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Beschlussvorschlag mit finanziellen Auswirkungen - 2019/141
Grunddaten
- Betreff:
-
Einführung eines ÖPNV-Stadttickets in Leonberg
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorschlag mit finanziellen Auswirkungen
- Federführend:
- Geschäftsstelle Gemeinderat
- Beteiligtes Amt:
- Stadtwerke Leonberg
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Geplant
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Finanz- und Verwaltungsausschuss
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Vorberatung
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27.06.2019
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Erledigt
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Gemeinderat
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Entscheidung
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02.07.2019
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Beschlussvorschlag
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Der Einführung eines Stadttickets Leonberg als Instrument zur Steigerung der Attraktivität des lokalen ÖPNV zu den im Sachverhalt dargestellten Rahmenbedingungen des VVS wird zugestimmt.
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Das Stadtticket als Einzeltagesticket zu 3 € bzw. als Gruppentagesticket zu 6 € (bis 5 Personen) wird ab dem 01.01.2020 zunächst für einen Zeitraum von zwei Jahren befristet.
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Der Ausgleich der prognostizierten Mindereinnahmen des VVS in Höhe von jeweils 155.000 € für die Jahre 2020 und 2021 sind aus dem städtischen Haushalt zu finanzieren.
- Die Stadtverwaltung wird beauftragt, den erforderlichen Vertrag zwischen der Stadt und dem VVS zur Einführung des Stadtticket zu schließen.
Sachverhalt
Sachverhalt mit der Stellungnahme der Verwaltung
Ausgangslage
Bereits im April 2018 beantragte die SPD-Fraktion des Leonberger Gemeinderates die Einführung eines Kurzstreckentickets zu 1,40 € innerhalb des Leonberger Stadtgebiets. Durch die Orientierung am vorhandenen Kurzstrecken-Ticket könne das Stadtticket mit geringem administrativem Aufwand an den vorhandenen Automaten oder per Handy gelöst werden.
Im Rahmen der Beratungen zum Haushalt 2019 beantragt die CDU-Fraktion die Einführung eines kostenlosen innerstädtischen ÖPNV mit einer Testphase von zwei Jahren und Evaluation. Ebenso beantragte die FDP die Einführung eines vergünstigten Stadtbustarifes. Von der SALZ wurde beantragt, dass die Stadt ein eigenes kostenfreies ÖPNV-Angebot, das an das VVS-Hauptnetz andockt, vorhalten solle.
Damals erklärte die Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart GmbH (VVS), dass aufgrund der zum April 2019 anstehenden Tarifreform keine Kapazitäten verfügbar seien, um die Einführung weiterer Stadttickets umzusetzen. Eine Einführung sei erst wieder zum 01.01.2020 möglich.
Stadttickets im VVS-Gebiet
Aktuell bieten 14 Städte und Gemeinden im VVS-Gebiet ein ermäßigtes VVS-Ticket zur Fahrt innerhalb ihrer Gemarkung an. Dabei kommen verschiedene Regelungen zur Anwendung. Da rund 20 weitere Kommunen in Interesse an einem Stadtticket bekundet haben, hat die VVS-Gesellschafterversammlung am 24.07.2018 Rahmenbedingungen beschlossen, die für alle Stadttickets gelten sollen. Ziel ist es, die Tariflandschaft zu harmonisieren. Mit der Stadt Ludwigsburg wurde ein Modell auf Basis eines Tagestickets entwickelt und seit 01.08.2018 als Pilotprojekt umgesetzt.
Dabei gelten folgende Rahmenbedingungen:
- Einzeltagesticket zu 3 € bzw. als Gruppenticket zu 6 € (bis 5 Personen).
- Vertrieb erfolgt über alle Vertriebskanäle (beim Fahrer, online, Automat, Verkaufsstellen).
- gültig ab Erwerb bis 7:00 Uhr des Folgetages.
- gültig für alle öffentlichen Verkehrsmittel (Bus, S-Bahn, Ruftaxi) innerhalb des Stadtgebietes Leonberg einschließlich der Ortschaften Gebersheim, Höfingen und Warmbronn.
- Einführung zum 01.01.2020.
- Mindestlaufzeit des Vertrages 2 Jahre.
Bei seinen Überlegungen zur Harmonisierung des Tarifs ging der VVS von folgenden Grundsätzen aus:
- Der in der Vergangenheit entstandene „Wildwuchs“ bei den Stadttickets soll beseitigt werden. Für neue interessierte Städte solle ein Stadtticket nur noch als Tagesticket gemäß dem Ludwigsburger Modell angeboten werden. Die Städte, die bereits ein eigenes Stadtticket haben, sollen nach Möglichkeit auf dieses Modell umgestellt werden.
- Das Stadtticket wird nicht als Regeltarifangebot in den allgemeinen VVS-Tarif aufgenommen. Ein Stadtticket wird nur dann angeboten, wenn die jeweilige Kommune bereit ist, die entstehenden Mindereinnahmen auszugleichen.
- Die Preise für das Stadtticket müssen dynamisiert werden. Soweit die Preiserhöhungen nicht ausreichen, gilt dies auch für die durch die Kommunen zu leistenden Zuschüssen. Der Vertrag wird zunächst eine Laufzeit von zwei Jahren haben.
Die zwischenzeitliche Auswertung des Ludwigsburger Testlaufes bestätigt die Annahmen für die Berechnungen des VVS, insbesondere die angenommene Steigerung der Nutzerzahlen um ca. 15% im Bereich des Gelegenheitsverkehrs. Diese Steigerung deckt die Mindereinnahmen jedoch nicht ab, weshalb ein Zuschuss durch die Kommunen zu zahlen ist.
Die Evaluationsergebnisse für die Stadt Ludwigsburg sollen auf die anderen Kommunen übertragen werden, so dass jede Kommunen gleich behandelt wird. Da in Ludwigsburg aufgrund der Größe und des sehr guten Busverkehrsangebots das zu erzielende Fahrgastpotenzial (Mehrverkehr) auch relativ größer sein wird als in kleineren Kommunen, entsteht den Kommunen, die kleiner als Ludwigsburg sind, kein Nachteil.
Vorteile eines Tagestickets
Im Vergleich zum Kauf von Einzeltickets reduzieren sich die Verkaufsvorgänge im Bus, da nur einmal ein Ticket gelöst werden muss. Weiterer positiver Effekt ist, dass das Ticket an einem Tag auch für weitere Fahrten innerhalb des Leonberger Stadtgebiets genutzt werden kann ohne, dass dabei weitere Kosten für den Fahrgast entstehen. Das Tagesticket erhöht damit die Mobilität. Das „Stadtticket Gruppe“ stellt ein attraktives Angebot insbesondere für Familien dar. Für 6 € kann eine Familie oder Gruppe (max. fünf Personen) einen ganzen Tag innerhalb Leonbergs des ÖPNV nutzen.
Ein Einzelticket zu einem Signalpreis oder gar kostenlos würde zu Kannibalisierungseffekten bei den Zeittickets führen.
Mit dem Angebot eines niederschwelligen, weil preisgünstigen und einfach zu verstehenden Tagestickets entfällt für den Fahrgast die Notwendigkeit, sich bei jeder weiteren Fahrt am selben Tag erneut ein Ticket zu kaufen. Der verkehrliche Nutzen im Hinblick auf gewünschte Verlagerungen vom motorisierten Individualverkehr (MIV) zum ÖPNV ist gegenüber einer Einzelticketlösung größer. Die Berechnungen des VVS gehen von einem Neu-/Mehrverkehr in Höhe von ca. 15% aus. Der Mehrverkehr ist bereits kompensatorisch bei den berechneten Mindereinnahmen berücksichtigt. In welchem Umfang es gelingen wird, die Nutzer des preisgünstigen Tagesticket im Zeitablauf als Dauerkunden mit Zeitticket zu gewinnen, muss sich noch zeigen. In jedem Fall ist das günstige Tagesticket geeignet, bisherige Nichtkunden an den ÖPNV heranzuführen.
Vergleich der Ticketpreise von Regeltarifticket zu Stadtticket
Kostenberechnung
Der VVS hat Modellrechnungen aufgestellt, welche sowohl Mindereinnahmen durch den Rabatt als auch Mehrerlöse durch gestiegene Nutzerzahlen enthalten. Demnach entstehen Mindererträge in Höhe von gerundet insgesamt 155.000 €/Jahr, die von der Stadt Leonberg zu finanzieren wären. Fahrten aus dem Geltungsbereich Leonberg hinaus bzw. in das Gebiet hinein fließen in die Berechnung nicht ein. (Anlage 1)
Weiteres Vorgehen
Im zweiten Quartal Vorbereitung der vertrieblichen Umsetzung durch den VVS gemeinsam mit den Verkehrsunternehmen.
Herbeiführung entsprechender Beschlüsse der VVS-Gremien (Tarifausschuss, Aufsichtsrat, Gesellschafterversammlung).
Zustimmung der Genehmigungsbehörde.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe |
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1
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(wie Dokument)
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272,9 kB
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