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Beschlussvorschlag mit finanziellen Auswirkungen - 2024/225
Grunddaten
- Betreff:
-
Kultur- und Nutzungsplan für den Stadtwald 2025
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorschlag mit finanziellen Auswirkungen
- Federführend:
- Kämmereiamt
- Beteiligtes Amt:
- Ortschaftsverwaltung Warmbronn; Ortschaftsverwaltung Gebersheim; Ortschaftsverwaltung Höfingen
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
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Ortschaftsrat Warmbronn
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Vorberatung
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21.10.2024
| |||
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●
Erledigt
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Ortschaftsrat Gebersheim
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Vorberatung
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22.10.2024
| |||
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●
Erledigt
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Ortschaftsrat Höfingen
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Vorberatung
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23.10.2024
| |||
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●
Erledigt
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Finanz- und Verwaltungsausschuss
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Vorberatung
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14.11.2024
| |||
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●
Erledigt
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Gemeinderat
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Entscheidung
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19.11.2024
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Beschlussvorschlag
- Dem Nutzungsplan für die Wälder der Stadt Leonberg mit einem vorgesehenen Einschlag von 6.800 Erntefestmetern und einer Durchforstungsfläche von ca. 103,9 ha wird zugestimmt.
2. Dem Kulturplan für die Wälder der Stadt Leonberg mit Neupflanzungen von ca. 1.900 Nadelbäumen und 6.000 Laubbäumen sowie Kultursicherungen auf ca. 6,2 ha, vorgesehenen Wildschutzmaßnahmen auf ca. 2,5 ha und Jungbestandspflege auf ca. 20,5 ha wird zugestimmt.
3. Vom Bericht der Forstverwaltung zur Situation in den Wäldern der Stadt Leonberg wird Kenntnis genommen.
4. Flächen, die zur Aufforstung mit Laubholz vorgesehen sind, sollen dem Verein Trinkwasserwald e.V. für Pflanzprojekte zur Verfügung gestellt werden.
5. Die Verwaltung wird beauftragt, den Stadtwald entsprechend dieser Vorgaben zu bewirtschaften.
Sachverhalt
Sachverhalt mit der Stellungnahme der Verwaltung
1. Bericht der Forstverwaltung zur Situation in den Wäldern der Stadt Leonberg
1.1 Rückblick auf das Forstwirtschaftsjahr 2024
Von Anfang November 2023 bis Ende März 2024, der laubfreien Zeit im Wald, fielen in Leonberg 302 Liter/m² Regen. Dies waren über 100 Liter/m² Regen mehr als in den vergangenen Jahren, so dass die Wassersättigung der Waldböden zwar noch nicht optimal, aber deutlich besser als in den Trockenjahren zuvor war. Von Januar bis Juni regnete es 367 Liter/m². Dies sind etwa 50% unserer durchschnittlichen jährlichen Niederschläge.
Leonberg gehört weiterhin zu den regenarmen Gegenden in Baden-Württemberg; allerdings hat sich die Waldschadensproblematik im Vergleich zu den Vorjahren etwas entspannt.
Die auftretenden Trockenschäden sind noch auf die fehlenden Niederschläge in den Vorjahren zurückzuführen. Erste Borkenkäferschäden sind erst im Juli, vergleichsweise spät, aufgetreten. Trotzdem war weit mehr als die Hälfte des Holzeinschlags von Schadholz geprägt.
1.2 Situation am Holzmarkt
Nachdem die hohe Nachfrage nach Brennholz des Winters 2022/2023 wieder etwas nachgelassen hat, normalisieren sich die Einschlagsmengen in diesem Bereich wieder. Die Preise sind derzeit stabil. Die Preise konkurrierender Industrie- und Stammholzsortimente waren leicht rückläufig.
Die Nadelholzpreise schwanken je nach Bedarf der Sägeindustrie und dem Anfall von Schadholz in den Hauptnadelholzgebieten. Für frisches gesundes Holz werden weiterhin ordentliche Preise bezahlt, wobei der tatsächliche Verkaufserlös stark von den geringer bezahlten Schadholzanteilen abhängt.
Bei der Wertholzeichen-Submission Trippsdrill-Heimerdingen haben die Eichen aus dem Stadtwald Leonberg einen Durchschnittserlös von 567,26 EUR/m³ erreicht. Damit konnten die Spitzenerlöse aus den Jahren 2022 (739,77 EUR/m³) und 2023 (619,75 EUR/m³) nicht mehr erreicht werden. Auch bei der Eiche werden künftige Verkaufserlöse zunehmend vom Anteil der Schadhölzer abhängig sein.
Insgesamt kann aber von einer guten Ausgangssituation berichtet werden.
1.3 Ausblick auf das Forstwirtschaftsjahr 2025
Trotz der besseren Wasserversorgung des Leonberger Waldes muss weiterhin von einem relativ hohen Schadholzanfall ausgegangen werden. Oberste Priorität behält dabei weiterhin die Erhaltung der Verkehrssicherheit entlang von Straßen und baulichen Einrichtungen.
Neben der Schadholzaufarbeitung sind vor allem Pflegehiebe geplant. Hierbei fallen auch nennenswerte Mengen an Brenn-, Stamm- und Industrieholz an, die überwiegend regional vermarktet werden können.
Wie in den Vorjahren sollen im Frühjahr Kahlflächen, die bei der Räumung von geschädigten Buchen über vorhandener Naturverjüngung entstanden sind, aufgeforstet werden. Zudem sollen entstandene Sturm- und Käferholzflächen neu mit als klimaresilient und standortgerecht geltenden Laub- und Nadelbäumen bepflanzt werden.
Ein Teil der Flächen soll dem Verein Trinkwasserwald e.V. zur Bepflanzung mit Laubwald zur Verfügung gestellt werden. Dieser Verein fördert bereits seit 1995 vor allem in Norddeutschland die Pflanzung von standortgerechten und klimastabilen Laubwäldern, um damit die Fähigkeit des Bodens Wasser zu speichern zu erhalten, sowie natürliche Trinkwasservorkommen langfristig zu sichern. Hierfür generiert der Verein Spendengelder, vor allem bei Umweltaktionen großer Firmen, mit denen er dann direkt Pflanzungen oder Umweltschutzmaßnahmen durchführt. In den vergangenen Jahren sind so bereits einige Laubholzanpflanzungen in verschiedenen Nachbargemeinden Leonbergs entstanden.
Kultursicherungsarbeiten sollen im Jahr 2025 auf 6,2 ha und Wildschutzmaßnahmen auf
2,5 ha durchgeführt werden. Jungbestandspflege ist auf 20,5 ha geplant.
2. Nutzungsplan
Aufbauend auf dem vom Gemeinderat am 11.07.2023 (SV 2023/136) beschlossenen 10-jährigen Forsteinrichtungswerk 2023 bis 2032, hat der städtische Forstbetrieb in Zusammenarbeit mit dem Kreisforstamt in Böblingen den Entwurf für den jährlich zu erstellenden Kultur- und Nutzungsplan gefertigt und vorgelegt. Der Hiebssatz wurde dabei auf 6.800 Festmeter festgelegt und bleibt damit 500 Festmeter unter dem Hiebssatz der abgelaufenen Forsteinrichtungsperiode (2013-2022) von 7.300 Festmeter. 200 Festmeter davon fallen bei der Pflege von Jungbestände an, die meist nicht zu vermarkten sind.
Die Planzahlen des Jahres 2024 für den gesamten Stadtwald sind zum Vergleich in Klammern angegeben.
2.1 Aufteilung nach Teilorten und Nutzungsarten
|
Werte in Festmeter |
Vor- nutzung |
Haupt- nutzung |
Geplanter Einschlag (Summe Vor- und Haupt-nutzung) |
Jung-bestands-pflege gesamter Stadtwald |
Gesamt-nutzung |
|
Leonberg |
2.630 |
2.310 |
4.940 |
200 |
5.140 |
|
Warmbronn |
220 |
110 |
330 |
0 |
330 |
|
Höfingen |
430 |
250 |
680 |
0 |
680 |
|
Gebersheim |
170 |
480 |
650 |
0 |
650 |
|
Gesamter Stadtwald (Werte 2024 in Klammer) |
3.450 (3.480) |
3.150 (3.120) |
6.600 (6.600) |
200 (200) |
6.800 (6.800) |
(Werte 2024 in Klammern)
Vornutzung: Nutzung von Holz zur Pflege vorwiegend jüngerer Bestände
Hauptnutzung: Nutzung von erntereifem Holz im Rahmen der Verjüngung des Waldes
2.2 Aufteilung nach Holzarten nur geplanter Einschlag, Werte in Festmeter)
(Derbholz = Holz, das für Flächenlose verbleibt)
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Werte in Festmeter |
Nadelholz |
Laubholz |
|
||||
|
|
Stammholz |
Industrieholz |
Stammholz |
Industrieholz |
Brennholz |
Derbholz |
|
|
Gesamter Stadtwald |
745 (745) |
210 (255) |
1455 (1450) |
520 (450) |
2.100 (2.165) |
1.570 (1.535) |
|
(Werte 2024 in Klammern)
Durchforstungsfläche 103,9 ha (ca. 7,1 % der Gesamtwaldfläche)
(122,1 ha) (ca. 8,4 % der Gesamtwaldfläche)
3. Kulturplan
3.1 Neupflanzungen (geplante Neupflanzungen des Vorjahres in Klammern)
|
Stück |
Leonberg |
Warmbronn |
Höfingen |
Gebersheim |
Summe |
|
Eiche |
1.800 (3.900) |
0 (0) |
0 (0) |
0 (0) |
1.800 (3.900) |
|
Linde |
300 (550) |
0 (0) |
0 (0) |
0 (0) |
300 (550) |
|
Hainbuche |
300 (650) |
0 (0) |
0 (0) |
0 (0) |
300 (650) |
|
Roteiche |
0 (0) |
0 (1.100) |
1.300 (0) |
2.000 (0) |
3.300 (1.100) |
|
Elsbeere |
0 (100) |
0 (0) |
0 (0) |
0 (0) |
0 (100) |
|
Flaumeiche |
100 (0) |
0 (0) |
0 (0) |
0 (0) |
100 (0) |
|
Summe Laubholz |
2.500 (5.200) |
0 (1.100) |
1.300 (0) |
2.000 (0) |
5.800 (6.300) |
|
|
|
|
|
|
|
|
Eu. Lärche |
0 (0) |
0 (0) |
0 (1.500) |
0 (0) |
0 (1.500) |
|
Douglasie |
600 (3.150) |
0 (0) |
1.300 (1.300) |
0 (0) |
1.900 (4.450) |
|
Hemlocktanne |
0 (0) |
0 (0) |
0 (1.500) |
0 (0) |
0 (1.500) |
|
Summe Nadelholz |
600 (3.150) |
0 (0) |
1.300 (4.300) |
0 (0) |
1.900 (7.450) |
|
|
|
|
|
|
|
|
gesamt |
3.100 (8.350) |
0 (1.100) |
2.600 (4.300) |
2.000 (0) |
7.700 (13.750) |
(Werte 2024 in Klammern)
3.2 Nachbesserung
In Kulturen, die in den vergangenen Jahren gepflanzt wurden, gab es witterungs- und schädlingsbedingt nennenswerte Ausfälle. Für die Nachbesserung werden rund 500 junge Bäume benötigt.
3.3 Jungwüchse aus abgedeckten Naturverjüngungen
Auf den unten aufgeführten Flächen sind mittlerweile so viele junge Bäume nachgewachsen, dass die darüberstehenden alten Bäume genutzt werden können.
|
ha |
|
|
IV, 9 Roßsteig, Eltingen |
0,2 |
|
VIII,12 Asperger Allee |
0,2 |
3.4 Kultursicherung, Waldschutz und Jungbestandspflege
Um den frisch gepflanzten Bäumen ein gutes Wachstum zu ermöglichen, müssen diese Pflanzflächen mehrere Jahre gemäht werden (Kultursicherung).
Verschiedene Baumarten müssen zusätzlich durch Zäune (Flächenschutz) oder durch Wuchshüllen, Drahthosen und dergleichen (Einzelschutz) vor dem Wild geschützt werden.
Bei der Jungbestandspflege werden vor allem schlechtwüchsige und unerwünschte Bäume beseitigt.
|
|
Planung FWJ 2025 (01.10.2024-30.09.2025 |
Planung FWJ 2024 (01.10.2023-30.09.2024) |
Vollzug FWJ 2023 |
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Kultursicherung |
6,2 ha |
5,8 ha |
6,5 ha |
|
Wald-/Wildschutz
|
|
|
|
|
a) Zaunabbau : |
|
|
|
|
Umzäunte Fläche Zaunabbau Länge
|
0 0 |
0 0 |
0 0 |
|
b) Zaunneubau |
|
|
|
|
Umzäunte Fläche Zaunneubau Länge |
0 0 |
0 0 |
0 0 |
|
c) Baum-Einzelschutz
|
2,5 ha |
6,0 ha |
2,3 ha |
|
Jungbestandspflege |
20,5 ha |
23,2ha |
3,6 ha |
