Header Stadt für Morgen

Ratsinformationssystem

Beschlussvorschlag und Kenntnisnahme - 2018/192

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Beschlussvorschlag

  1. Der Bericht der Schulleitung über das Jahr 2017/2018 wird zur Kenntnis genommen.
     
  2. Das Kontingent für den Unterricht von Leonberger Vereinsjugendlichen wird um
    9 Wochenstunden auf 47 Wstd. erhöht.  Die zusätzlich erforderlichen Mittel in Höhe von 5.000 EUR werden auf dem Sachkonto 43180000 (Vereinsförderung soz. Bereich und Jugend, Junge Musiker) in den Haushalt 2019 eingestellt.

 

3.     Bei den Instrumentalklassen wird von der bisherigen Vollkostendeckung der Personalkosten abgewichen, damit der Förderverein seine Kosten für die Instrumente decken kann. Dadurch erhöht sich der Abmangel der Jugendmusikschule im nächsten Berichtsjahr. Eine Vorlage hierzu wird nachgereicht.

Reduzieren

Sachverhalt

Zusammenfassung des Sachverhalts

 

Die Jugendmusikschule entwickelte sich im Berichtsjahr positiv:

 

1. Die Schülerzahl stieg. Unterrichtsangebot und Struktur der Jugendmusikschule konnten im Schuljahr 2017/2018 parallel zu den Veränderungen in Gesellschaft und Bildungslandschaft erhalten und weiterentwickelt werden. Die zur Erfüllung des Bildungsauftrags erforderliche Breiten- und Spitzenförderung ist weiterhin in allen Hauptfächern möglich.

 

2. Die Arbeit mit Orchestervertretern im Jugendsinfonieorchester, anknüpfend an das erste Leonberger Jugendforum, bewährt sich und ermöglicht Partizipation.

 

3. Die Projekte in Kooperation mit den allgemein bildenden Schulen wurden dem Bedarf angepasst und durch neue Projekte ergänzt.

 

4. Die Begabtenklasse/ „Musik vertieft“ konnte mit neun Schülerinnen und Schülern fortgesetzt werden.

 

Insgesamt haben 22 Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teilgenommen und zahlreiche Preise erhalten, neun davon beim Bundeswettbewerb.

 

5. Die erneut erforderliche Wiederbesetzung der Stelle der Verwaltungsleitung konnte personell gut gelöst werden.

 

6. Die Umstellung des Musikschulverwaltungsprogramms wurde durchgeführt und mit dem neuen Programm gibt es weniger programmbedingte Fehler.

 

 

Ziele der Maßnahme

 

Die Jugendmusikschule Leonberg hat gemäß den Empfehlungen des KGSt-Gutachtens „Musikschule“ sowie den „Empfehlungen zur Musikschule“ des Deutschen Landkreistags und Deutschen Städtetags als Bildungseinrichtung nach wie vor die Aufgabe, „Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine musikalische Grundausbildung zu vermitteln, den Nachwuchs für das Laien- und Liebhabermusizieren heranzubilden (Breitenförderung), Begabungen zu erkennen und zu fördern sowie auf das Studium der Musik vorzubereiten.“ Der Deutsche Städtetag nennt öffentliche Musikschulen „Einrichtungen des Bildungswesens und der kulturellen Grundversorgung“ und benennt ihre Bildungsziele (siehe ausführlicher DS 2003 Nr. S 32).

 

 

Sachverhalt/ Sachstand

 

Im Oktober 2018 hatte die Jugendmusikschule mit 1406 Kindern und Jugendlichen unter
18 Jahren und 147 Erwachsenen insgesamt 1553 Teilnehmer bzw. 1786 Belegungen und damit einen gegenüber dem Vorjahr gestiegenen Schüler- und Belegungsstand. Veränderungen bei der Schülerzahl ergaben sich v.a. bei SBS „Singen-Bewegen-Sprechen“ (+ 61) und in den Kooperationen mit den allgemein bildenden Schulen (+ 136[1]) sowie im Ensemblebereich (+ 10).

 

Das Landesprogramm zur Sprachförderung SPATZ/ SBS „Singen-Bewegen-Sprechen“ wird derzeit für 289 Leonberger Kinder und in folgenden 9  Leonberger Kindertageseinrichtungen durchgeführt: Martha-Johanna-Haus, Kinderhaus Spitalhof, Kinderhaus Stadtpark, Kinderhaus Kunterbunt, Halden-Kinderhaus, Kinderhaus Warmbronn, Kinderhaus Ezach, Elly-Heuss-Knapp-Kindergarten und Kindergarten Regenbogen. Die gute Zusammenarbeit mit dem Sachgebiet Kindertageseinrichtungen und der Kirchenpflege der ev. Gesamtkirchengemeinde erleichtert hierbei die Verwaltungsabwicklung. SBS ist für die Kinder ein wichtiges, kostenfreies Förderangebot und für Chancengerechtigkeit und Breitenarbeit sehr wichtig.

 

Die bewährten Kooperationen mit allgemein bildenden Schulen wurden dem Bedarf angepasst. Ein Sponsoring der Firma LEWA GmbH ermöglicht seit März 2018 eine Geigen-AG an der Spitalschule. Erfolgreich startete auch ein Bandprojekt an der Karl-Georg-Haldenwang-Schule mit 15 Schülerinnen und Schülern. Ein Rhythmik-Angebot an der Mörike-Schule wird inzwischen ohne Nutzerentgelte über Monetarisierung (Ganztagsschulgesetz) aus Landesmitteln finanziert. Insgesamt werden im Bereich der Schulkooperationen nun 498 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

 

Die Bläserklasse an der Gemeinschaftsschule der August-Lämmle-Schule hat sich mit ihrem zweiten Jahrgang ab September 2018 gut etabliert. In den Instrumentalklassen am Albert-Schweitzer-Gymnasium, Johannes-Kepler-Gymnasium und der August-Lämmle-Schule geht es nicht nur um das Erlernen eines Instruments, sondern zunächst vor allem um gemeinsames Musizieren, um das Fördern von Disziplin und die Ausrichtung auf ein gemeinsames Ziel und die mit einem Auftritt verbundenen Erfolgserlebnisse. Zusätzlich ist besonders erfreulich, dass sich aus dem achten Jahrgang der Leonberger Instrumentalklassen in Kooperation mit dem Albert-Schweitzer-Gymnasium, Johannes-Kepler-Gymnasium nach zweijähriger Laufzeit 12 von 27 Schülerinnen und Schülern für einen weiterführenden Instrumentalunterricht entschieden haben und aus der Instrumentalklasse in Kooperation mit der August-Lämmle-Schule 3 von 26 Schülerinnen und Schülern, 4 davon in den Musikvereinen Stadtkapelle Leonberg e.V., Höfingen e.V. sowie Lyra 1897 Eltingen e.V..

 

Die Begabtenklasse für außergewöhnlich begabte und fleißige Schülerinnen und Schüler konnte durch das herausragende Engagement des Fördervereins und mehrere Spenden weitergeführt werden. Im Schuljahr 2019/2020 nehmen 9 Schülerinnen und Schüler teil
(4 Musik vertieft / 5 Begabtenklasse). Die Spenden hierfür reichen derzeit bis zum 31.08.2019. Zur Fortsetzung sind Spenden in Höhe von ca. 2.200 EUR pro Schuljahr erforderlich, da das Defizit der Jugendmusikschule hierdurch nicht steigen soll.

 

Seit 1.3.2017 hat sich Jennifer Stenzig als Verwaltungsleiterin bewährt. Zu ihrer Freude hat sie sich im September 2018 in den Mutterschutz verabschiedet. Frau Frances Faschingbauer aus dem Amt für Kultur, Erwachsenenbildung, Sport und Stadtmarketing arbeitet sich derzeit engagiert in ihre neue Aufgabe ein.

 

Die geplante Umstellung des Musikschulverwaltungsprogramm von Melos auf iMikel wurde durchgeführt. Auch wenn die Einarbeitung in das neue Programm umfangreich ist, gibt es schon jetzt programmbedingt deutlich weniger Fehler als zuvor, etwa bei der Berechnung von Ermäßigungen.

 

Im pädagogischen Bereich wurde eine Fortbildung zum Thema „differenzielles Lernen“ mit Prof. Dr. Martin Widmaier durchgeführt. Obwohl für Klavier entwickelt, ist differenzielles Lernen auch in anderen Fächern anwendbar. Die Fortbildung fand daher fächerübergreifend statt. Für die Zukunft wird die Fortbildung der Lehrkräfte weiterhin wichtig sein. Entsprechend werden auch zukünftig Fortbildungen angeboten, weil die Lehrkräfte auch im Zuge des gesellschaftlichen Wandels vor immer neuen pädagogischen Herausforderungen stehen und die Jugendmusikschule sie dabei unterstützen möchte.

 

Verschiedene konzeptionelle Überlegungen etwa zur weiteren Kooperation mit den allgemein bildenden Schulen, zu bedarfsorientierten Angeboten für Erwachsene, zu den Themenkreisen Musiktherapie bzw. Musikgeragogik und Angeboten für Flüchtlinge sind darüber hinaus in Arbeit, konnten jedoch noch nicht abgeschlossen werden.

 

Im Rahmen der begonnenen Überarbeitung des Marketingkonzepts der Jugendmusikschule wurden alle Angebots- und Veranstaltungsflyer, Konzertprogramme und Plakate neu gestaltet sowie Werbe-Rollups und eine Musikschul-Noten-Tasche aus Baumwolle als neue Werbemittel erstellt.

 

Der vierte Bauabschnitt der Teilsanierung der Zentralstelle der Jugendmusikschule (Ersatz der großen Fensterfläche in Raum 4, dem kleinen Vorspielraum der Jugendmusikschule) wurde in den Sommerferien durchgeführt. Dies führt zu energetischen Verbesserungen und reduziert die Beeinträchtigung durch den früher stark hörbaren Verkehr der Eltinger Straße.

 

Die Zusammenarbeit zwischen Musikverein Lyra 1897 Eltingen e.V., Musikverein Höfingen e.V., Musikverein Stadtkapelle Leonberg e.V. und der Jugendmusikschule Leonberg hat sich auch in diesem Berichtsjahr bestens bewährt. Dies zeigte sich etwa bei den Auftritten des gemeinsamen Jugend-Projektorchesters bei der Eröffnung der Kinder- und Jugendtage oder in der begonnenen Vernetzung zwischen der Bläserklasse der August-Lämmle-Schule und dem Musikverein Lyra zur Förderung des Vereinsnachwuchses. Derzeit werden in diesem Bereich insgesamt 102 Vereinsjugendliche ausgebildet (+ 4, seit 2016 + 13). Weitere Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule wirken darüber hinaus in den Jugendkapellen der Musikvereine mit.

 

Aufgrund der Vereinsförderrichtlinien unterrichtet die Jugendmusikschule seit 1992 besonders begabte Jugendliche aus den Leonberger Musikvereinen. Dafür erhalten die Vereine einen Zuschuss aus der Vereinsförderung in Höhe von 40 % der Unterrichtsgebühren. Hierfür stehen derzeit 38 Wochenstunden zur Verfügung. Die Vereine benötigen dringend eine Erhöhung dieses Deputats aufgrund der großen Nachfrage.

 

Die gewählten Orchestersprecher im Jugendsinfonieorchester setzen weiterhin den Partizipationsgedanken des 1. Leonberger Jugendforums um. Die Arbeit mit den Jugendlichen wird ohnehin möglichst partizipativ gestaltet, indem ihre Vorschläge und Wünsche aktiv abgefragt und soweit möglich umgesetzt werden. So wird etwa der Wunsch nach einem eigenen Konzert bereits 2018 verwirklicht und Wünsche des Repertoires berücksichtigt. Dies fördert auch die Entwicklung von Mit-Verantwortung.

 

Erheblich erschwert wird die kontinuierliche Probenarbeit im Jugendsinfonieorchester und insgesamt in den Ensembles allerdings durch die starke schulische und Freizeitauslastung der Schülerinnen und Schüler, weshalb Proben öfters nicht verlässlich besucht und  Konzertzusagen nicht eingehalten werden. Dennoch waren die Schülerinnen und Schüler im JSO motiviert und es gelangen beeindruckende Veranstaltungen.

 

Der im Ensemblebereich eingerichtete Pop-Chor bewährt sich bestens. Hier wirken teils auch Erwachsene mit. Zu beobachten ist außerdem eine weiterhin steigende Nachfrage nach Angeboten für Erwachsene, sowohl im Ensemble als auch im flankierenden Unterricht.

 

Im Schuljahr 2017/2018 hat der Verein der Freunde und Förderer die Jugendmusikschule über die Begabtenklasse hinaus mit einem Gesamtbetrag von 17.319 EUR maßgeblich unterstützt, etwa durch die Übernahme zusätzlich erforderlicher Klavierkorrepetition für die Teilnehmer des Wettbewerbs Jugend musiziert, durch Stipendien für einzelne Schülerinnen und Schüler aus Familien in finanziellen Notlagen und vor allem durch Instrumentenspenden.

 

Im Berichtsjahr wurden 78 Veranstaltungen bzw. Mitwirkungen bei Veranstaltungen anderer mit etwa 2.190 Mitwirkenden und ca. 14.148 Zuhörerinnen und Zuhörern durchgeführt, davon 20 Fremdveranstaltungen bzw. Umrahmungen anderer Veranstaltungen. Neben den üblichen Vorspielen und Konzerten sind folgende Veranstaltungen besonders hervorzuheben:

        die Umrahmung der Amtseinsetzung von Oberbürgermeister Martin G. Kaufmann und der Verabschiedung von Oberbürgermeister Bernhard Schuler in der Stadthalle

        die herausragenden Konzerte des  Sinfonieorchesters, v. a. das Sommerkonzert des Sinfonieorchesters Leonberg mit Konstantin Gerstein-Ichimescu, einem ehemaligen Schüler der Jugendmusikschule als Solisten

        das beeindruckende Konzert der Begabtenklasse, der Konzertabend der Teilnehmer des Bundeswettbewerbs Jugend musiziert sowie ein herausragendes Schülerkonzert mit Jugend-musiziert-Preisträgerinnen unter dem Titel „a night at the opera“  unter der Leitung von Connie Gerstein-Ichimescu

        Konzerte der Bläser- und Streicherklasse von Albert-Schweitzer-Gymnasium,Johannes-Kepler-Gymnasium und Jugendmusikschule

        Konzerte der Fachbereiche Bläser und Popularmusik

        weitere Umrahmungen: u.a. der Eröffnung der LeoMess und der Adventsfeier der Rehagruppen Leonberg, ferner das Adventsflöten im Hospiz Leonberg, sowie die Mitwirkung bei der Langen Kunstnacht, beim Altstadt-Garten Leonberg und mehrere Auftritte in Kirchen und Altenheimen.

Angeknüpft wurde zudem an die Überlegungen zu neuen Veranstaltungsformaten, um andere Hörerkreise einzubeziehen und die Jugendmusikschule weiter zu vernetzen. Im klassischen Sektor wurden ein Konzert des Jugendsinfonieorchesters in der Schalterhalle der Kreissparkasse (Grabenstraße) und verschiedene Auftritte im Leo-Center geplant.

 

Bei diesjährigen Wettbewerben haben insgesamt 22 Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule Leonberg teilgenommen und erfolgreich abgeschnitten:

        Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“: 22 teilnehmende Schülerinnen und Schüler aus den Klassen von Margret Brokate, Conni Gerstein-Ichimescu, Georg Köhler, Frank Lehmann, Stefan Romer, Kornelia Timm, Christina Wirth, sowie Herward Heidinger vom Musikverein Lyra 1897 Eltingen e.V., dabei davon zwanzig erste und zwei zweite Preise, und, in 8 Fällen bedingt durch die junge Altersgruppen keine Weiterleitung zum Landeswettbewerb und 14 Weiterleitungen zum Landeswettbewerb.

        Landeswettbewerb „Jugend musiziert“: 14 teilnehmende Schüler aus den Klassen von Conni Gerstein-Ichimescu, Frank Lehmann, Bertram Schade, Stefan Romer, Kornelia Timm, Christina Wirth sowie Herward Heidinger vom Musikverein Lyra 1897 Eltingen e.V., dabei, elf erste und drei zweite Preise sowie 10 Weiterleitungen zum Bundeswettbewerb

        Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“: 9 teilnehmende Schüler aus der Klasse von Conni Gerstein-Ichimescu, Kornelia Timm sowie Herward Heidinger vom Musikverein Lyra 1897 Eltingen e.V. mit vier zweite und vier dritte Preise.

Diese Anzahl an Wettbewerbsteilnehmern und Preisen, vor allem auch beim Bundeswettbewerb, ist für eine Musikschule in der Größenkategorie der Jugendmusikschule Leonberg absolut außergewöhnlich.

 


Problemlagen

 

1. Durch die Veränderungen in Gesellschaft und Bildungslandschaft (v. a. steigende Internationalität, Einfluss der neuen Medien sowie zahlreiche Konkurrenzangebote und verstärkte Entwicklung zum Ganztag) entsteht nach wie vor eine Vielzahl von Problemen in der Jugendmusikschule. Zur Erfüllung ihres Bildungs- und Erziehungsauftrags ist  Folgendes erforderlich:

A.     finanziell niederschwellige Angebote an den Grundschulen zur musikalischen Breitenförderung

B.     Fortsetzung der bisherigen Kooperationsangebote an Grundschulen

C.     ausreichend zeitliche und räumliche Übungsmöglichkeiten für eine Fortsetzung der wirksamen Individualförderung mit der pädagogisch notwendigen Vertiefung.

Zwar bietet die Landesgesetzgebung finanzielle Möglichkeiten für niederschwellige Breitenangebote an Ganztagsschulen. Da nur die Mörikeschule diese nutzen kann, ist in der Breite tatsächlich jedoch noch immer keine nennenswerte Veränderung spürbar. Die Jugendmusikschule leistet in ihren Bildungskooperationen ihr Möglichstes, um innerhalb der derzeitigen finanziellen Rahmenbedingungen auch Kindern aus nicht musikaffinen und finanziell schlechter gestellten Familien eine adäquate musikalische Bildung und vor allem die damit verbundene Förderung ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu ermöglichen. Problematisch bleibt jedoch noch immer die Finanzierung ihrer Teilnahme.

 

2. Finanzierung der Instrumentalklassen: Der Instrumentalklassenunterricht ist eine Kooperation mit dem Albert-Schweitzer-Gymnasium und dem Johannes-Kepler-Gymnasium sowie mit der August-Lämmle-Schule. Er bietet ab Klasse fünf Gruppenunterricht in Blas- und Streichinstrumenten bei qualifizierten Lehrkräften. Hierbei musizieren die Schülerinnen und Schüler von Anfang an als gemeinsames Orchester und erhalten so einen besonders praktisch ausgerichteten Musikunterricht. Dieser besteht wöchentlich aus einer Orchesterstunde (Tuttiprobe) und einer Stunde Instrumentalunterricht (Registerprobe). In der Instrumentalklasse werden neben der Freude am Musizieren wichtige soziale und persönlichkeitsbildende Kompetenzen erworben und das Sozialverhalten gefördert. Die Steigerung der Konzentrationsfähigkeit durch das Musizieren wirkt sich positiv auf alle schulischen Bereiche aus.

 

Bislang wurde zur Vollkostendeckung des Arbeitgeberaufwands für die beteiligten Lehrkräfte der Jugendmusikschule ein entsprechender Betrag aus den eingenommenen Gebühren einbehalten. Den verbleibenden Rest erhielt bislang der Förderverein für Instrumente, Probenphasen u.ä.. Die Erfahrung der vergangenen acht Jahre hat gezeigt, dass aus pädagogischen Gründen je nach Jahrgangsstärke und Verteilung der Instrumente teils eine Erhöhung der Lehrerzahl erforderlich ist. Auch führen die tariflichen TVöD-Erhöhungen zu unvermeidbaren Kostensteigerungen. Die in den Jahren mit mehr Personalbedarf besonders reduzierten restlichen Mittel für Instrumentenwartung, Beschaffung und sonstigen Kosten der Instrumentalklassen reichen dem Förderverein nicht mehr, um diese Aufgaben zu erfüllen.

 

Ein Marktvergleich hat ergeben, dass die Leonberger Gebühr mit 39,50 EUR pro Monat bereits im oberen Preissegment liegt und derzeit nicht erhöht werden sollte. Er hat außerdem ergeben, dass an allen befragten Musikschulen die Personalkosten ausschließlich von den Musikschulen getragen werden, während die Instrumentenkosten von den Fördervereinen aus den eingenommenen Gebühren beglichen werden. Eine Fortführung der Vollkostendeckung der Personalkosten der Jugendmusikschule für dieses Projekt würde den Förderverein in eine unlösbare finanzielle Schieflage bringen.

 

3. Regelmäßig entsteht für den Wettbewerb Jugend musiziert in der Wertung Blasinstrumente solo ein erheblicher Mehrbedarf an Korrepetition, der nicht mit dem regulären Korrepetitionsdeputat von 3 Wochenstunden abgedeckt werden kann. Der Mangel konnte diesmal nur mithilfe des Fördervereins und einer Kooperation mit der Musikhochschule Stuttgart behoben werden. Gleichzeitig sind die Kosten für die Korrepetition der Wettbewerbsteilnehmer nicht gänzlich von der Allgemeinheit zu tragen.

 

4. Die stetig steigenden Aufwände, die durch Anbahnung, Organisation, Abwicklung und Verwaltung der zahlreichen Kooperationsprojekte mit derzeit 11 Kindertageseinrichtungen und 9 allgemein bildenden Schulen sowie 3 Musikvereinen bei gleichbleibender Personalkapazität entstehen, führen regelmäßig zu Belastungsspitzen in der Verwaltung der Jugendmusikschule. Darüber hinaus gibt es keine Vertretungsmöglichkeit im Krankheitsfall. Mittelfristig ist die Aufstockung des Verwaltungspersonals zu diskutieren.

 

5. Der Mangel an Förderplätzen für Vereinsjugendliche im Rahmen der Vereinsförderrichtlinien führt dazu, dass begabte und engagierte Jugendliche auf einen Unterrichtsplatz warten müssen. Die Musikvereine brauchen gleichzeitig die Jugendlichen und den Unterricht für sie dringend für ihre Jugendarbeit. Deshalb wird vorgeschlagen, im Rahmen der Vereinsförderung das Kontingent an Wochenstunden für die Ausbildung von Leonberger Vereinsjugendlichen an der Jugendmusikschule von 38 auf
47 Wochenstunden zu erhöhen.

 

Trotz des 2019 planmäßig um 34.181 EUR steigenden Defizits sieht die Leiterin der Jugendmusikschule momentan keine weiteren Einsparmöglichkeiten. Der Marktvergleich bestätigte, dass eine Gebührenanpassung derzeit nicht sinnvoll ist, wenn weiterhin ein breitestmöglicher Zugang zu den Angeboten der Jugendmusikschule möglich sein soll.


 

Weiteres Vorgehen

 

1. A. Die Kooperationsangebote der Jugendmusikschule an allgemein bildenden Schulen und Kindertageseinrichtungen und die Vernetzung der Jugendmusikschule als verlässlichem Bildungspartner wird weiter entwickelt.

1. B. Im Hinblick auf die steigende Internationalität werden so bald wie im Rahmen der vorhandenen Personalkapazitäten möglich integrationsfördernde musikalische Angebote und Angebote für Flüchtlinge erstellt, sofern dies ohne Steigerung des Abmangels der Jugendmusikschule leistbar ist.

1. C. Die konzeptionellen Überlegungen zu passenden, möglichst kostendeckenden Angeboten für Erwachsene sowie für musiktherapeutische bzw. musikgeragogische Angebote werden zeitnah fort- und umgesetzt.

 

2. Zur Stabilisierung des Kostendeckungsgrads der Jugendmusikschule wird zum nächsten Jahresbericht erneut geprüft, ob eine moderate Anpassung der Gebühren auf Basis eines Marktvergleiches im Jahr 2020 durchführbar ist. Dabei ist zu beachten, dass weiterhin ein breitestmöglicher Zugang zu den Angeboten der Jugendmusikschule möglich ist.

 

3. Zur nachhaltigen Regelung der Korrepetition für den Wettbewerb Jugend musiziert wird ab 1.9.2019 pro Wettbewerbsstufe eine Einmalgebühr der Teilnehmer erhoben, die einen Teil der Kosten deckt (siehe DS 2018/195). Die betreffenden Schülerinnen und Schüler bzw. ihre Eltern werden rechtzeitig im Frühjahr 2019 hierüber informiert. Für Familien mit Leonberger Familienpass oder in sonstigen begründeten Ausnahmefällen wird nötigenfalls eine Einzelfall-Lösung getroffen, um grundsätzlich allen Leonberger Kindern und Jugendlichen die Wettbewerbsteilnahme zu ermöglichen.

 

4. Die Abrechnung der Instrumentalklassen wird angepasst.

 

5. Im Rahmen der Vereinsförderung wird das Kontingent an Wochenstunden für die Ausbildung von Leonberger Vereinsjugendlichen an der Jugendmusikschule von 38 auf
47 Wochenstunden erhöht.


[1] Lediglich bei den Instrumentalklassen in Kooperation mit ASG und JKG sind die Belegungszahlen bedingt durch den Wechsel des Verwaltungsprogramms zu relativieren; siehe die Anmerkung im statistischen Bericht.

Reduzieren

Finanz. Auswirkung

 

Kontierung

Jahr

verfügbares Budget

Finanzbedarf

Bemerkung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beispiel 1 (Kontierung immer angeben! - auch bei Finanzbedarf 0)

 

 

 

 

11243024 – 42320000

Sanierung Finkenweg 3

2017

70.000

70.000

 

 

 

 

 

 

Beispiel 2

 

 

 

 

711330017020

Bau Verkehrsanlage

2017

100.000

150.000

überplanmäßige Ausgabe

755200307001

Andere Baumaßnahme

2017

300.000

50.000

Deckungsvorschlag

 

Reduzieren

Anlagen

Loading...