Landkreis und Stadt Leonberg: Gemeinsam für die Entwicklung des Fockental-Areals
Der Kreistag des Landkreises Böblingen hat in seiner Sitzung am 18. Mai 2026 den Landrat beauftragt, gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Leonberg, Tobias Degode, eine Absichtserklärung zur Entwicklung des sogenannten Fockental-Areals zu unterzeichnen. Der entsprechende Beschluss des Gemeinderats Leonberg erfolgte am 19. Mai 2026.
Absichtserklärung von Landrat und OB unterzeichnet
Mit der gemeinsamen Erklärung bekräftigen Landkreis und Stadt den politischen Willen, das rund 21 Hektar große Areal zwischen Krankenhaus und Berufsschulzentrum in den kommenden Jahren zu einem zukunftsfähigen Campus mit den Schwerpunkten Gesundheit, Bildung und Wohnen weiterzuentwickeln. Der Letter of Intent ist als grundsätzliche Absichtserklärung der beiden Partner zu verstehen; konkrete Projekte und Maßnahmen werden in den nächsten Planungsschritten erarbeitet.
„Das Fockental-Areal ist einer der wichtigsten Standorte im nördlichen Landkreis“, so Landrat Roland Bernhard. „Schon heute konzentrieren wir hier wichtige Bereiche rund um Krankenhaus, Berufsschulzentrum und Wohnen. Gemeinsam mit der Stadt Leonberg wollen wir dieses Potential weiterentwickeln und in ein modernes Campusareal überführen. Mit einem starken Standort für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung, mit einer noch ausgeweiteten und leistungsfähigen beruflichen Bildung und mit zusätzlichem, bezahlbaren Wohnraum. Der Letter of Intent markiert für all das den Startpunkt.“
Neben dem Krankenhaus Leonberg, dem Berufsschulzentrum Leonberg und behördlichen Außenstellen befinden sich heute schon Wohngebäude mit rund 265 Wohneinheiten, temporäre Containerunterkünfte und zwei Kindergärten. Oberbürgermeister Tobias Degode betont: „Mit dem Campusareal Leonberg gestalten wir gemeinsam einen Ort, der weit über die heutigen Nutzungen hinausdenkt: Wir verknüpfen Gesundheit, Bildung und Wohnen zu einem zukunftsfähigen Gesamtquartier. Die gemeinsame Absichtserklärung ist für uns ein wichtiger Schritt, um die Entwicklung partnerschaftlich voranzubringen und die vorhandenen Stärken des Standorts nachhaltig weiterzuentwickeln – zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt und der gesamten Region.“
Aufwertung zum Campusareal Leonberg
Mit der Campusentwicklung soll das Areal perspektivisch neu geordnet und städtebaulich aufgewertet werden. Das Nutzungskonzept, das nun in Abstimmung zwischen Landkreis und Stadt erarbeitet wird, orientiert sich vor allem an drei Säulen:
- Gesundheit: Weiterentwicklung des bestehenden Gesundheitsstandortes mit modernen, insbesondere ambulanten Versorgungsangeboten, etwa durch zusätzliche Arztpraxen sowie Angebote der Gesundheitsforschung und -prävention. Ziel ist eine auch künftig leistungsfähige, wohnortnahe medizinische Versorgung.
- Bildung: Stärkung und Ausbau des Berufsschulzentrums Leonberg, unter anderem mit Blick auf die Erweiterung der Bundesfachschule für Kälte-Klima-Technik und innovative Kooperationen von Schule und Wirtschaft.
- Wohnen: Schaffung von zusätzlichem, auch gefördertem und barrierefreiem Wohnraum in einem angespannten Wohnungsmarkt. Bestehende Wohnnutzungen – etwa frühere Schwesternwohnheime – sollen neu geordnet werden. Insgesamt wird auf dem Areal ein Potenzial von rund 200 neuen Wohneinheiten gesehen.
Gleichzeitig soll der wertvolle Baumbestand im Kernbereich des Areals erhalten bleiben und als „grüne Mitte“ die Qualität des Quartiers prägen. Vorgesehen ist zudem, die großen heutigen Parkplatzflächen städtebaulich neu zu ordnen und über ein Quartiersparkhaus zu bündeln. Durch eine bessere Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr soll der ÖPNV-Anteil im Campusareal erhöht werden.
Nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung erarbeiten Landkreis und Stadt Leonberg in einem gemeinsamen Prozess ein Nutzungskonzept und eine städtebauliche Gesamtplanung für das Campusareal Leonberg. Dabei wird insbesondere der Umgang mit Bestandsgebäuden, der Sanierungsbedarf und bestehende Nutzungen betrachtet.