Neubau einer Anschlussunterbringung in der Böblinger Straße

Die Stadt Leonberg plant in der Böblinger Straße den Neubau von zwei Wohngebäuden zur sogenannten Anschlussunterbringung. Hintergrund sind gesetzliche Verpflichtungen der Kommunen sowie anhaltend hohe Zuweisungszahlen aufgrund internationaler Krisenlagen. Mit einer öffentlichen Informations- und Dialogveranstaltung am Montag, 23. März, 19 Uhr, in der Marie-Curie-Schule möchte die Stadt die Bürgerschaft einbinden, über das Vorhaben informieren und Raum für Fragen und Austausch bieten. 

Bild vergrößern: Anschlussunterbirngung Böblinger Straße Bild: © Werk.um PartG mbB
Anschlussunterbirngung Böblinger Straße


Einladung zum Bürgerdialog am 23. März

Die Unterbringung und Integration von Geflüchteten ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Offenheit, Information und Dialog erfordert.
Die Stadt Leonberg lädt daher alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu einem Bürgerdialog ein:

  • Montag, 23. März
  • 19 Uhr
  • Marie-Curie-Schule

Dort wird die Verwaltung das Bauvorhaben in der Böblinger Straße vorstellen, Hintergründe erläutern und Fragen beantworten. Ziel der Veranstaltung ist es, Transparenz zu schaffen, den Sachverhalt verständlich zu erläutern und gemeinsam ins Gespräch zu kommen. 

Warum ist der Neubau notwendig?

Kommunen sind verpflichtet, geflüchtete Menschen nach ihrer Erstaufnahme unterzubringen. Diese sogenannte Anschlussunterbringung dient einer längerfristigen Integration. Ziel ist es, Geflüchteten eine stabile Wohnsituation zu ermöglichen und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu fördern.

Der Bedarf ist aktuell hoch. Eine spürbare Entlastung bei den Zuweisungszahlen ist angesichts der Krisenherde in Europa und weltweit derzeit nicht absehbar. Bestehende Kapazitäten reichen nicht aus, sodass zusätzliche Unterkünfte in absehbarer Zeit dringend benötigt werden.

Bereits im Jahr 2020 hatte der Gemeinderat nach einem umfassenden Standortscreening die Verwaltung beauftragt, den Standort in der Böblinger Straße weiterzuentwickeln. Der Bebauungsplan "Sondergebiet Neue Ramtelstraße – Inklusionseinrichtungen" trat am 20. Dezember 2023 in Kraft und schafft die planungsrechtliche Grundlage. 

Was ist konkret geplant?

Vorgesehen sind zwei dreigeschossige Gebäude mit insgesamt Platz für 76 Personen. Die Wohnungen werden als 2- und 3-Zimmer-Einheiten geplant und sind für jeweils vier bis sechs Personen ausgelegt. Jede Wohnung verfügt über ein eigenes Bad mit Duschwanne und einer kleinen Küchenzeile.

Die vier Wohnungen im Erdgeschoss sind barrierefrei zugänglich. Eine der Wohnungen verfügt über ein vollständig barrierefreies Bad. Weitere Wohnungen können bei Bedarf nachgerüstet werden. Ein Aufzug ist nicht vorgesehen.
Die Wärmeversorgung erfolgt über Luft-Wasser-Wärmepumpen auf den Dächern mit Pufferspeichern. Die übrigen Dachflächen werden mit Photovoltaikanlagen belegt.

Die Planung berücksichtigt bereits die Möglichkeit einer späteren Umnutzung als sozialer Wohnungsbau oder bezahlbare städtische Mietwohnungen. Durch Anpassungen im Grundriss, etwa das Entfernen einer Innenwand, können größere Wohnbereiche geschaffen werden. Auch eine Nachrüstung von Balkonen ist perspektivisch möglich. 

Zeitplan und Kosten

  • Baubeginn (Rohbau): März 2026
  • Voraussichtliche Fertigstellung: Mitte 2027
  • Gesamtkosten: etwa 7.769.000 Euro