Junge Stimmen, starke Botschaften: Kinder und Jugendliche prägen Preisverleihung in Leonberg
Mit feierlichem Beginn startete eine Veranstaltung im Haus der Begegnung, die ganz den jungen Stimmen gehörte: Als das Jugendsinfonieorchester der Jugendmusikschule Leonberg eine gekürzte Fassung von Beethovens "Ode an die Freude" spielte, entstand ein gemeinsamer bewegender Moment, der das Thema des Nachmittags spürbar machte: Zusammenhalt, Menschlichkeit und Hoffnung.
Kreativwettbewerb "Deine Stimme. Dein Zeichen"
Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus wurden am 25. März in Leonberg die Preisträgerinnen und Preisträger des Kreativwettbewerbs "Deine Stimme. Dein Zeichen. #gegenRassismusfürDemokratie" unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Tobias Degode ausgezeichnet. Mit dem Wettbewerb soll die Auseinandersetzung junger Menschen mit demokratischen Werten gefördert und ein Zeichen für faires, respektvolles Miteinander gesetzt werden. Doch schnell wurde klar: Im Mittelpunkt standen nicht nur Urkunden und Preise, sondern die Kinder und Jugendlichen selbst: ihre Gedanken, ihre Geschichten und ihr Blick auf eine Welt, die sie mitgestalten wollen.
89 Teilnehmende im Alter von sechs bis 18 Jahren hatten sich mit insgesamt 30 Projekten eingebracht. Ihre Beiträge waren so vielfältig wie ihre Perspektiven: Bilder, Gedichte, Filme, Musikstücke, Theater und Installationen. Was sie verband, war ihre Ernsthaftigkeit – und der Wunsch, gehört zu werden.
Junge Stimmen setzen starke Zeichen gegen Rassismus
Auf der Bühne zeigte sich, wie viel Ausdruckskraft in jungen Stimmen steckt. Besonders die jüngeren Teilnehmenden beeindruckten mit ihrer Klarheit. "Der Film mit der Maus – Rassismus muss raus" von Jona und Amelie vermittelte eine klare Botschaft gegen Rassismus in einfachen Bildern. Tobias und Lukas überzeugten mit ihrer "Monster-Box –Zauberwürfel bleibt bunt – wie unsere Welt", während Paula und Victoria in ihrem Lied "Unterschiedlich und gleich" von Gemeinsamkeiten sangen. Deutlich und direkt wurde es im mitreißenden Rap "Ohne Rassismus" von Frederik, Felix und Pepe.
Mit zunehmendem Alter wurden die Beiträge in der Altersgruppe 15 bis 21 Jahre persönlicher, oft auch nachdenklicher. Falisha setzte mit ihrem Song "Limited Time" ein emotionales Zeichen. Das Jugendsinfonieorchester selbst wurde für sein Video "Orchesterstimmen" ausgezeichnet. Den ersten Platz gewann Saghar mit einer Kombination aus gemalter Leinwand und Spoken Word "Die Stimme für Frauen" – ein künstlerisch kraftvoller Auftritt, der lange nachwirkte.
Still wurde es im vollbesetzen Saal, als Fatima ihr Gedicht "Zwischen gestern und heute" las. Sie sprach von Krieg, von Abschied und vom Ankommen in Deutschland. Ihre Worte machten deutlich, dass hinter vielen Beiträgen persönliche Erfahrungen stehen. Erfahrungen, die berühren und zum Nachdenken zwingen.
Ein Raum für Mut, Haltung und Begegnung
Die Erwachsenen an diesem Tag – darunter Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft – rückten bewusst in den Hintergrund. In ihren Grußworten würdigten sie die Offenheit und den Mut der jungen Menschen. Oberbürgermeister Tobias Degode betonte, dass Rassismus nicht nur Einzelne treffe, sondern das gesellschaftliche Miteinander gefährde. Umso wichtiger sei es, dass Kinder und Jugendliche ihre Stimme erheben. Auch Carolina Monfort Montero, Integrationsbeauftragte des Landkreises Böblingen, hob hervor, wie bedeutend solche Initiativen für ein vielfältiges und respektvolles Zusammenleben sind.
Im Vorfeld der Veranstaltung lag die anspruchsvolle Aufgabe bei der Jury, die aus Mitgliedern des Jugendausschusses, der Lokalen Agenda-Gruppe "Leonberg bleibt bunt", des Internationalen Rates sowie dem Oberbürgermeister bestand. Angesichts der Qualität und Tiefe der Beiträge sei die Auswahl nicht leichtgefallen. Zu viele Arbeiten hätten überzeugt, bewegt und neue Perspektiven eröffnet. Die multimediale Ausstellung im Haus der Begegnung ermöglichte, alle Beiträge betrachten zu können und darüber in den Austausch zu kommen.
Gemeinsam für Vielfalt: Breite Unterstützung trägt Wettbewerb
Organisiert haben den Wettbewerb Constanze Mansour von der Familien-Bildungsstätte Leonberg und Wiebke Hebold, die Integrationsbeauftragte der Stadt. Beide zeigten sich überwältigt von der Resonanz, der Vielfalt und Intensität der eingereichten Arbeiten, aber auch von der Hilfsbereitschaft der Sponsoren aus der regionalen Wirtschaft. Aufgrund der positiven Rückmeldungen werden nun Folgeaktionen geplant.
Dass dies möglich wurde, ist auch der Unterstützung zahlreicher Sponsorinnen und Sponsoren zu verdanken, die den Wettbewerb begleitet und die Preise gestiftet haben. Darunter Volksbank Leonberg-Strohgäu eG, Lions Club, Kreativdruck Leonberg und az-design, h&h Apotheke, Bosporus Grill und Restaurant, Eisautomat, Freestyle Academy, Live Exit Renningen, VHS Leonberg, SV Leonberg-Eltingen, Stadtwerke Leonberg, Bild+Rahmen, Sinjes Conceptstore, Rittersport, Tripsdrill, Holy und diverse Buch- und Spielverlage. Ihr Engagement trägt dazu bei, dass junge Stimmen sichtbar werden – und gehört bleiben. Der Wettbewerb wird in Teilen gefördert durch den Integrationsfonds "Vielfalt ist unsere Stärke – Gemeinsam gegen Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung", ausgerufen vom Verein Landkreis Böblingen bleibt bunt e.V.
Am Ende blieb vor allem ein Eindruck: Diese jungen Menschen haben etwas zu sagen. Und sie tun es – kreativ, mutig und eindringlich. Ihre Beiträge zeigen, wie wichtig es ist, ihnen Raum und Gehör zu geben, jetzt und in der Zukunft.