Erfolgreicher Bürgerdialog zur geplanten Fahrradstraße
Rund 100 Bürgerinnen und Bürger sind am Mittwoch, 4. März, zum Bürgerdialog zur möglichen Einrichtung einer Fahrradstraße in der Stohrer- und Hindenburgstraße gekommen, um sich zu informieren und ihre Perspektiven einzubringen. Zum Auftakt in der Mensa Triangel begrüßte Oberbürgermeister Tobias Degode die Teilnehmenden und betonte die Bedeutung des gemeinsamen Austauschs.
Informationsabend zur geplanten Fahrradstraße
Bei der Einführung wurde deutlich: Es gehe bei der Veranstaltung nicht darum, an diesem Abend eine Entscheidung für oder gegen eine Fahrradstraße zu treffen. Ziel sei vielmehr, Fragen zu klären, Anregungen aufzunehmen und unterschiedliche Meinungen zusammenzutragen.
Im Anschluss stellte Jens Schneider, Referatsleiter für innovative Mobilität, die bisherigen Planungen vor. Er erläuterte unter anderem den rechtlichen Rahmen und die Verkehrsregeln, die auf einer Fahrradstraße gelten. Dazu gehört beispielsweise durchgehend Tempo 30. Fahrräder dürfen nebeneinander fahren und haben Vorrang – Autos müssen im Zweifel warten. Gleichzeitig bleibt die Straße weiterhin für den Anliegerverkehr offen: Autos können die Straße weiterhin nutzen, Kundinnen und Kunden können Geschäfte erreichen und auch der Busverkehr bleibt möglich.
Teilnehmende formulieren Erwartungen und Bedingungen
Nach dem inhaltlichen Einstieg gingen die Teilnehmenden in eine erste Diskussionsrunde in Kleingruppen. Diskutiert wurde, welche Chancen und welche Risiken eine Fahrradstraße mit sich bringen könnte. Genannt wurden unter anderem eine mögliche Verbesserung der Verkehrssicherheit, aber auch Bedenken, etwa dass das Nebeneinanderfahren von Fahrrädern zu neuen Konflikten führen könnte. Auch sogenannte „Elterntaxis“ im Umfeld der Schule wurden als möglicher Problempunkt angesprochen.
Insgesamt fiel die Resonanz jedoch überwiegend positiv aus. Einige Teilnehmende sahen in einer Fahrradstraße einen möglichen richtungsweisenden Schritt für den Radverkehr in Leonberg. Mehrfach wurde betont, dass eine solche Maßnahme Teil eines umfassenderen Ausbaus des Radwegenetzes sein sollte. Auch die Bitte, eine mögliche Fahrradstraße perspektivisch bis zum Leobad und zum Sportgelände weiterzuführen, wurde geäußert. Ein weiteres wichtiges Thema waren sichere Kreuzungen: Wenn die Fahrradstraße von anderen Straßen gekreuzt wird, müsse gewährleistet sein, dass Radfahrende sicher queren können – etwa durch eigene Spuren oder andere geeignete Maßnahmen.
In einer zweiten Runde wurden die Gruppen neu gemischt. Nun standen folgende Fragen im Mittelpunkt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit eine Fahrradstraße in Leonberg erfolgreich umgesetzt werden kann. Auch diese Ergebnisse wurden anschließend im Plenum vorgestellt. Es ging um den Erhalt der Parkplätze, die Zukunft der Buslinie 92 und sichere Querungen an Kreuzungen.
Zum Abschluss betonte Oberbürgermeister Tobias Degode, dass aus dem Abend einige Hausaufgaben für die Verwaltung entstanden seien. Die gesammelten Argumente, Fragen und Hinweise würden in die weitere Planung einfließen. Gleichzeitig bedankte er sich bei allen Beteiligten für ihr Engagement.
Konstruktiver Austausch
Die Mitarbeiter des Referats für innovative Mobilität zeigten sich sehr zufrieden mit der Resonanz der Veranstaltung. Die Teilnehmenden kamen aus unterschiedlichen Altersgruppen und mit verschiedenen Interessen – darunter Gewerbetreibende, Schülerinnen und Schüler, Radfahrende sowie Anwohnerinnen und Anwohner. Trotz unterschiedlicher Perspektiven war der Austausch konstruktiv, respektvoll und wertvoll.