Mehr Informationen zu Frei Otto
Bekannt wurde Otto vor allem durch seine Entwicklung von Zelt-, Seilnetz- und Membrankonstruktionen, die er nicht nur theoretisch erforschte, sondern auch praktisch umsetzte. Zu seinen bekanntesten Projekten zählt das spektakuläre Zeltdach des Olympiastadions in München (1972), das er gemeinsam mit Günter Behnisch realisierte. Weitere bedeutende Projekte waren der deutsche Pavillon auf der Weltausstellung in Montreal (1967) und das Multihallen-Projekt in Mannheim (1975).
1958 gründete er das Institut für Leichte Flächentragwerke (IL) an der Universität Stuttgart, wo er interdisziplinär mit Architekten, Ingenieuren und Biologen zusammenarbeitete. Otto war überzeugt, dass Architektur von der Natur lernen müsse – viele seiner Entwürfe orientieren sich an biologischen Strukturen wie Spinnennetzen, Blasen oder Knochen.
Sein Werk war nicht nur technisch innovativ, sondern auch ökologisch und gesellschaftlich geprägt: Er setzte sich früh für ressourcenschonendes Bauen, Nachhaltigkeit und eine humanere Architektur ein. Für sein Lebenswerk erhielt Frei Otto zahlreiche Auszeichnungen, darunter 2015 posthum den Pritzker-Preis, die höchste Ehrung in der Architekturwelt.
Frei Otto starb am 9. März 2015 in Stuttgart. Seine Ideen und Bauten beeinflussen die Architektur bis heute.