nachfolger/in wird derzeit gesucht. Zu bewältigen war zeitgleich der nächste umfassende Teilnehmerwechsel im Jugendsinfonieorchester wegen Schulabgängern und die damit verbundene Aufbau-Arbeit in der neuen Besetzung.

 

Im Schuljahr 2018/2019 hat der Verein der Freunde und Förderer die Jugendmusikschule über die Begabtenklasse hinaus mit einem Gesamtbetrag von 11.267 EUR maßgeblich unterstützt, etwa durch Stipendien für einzelne Schülerinnen und Schüler aus Familien in finanziellen Notlagen, durch Instrumentenspenden sowie durch Unterstützung wichtiger Projekte, etwa der Beschaffung von Spenden für die Percussion-AGs der Jugendmusikschule an der August-Lämmle-Schule sowie für die Instrumentalklassen.

Die Finanzierung der Instrumente  in den Instrumentalklassen (Ersatzbeschaffung, Wartung, Reparatur, Versicherung) durch den Förderverein ist seit der Neuregelung nun auskömmlich geregelt.

 

Im Berichtsjahr wurden 66 Veranstaltungen bzw. Mitwirkungen bei Veranstaltungen anderer mit etwa 2.097 Mitwirkenden und ca. 9.152 Zuhörerinnen und Zuhörern durchgeführt, davon 14 Fremdveranstaltungen bzw. Umrahmungen anderer Veranstaltungen. Neben den üblichen Vorspielen und Konzerten sind folgende Veranstaltungen besonders hervorzuheben:

        die herausragenden Konzerte des Sinfonieorchesters, v. a. das Sommerkonzert des Sinfonieorchesters Leonberg mit Marius Schwarz, einem ehemaligen Schüler der Jugendmusikschule als Solisten

        das überzeugende Konzert des Jugendsinfonieorchesters in der Schalterhalle der Kreissparkasse Böblingen in der Grabenstraße sowie der herausragende Auftritt des Orchesters im Rahmen des 3rd International Youth Arts Festival in der Liederhalle in Stuttgart

        das beeindruckende Konzert der Begabtenklasse

        das herausragende Schul- und Orchestergruppenkonzert unter Beteiligung eines Austauschprojekts des Jugendsinfonieorchesters Leonberg mit der Southeastern Louisiana University, USA

        Konzerte der Bläser- und Streicherklasse von Albert-Schweitzer-Gymnasium, Johannes-Kepler-Gymnasium und Jugendmusikschule

        überzeugende Konzerte der Fachbereiche Blockflöte und Popularmusik

        der innovative Workshoptag „LEO-Brass meets Rap“ mit Abschlusskonzert, mit vier Bandmitgliedern der Band Moop Mama in Kooperation mit den Leonberger Musikvereinen sowie dem Amt für Kultur und Sport

        weitere Umrahmungen: u. a. des Neujahrsempfangs der FDP, Verleihung der Willy-Brandt-Medaille an Herrn Pfitzenmaier (Gemeinderat SPD), der Weihnachtsaktion im Leo-Center und mehrere Auftritte in Kirchen und Altenheimen

 

Angeknüpft wurde zudem an die Überlegungen neuer Veranstaltungsformate, um etwa andere Hörerkreise einzubeziehen und die Jugendmusikschule weiter zu vernetzen und die allgemeine Termindichte zu reduzieren. Das Kinderkonzert der Jugendmusikschule wurde daher als „Jugendmusikschule on Tour“ im Teilort Warmbronn erprobt, Schulkonzert und Orchestergruppenkonzert probeweise zu einem Konzert zusammengefasst, was sich allerdings für die Orchestergruppen pädagogisch nicht bewährt hat.

Bei diesjährigen Wettbewerben haben insgesamt 13 Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule Leonberg teilgenommen und erfolgreich abgeschnitten:

        Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“: 13 teilnehmende Schülerinnen und Schüler aus den Klassen von Eva Bernert, Conni Gerstein-Ichimescu, Konstanze Liebeskind, Norbert Niederer, Stefan Romer und Christina Wirth, dabei 9 erste Preise und 7 Weiterleitungen zum Landeswettbewerb.

        Landeswettbewerb „Jugend musiziert“: 6 teilnehmende Schülerinnen und Schüler aus den Klassen von Conni Gerstein-Ichimescu, Konstanze Liebeskind und Stefan Romer, dabei 3 erste Preise und 2 zweite Preise sowie 3 Weiterleitungen zum Bundeswettbewerb

        Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“: 3 teilnehmende Schülerinnen aus der Klasse von Conni Gerstein-Ichimescu mit 2 dritten Preisen und einmal „mit sehr gutem Erfolg teilgenommen“

Diese Anzahl an Wettbewerbsteilnehmern und Preisen beim Bundeswettbewerb ist für eine Musikschule in der Größenkategorie der Jugendmusikschule Leonberg beachtlich.

 


Problemlagen

 

1. Durch die Veränderungen in Gesellschaft und Bildungslandschaft (v. a. steigende Internationalität, Einfluss der neuen Medien, zahlreiche Konkurrenzangebote, verstärkte Entwicklung zum Ganztag sowie veränderte Altersstruktur) entsteht nach wie vor eine Vielzahl von Problemen in der Jugendmusikschule. Zur Erfüllung ihres Bildungs- und Erziehungsauftrags ist Folgendes erforderlich:
 

a)      finanziell niederschwellige und möglichst kostenfreie Angebote an den Grundschulen zur Ermöglichung breitestmöglicher Teilhabe und musikalischer Alphabetisierung

b)      Fortsetzung der bisherigen Kooperationsangebote an Grundschulen

c)      ausreichend zeitliche und räumliche Übungsmöglichkeiten für eine Fortsetzung der wirksamen Individualförderung mit der pädagogisch notwendigen Vertiefung

d)      Fortsetzung und Verstärkung interkultureller und im weitesten Sinne inklusiver Überlegungen zur Ermöglichung breitestmöglicher Teilhabe

e)      Fortsetzung der Überlegungen zu Angeboten für Menschen jedes Alters

 

Zwar bietet die Landesgesetzgebung im Bereich von Kindern und Jugendlichen finanzielle Möglichkeiten für niederschwellige Breitenangebote an Ganztagsschulen. Da derzeit nur die Mörikeschule diese nutzen kann, ist in der Breite tatsächlich jedoch noch immer keine nennenswerte Veränderung spürbar. Die Jugendmusikschule leistet in ihren Bildungskooperationen ihr Möglichstes, um innerhalb der derzeitigen finanziellen Rahmenbedingungen auch Kindern aus nicht musikaffinen und finanziell schlechter gestellten Familien eine adäquate musikalische Bildung und vor allem die damit verbundene Förderung ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu ermöglichen. Problematisch bleibt jedoch noch immer die Finanzierung ihrer Teilnahme. Denn bei der Finanzierung über Spenden oder Sponsoring, haben die Schulen oft Schwierigkeiten, die Mittel aufzubringen bzw. entstehen der Jugendmusikschule oft erhebliche Aufwände, um bei der Suche nach Spendern und Sponsoren zu helfen. Auch ist aufgrund der Kosten die pädagogisch sinnvolle kontinuierliche Fortführung der Angebote oft in Frage gestellt. Obwohl die Jugendmusikschule sich gerade in diesem Bereich um möglichst niedrige Gebühren bemüht, die vor dem Hintergrund des Kostendeckungsgrades noch vertretbar sind, gibt es immer wieder interessierte Schülerinnen und Schüler, die wegen der Gebühren nicht teilnehmen können.

 

2. Problematisch ist inzwischen auch die Belastung der Lehrkräfte, die teils in erheblichem Umfang in Schulkooperationen unterrichten. Die hierbei und in zwei weiteren Angeboten entstehenden Aufwände sind in den bestehenden Regelungen, d. h. in den tariflich vorgesehenen Zusammenhangstätigkeiten wie auch in den intern verfügten Anrechnungszeiten nicht mehr leistbar. Gleichzeitig sind diese Aufwände erforderlich. Daher ist eine Neuregelung erforderlich.

 

2005 stimmte das Lehrerkollegium im Zuge der stetigen Kostenkonsolidierung einer Verdoppelung des sog. Ferienüberhangs an der Jugendmusikschule von 2 auf 4 Wstd. zu. Mit den 4 Wochenstunden Ferienüberhang wurden zugleich sogenannte Anrechnungszeiten für besonders aufwändige Tätigkeiten verfügt bzw. analog im Nachgang geregelt. Der Ferienüberhang der Lehrkräfte der Jugendmusikschule bewegt sich mit 4 Wstd. über dem Bundesdurchschnitt von 3,37 Wstd.
 

Die derzeitige Regelung der Jugendmusikschule sieht bei den meisten Schulkooperationen Anrechnungszeiten von 15 Minuten pro Gruppe, bei einigen wenigen 15 Minuten pro Unterrichtstag vor. Diese werden teils in Abhängigkeit zur Teilnehmerzahl und für den Unterricht in externen Gebäuden vergeben, der zudem mit Fahrzeiten und jeweiligem Herrichten der Unterrichtsräume verbunden ist. Für einzelne Schulkooperationen, für die bislang nur eine Anrechnungszeit pro Tag vorgesehen war, sind die Aufwände deutlich gestiegen und erforderlich, so dass auch hier aus Gründen der Gleichbehandlung Anrechnungszeiten vergeben werden müssen. Auch im Jugendsinfonieorchester sowie in Musiklehre und Hörerziehung sind die Aufwände beträchtlich gestiegen, gleichzeitig jedoch erforderlich, so dass auch hier eine Veränderung der Anrechnungszeit erforderlich ist.
 

Ein regionaler Vergleich dieser Anrechnungszeiten zeigt außerdem, dass sie an der Jugendmusikschule vergleichsweise sparsam vergeben werden. Auch die vom Bundesverband im Zuge des Ferienüberhangs empfohlene Faktorenregelung pro Unterrichtssparte ist deutlich aufwendiger sowohl in den Kosten als auch in der Verwaltungsabwicklung.

Mit geringen Veränderungen der derzeitigen Regelung an der Jugendmusikschule ist bereits eine deutliche Verbesserung und gerechte Handhabung für die Lehrkräfte zu erreichen. Diese vereinfacht zugleich die Arbeit der Jugendmusikschul-Verwaltung, welche die Anrechnungszeiten regelmäßig überprüft.

 

Geplant ist folgende Veränderung in den genannten drei Bereichen:

derzeit

zukünftig

derzeit

zukünftig

Schulkooperationen außer Instrumentalklassen

bleibt

0,33 Wstd. pro Unterrichtstag oder Kurs

0,33 Wstd. pro Kurs

Musiklehre und Hörerziehung ab 7 Teilnehmer insgesamt

Musiklehre und Hörerziehung ab 4 Teilnehmer insgesamt

0,33 Wstd. pro Kurs

0,33 Wstd. pro Kurs

Ensembles mit 26 – 45 Mitgliedern (JSO, Junges Orchester)

Ensembles mit 20 – 44 Mitgliedern

0,66 Wstd. pro Ensemble

1,00 Wstd. pro Ensemble

 

Durch diese Veränderungen entstehen nach derzeitigem Stand im Jahr 2020 Mehrkosten von ca. 6.500 EUR.

 

Alle anderen derzeitigen Anrechnungszeiten-Regelungen der Jugendmusikschule bleiben bis auf weiteres unverändert.

3. Die stetig steigenden Aufwände, die durch Anbahnung, Organisation, Abwicklung und Verwaltung der zahlreichen Kooperationsprojekte mit derzeit 11 Kindertageseinrichtungen und 9 allgemein bildenden Schulen sowie 2 Musikvereinen bei gleichbleibender Personalkapazität entstehen, führen regelmäßig zu Belastungsspitzen in der Verwaltung der Jugendmusikschule. Darüber hinaus gibt es keine Vertretung für die Verwaltungsleitung im Krankheitsfall.

Seit 2002 steigt die Anzahl der Kooperationen mit Schulen und Kindergärten stark und kontinuierlich. Die Mehraufwände, die dadurch im Sekretariat anfallen und absehbar im Zuge der notwendigen Ausweitung der Kooperationen hinzu kommen werden, sind mit einem Beschäftigungsgrad von 75 % auf Dauer nicht mehr lösbar. Bei Krankheit, Fortbildung oder anderweitiger Abwesenheit der Verwaltungsleitung ist an 1,5 Tagen pro Woche keine Vertretung vorhanden und die Jugendmusikschul-Verwaltung ist nicht erreichbar. Bei Krankheit der Verwaltungsmitarbeiterin und vor allem grundsätzlich an den 1,5 Tagen pro Woche, an denen ihre Stelle nicht besetzt ist, ist zudem die Verwaltungsleitung für ihre Vertretung zuständig. Dies ist nicht nutzerfreundlich, und dadurch entsteht zudem regelmäßig großer Verzug bei der eigenen Arbeit, die teilweise kaum begonnen werden kann.

Zum Januar 1997 war die Sekretariatsstelle auf Wunsch der damaligen Stelleninhaberin von ursprünglich 100 % auf 75 % gekürzt worden. Die dadurch entstandene Situation war schon immer äußerst schwierig, wurde jedoch aufgrund mehrerer Konsolidierungsrunden so belassen. Durch die immens gestiegene Anzahl der Kooperationen von insgesamt zwei im Jahr 1999 auf elf Kitas und neun Schulen mit 50 AGs insgesamt (Stand Juli 2019) sowie die starken Veränderungen im Bereich der Nutzerinnen und Nutzer und die erforderliche Reaktion der Jugendmusikschule auf die gesellschaftlichen Entwicklungen ist dies nun so auf Dauer nicht mehr lösbar. Eine mittelfristige Aufstockung der Sekretariatsstelle um 25 % würde das Problem lösen.

4. Auch das Mobiliar für Kinder in den Unterrichtsräumen der Jugendmusikschule in der Georgii-Halle ist in die Jahre gekommen und muss erneuert werden. Dies gilt absehbar auch für die Teile des Mobiliars in der Hauptstelle Lindenbergerstraße 16, die defekt bzw. teils über 40 Jahre alt sind und äußerst unansehnlich geworden sind.

 

5. Trotz des 2020 planmäßig um 45.481 EUR steigenden Defizits sieht die Leiterin der Jugendmusikschule momentan keine weiteren Einsparmöglichkeiten. Aufgrund der Gebührenerhöhung zum 01.09.2017 liegt die Jugendmusikschule im Marktvergleich im oberen Preissegment. Der Marktvergleich bestätigte, dass eine Gebührenanpassung derzeit nicht sinnvoll ist, wenn weiterhin ein breitestmöglicher Zugang zu den Angeboten der Jugendmusikschule möglich sein soll.


 

Weiteres Vorgehen

 

1. Im Hinblick auf die steigende Internationalität werden so bald wie mit vorhandenen Personalkapazitäten möglich integrationsfördernde musikalische Angebote und Angebote für Flüchtlinge erstellt, sofern dies ohne Steigerung des Abmangels der Jugendmusikschule absehbar leistbar ist. Ferner absolvieren alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendmusikschule eine Fortbildung zur interkulturellen Kompetenz. Die Bildungskooperationen der Jugendmusikschule werden hinsichtlich interkultureller Gestaltung weiterentwickelt.

 

Die konzeptionellen Überlegungen zu passenden, möglichst kostendeckenden Angeboten für Erwachsene sowie für musiktherapeutische bzw. musikgeragogische Angebote werden zeitnah fort- und umgesetzt.

 

Zur engeren Vernetzung zwischen den Instrumentalklassen sowie zur Förderung des Nachwuchses für die Leonberger Musikvereine wird an der Jugendmusikschule ein Beginner-Ensemble angeboten, das Anfängern im Bläserbereich sowie Absolventen der Leonberger Bläserklassen rasch ein Musizieren im Ensemble ermöglichen und sie auch für die Jugendarbeit der Leonberger Musikvereine begeistern soll.

 

2. Die Regelung der Anrechnungszeiten wird in der vorgeschlagenen Weise verändert. Die dafür erforderlichen Mittel werden im Haushalt bereitgestellt.

3. Die Kindertische und -stühle in den Räumen der Jugendmusikschule in der Georgii-Halle  werden 2020 ersetzt sowie sukzessive das o.g. Mobiliar der Hauptstelle in der Lindenbergerstraße. Aus Kostengründen erfolgt dies verteilt in den Jahren 2020, 2021 und 2022.

 

4. Zur Stabilisierung des Kostendeckungsgrads der Jugendmusikschule wird 2020 die Gebührenstruktur geprüft um zu klären, ob und wie 2021 eine moderate Anpassung der Gebühren auf Basis eines Marktvergleiches durchführbar ist. Dabei ist zu beachten, dass weiterhin ein breitestmöglicher Zugang zu den Angeboten der Jugendmusikschule möglich ist.

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Finanz. Auswirkung

JA

 

 

 

NEIN

x

 

Im Haushaltsplanentwurf 2020 sind im Teilergebnishaushalt 04 in der Produktgruppe 2630 bei den Personalkosten 1.306.234 EUR veranschlagt. Die 6.500 EUR für die Neuregelung der Anrechnungszeiten und der Leitung des Sinfonieorchesters müssen nicht zusätzlich veranschlagt werden. Es wird davon ausgegangen, dass die höheren Aufwendungen erfahrungsgemäß aus dem Personalbudget gedeckt werden können.

 

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Anlagen

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