Josefa von Hohenzollern im Interview

Josefa von Hohenzollern hat am 1. Juni ihr Amt als Erste Bürgermeisterin wieder aufgenommen. Zurück im Rathaus verantwortet die 52-Jährige die Ämter für Jugend, Familie und Schule sowie für Kultur und Sport. 

Bild vergrößern: Vorlage für Upload von PM-Fotos Bild: © Josefa von Hohenzollern
Erste Bürgermeisterin Josefa von Hohenzollern vor dem Christian-Wagner-Haus in Warmbronn.

Welche drei Themen möchten Sie in Ihrer Amtszeit besonders voranbringen?

Leonberg steht für Lebensqualität, Engagement und Vielfalt – das möchte ich gezielt weiterentwickeln. Besonders wichtig sind mir eine starke Bildungslandschaft von der Kita bis zur Schule, lebendige und attraktive Kultur- und Sportangebote für alle Generationen sowie eine familienfreundliche Stadt, in der sich Menschen in jeder Lebensphase gut aufgehoben fühlen. Dabei geht es auch darum, unsere gewachsenen Strukturen in den Stadtteilen und Ortschaften weiter zu stärken. 

Welche Erfahrungen aus Ihrem bisherigen Werdegang helfen Ihnen in Ihrer Aufgabe besonders?

Meine juristisch-administrative Ausbildung und meine Erfahrung in der öffentlichen Verwaltung helfen mir, komplexe Themen strukturiert anzugehen, tragfähige Lösungen zu entwickeln und dabei Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig habe ich gelernt, wie wichtig es ist, unterschiedliche Interessen zusammenzubringen – gerade in einer Stadt wie Leonberg mit vielfältigen Anforderungen und einem sehr aktiven Gemeinwesen. 

Was ist Ihnen im Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern besonders wichtig?

Mir ist wichtig, zuzuhören und miteinander ins Gespräch zu kommen. Ich stehe für einen offenen, respektvollen und transparenten Dialog. Die Menschen vor Ort kennen ihre Themen und Anliegen oft am besten. Deshalb möchte ich erreichbar sein und den direkten Austausch suchen – sei es bei Veranstaltungen, Vereinsbesuchen, in Schulen oder einfach im Alltag, dort entstehen oft gute Ideen vor Ort. Gute Kommunalpolitik entsteht aus dem Dialog. 

Sie verantworten die Fachbereiche Jugend, Familie und Schule sowie Kultur und Sport. Welche Schwerpunkte setzen Sie hier bei Ihrer Arbeit?

Kinder und Jugendliche sollen in Leonberg die bestmöglichen Chancen erhalten – unabhängig von ihrer Herkunft oder ihren Lebensumständen. Deshalb sind gute Bildungs- und Betreuungsangebote für mich ein zentraler Schwerpunkt.

Wir sind in Leonberg bereits sehr gut aufgestellt, jedes Kind bekommt bei uns einen Kita-Platz. Für Chancengerechtigkeit und Sprachförderung von Kindern, die Nicht-Muttersprachler sind, werden wir künftig mit Juniorklassen sorgen. Auch wenn die Kommunen zunehmend finanziell am Limit sind und Kürzungen bei der Daseinsvorsorge und im Sozialen drohen, weil Bund und Länder die Kommunen zu schwach ausstatten, kämpfe ich dagegen an, dass wir dies vor Ort abfedern können: die medizinische Versorgung vor Ort mit dem Erhalt des Krankenhauses Leonberg, eine gute Haus- und kinderärztliche Versorgung, bezahlbarer Wohnraum, hier haben wir akuten Handlungsbedarf. Schwerpunkte im Bereich Sport sehe ich in den nächsten Jahren in der Ertüchtigung der Sportinfrastruktur in der Stadt. Die kulturelle Vielfalt unserer Stadt und die wichtige Arbeit der Sportvereine möchte ich weiter stärken, denn Kultur und Sport schaffen Begegnungen, fördern Zusammenhalt und tragen wesentlich zur Lebensqualität in Leonberg bei. 

Welche Möglichkeiten sehen Sie, das Ehrenamt und das gesellschaftliche Engagement in Leonberg zu stärken?

Leonberg lebt von den vielen Menschen, die sich in Vereinen, Initiativen, Kirchen, sozialen Einrichtungen oder der Nachbarschaft gerade auch in den Bereichen Sport, Kultur und Jugendarbeit engagieren. Dieses unverzichtbare Engagement für unsere Stadtgesellschaft verdient Wertschätzung, Unterstützung und gute Rahmenbedingungen. Wichtig sind aus meiner Sicht eine enge Zusammenarbeit mit den Ehrenamtlichen, transparente Ansprechpartner in der Verwaltung und Möglichkeiten, Menschen für neues Engagement zu gewinnen und zu begeistern. 

Woran möchten Sie am Ende Ihrer Amtszeit gemessen werden?

Ich möchte daran gemessen werden, ob wir gemeinsam auch wirklich ganz konkrete Verbesserungen für die Menschen in Leonberg erreicht haben.

Wenn Familien gute Angebote vorfinden, Familie und Beruf vereinbar ist, Wohnraum verfügbar und sozialverträglich ist, Kinder und Jugendliche Bildungsangebote und Perspektiven haben, Vereine und Kulturschaffende sich unterstützt fühlen und die Bürger sagen, dass ihre Anliegen ernst genommen wurden, dann wäre das für mich ein Erfolg. 

Wenn Sie nicht im Rathaus sind, trifft man Sie wo?

Am liebsten dort, wo Leonberg lebendig ist: bei kulturellen Veranstaltungen, auf Sportplätzen, bei Vereinsfesten, in unseren Stadtteilen und Ortschaften oder bei Spaziergängen durch die Stadt. Gerade dort entstehen die Begegnungen und Gespräche, die für meine Arbeit so wertvoll sind.