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Beschlussvorschlag mit finanziellen Auswirkungen - 2019/136
Grunddaten
- Betreff:
-
Machbarkeitsstudie zur "Sonnenkreuzung" - Vorstellung der Untersuchungsergebnisse
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorschlag mit finanziellen Auswirkungen
- Federführend:
- Stadtplanungsamt
- Beteiligtes Amt:
- Ordnungsamt; Referat für innovative Mobilität
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Geplant
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Planungsausschuss
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Vorberatung
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27.06.2019
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Erledigt
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Gemeinderat
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Entscheidung
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02.07.2019
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Sachverhalt
Sachverhalt mit der Stellungnahme der Verwaltung
Vorbemerkungen
Da städtebauliche Entwicklungen im Umfeld der sog. Sonnenkreuzung mittelfristig zu erwarten sind, wurden durch ein externes Planungsbüro verkehrsplanerische Untersuchungen zur verkehrlich- funktionalen Optimierung angestellt. Die wichtigsten Untersuchungsergebnisse sind in der Anlage ausführlich dargestellt. Die Fachplaner werden im Rahmen der Sitzung des Planungsausschusses die Ergebnisse vorstellen.
Bestandssituation
An der Sonnenkreuzung treffen Grabenstraße, Stuttgarter Straße, Feuerbacher Straße und Graf- Ulrich- Straße in Kuppenlage aufeinander. In Verbindung mit der vorhandenen Bebauung ergibt sich teilweise eine schlechte Einsehbarkeit des Knotenpunktes. Es handelt sich um eine Unfallhäufungsstelle. Der Knotenpunkt wird auf drei Zufahrten von Bussen des ÖPNV befahren.
Zur Bestimmung der Verkehrsmengen wurde im November 2018 eine Zählung mittels Videoaufzeichnung durchgeführt, die folgende Verkehrsstärken (DTV) ergab:
- Grabenstraße: 22.756 Kfz/ 24 h
- Feuerbacher Straße: 19.931 Kfz/ 24 h
- Stuttgarter Straße: 10.705 Kfz/ 24 h
In der Spitzenstunde zwischen 16:30 und 17:30 Uhr liegt die Verkehrsstärke am Knotenpunkt bei ca. 21.150 Kfz (davon Schwerverkehrsanteil von ca. 5,4 %). Die stärksten Ströme verlaufen von der Graben- zur Feuerbacher Straße und umgekehrt. Insgesamt ist der lichtsignalgesteuerte Knotenpunkt nicht mehr ausreichend leistungsfähig (Qualitätsstufe „E“). Für einen Zeitraum 2020 bis 2030 ist bei weiter ansteigenden Verkehrsmengen eine weitere Verschlechterung der Leistungsfähigkeit prognostiziert. Vor diesem Hintergrund wurden verschiedene Planfälle untersucht.
Planfall Kreisverkehr
Ausgehend von den realistischerweise zur Verfügung stehenden Platzverhältnissen könnte bei einer Planvariante „Kleiner Kreisverkehr“ mit einem Durchmesser von rund 30 Metern eine geringfügige Verbesserung der Leistungsfähigkeit erreicht werden (Qualitätsstufe „D“ bei einer Verkehrsbelastung bis ca. 25.000 Kfz/ 24 h). In der mittelfristigen Prognose wäre jedoch mit einer Verschlechterung auf Qualitätsstufe „E“ zu rechnen.
Aufgrund der aktuellen Verkehrsbelastung wäre ein großer Kreisverkehr mit mehr als 40 Meter Durchmesser funktional angemessen, der im städtebaulichen Umfeld und der topographischen Kuppenlage allerdings nicht darstellbar ist. Voraussetzung zur Realisierung wären mehrere Grunderwerbe. Eine räumliche Verschiebung eines Kreisverkehrs in Richtung Süden aus der Mittelachse
Quelle: Planungsbüro Richter- Richard, Machbarkeitsstudie zur Sonnenkreuzung, Mai 2019.
der ankommenden Straßen wäre planerisch nur über einen Bypass von der Graf- Ulrich- Straße (am geringsten belastete Verkehrsbeziehung) zu lösen.
Hieraus ergeben sich weite Wege für die Rad- und Fußgängerführung bei reduzierter Verkehrssicherheit.
Unter Beachtung der einschlägigen Richtlinien wäre der Flächenverbrauch erheblich und das Gesamtvorhaben städtebaulich/ stadtgestalterisch nicht vermittelbar.
Bei einem Kreisverkehr reduziert sich die Steuerbarkeit des Verkehrs maßgeblich, was auch Auswirkungen auf die nachfolgenden lichtsignal- gesteuerten Knotenpunkte haben und dort Rückstausituationen auslösen kann. Im schlechtesten Fall kann dann der Kreisverkehr nicht mehr funktionsfähig sein.
Optimierung der Bestandssituation
Ausgehend von der verkehrsplanerischen Zielsetzung, die bestehenden Verkehrsbeziehungen aufrecht zu erhalten, erfolgte seitens des Verkehrsgutachters eine konzeptionelle Optimierung des bestehenden Knotenpunktes.
Als problematisch erweist sich die fehlende Ausrundung am Gasthaus Sonne, insbesondere für größere Fahrzeuge. Soweit eine Verfügbarkeit dieser Grundstücksfläche gegeben wäre, könnte die Ausrundung dort ausgeführt werden, alternativ in Form einer Verschiebung des Knotenpunktes um ca. 5 Meter nach Süden (Eck-ausrundung).
Quelle: Planungsbüro Richter- Richard, Machbarkeitsstudie zur Sonnenkreuzung, Mai 2019.
Die hierfür erforderliche Fläche zur Sicherung dieser Planidee soll hierzu als „Freihaltefläche“ im Bereich des städtischen Parkplatzes und der Sparkasse vorgehalten werden.
Neben der baulichen Optimierung wäre auch in einem kleineren Rahmen eine Optimierung der Verkehrssteuerung zu realisieren.
Führungsformen Radverkehr
Die Zählung ergab Spitzenstunden zwischen 7:00 und 8:00 Uhr (42 Radfahrer) sowie zwischen 17:00 und 18:00 Uhr. Insgesamt wurden 313 Radfahrer gezählt.
Die in 2013 erstellte Radverkehrskonzeption definiert die Relation Graben-/ Feuerbacher- und Stuttgarter Straße als Hauptrouten zur möglichst schnellen und lückenlosen Verbindung zwischen wichtigen Zielen. Dadurch wird ein Großteil des Alltagsverkehrs bewältigt, Freizeitverkehre nutzen häufig alternative Strecken.
Folgende Lösungen werden vorgeschlagen:
- Grabenstraße: Richtung Bahnhofstraße ist die bauliche Trennung als Radfahrstreifen nicht möglich, sodass der Schutzstreifen erhalten bleiben sollte. Bergauf wird durch die Ausweisung als gemeinsamer Geh- und Radweg die Radverkehrsanlage benutzungspflichtig.
- Feuerbacher Straße: Bergauf wird die Markierung eines Schutzstreifens empfohlen, wobei die Querung zum Zweirichtungsverkehr noch vertiefend zu untersuchen ist. Bergab soll der Radverkehr im Mischverkehrsprinzip geführt werden, weil der vorhandene Straßenraum keine eigenständige Lösung zulässt.
- Stuttgarter Straße: Das bestehende Radverkehrsangebot entspricht den einschlägigen Vorgaben und ist laut Gutachter nachvollziehbar ausgestaltet, sodass keine Änderungen an der Radverkehrsführung empfohlen werden.
Querungen
Im Bereich der Stuttgarter Straße werden weitere Querungen für Fußgänger empfohlen:
- Fußgängerüberweg im Bereich Bierkeller/ Goethestraße (allerdings begrenzte Einsehbarkeit)
- Rebenweg/ Im Wengert
- Richtungshaltestellen Engelberg
- Hinterer Bergweg (Höhe Tennisplätze) mit einer baulichen Mitteltrennung (zugleich geschwindigkeitsreduzierend)
Zusammenfassung und Empfehlungen
Neben der verkehrsplanerischen Konzeption im Bereich „Sonnenkreuzung“ stellt die Lenkung, Steuerung und Regulierung der Verkehrszuflüsse in die Stadt eine weitere zentrale Aufgabenstellung dar. Hierzu ist der beschrittene Weg mit der Installation eines modernen Verkehrsrechners und der Mitwirkung Leonbergs an einer teilregionalen Verkehrssteuerung („Regionale Mobilitätsplattform“) konsequent weiterzuführen. Das Gutachten hat gezeigt, „dass sowohl die Leistungsfähigkeit des Verkehrsablaufs der Bestandssituation als auch die des Kreisverkehrs unter Berücksichtigung der Steigungs- und Sichtverhältnisse und der Prognoseverkehrsstärken nicht gewährleistet ist. Ist der Kreisverkehr überlastet und der Kfz-Verkehr staut sich über die Kreisfahrbahn hinaus zurück, wächst der Rückstau sehr schnell in alle Zufahrten. Dadurch, dass bei signalgeregelten Knotenpunkten bei Rückstau die Innenfläche des Knotenpunkts freizuhalten ist, tritt diese Folgewirkung bei einem signalisierten Knoten nicht auf“ (Planungsbüro Richter- Richard, Machbarkeitsstudie, 2019, S. 35). Die Topographie und die dadurch eingeschränkten Sichtbeziehungen mindern die Funktionalität eines Kreisverkehrsplatzes. Weiterhin würde die Flächeninanspruchnahme (inkl. Führung Fußgänger/ Radfahrer) erhebliche räumliche Ausmaße annehmen, die städtebaulich und stadtgestalterisch nicht mit der Funktion der Örtlichkeit als Eingangs- und Auftaktsituation einer historisch geprägten Altstadt überein gehen.
Fachlich priorisiert wird vielmehr eine baulich- funktionale Optimierung der Bestandssituation, entweder in Folge von Grunderwerben oder durch eine leichte räumliche Verschiebung der Kreuzung Richtung Süden (Sparkassenareal). Die „Trassenfreihaltung“ kann direkt in die dortige Planung eingebracht werden, sodass Optionen für die Stadt eröffnet werden.
Der Verzicht auf den Kreisverkehr und das Bewerten der Wirkung einer Pförtnerung des zufließenden Kfz-Verkehrs mit einer anschließenden Überprüfung der Rückbaupotenziale des bestehenden Knotenpunkts bietet die robustere Lösung, auf zukünftige Entwicklungen angemessen reagieren zu können. Es würde auch dem Planungsprinzip vom "Gesamtstädtischen zum Lokalen“ folgen.
Ausblick
Entsprechend der Beschlussfassung werden die Ergebnisse der vorliegenden Machbarkeitsstudie in die weitere Projektentwicklung des Sparkassenareals (Mehrfachbeauftragung) sowie für das Plangebiet „Agnes-Miegel-Straße“ (siehe SV 2019/ 020) einbezogen.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe |
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1
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(wie Dokument)
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7,4 MB
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