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Beschlussvorschlag und Kenntnisnahme - 2019/275

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

 

-          Von den Erläuterungen und Begründungen der Verwaltung für die Notwendigkeit der ausrüstungstechnischen Maßnahmen wird Kenntnis genommen.

 

-          Der Realisierung der Maßnahme mit den jeweiligen Gesamtkosten von

      101.000,00 € brutto für die Dickschlammpumpen

      100.000,00 € brutto für die Turboverdichteranlage

      145.000,00 € brutto für die Faulgasverdichteranlage

      wird zugestimmt.

 

-          Mit den erforderlichen Ingenieurleistungen nach § 55 Leistungsbild „Technische Ausrüstung“ HOAI für die Leistungsphasen 5-8 wird das Ingenieurbüro für Wasser- und Abwassertechnik PW-Plan, Welfenstrasse 55, 70599 Stuttgart beauftragt.

 

-          Die Verwaltung wird beauftragt, alsbald nach Vorliegen der erforderlichen Planunterlagen die erforderlichen Leistungen auszuschreiben und gemäß einschlägigen Vergaberichtlinien an die wirtschaftlichsten Bieter zu vergeben

 

 

 

 

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Sachverhalt

 

Sachverhalt mit der Stellungnahme der Verwaltung

In der Sammelkläranlage Mittleres Glemstal wird bekanntlich sämtliches Abwasser aus Leonberg, einschließlich aller Teilorte mit derzeit sehr guten Reinigungsergebnissen behandelt.

Mit vielen Neubauten und Ertüchtigungen vorhandener Anlagenteile in jüngster Vergangenheit, wurde einer stetig gestiegenen organischen, chemischen u. hydraulischen Belastung des Kläranlagenzulaufs begegnet um den, diese gute Reinigungsleistung bedingenden, sicheren Anlagenbetrieb zu gewährleisten.

Um Abnutzungserscheinungen sämtlicher Aggregate aufgrund der verschiedenen Nutzungsdauern und Betriebsoptimierungspotentiale bei den einzelnen, Abwasserbehandlungsprozessen zu erkennen, überprüft die Betriebsleitung turnusmäßig sämtliche Anlagenteile auf Zustand, Leistungsfähigkeit und Funktionsfähigkeit was dazu führt, das für nachfolgende Aggregate in verschiedenen Stationen/Prozessen der Reinigung Maßnahmen zum Ersatz und zu der Ergänzung der Aggregate bzw. zur Optimierung deren Einsatzes herausgearbeitet und als erforderlich diagnostiziert werden:

 

 

Investitionsauftrag 753800017008:

 

Abwasser Kapazitätserhöhung Schlammfaulung

Teilprozess 3.0 Schlammfaulung

Unterprozess 3.9 Gasdruckerhöhung

Projekt: Einbau einer 2. Gasdruckerhöhungsanlage (Faulgasverdichter)

 

Das durch den Faulprozess entstehende Methangas wird im Gasbehälter gespeichert und anschließend im BHKW verwertet.

Zur Beschickung des vorhandenen Mitteldruckbehälters ist eine Gasdruckerhöhungsanlage  erforderlich.

Der Mitteldruck-Gasspeicher benötigt 10-20 bar Überdruck.

Vorhanden ist ein Gasverdichter Bj. 94.

Die Faulgasmenge ist aufgrund der erhöhten organischen Belastung der Kläranlage seither stark gestiegen.

Um die damit zusammenhängenden ungeplanten Stillstände zu vermeiden, ist der Aufbau eines 2-straßigen Betriebes mit 2 Verdichtern vorgesehen.

Folgende Details sind zu bearbeiten:

-                                                                                                     Auswahl Gasdruckerhöhungsanlage

-                                                                                                     Anschlussleitungen

-                                                                                                     Elektrischer Anschluss

-                                                                                                     Geringe Platzverhältnisse

-                                                                                                     Einbindung in das vorh. Prozessleitsystem

 

Geschätzte Gesamtkosten:  110.000,00 € (brutto)

 

 

Investitionsauftrag 753800017011:

 

Abwasser Kläranlage Ausstattung

Teilprozess 2.0 biologische Stufe

Unterprozess 2.10 Gebläse

Projekt: Erweiterung mit Turboverdichter

 

Die Kläranlage Mittleres Glemstal betreibt den biologischen Teil mit feinblasiger Belüftung.

Für die Erzeugung der Druckluft (z.Zt. ca. 10.000 m³/h) sind 2 Drehkolbengebläse und 1 Turbogebläse vorhanden.

Durch die steigende Belastung in den letzten Jahren, ist keine Reserve mehr vorhanden.

Sollte eine der Maschinen bei Spitzenbelastung ausfallen, entsteht eine Sauerstoffunterversorgung der Bakterien und somit ein Abfall der Reinigungsleistung. Somit können die vorgeschriebenen Ablaufwerte nicht mehr eingehalten werden.

Dies betrifft vor allem die strengen Ablaufwerte für Ammonium.

Bei Auswahl von Drucklufterzeugungsaggregaten ist die energetische Effizienz aufgrund der drastisch gestiegenen Strompreise heute das wesentlichste Auswahlkriterium.

Es ist vorgesehen einen weiteren magnetgelagerten und luftgekühlten Turboverdichter mit Hochfrequenz-Permanentmagnet-Motor einzusetzen.

Folgende Details sind zu bearbeiten:

-                                                                                                     Auswahl Turboverdichter

-                                                                                                     Anschluss Rohrleitungen

-                                                                                                     Abluftleitungen

-                                                                                                     Elektrischer Anschluss

-                                                                                                     Geringe Platzverhältnisse im Gebläsehaus

-                                                                                                     Einbindung in das vorhandene Prozessleitsystem

 

Geschätzte Gesamtkosten:  145.000,00 € (brutto)

 

 

 

Investitionsauftrag 753800027004:

 

Kläranlage Maschinen- und Elektrotechnik

 

Investitionsauftrag 753800026003:

 

Abwasser-Ausstattung

 

Teilprozess 4.0 Schlammentwässerung

Unterprozess 4.6 Dickschlammförderung

Projekt: Excenterschneckenpumpen

 

Nach der masch. Schlammentwässerung in 2 Bandfilterpressen wird der Dickschlamm mit einem Schneckenförderer aus dem Gebäude transportiert und mittels verschiebbarem Förderband außerhalb in 4 Container abgeworfen.

Diese Technik hat einen hohen Materialverschleiß und einen hohen Wartungsaufwand und besitzt keine Redundanz, so dass oft Ausfallzeiten der Schlammentwässerung entstehen.

Es soll ein neues System zum Einsatz kommen, mit:

Exzenterschneckenpumpe kombiniert mit pneumatischer Dichtstromförderung.

Der Folgeaufwand und die Betriebskosten können somit minimiert werden.

Mit der neuen Anlage wird auch eine 100 %ige Redundanz hergestellt.

Folgende Details sind zu bearbeiten:

-                                                                                                     Auswahl Pumpen-Luft-System

-                                                                                                     Verrohrung und Armaturen in- und außerhalb des Gebäudes

-                                                                                                     Elektrischer Anschluss

-                                                                                                     Bauarbeiten / Rohrleitungen durch Versetzen einer Schlammpresse.

-                                                                                                     Einbindung in das vorhandene Prozessleitsystem

 

Geschätzte Gesamtkosten:  101.000,00 €(brutto)

 

 

Die genannten Schätzkosten beinhalten sämtliche für den fachgerechten Einbau bis zur Inbetriebssetzung der Aggregate anfallenden Kosten sowie die Baunebenkosten

wie Ingenieurhonorare, Gutachterkosten etc.

 

Die oben genannten Investitionsaufträge wurden unter dem Projekt „Optimierung

der Maschinentechnik auf der Kläranlage Mittleres Glemstal“ zusammengefasst.

 

Zur Umsetzung der ausrüstungstechnischen Maßnahmen müssen die Planungsleistungen (Technische Ausrüstung) nach HOAI durch einen geeigneten, kompetenten Ingenieur erbracht werden. 

 

Da der aktuelle Schwellenwert (221.000,00€/netto) zur Anwendung der Bestimmungen der Vergabeverordnung -VgV- i.V.m. dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen -GWB- für öffentliche Auftraggeber nicht erreicht oder gar überschritten wird (§ 1, Abs. 1 VgV), bedarf es keines VgV-Verfahrens (§ 74 ff. VgV) zur Planerauswahl.

Die erforderlichen Ingenieurleistungen (Technische Ausrüstung) können vielmehr im sog. Unterschwellenvergabebereich entsprechend den Bestimmungen der Unterschwellenvergabeordnung –UVgO- an ein geeignetes, qualifiziertes Ingenieurbüro vergeben werden.

 

§ 50 UVgO greift dabei die Regelung Nummer 2.3 der Allgemeinen Verwaltungsvorschriften zu § 55 der Bundeshaushaltsordnung (VV-BHO) – ähnliche Regelungen finden sich teils auf Landesebene – auf und stellt klar, dass auch freiberufliche Leistungen grundsätzlich im Wettbewerb zu vergeben sind. Dabei ist ohne Bindung an die übrigen Vorschriften der UVgO so viel Wettbewerb zu schaffen, wie dies nach der Natur des Geschäfts oder nach den besonderen Umständen möglich ist.

 

Im Rahmen einer Verhandlungsvergabe ohne Teilnahmewettbewerb (analog § 12 Abs. 2 UVgO i.V.m. Ziff. 2.3 VergabeVwV) wurden daher durch die Verwaltung zwei Ingenieurbüros zur Abgabe eines Angebots angefragt. Ein Büro hat aus Kapazitätsgründen abgesagt.

 

Die Verwaltung schlägt daher vor, die Planungsleistungen zur Realisierung der ausrüstungstechnischen Maßnahmen an das Büro PW-Plan, Ingenieurbüro für Wasser- und Abwassertechnik, Welfenstraße 55, 70599 Stuttgart, auf Basis der HOAI zu vergeben.

Das sich aus der Kostenschätzung heraus ermittelnde Honorar für vergütungsfähige Grundleistungen aus den Leistungsphasen 5-8 der HOAI beträgt dabei rund 37.000,00 € netto.

 

Nach erfolgtem Gemeinderatsbeschluss erfolgt die Erstellung der erforderlichen Planungsunterlagen (Bemessung, Festlegung der Aggregate, Aufstellpläne etc.).Danach sollen die als geeignet ermittelten Aggregate ausgeschrieben  und die Liefer- u. Montageleistungen entsprechend den geltenden Vergaberichtlinien  an die wirtschaftlichsten Bieter vergeben werden. Im Falle einer jeweiligen Vergabesumme, die über den Zuständigkeitsgrenzen nach städtischer Hauptsatzung liegt erfolgt diese Vergabe über das Gremium.

 

Das TBA erachtet die Durchführung der beschriebenen Maßnahmen als unabdingbare Voraussetzung für einen sicheren und wirtschaftlichen Betrieb der Abwasserreinigungsanlage im Mittleren Glemstal.

 

Der Einbau erfolgt schnellstmöglich. Das TBA geht von einer Inbetriebnahme im 1. Quartal 2020 aus.

 

 

 

 

 

 

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Finanz. Auswirkung

JA

x

 

 

NEIN

 

 

Kontierung

Jahr

verfügbares Budget

Finanzbedarf

Bemerkung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

753800027004

Kläranlage Maschinen- u. Elektrotechnik

2019

31.718,00

0,00

Dickschlammpumpen-

installation

 

 

2020

150.000,00

181.718,00

Mittel i. H. v. 31.718,00 sind i. HH 2020

neu zu veranschlagen

753800017011

Abwasser Energieoptimierung Belebungsanlage

 

2019

80.000,00

0,00

Installation Turboverdichter

 

2020

70.000,00

70.000,00

Installation Turboverdichter

 

753800026003

Abwasser Kläranlage Ausstattung

2019

215.000,00

0,00

Beschaffung Turboverdichter und Dickschlammpumpen

 

 

2020

120.000,00

265.000,00

Mittel i. H. v. 145.000,00 sind im HH 2020

neu zu veranschlagen

753800017008

Abwasser Kapazitätserhöhung

Schlammfaulung

r

2019

150.000,00

0,00

Faulgasverdichteranlage

 

2020

150.000,00

150.000,00

Faulgasverdichteranlage:

110.000,00

Sedimentpumpe:

40.000,00

 

 

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