Bühnen, Begegnungen, Begeisterung - Resümee zu den vierten Leonberger Theatertagen
„Vorhang auf und Bühne frei“ hieß es bei den vierten Leonberger Theatertagen vom 4. bis 24 Mai.
Leonberg als Bühne für junges, inklusives und professionelles Theater
Beim jährlichen Theaterfestival gastierten professionelle Ensembles aus ganz Deutschland in Leonberg. Dabei waren diesmal unter anderem das Landestheater Tübingen (LTT), das Renitenzentheater Stuttgart, das Theater GrüneSosse aus Frankfurt, Schreiber & Post aus Dresden oder die exen aus Neuhaus am Inn. Auch Leonberger Amateurgruppen wie das inklusive Theater "alledabei" bekommen eine Bühne. In insgesamt 14 Vorstellungen wurde den Zuschauerinnen und Zuschauern ein facettenreiches Theater geboten und den verschiedenen Ensembles "prächtige Stimmung aus dem Publikum", so die Rückmeldung der exen. Sechs verschiedene Stücke für Jugendliche und Erwachsene und vier Stücke für Kinder wurden in drei Wochen, teilweise mehrfach aufgeführt.
Das Programm war abwechslungsreich, das Theaterspektrum breit gefächert. Für jedes Alter passend wurden auf den Bühnen die großen Themen des Lebens verhandelt: Die Stücke erzählten vom Streben nach Glück (Und nochmal – LTT), vom Suchen und Finden der Liebe (Romeo und Julia – alledabei), von Freundschaft und Verrat (Der große Coup – Cargo Theater), von Sehnsucht und Hoffnung, von Verlust und Tod (All das Schöne – LTT) und von der großen Welt der Gefühle (Knallwut – die exen) – mal ernst, mal mit Augenzwinkern (Degerloch Dreams – Renitenztheater), aber stets auf eine sehr unmittelbare und berührende Weise.
Gastensembles fühlen sich willkommen
Für manche Gruppen sind die Leonberger Theatertage längst ein fester Bestandteil ihres Spielplans geworden. So beschreibt Annika Pilstl von den exen die Entwicklung: "Die Leonberger Theatertage haben sich zu einer Institution entwickelt. Wir freuen uns sehr, wenn wir eine Einladung dazu bekommen und kommen auch in Zukunft sehr gerne wieder nach Leonberg." Eine gute Organisation und professionelle Betreuung der Ensembles schätzen viele Theatergruppen, die bei den Theatertagen vertreten waren.
Die Schauspielgruppe des LTT freut sich vor allem darauf, in Leonberg immer neue Orte zu erkunden und zu bespielen. "Das Theater lebt vom Live-Moment! Jedes Gastspiel auf einer neuen Bühne, an einem neuen Ort, ist eine Premiere für unser Ensemble. Diese Herausforderung meistern wir durch passend ausgewählte Produktionen und die enge Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vor Ort", ordnet Charlotte Bucka, Gastspielreferentin vom LTT die Theatertage ein.
Kulturelles Leben durch die Theatertage gefördert
Seit nun vier Jahren stellt das Amt für Kultur und Sport die die Theatertage auf die Beine. Der Anspruch dafür ist klar: Professionelles Schauspiel auf Leonberger Bühnen bringen. Und neue Orte zu Bühnen machen. So wurde "Hase und Igel" auf dem Schulhof der Spitalschule aufgeführt, "All das Schöne" im Kulturzentrum Beat Baracke. Ähnlich ordnet Elisabeth Kolofon vom Inklusiven Theater "alledabei" die Theatertage ein: "Die Leonberger Theatertage sind eine große Bereicherung für das kulturelle Leben in Leonberg und inzwischen auch zu einer Marke geworden, die über Leonberg hinaus bekannt ist." Theater bringe Menschen zusammen, es schaffe Begegnungen, fördert Verständnis und baue Barrieren ab. "Genau darin liegt die Stärke der Theatertage: Sie machen erlebbar, wie vielfältig und inklusiv unsere Stadt sein kann", so Elisabeth Kolofon. "Für uns ist das ein bedeutender Schritt hin zu dem Leonberg, das wir uns wünschen – lebendig, offen und mit hoher Lebensqualität."
Die nächsten Theatertage finden – wie immer, zwischen Ostern und Pfingsten – vom 13. bis 30. April 2026 statt. Dann wird zum ersten Mal die Stadthalle als Spielort mit dabei sein.