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Kenntnisnahme ohne finanzielle Auswirkungen - 2024/256

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

Der Bericht der Schulleitung über das Schuljahr 2023/2024 wird zur Kenntnis genommen.

 

 

Sachverhalt mit der Stellungnahme der Verwaltung

Die Jugendmusikschule entwickelte sich im Berichtsjahr positiv:

 

  1. Das Unterrichtsangebot konnte im Schuljahr 2023/2024 parallel zu Veränderungen in Gesellschaft und Bildungslandschaft weiterentwickelt werden. Die für den Bildungsauftrag erforderliche Breiten- und Spitzenförderung ist weiterhin in allen Fächern möglich. Die Veranstaltungen der Jugendmusikschule trafen erneut auf äußerst positive Resonanz. Die Schülerzahl ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen (+ 155).

 

  1. Die Projekte in Kooperation mit den allgemein bildenden Schulen wurden dem Bedarf angepasst und fortgesetzt.

 

  1. Der Mangel an Unterrichtsräumen konnte im Teilort Höfingen behoben werden.

 

  1. Die musikalische Partnerschaft mit Belfort wurde erfolgreich fortgesetzt.

 

  1. Mit 24 Teilnehmenden nahmen besonders viele Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teil, drei sogar bis zur Bundesebene. Die Begabtenklasse/ „Musik vertieft“ wurde mit 12 (+ 2) Teilnehmenden fortgesetzt. Beim renommierten Tonkünstlerwettbewerb 2024 wurden zwei Schülerinnen und Schüler aus der Klasse von Conni Gerstein-Ichimescu im Fach Blockflöte in der Altersgruppe 2 mit dem 1. Preis ausgezeichnet.

 

 

Ziele der Maßnahme

 

Die Jugendmusikschule Leonberg hat als Bildungseinrichtung gemäß den Empfehlungen des KGSt-Gutachtens „Musikschule“ sowie den „Empfehlungen zur Musikschule“ des Deutschen Landkreistags und Deutschen Städtetags nach wie vor die Aufgabe, „Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine musikalische Grundausbildung zu vermitteln, den Nachwuchs für das Laien- und Liebhabermusizieren heranzubilden (Breitenförderung), Begabungen zu erkennen und zu fördern sowie auf das Studium der Musik vorzubereiten.“ Der Deutsche Städtetag nennt öffentliche Musikschulen „Einrichtungen des Bildungswesens und der kulturellen Grundversorgung“ und benennt ihre Bildungsziele (siehe ausführlicher DS 2003 Nr. S 32).

 

 

Sachverhalt/ Sachstand

 

Im Oktober 2024 hatte die Jugendmusikschule mit 1.599 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren und 176 Erwachsenen insgesamt 1.775 Teilnehmende und gegenüber dem Vorjahr einen deutlich gestiegenen Schülerstand (+ 155). Zuwächse ergaben sich u.a. bei Singen-Bewegen-Sprechen (+ 115), bei den Kooperationen mit allgemein bildenden Schulen (+ 65), wobei in Singen-Bewegen-Sprechen sogar der Höchststand vor der Pandemie überschritten ist (2019: 295 Kinder in 26 Gruppen). Der Eltern-Baby-Kurs wie auch ein Kurs „Percussion für Kids“ für Grundschulkinder erfreuen sich weiterhin guter Nachfrage wie auch der Kurs „Musiklehre und Hörerziehung“ (+ 6). In den Breitenangeboten (d. h. Elementarbereich und Orientierungsstufe einschließlich Singen-Bewegen-Sprechen sowie Schulprojekte) werden weiterhin deutlich über 50 % der Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule unterrichtet.

 

Das Landesprogramm zur Sprachförderung SPATZ/ SBS „Singen-Bewegen-Sprechen“ wird derzeit in 23 Gruppen (+ 8) für 318 (+ 115) in folgenden 10 (+ 3) Leonberger Kindertageseinrichtungen durchgeführt: Kinderhaus Spitalhof, Kinderhaus Warmbronn, Kinderhaus Binswenweg Warmbronn, Kinderhaus Stadtpark, Kinderhaus Kunterbunt, Oberlin-Haus, Kindergarten Mammutzahn, Kindergarten Regenbogen, Clara-Grunwald-Kindergarten, Kinderhaus West. Das Förderprogramm ist für die Kinder ein wichtiges kostenfreies Förderangebot und sehr bedeutend für die Chancengerechtigkeit. Die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem Sachgebiet Kindertageseinrichtungen des Amts für Jugend, Familie und Schule und der Kirchenpflege der Ev. Gesamtkirchengemeinde erleichtert dessen Verwaltungsabwicklung.

 

Die Kooperationen mit allgemein bildenden Schulen wurden dem Bedarf angepasst. Die Rhythmik-AG an der Marie-Curie-Schule in der Klassenstufe 1 konnte fortgeführt werden. Weiter bewährt hat sich das Bandprojekt an der Karl-Georg-Haldenwang-Schule sowie der flankierende Partnerunterricht für die Schülerinnen und Schüler. Dankenswerterweise ermöglicht LEWA GmbH zwei AGs „Percussion“ an der Ostertag-Realschule, die für die Nutzer kostenfrei sind. Die AGs „Lateinamerikanische Percussion“ an der Schelling-Schule werden monetarisiert fortgeführt und sind dadurch für die Nutzer kostenfrei. Der neue Jahrgang der Instrumentalklassen in Kooperation mit dem Albert-Schweitzer-Gymnasium und dem Johannes-Kepler-Gymnasium sowie mit der Marie-Curie-Schule begann mit besonders hoher Anmeldezahl (insgesamt 100). Die Verbesserungen im Bereich der Streicherklasse bewähren sich und werden fortgeführt.


In den Instrumentalklassen geht es nicht nur um das Erlernen eines Instruments, sondern vor allem um gemeinsames Musizieren, das Fördern von Disziplin und der Ausrichtung auf ein gemeinsames Ziel, um die mit einem Auftritt verbundene zielorientierte Arbeitsweise sowie entsprechende Erfolgserlebnisse. Zusätzlich ist besonders erfreulich, dass sich aus dem dreizehnten Jahrgang der Instrumentalklassen in Kooperation mit den Leonberger Gymnasien nach zweijähriger Laufzeit  wieder einige Schülerinnen und Schülern für einen weiterführenden Instrumentalunterricht entschieden haben. Insgesamt werden in den Schulkooperationen nun 548 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

 

In den Ensemble- und Ergänzungsfächern ist durch Abitur und vermehrten Ganztag ein Rückgang um 35 Belegungen zu verzeichnen. In engagierter Zusammenarbeit mit der Stabstelle Städtepartnerschaften gelang es, den musikalischen Austausch mit der Partnerstadt Belfort fortzusetzen. In einem gemeinsamen Probenwochenende wie auch im abschließenden Partnerschaftskonzert musizierten die Schülerinnen und Schüler des Jungen Orchesters und Jugendsinfonieorchesters in der Stadthalle begeistert zusammen mit ihren Belforter Austauschpartnern.

 

Die Begabtenförderung für außergewöhnlich begabte und fleißige Schülerinnen und Schüler konnte durch herausragendes Engagement des Fördervereins und Spenden weitergeführt werden. Im Berichtsjahr nahmen 12 Schülerinnen und Schüler teil. Der Förderverein ermöglicht hierfür zudem eine Korrepetition. Die Spenden hierfür reichen bis zum 31.08.2025. Pro Schuljahr sind Spenden in Höhe von ca. 3.200,- € erforderlich, da das Defizit der Jugendmusikschule hierdurch nicht steigen soll.

 

Der Raummangel der Jugendmusikschule hinsichtlich Unterrichtsräumen konnte im Teilort Höfingen durch Zusammenarbeit mit der ev. Kirche gelöst werden. Eine Anfrage beim Gebäudemanagement ergab, dass in der Kernstadt außer eventuell in der Ostertag-Realschule absehbar keine erweiterte Nutzung städtischer Räume möglich ist. Aktuell laufen noch Anfragen zu Räumlichkeiten der evangelischen Gesamtkirchengemeinde. Bekannt ist bereits, dass in deren Eltinger Räumen wie auch im Vereinsheim Eltinger Hof wegen eigenen Raumbedarfs keine Dauerbelegung für Unterricht möglich ist.

 

Beim Personal waren erhebliche Aufgabenstellungen zu lösen. Die neuen Leiterinnen des des Fachbereichs Populare Musik sowie des Jungen Orchesters, Jugendsinfonieorchesters und Kammerensembles haben sich bewährt. Der Wechsel einer Klavierlehrkraft konnte intern abgefedert werden. Die Aufgabe des Digitalisierungsbeauftragten ist wieder vergeben. Eine Lehrkraft der Jugendmusikschule besucht einen berufsbegleitenden Qualifizierungslehrgang im Bereich Elementare Musikpädagogik, unterrichtet das Fach ab September 2024 an der Jugendmusikschule und mildert so den akuten Personalmangel in diesem Bereich. Eine weitere Lehrkraft konnte trotz der äußerst schwierigen Situation am Arbeitsmarkt für den Bereich Elementare Musikpädagogik gewonnen werden, desgleichen eine Lehrkraft für Klarinette und Instrumentalklasse.

 

Nach erneuter 10-monatiger Vakanz von 40 % im Sekretariat konnte die Stelle zum 01.06. wiederbesetzt werden. Die Mitarbeiterin arbeitet sich engagiert ein. Die Verwaltungsleitung hat zum 01.10. innerhalb der Stadtverwaltung gewechselt. Die erneute Vakanz im Anschluss an die vorangegangenen Vakanzen und Wechsel verschärft die Situation in Verwaltung und Schulleitung. In Zusammenarbeit mit der Personalabteilung wird an einer zeitnahen Überbrückungslösung und dauerhaften Neubesetzung der Stelle gearbeitet.

 

Konferenzen und Besprechungen ergaben erneut wertvolle Ergebnisse für die pädagogische Arbeit, ebenso eine zweitägige interne Klausurtagung zu pädagogischen Fragestellungen.

 

Die Paketangebote für Erwachsene erfreuten sich weiter guter Nachfrage. Verschiedene konzeptionelle Überlegungen etwa zu weiteren Kooperationen mit den allgemein bildenden Schulen – etwa die sog. „Singpause“, Angebote für Erwachsene, Musikgeragogik und Angebote für Flüchtlinge konnten wegen langer Vakanzen und Krankenständen noch nicht weiter verfolgt werden.

 

Die intensive Zusammenarbeit von Musikverein Lyra Leonberg e.V., Musikverein Höfingen e.V. und Jugendmusikschule Leonberg und Förderung der Ausbildung von Vereinsjugend-lichen bewährt sich weiterhin. Derzeit werden 93 (+ 2) Vereinsjugendliche ausgebildet. Weitere Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule wirken zudem in den Jugendkapellen der Vereine mit. Besonders gelungen und bezeichnend für die guten Synergien war der Leonberger Bläsertag, der diesmal in Kombination mit dem Tag der offenen Tür der Jugendmusikschule stattfand.


Im Schuljahr 2023/2024 hat der Verein der Freunde und Förderer die Jugendmusikschule wieder maßgeblich unterstützt. Im Wert von insgesamt ca. 23.480,- EUR  spendete er unter anderem zahlreiche Instrumente für die Instrumentalklassen in Kooperation mit dem Albert-Schweitzer-Gymnasium und Johannes-Kepler-Gymnasium sowie mit der Marie-Curie-Schule, wie auch Instrumente für den Regelbetrieb der Jugendmusikschule. Darüber hinaus ermöglichte er etwa die Begabtenklasse und die Instrumentalklassen durch Beschaffung von Spenden für Instrumente und Probenphasen und ermöglichte Stipendien für einzelne Schülerinnen und Schüler aus Familien in finanziellen Notlagen.

 

Die Vorspiele und Konzerte waren pädagogisch wichtige Erfolgs- und Lerngelegenheiten sowie Übeziele für die Kinder und Jugendlichen und wurden begeistert aufgenommen. Im Berichtsjahr fanden 51 Veranstaltungen bzw. Mitwirkungen bei Veranstaltungen anderer mit etwa 1.524 Mitwirkenden und ca. 6.436 Zuhörerenden statt. Neben den üblichen Vorspielen und Konzerten sind folgende Veranstaltungen besonders hervorzuheben:

  • das Sommerkonzert des Sinfonieorchesters Leonberg unter der Leitung von Alexander G. Adiarte
  • der gelungene Bläsertag in Kombination mit dem Tag der offenen Tür
  • herausragende Konzerte der Fachbereiche Popularmusik und Blockflöte
  • ein thematisches Konzert „Komponistinnen - Frauen komponieren“
  • das beeindruckende Partnerschaftskonzert von Jungem Orchester, Jugendsinfonieorchester und den Belforter Austauschpartnern beim Partnerschaftswochenende in Leonberg
  • das überzeugende Schulkonzert als „Ensemblekonzert“ in der Stadthalle
  • die Umrahmung der Feierstunde anlässlich des 50-jährigen Jubiäums des Lions-Clubs Leonberg.

 

Bei diesjährigen Wettbewerben haben besonders viele Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule erfolgreich abgeschnitten. 24 teilnehmende Schülerinnen und Schüler aus den Klassen von Akiko Arakaki, Izumi Gehrecke, Conni Gersten-Ichimescu, Frank Lehmann, Konstanze Liebeskind, Norbert Niederer, Karin Reitz, Stefan Romer, Ieva Sarja und Peter Varda errangen im Regionalwettbewerb 21 erste Preise, soweit in der Altersgruppe möglich mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb. Im Landeswettbewerb errangen die weitergeleiteten Schüler*innen vier erste sowie mehrere zweite Preise, ferner im Bundeswettbewerb einen zweiten und einen dritten Preis.

 

Beim renommierten Tonkünstlerwettbewerb 2024 wurden zwei Schülerinnen und Schüler aus der Klasse von Connie Gerstein-Ichimescu im Fach Klavier in der Altersgruppe 2 mit einem überzeugenden 1. Preis ausgezeichnet.

 

 

Problemlagen

 

I. Wartelisten: Der Bedarf an Unterricht an der Jugendmusikschule ist in einigen Fächern deutlich größer als das derzeitige Angebot. Hohe Anfragezahlen sind positiv zu bewerten. Allerdings ist es in verschiedener Hinsicht nicht zufriedenstellend, diese nicht bedienen zu können. Auf den Wartelisten stehen aktuell ca. 250 Anmeldungen (Erfassungsstand ab 11/2022). In Fächern wie Gitarre (52 Wartende), Klavier (68) und Schlagzeug (28) ist die Situation besonders schwierig, weil teils pro Semester nur 2 - 3 Plätze frei werden, was zu jahrelangen unzumutbaren Wartezeiten führt. Wo irgend möglich und pädagogisch sinnvoll, wird bereits im Partner- oder Gruppenunterricht eingeteilt, was jedoch durch den Ganztag zusätzlich terminlich erschwert wird. Auch in den Rhythmik-AGs an allgemein bildenden Schulen wie auch im Instrumentenkarussell müssten die Kurse aktuell verdoppelt werden, da die Teilnehmerzahl pro Kurs aus pädagogischen und räumlichen Gründen begrenzt ist. Überbrückungsweise wird das Instrumentenkarussell aktuell in Gruppen von 5 - 6 Kindern unterrichtet. Auf Rhythmik-Unterricht und Eltern-Kind-Gruppen warten aktuell 50 Kinder. Im Schlagzeugunterricht wird versucht, die Notlage im Grundschulbereich mit dem Kurs „Percussion für Kids“ etwas zu mildern. Auch dieser Kurs müsste jedoch hierfür mehrfach angeboten werden und kann maximal ein Jahr Wartezeit überbrücken. Zudem wünschen einige Nutzer raschere Fortschritte als dies in der Großgruppe möglich ist, so dass ein passendes Angebot auch pädagogisch erforderlich ist.
Grund für den Mangel sind fehlende zusätzliche Personalkapazitäten, beim Schlagzeug zudem das Fehlen eines ausreichend großen Raums.

 

II. Digitalisierung: Bedingt durch Vakanzen und Personalsituation funktioniert die Musikschul-App der Jugendmusikschule noch nicht vollständig und konnte daher auch noch nicht breit unter den Schülerinnen und Schülern sowie Eltern beworben werden.

 

III. Veränderungen in Gesellschaft und Bildungslandschaft:
Durch steigende Internationalität, Einfluss der neuen Medien, zahlreiche Konkurrenzangebote in der Freizeit, verstärkte Entwicklung zum Ganztag sowie veränderte Altersstruktur entstehen weiterhin eine Vielzahl von Problemen in der Jugendmusikschule. Zur Erfüllung ihres Bildungs- und Erziehungsauftrags sowie hinsichtlich des umfassenden Inklusionsbegriffs im Leitbild des Verbands deutscher Musikschulen für öffentliche Musikschulen sind erforderlich:

  1.       finanziell niederschwellige und möglichst kostenfreie Angebote an den Grundschulen zur Ermöglichung breitestmöglicher Teilhabe und musikalischer Alphabetisierung
  2.       Fortsetzung der bisherigen Kooperationsangebote an Grundschulen
  3.       ausreichend zeitliche und räumliche Übungsmöglichkeiten für eine Fortsetzung der wirksamen Individualförderung mit der pädagogisch notwendigen Vertiefung
  4.       Fortsetzung und Verstärkung interkultureller und im weitesten Sinne inklusiver Überlegungen zur Ermöglichung breitestmöglicher Teilhabe
  5.       Fortsetzung der Überlegungen zu Angeboten für Menschen jedes Alters

 

Zwar bietet die Landesgesetzgebung bei Kindern und Jugendlichen finanzielle Möglichkeiten für niederschwellige Breitenangebote an Ganztagsschulen. Da derzeit noch immer nur die Mörikeschule und die Schellingschule diese nutzen können und die Mörike-Schule hiervon Abstand genommen hat, ist in der Breite tatsächlich jedoch noch immer keine nennenswerte Veränderung spürbar.

Die Jugendmusikschule leistet in den Bildungskooperationen ihr Möglichstes, um innerhalb der derzeitigen finanziellen Rahmenbedingungen auch Kindern aus nicht musikaffinen und finanziell schlechter gestellten Familien eine adäquate musikalische Bildung und vor allem die damit verbundene Förderung ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu ermöglichen.

 

Problematisch bleibt jedoch weiterhin die Finanzierung ihrer Teilnahme. Denn bei der Finanzierung über Spenden oder Sponsoring haben die Schulen oft Schwierigkeiten, die Mittel aufzubringen bzw. entstehen der Jugendmusikschule erhebliche Aufwände bei der Suche nach Spendern und Sponsoren. Kostenbedingt ist oft auch die pädagogisch sinnvolle kontinuierliche Fortführung der Angebote in Frage gestellt. Trotz allen Bemühens um möglichst niedrige und für den Kostendeckungsgrad noch vertretbare Gebühren können wiederholt interessierte Schülerinnen und Schüler wegen der Gebühren nicht teilnehmen.

 

In der Breitenarbeit besonders bewährt hat sich inzwischen auch in Baden-Würtemberg das Projekt „Singpause“ für Kinder im Grundschul-Alter als breit angelegte Schulkooperation, das im Landkreis Böblingen z.B. sehr erfolgreich in Böblingen umgesetzt wird (siehe Vorlage 216/364).

 

IV. Verwaltungssituation: 

Siehe vorne. Seit Januar 2021 wechselte mehrfach die komplette Jugendmusikschul-Verwaltung einschließlich halb- bis ganzjähriger Vakanzen. Dies führt im sehr kleinen Team (- aktuell sind in Sekretariat und Verwaltungsleitung 1,1 von 2,2 Vollzeitäquivalenten be-

setzt -) zusammen mit erneutem Personalmangel und Aufgabenfülle zu dauerhafter Überlastung und dazu, dass trotz Aufgabenkritik und Priorisierung der ordnungsgemäße Betrieb der Einrichtung teilweise nicht sicherzustellen war. Die Aufwände steigen gleichzeitig weiterhin durch die erforderlichen vermehrten Bildungskooperationen sowie durch vermehrte und öfters aufwändigere Nutzeranfragen.

 

V: Raumsituation für Veranstaltungen und Unterricht:
Bei den Unterrichtsräumen der Jugendmusikschule in der Kernstadt ist die Kapazitätsgrenze noch immer erreicht bzw. überschritten (siehe Vorlage 2023/364). Das gewachsene Raumkonzept der Jugendmusikschule als Zentralstelle mit Verwaltung und acht Unterrichtsräumen, weiteren sechs Unterrichtsräumen im Souterrain der Georgii-Halle sowie auch in der Kernstadt ansonsten dezentralem Unterricht in den Räumen der allgemein bildenden Schulen ist in Zeiten des Ganztags an seine Grenzen gekommen, da eine Nutzung der Schul-Räume für den Musikschul-Unterricht meist nicht mehr möglich ist. Außerdem müssen manche allgemein bildenden Schulen auch Räume an andere Schulen mit Platzmangel abtreten.
 

Sehr hinderlich ist die Situation auch für größere Ensembleproben und Veranstaltungen. Durch das Fehlen eines eigenen ausreichend großen Raums entstehen hier teils erhebliche Aufwände für Raumklärung mit Gebäudemanagement und allgemein bildenden Schulen. Zudem gibt es für diese JMS-Bedarfe nur drei Dauerbelegungen, die wegen anderer öffentlicher oder schulischer Veranstaltungen teils doch nicht verlässlich genutzt werden können, so dass wiederholt wichtige Ensembleproben nicht stattfinden können.

 

Belastend ist der Raummangel darüber hinaus in der Zentralstelle besonders für den Schlagzeugunterricht, weil der vorhandene Schlagzeugraum nicht annähernd groß genug für das erforderliche Instrumentarium und den teils erforderlichen Unterricht in größeren Gruppen ist (s.o.).

 

VI. Kostendeckungsgrad:

Für 2025 sinkt der Kostendeckungsgrad planmäßig um 3,54 % auf 36,9 % sowie der Anteil der Elternbeiträge auf 29,46 %. Parallel steigen die Kosten stetig. Zur Verbesserung des Kostendeckungsgrads war bereits zum 01.09.2024 eine moderate Gebührenerhöhung um durchschnittlich 2,55 % durchgeführt worden. Diese und die zuvor erfolgten Gebührenerhöhungen zum 01.09.2017 (durchschnittlich 2,13 %), 01.09.2021 (durchschnittlich 5 %) und 01.09.2024 (durchschnittlich 2,55 %) können diese Verschiebungen und jährlichen Preissteigerungen jedoch nicht annähernd auffangen. Zwar ist stark zu vermuten, dass im Jahr 2025 die Erstattungen beim Landesprogramm Singen-Bewegen-Sprechen deutlich steigen (ca. 22.000,- EUR), da zum Zeitpunkt der Haushaltsplanung noch nicht bekannt war, dass 8 Gruppen mehr angeboten werden können. Auch diese Mehreinnahmen würden das Problem jedoch nicht lösen. Gleichzeitig gilt es auch in der Gebührengestaltung, weiterhin einen breitestmöglichen Zugang zum Jugendmusikschulunterricht zur Verwirklichung ihres Bildungsauftrags zu gewährleisten.


 

Weiteres Vorgehen

 

I. Wartelisten: Eine Aufstockung des pädagogischen Personals um eine 100%-Stelle zur Milderung des dringendsten Bedarfs v. a. in der Breitenarbeit ist beantragt (siehe Vorlage 2024/216). Darüber hinaus wird zeitnah versucht, das Unterrichtsangebot in den besonders stark nachgefragten Fächern wie Gitarre, Klavier und Schlagzeug etwas zu erweitern. Im nächsten Jugendmusikschulbeirat wird erneut hierzu berichtet.

II. Digitalisierung: Eine breite Bewerbung der Musikschul-App erfolgt sobald wie personell möglich.

 

III. Veränderungen in Gesellschaft und Bildungslandschaft:

Die Weiterentwicklung der Bildungskooperationen der Jugendmusikschule sowie alle anderen o.g. Ansätze werden sofern kapazitätsbedingt möglich weiter verfolgt.

 

IV. Verwaltungssituation: In Zusammenarbeit mit der Personalabteilung erfolgt unter Nutzung sämtlicher Werbemöglichkeiten eine schnellstmögliche Wiederbesetzung der vakanten Verwaltungsleitungsstelle sowie nötigenfalls eine Überbrückunglösung und ggf. die erneute Prüfung eines anderen Stellenzuschnitts.
 

V. Raumsituation: In Absprache mit den Leonberger Kirchen werden Möglichkeiten und Kosten einer Nutzung durch die Jugendmusikschule überprüft, desgleichen mit der Ostertag-Realschule. Es sind Lösungen für einen ausreichend großen Schlagzeugraum zu finden. Hierüber wird im nächsten Beirat der Jugendmusikschule berichtet.

 

VI. Kostendeckungsgrad: Moderate Gebührenanpassungen zur Stabilisierung des Kostendeckungsgrads werden regelmäßig, mindestens in zweijährigen Abständen geprüft. Eine moderate Erhöhung der Gebühren um ca. 3,5 % wird zum 01.09.2025 durchgeführt (siehe Vorlage 2024/257), um außerdem 2026, im 60. Jubiläumsjahr der Jugendmusikschule, eine Gebührenerhöhung voraussichtlich vermeiden zu können. Die Erhöhung erfolgt im Marktvergleich, um einen weiterhin breiten Zugang zur Jugendmusikschule ermöglichen zu können.

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Anlagen

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