Wald mit Zukunft: Eschenfällungen am Engelberg

Orange markierte Stämme, gesperrte Wege und Forstarbeiten am Engelberg: Hinter den Fällungen steckt eine Pilzkrankheit, die Bäume instabil macht. Förster Leon Rommel erklärt, warum Sicherheit jetzt Vorrang hat. 

Baumfällarbeiten im Leonberger Wald

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Leon Rommel und Jagdhund Hummel koordinieren die Fällarbeiten am Engelberg.

Im Wald am Engelberg röhrt eine Motorsäge. Der Weg ist abgesperrt, ein Banner warnt vor Forstarbeiten. Dahinter steht ein Schlepper, von dem ein Drahtseil über eine Winde in den Wald führt. Die Forstwirte ziehen damit gefällte Baumstämme aus dem Wald.

Gefällt werden in diesen Tagen hauptsächlich Eschen. Davon ist eine Vielzahl orange markiert. Sie alle müssen weichen. Der idyllische Wald kann bei instabilen Bäumen schnell zur Gefahr werden. Ursache ist das sogenannte Eschentriebsterben, ausgelöst vom „falschen weißen Stengelbecherchen“. Das ist ein kleiner weißlicher Pilz, der oft ziemlich unscheinbar wirkt. Gefunden werden die Pilzfruchtkörper häufig an abgefallenen Blattstielen von Eschenblättern am Waldboden.

Durch den Befall in der Krone wird der Baum geschwächt. So werden Triebe und auch der Stamm geschädigt. Dadurch werden die Eschen anfällig für weitere Pilze wie den Hallimasch, der die Wurzeln befällt. So verliert der Baum zunehmend seine Standfestigkeit. „Im schlimmsten Fall kann ein Baum umstürzen“, warnt Leon Rommel. Er ist Förster bei der Stadt Leonberg. Gerade für das angrenzende Wohngebiet und den Verkehr auf der Stuttgarter Straße kann dies gefährlich werden.

Am Wegesrand stapeln sich bereits gefällte Bäume. Eine Entscheidung, die niemand leichtfertig trifft. Doch Sicherheit gehe vor – speziell in diesem Waldgebiet nahe der Häuser und der vielbefahrenen Straße.

Rund drei Tage sind die Forstwirte beschäftigt, um alle markierten Bäume zu fällen. Dabei geht es nicht allein um die Beseitigung des Problems, sondern um weitsichtige Waldpflege. „Wir versuchen, in Zukunft zu denken“, so der Fachmann weiter. Die gefällten Eschen hinterlassen Lücken im Baumbestand und genau dort setzt der nächste Schritt an. Nach den Fällarbeiten pflanzen die Forstwirte neue Bäume: Eiben, Elsbeeren und Feldahorn. Diese Baumarten gelten als robust, anpassungsfähig und langlebig. Mit ihnen soll der Wald vielfältig, widerstandsfähig und stabil werden, damit er den Anforderungen der kommenden Jahrzehnte besser gewachsen ist.