Geschichte hautnah erleben: Vier besondere Stadtführungen im Juni

Vom geheimnisvollen Pfarrhaus mit Hexenjäger, Geisterbeschwörer und Philosophen über Friedrich Hölderlins glückliche Stunden in Leonberg bis hin zu einer englischsprachigen Zeitreise durch die Altstadt und spannenden Geschichten aus Höfingens Vergangenheit: Im Juni laden vier abwechslungsreiche Stadtführungen dazu ein, Leonbergs Geschichte aus neuen Perspektiven zu entdecken. Besucherinnen und Besucher erwarten faszinierende Einblicke, historische Persönlichkeiten und überraschende Geschichten. 


Freitag, 12. Juni: Zeichen und Wunder

Besichtigung des evangelischen Pfarrhauses mit seiner ganz und gar ungewöhnlichen Geschichte mit Gerd Jenner.

Es gibt wenige Orte in Leonberg, die eine derart reiche und erstaunliche Geschichte haben, wie das Pfarrhaus. Die Führung bietet eine seltene Gelegenheit, die ganz neue Einblicke eröffnet, auf ein Gebäude, das ursprünglich eine Scheune war. Sein erster Bewohner, ein berüchtigter Hexenjäger, ließ eine düstere Zukunft vermuten, aber es kam ganz anders … Vom Gewölbekeller bis zur Studierstube gehen wir dem oft abenteuerlichen Leben einstiger Hausherren nach: Tierschutzprediger, Geisterbeschwörer, Orientforscher, Glaubensflüchtling … Und dann wäre da noch die Frage nach dem Geburtszimmer des Philosophen Friedrich Wilhelm Joseph Schelling. Langweilig wird es nicht, soviel ist sicher.

Treffpunkt ist um 18 Uhr beim evangelischen Pfarrhaus (Schellinghaus) in der Pfarrstraße 14. Die Führung dauert etwa 1,5 Stunden.

Die Stadtführung findet mit maximal 20 Personen statt, daher wird um Anmeldung bzw. Ticketkauf beim Stadtmarketing gebeten.

Resttickets zum Preis von 8 Euro sind – je nach Verfügbarkeit – bis zum 12. Juni, 13 Uhr, im i-Punkt, Graf-Eberhard-Straße 2/1 erhältlich. 

Sonntag, 14. Juni: "Glükliche Zeiten, seelige Stunden"

Hans-Joachim Albinus nimmt Interessierte am Sonntag, 14. Juni, 14.30 Uhr, mit auf Friedrich Hölderlins (1770–1843) Spuren in Leonberg, das der junge Dichter während seiner Klosterschulzeit in Maulbronn und vor seinem Theologiestudium in Tübingen mehrmals besucht hatte.

Hier wohnte sein engster Freund Immanuel Nast, Schreiber im Leonberger Rathaus, der Hölderlins Interessen für Literatur, Poesie, bildende Kunst und Musik teilte. Für Hölderlin, der sich in Maulbronn öfters einsam und unverstanden fühlte, wurde Leonberg ein wichtiger Fluchtpunkt und Sehnsuchtsort. Im Hause Nast am Leonberger Marktplatz konnte er unbeschwert und ohne strenge elterliche Kontrolle mit seiner ersten großen Liebe zusammen sein, Louise Nast, Cousine Immanuels und Tochter des Maulbronner Klosterverwalters Johann Conrad Nast. An "glükliche Zeiten in Leonberg" und "seelige Stunden der feurigsten süßesten Liebe" erinnert heute noch eine Gedenktafel.

Diese und andere für Hölderlins Leben und Werk wichtige Stationen, die teils auch Motive für seine Ode "Keppler" waren, werden auf dem Rundgang besucht.

Treffpunkt ist um 14.30 Uhr am Brunnen auf dem Marktplatz. Die Führung dauert insgesamt etwa eineinhalb Stunden, der Teilnehmerbeitrag beträgt 5 Euro pro Person, Gäste unter
16 Jahren sind frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahmegebühr wird direkt beim Stadtführer bezahlt. 

Samstag, 20. Juni: The Historical Gem Leonberg

Eine Stadtführung auf Englisch mit Waltraut Mayer. Bei einem Spaziergang durch das historische Zentrum von Leonberg erleben die Teilnehmer am Samstag, 20. Juni, 17 Uhr, eindrucksvolle Blicke ins Mittelalter und die Epoche der Renaissance wie zum Beispiel auf dem Marktplatz mit seinen liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern, die alte Lateinschule, die der berühmte Astronom Johannes Kepler in seinen frühen Jahren besuchte, Herzogin Sibyllas Lustgarten, der Pomeranzengarten, der den neuen Zeitgeist des 16. Jahrhunderts mit seinem Drang nach Leben, Erleben und Erforschen widerspiegelt oder das Geburtshaus des großen Philosophen F.W.J. Schelling. Während unserer Reise zurück in die Vergangenheit bis 1248 werden Sie von wichtigen historischen Ereignissen wie auch vom Lebensalltag der damaligen Stadtbewohner hören.

Treffpunkt ist am Marktplatz. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, die Teilnehmergebühr von 6 Euro pro Person wird direkt vor Ort in bar an die Stadtführerin entrichtet. 

Sonntag, 21. Juni: "Der Ort gewährt… eine recht freundliche Ansicht"

Historischer Ortsrundgang durch Höfingen mit Bernadette Gramm.

Die ehemalige Stadtarchivarin in Leonberg weiß bei ihrer Führung am Sonntag, 21. Juni, viel Interessantes und Wissenswertes über die Geschichte des Ortes und seiner Bewohner zu erzählen. Durch Sanierungsmaßnahmen hat sich der Ortskern stark verändert, dennoch ist viel Sehenswertes aus früheren Jahrhunderten erhalten geblieben.

Bernadette Gramm wird den alten Ortskern umrunden und etwa den ehemaligen Graben mit Dorf- beziehungsweise Ettermauer zeigen, auf einzelne Gebäude eingehen, wozu selbstverständlich auch die Kirche und das Schloss gehört.

Beim Spaziergang durch den Ort wird Geschichte auch durch Geschichten aus den Archivquellen veranschaulicht. So erfährt man, warum der Höfinger Peter Vennius 1690 große Aufregung sowohl im Ort als auch in den Nachbargemeinden verursacht hat, was die Höfinger auf dem Rathaus beim Ruggericht des Oberamtmanns vorbrachten oder warum die Gemeinde 1828 ihren Fleckenkeller unter der sogenannten Kurfiss-Scheuer verkauft hat.

Treffpunkt ist um 14.30 Uhr in Höfingen, auf dem Platz hinter dem Rathaus, Pforzheimer Straße 11. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnehmergebühr von 5 Euro pro Person wird direkt vor Ort in bar an die Stadtführerin entrichtet. Personen unter 16 Jahren sind frei.

Informationen zu den Stadtführungen sind im Internet unter www.leonberg.de/Stadtführungen sowie am i-Punkt erhältlich.