Belforter Tage in Leonberg: Freundschaft lebendig gelebt
"Bienvenue à Leonberg!", begrüßte Oberbürgermeister Tobias Degode die Gäste aus Belfort in der Stadthalle. Am 9. und 10. Mai besuchte eine Delegation Leonberg. Zu den Gästen zählten Vertreterinnen und Vertreter des Belforter Gemeinderats und der Verwaltung, Mitglieder des Modelleisenbahnclubs (MEC) Leonberg e.V., des Orchestre d‘Harmonie de la Ville de Belfort sowie der Kirchengemeinde aus Belfort – Vereine und Gruppen, die im Rahmen der Partnerschaft in engem Austausch stehen.
Persönlicher Austausch in Leonberg
Marie-Anne Tharin, neu gewählte Stadträtin für internationale Beziehungen, schloss sich der Begrüßung von OB Tobias Degode an. Nach den Kommunalwahlen in Frankreich im März, war es ihr erster Besuch in Leonberg. Beim gemeinsamen Mittagessen stand anschließend der persönliche Austausch im Mittelpunkt.
Im Anschluss besuchte die Delegation die deutsch-französische Ausstellung im Rathaus über Charles de Gaulle und Konrad Adenauer als Wegbereiter der deutsch-französischen Freundschaft. Auch die "neuen Mitarbeitenden" auf dem Rathausdach sorgten für Interesse: Oberbürgermeister Tobias Degode stellte die Leonberger Rathausbienen vor und erklärte deren Bedeutung für Nachhaltigkeit und Artenvielfalt.
Über den Pomeranzengarten ging es bei strahlendem Sonnenschein weiter auf den Marktplatz. Dort sorgte das Orchestre d‘Harmonie aus Belfort mit einem kleinen Konzert auf dem französischen Markt für die passende Atmosphäre und begeisterte die Besucherinnen und Besucher, unter anderem mit einem Medley französischer Klassiker wie "Champs Elysées" und "Non, je ne regrette rien".
Am Abend trafen sich die rund 120Teilnehmenden aus Belfort und Leonberg im Casa Eltinger Hof zum großen Partnerschaftsabend. Neben einem gemeinsamen Essen sorgte ein Quiz mit spannenden und humorvollen Fakten über die beiden Städte und Länder für gute Stimmung und viele gemeinsame Lacher, etwa ob die Glems oder die Savoureuse der längere Fluss ist.
Städtepartnerschaft zwischen Leonberg und Belfort lebt durch Begegnungen
Der Sonntag begann mit einem deutsch-französischen Gottesdienst. Zeitgleich besuchte die Delegation der Verwaltungen gemeinsam mit Dr. Eberhard Röhm die KZ-Gedenkstätte Leonberg. Die Führung machte die historischen Verbindungen zwischen Leonberg und Frankreich eindrücklich sichtbar: Das Leonberger KZ war eine Außenstelle des elsässischen Konzentrationslagers Natzweiler, zudem gehörten französische Häftlinge zur viertgrößten Gruppe der Zwangsarbeiter in Leonberg. Die gemeinsame Erinnerungskultur und das Bewusstsein für die Geschichte waren für viele Teilnehmende besonders bewegend.
Das große Partnerschaftskonzert bildete am Sonntagnachmittag den musikalischen Höhepunkt und Abschluss des Wochenendes. Die Lyra Leonberg und das Orchestre d‘Harmonie hatten das Wochenende genutzt und intensiv gemeinsam geprobt. Nach ihren jeweiligen Auftritten spielten sie zum Finale gemeinsam "Festivus Fanfare" von Martin Scharnagl – ein eindrucksvoller und emotionaler Abschluss der Belforter Tage.
Das Wochenende hat erneut gezeigt, wie viel Leben in der Städtepartnerschaft zwischen Leonberg und Belfort steckt. Die Verbindung wird nicht nur von den Städten und Verwaltungen getragen, sondern vor allem von den vielen Menschen in Vereinen, Kirchengemeinden und Organisationen, die sich mit großem Engagement für den Austausch einsetzen. Aus diesen Begegnungen sind über die Jahre echte Freundschaften entstanden.
Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, die dieses Wochenende organisiert und begleitet haben und allen, die sich das ganze Jahr über mit viel Einsatz für die deutsch-französische Freundschaft und die Städtepartnerschaft zwischen Leonberg und Belfort engagieren.