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Beschlussvorschlag mit finanziellen Auswirkungen - 2024/225

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

  1. Dem Nutzungsplan für die Wälder der Stadt Leonberg mit einem vorgesehenen Ein­schlag von 6.800 Erntefestmetern und einer Durchforstungsfläche von ca. 103,9 ha wird zugestimmt.

 

2. Dem Kulturplan für die Wälder der Stadt Leonberg mit Neupflanzungen von ca. 1.900 Nadelbäumen und 6.000 Laubbäumen sowie Kultursicherungen auf ca. 6,2 ha, vorgesehenen Wildschutzmaßnahmen auf ca. 2,5 ha und Jungbestandspflege auf ca. 20,5 ha wird zugestimmt.

 

3. Vom Bericht der Forstverwaltung zur Situation in den Wäldern der Stadt Leonberg wird Kenntnis genommen.

 

4. Flächen, die zur Aufforstung mit Laubholz vorgesehen sind, sollen dem Verein Trinkwasserwald e.V. für Pflanzprojekte zur Verfügung gestellt werden.

 

5. Die Verwaltung wird beauftragt, den Stadtwald entsprechend dieser Vorgaben zu bewirtschaften.

 

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Sachverhalt

 

 

Sachverhalt mit der Stellungnahme der Verwaltung

1.  Bericht der Forstverwaltung zur Situation in den Wäldern der Stadt Leonberg

 

1.1 Rückblick auf das Forstwirtschaftsjahr 2024

 

Von Anfang November 2023 bis Ende März 2024, der laubfreien Zeit im Wald, fielen in Leonberg 302 Liter/m² Regen. Dies waren über 100 Liter/m² Regen mehr als in den vergangenen Jahren, so dass die Wassersättigung der Waldböden zwar noch nicht optimal, aber deutlich besser als in den Trockenjahren zuvor war. Von Januar bis Juni regnete es 367 Liter/m². Dies sind etwa 50% unserer durchschnittlichen jährlichen Niederschläge.

 

Leonberg gehört weiterhin zu den regenarmen Gegenden in Baden-Württemberg; allerdings hat sich die Waldschadensproblematik im Vergleich zu den Vorjahren etwas entspannt.

 

Die auftretenden Trockenschäden sind noch auf die fehlenden Niederschläge in den Vorjahren zurückzuführen. Erste Borkenkäferschäden sind erst im Juli, vergleichsweise spät, aufgetreten. Trotzdem war weit mehr als die Hälfte des Holzeinschlags von Schadholz geprägt.

 

1.2 Situation am Holzmarkt

 

Nachdem die hohe Nachfrage nach Brennholz des Winters 2022/2023 wieder etwas nachgelassen hat, normalisieren sich die Einschlagsmengen in diesem Bereich wieder. Die Preise sind derzeit stabil. Die Preise konkurrierender Industrie- und Stammholzsortimente waren leicht rückläufig.

 

Die Nadelholzpreise schwanken je nach Bedarf der Sägeindustrie und dem Anfall von Schadholz in den Hauptnadelholzgebieten. Für frisches gesundes Holz werden weiterhin ordentliche Preise bezahlt, wobei der tatsächliche Verkaufserlös stark von den geringer bezahlten Schadholzanteilen abhängt.

 

Bei der Wertholzeichen-Submission Trippsdrill-Heimerdingen haben die Eichen aus dem Stadtwald Leonberg einen Durchschnittserlös von 567,26 EUR/m³ erreicht. Damit konnten die Spitzenerlöse aus den Jahren 2022 (739,77 EUR/m³) und 2023 (619,75 EUR/m³) nicht mehr erreicht werden. Auch bei der Eiche werden künftige Verkaufserlöse zunehmend vom Anteil der Schadhölzer abhängig sein.

 

Insgesamt kann aber von einer guten Ausgangssituation berichtet werden.

 

1.3 Ausblick auf das Forstwirtschaftsjahr 2025

 

Trotz der besseren Wasserversorgung des Leonberger Waldes muss weiterhin von einem relativ hohen Schadholzanfall ausgegangen werden. Oberste Priorität behält dabei weiterhin die Erhaltung der Verkehrssicherheit entlang von Straßen und baulichen Einrichtungen.

 

Neben der Schadholzaufarbeitung sind vor allem Pflegehiebe geplant. Hierbei fallen auch nennenswerte Mengen an Brenn-, Stamm- und Industrieholz an, die überwiegend regional vermarktet werden können.

 

 Wie in den Vorjahren sollen im Frühjahr Kahlflächen, die bei der Räumung von geschädigten Buchen über vorhandener Naturverjüngung entstanden sind, aufgeforstet werden. Zudem sollen entstandene Sturm- und Käferholzflächen neu mit als klimaresilient und standortgerecht geltenden Laub- und Nadelbäumen bepflanzt werden.

 

Ein Teil der Flächen soll dem Verein Trinkwasserwald e.V. zur Bepflanzung mit Laubwald zur Verfügung gestellt werden. Dieser Verein fördert bereits seit 1995 vor allem in Norddeutschland die Pflanzung von standortgerechten und klimastabilen Laubwäldern, um damit die Fähigkeit des Bodens Wasser zu speichern zu erhalten, sowie natürliche Trinkwasservorkommen langfristig zu sichern. Hierfür generiert der Verein Spendengelder, vor allem bei Umweltaktionen großer Firmen, mit denen er dann direkt Pflanzungen oder Umweltschutzmaßnahmen durchführt. In den vergangenen Jahren sind so bereits einige Laubholzanpflanzungen in verschiedenen Nachbargemeinden Leonbergs entstanden.

 

 Kultursicherungsarbeiten sollen im Jahr 2025 auf 6,2 ha und Wildschutzmaßnahmen auf

 2,5 ha durchgeführt werden. Jungbestandspflege ist auf 20,5 ha geplant.

 

2.  Nutzungsplan

 

 Aufbauend auf dem vom Gemeinderat am 11.07.2023 (SV 2023/136) beschlossenen 10-jährigen Forsteinrichtungswerk 2023 bis 2032, hat der städtische Forstbetrieb in Zusammenarbeit mit dem Kreisforstamt in Böblingen den Entwurf für den jährlich zu erstellenden Kultur- und Nutzungsplan gefertigt und vorgelegt. Der Hiebssatz wurde dabei auf 6.800 Festmeter festgelegt und bleibt damit 500 Festmeter unter dem Hiebssatz der abgelaufenen Forsteinrichtungsperiode (2013-2022) von 7.300 Festmeter. 200 Festmeter davon fallen bei der Pflege von Jungbestände an, die meist nicht zu vermarkten sind.

 

 Die Planzahlen des Jahres 2024 für den gesamten Stadtwald sind zum Vergleich in Klammern angegeben.

 

2.1 Aufteilung nach Teilorten und Nutzungsarten

 

Werte in Festmeter

Vor-

nutzung

Haupt-

nutzung

Geplanter Einschlag (Summe Vor- und Haupt-nutzung)

Jung-bestands-pflege gesamter Stadtwald

Gesamt-nutzung

Leonberg

2.630

2.310

4.940

200

5.140

Warmbronn

220

110

330

0

330

Höfingen

430

250

680

0

680

Gebersheim

170

480

650

0

650

Gesamter

Stadtwald  (Werte 2024 in Klammer)

3.450

(3.480)

3.150

(3.120)

6.600

(6.600)

200

(200)

6.800

(6.800)

 (Werte 2024 in Klammern)

 

Vornutzung: Nutzung von Holz zur Pflege vorwiegend jüngerer Bestände

Hauptnutzung: Nutzung von erntereifem Holz im Rahmen der Verjüngung des Waldes

 

2.2 Aufteilung nach Holzarten nur geplanter Einschlag, Werte in Festmeter)

  (Derbholz = Holz, das für Flächenlose verbleibt)

 

Werte in Festmeter

Nadelholz

Laubholz

 

 

Stammholz

Industrieholz

Stammholz

Industrieholz

Brennholz

Derbholz

Gesamter

Stadtwald

745

(745)

210

(255)

1455

(1450)

520

(450)

2.100

(2.165)

1.570

(1.535)

 (Werte 2024 in Klammern)

 

Durchforstungsfläche 103,9 ha (ca. 7,1 % der Gesamtwaldfläche)

 (122,1 ha) (ca. 8,4 % der Gesamtwaldfläche)

 

3. Kulturplan

 

 Die Forsteinrichtung hat auf verschiedenen Flächen im Stadtwald Waldverjüngungsmaßnahmen geplant. Im kommenden Forstwirtschaftsjahr sollen auf Flächen, die durch Trockenschäden, Borkenkäferbefall und der Räumung von Althölzern entstanden sind, Bäume gepflanzt werden:

 

3.1 Neupflanzungen (geplante Neupflanzungen des Vorjahres in Klammern)

 

Stück

Leonberg

Warmbronn

Höfingen

Gebersheim

Summe

Eiche

1.800

(3.900)

0

(0)

0

(0)

0

(0)

1.800

(3.900)

Linde

300

(550)

0

(0)

0

(0)

0

(0)

300

(550)

Hainbuche

300

(650)

0

(0)

0

(0)

0

(0)

300

(650)

Roteiche

0

(0)

0

(1.100)

1.300

(0)

2.000

(0)

3.300

(1.100)

Elsbeere

0

(100)

0

(0)

0

(0)

0

(0)

0

(100)

Flaumeiche

100

(0)

0

(0)

0

(0)

0

(0)

100

(0)

Summe

Laubholz

2.500

(5.200)

0

(1.100)

1.300

(0)

2.000

(0)

5.800

(6.300)

 

 

 

 

 

 

Eu. Lärche

0

(0)

0

(0)

0

(1.500)

0

(0)

0

(1.500)

Douglasie

600

(3.150)

0

(0)

1.300

(1.300)

0

(0)

1.900

(4.450)

Hemlocktanne

0

(0)

0

(0)

0

(1.500)

0

(0)

0

(1.500)

Summe

Nadelholz

600

(3.150)

0

(0)

1.300

(4.300)

0

(0)

1.900

(7.450)

 

 

 

 

 

 

gesamt

3.100

(8.350)

0

(1.100)

2.600

(4.300)

2.000

(0)

7.700

(13.750)

 (Werte 2024 in Klammern)

 

3.2 Nachbesserung

 

 In Kulturen, die in den vergangenen Jahren gepflanzt wurden, gab es witterungs- und schädlingsbedingt nennenswerte Ausfälle. Für die Nachbesserung werden rund 500 junge Bäume benötigt.

 


3.3 Jungwüchse aus abgedeckten Naturverjüngungen

 

 Auf den unten aufgeführten Flächen sind mittlerweile so viele junge Bäume nachgewachsen, dass die darüberstehenden alten Bäume genutzt werden können.

 

Waldort

ha

IV, 9   Roßsteig, Eltingen

0,2

VIII,12 Asperger Allee

0,2

 

3.4 Kultursicherung, Waldschutz und Jungbestandspflege

 

 Um den frisch gepflanzten Bäumen ein gutes Wachstum zu ermöglichen, müssen diese Pflanzflächen mehrere Jahre gemäht werden (Kultursicherung).

 

 Verschiedene Baumarten müssen zusätzlich durch Zäune (Flächenschutz) oder durch Wuchshüllen, Drahthosen und dergleichen (Einzelschutz) vor dem Wild geschützt werden.

 

 Bei der Jungbestandspflege werden vor allem schlechtwüchsige und unerwünschte Bäume beseitigt.

 

 

Planung

FWJ 2025

(01.10.2024-30.09.2025

Planung

FWJ 2024

(01.10.2023-30.09.2024)

Vollzug

FWJ 2023

Kultursicherung

6,2 ha

5,8 ha

6,5 ha

Wald-/Wildschutz

 

 

 

 

a) Zaunabbau :

 

 

 

 Umzäunte Fläche

     Zaunabbau Länge

 

0

0

0

0

0

0

b) Zaunneubau

 

 

 

 Umzäunte Fläche

     Zaunneubau Länge

0

0

0

0

0

0

 

c) Baum-Einzelschutz

 

 

2,5 ha

 

6,0 ha

 

2,3 ha

Jungbestandspflege

20,5 ha

23,2ha

3,6 ha

 

 

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Finanz. Auswirkung

JA

x

 

NEIN

 

 

Der Bereich Forst weist im Entwurf des Ergebnishaushalts 2025 (Teilhaushalt 06, Produktgruppe 5550) folgendes Ergebnis aus:

 

Erträge   563.736 EUR

Aufwendungen       574.871 EUR

Ergebnis  -11.135 EUR

 

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