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Beschlussvorschlag ohne finanzielle Auswirkungen - 2023/261

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Bericht der Schulleitung über das Jahr 2022/2023 wird zur Kenntnis genommen.

 

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Sachverhalt

 

Sachverhalt mit der Stellungnahme der Verwaltung

 

Sachverhalt mit der Stellungnahme der Verwaltung

Die Jugendmusikschule entwickelte sich im Berichtsjahr positiv:

 

1. Das Unterrichtsangebot der Jugendmusikschule konnte im Schuljahr 2022/2023 parallel zu den Veränderungen in Gesellschaft und Bildungslandschaft erhalten und weiterentwickelt werden. Die zur Erfüllung des Bildungsauftrags erforderliche Breiten- und Spitzenförderung ist weiterhin in allen Fächern möglich. Die Veranstaltungen der Jugendmusikschule trafen erneut auf äußerst positive Resonanz. Die Schülerzahl ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen (+ 116).

 

2. Die Projekte in Kooperation mit den allgemein bildenden Schulen wurden dem Bedarf angepasst und fortgesetzt.

 

3. Die musikalische Partnerschaft mit Belfort wurde erfolgreich wieder aufgegriffen.

 

3. Mit 26 Teilnehmenden nahmen besonders viele Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teil, sieben sogar bis zur Bundesebene. Die Begabtenklasse/ „Musik vertieft“ wurde mit 10 Teilnehmenden fortgesetzt.
 

4. Nach mehr als einjähriger Vakanz im Sekretariat konnten trotz schwieriger Arbeitsmarktlage zwei geeignete Nachfolgerinnen gefunden werden, die sich die Stelle teilen. Diese arbeiten sich abgesehen von Ausfällen engagiert ein.

 

 

 

Ziele der Maßnahme

 

Die Jugendmusikschule Leonberg hat als Bildungseinrichtung gemäß den Empfehlungen des KGSt-Gutachtens „Musikschule“ sowie den „Empfehlungen zur Musikschule“ des Deutschen Landkreistags und Deutschen Städtetags nach wie vor die Aufgabe, „Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine musikalische Grundausbildung zu vermitteln, den Nachwuchs für das Laien- und Liebhabermusizieren heranzubilden (Breitenförderung), Begabungen zu erkennen und zu fördern sowie auf das Studium der Musik vorzubereiten.“ Der Deutsche Städtetag nennt öffentliche Musikschulen „Einrichtungen des Bildungswesens und der kulturellen Grundversorgung“ und benennt ihre Bildungsziele (siehe ausführlicher DS 2003 Nr. S 32).

 

Sachverhalt/ Sachstand

 

Im Oktober 2023 hatte die Jugendmusikschule mit 1.442 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren und 178 Erwachsenen insgesamt 1620 Teilnehmende bzw. 1828 Belegungen (+ 134) und gegenüber dem Vorjahr einen deutlich gestiegenen Schüler- und Belegungsstand (+ 116). Zuwächse ergaben sich u.a. bei Singen-Bewegen-Sprechen (+ 59), bei den Kooperationen mit allgemein bildenden Schulen (+11), bei den Ensemble- und Ergänzungsfächern (+18) und im Hauptfachunterricht (+ 46), wenngleich in Singen-Bewegen-Sprechen noch immer nicht der Stand vor der Pandemie erreicht ist (295 Kinder in 26 Gruppen). Ein neuer Eltern-Baby-Kurs mit 10 Teilnehmenden wie auch ein Kurs „Percussion für Kids“ für Grundschulkinder (8 Teilnehmende) konnten im September beginnen, ebenso stieg die Anzahl der Schülerinnen und Schüler im Fach Populargesang. Nach einjähriger Pause kann nun wieder ein Kurs „Musiklehre und Hörerziehung“ angeboten werden. In den Breitenangeboten (d. h. Elementarbereich und Orientierungsstufe einschließlich Singen-Bewegen-Sprechen sowie Schulprojekte) werden weiterhin über 50 % der Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule unterrichtet.

 

Das Landesprogramm zur Sprachförderung SPATZ/ SBS „Singen-Bewegen-Sprechen“ wird derzeit in 15 Gruppen (+ 2) für 203 (+59) in folgenden sieben (+1) Leonberger Kindertageseinrichtungen durchgeführt: Kinderhaus Spitalhof, Kinderhaus Warmbronn, Kinderhaus Stadtpark, Kinderhaus Kunterbunt, Oberlin-Haus, Kindergarten Mammutzahn, Kindergarten Regenbogen. Leider konnte es v. a. aufgrund räumlicher Gegebenheiten bzw. wegen Personalmangels in einigen Einrichtungen noch nicht wieder angeboten werden. Das Förderprogramm ist für die Kinder ein wichtiges kostenfreies Förderangebot und sehr bedeutend für die Chancengerechtigkeit. Die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit dem Sachgebiet Kindertageseinrichtungen des Amts für Jugend, Familie und Schule und der Kirchenpflege der Ev. Gesamtkirchengemeinde erleichtert dessen Verwaltungsabwicklung.

 

Die Kooperationen mit allgemein bildenden Schulen wurden dem Bedarf angepasst. Die Rhythmik-AG an der Marie-Curie-Schule in der Klassenstufe 1 konnte fortgeführt werden. Weiter bewährt hat sich das Bandprojekt an der Karl-Georg-Haldenwang-Schule sowie der flankierende Partnerunterricht für die Schüler. Die monetarisierte Rhythmik-AG an der Mörike-Schule endete wegen stundenplanerischer Schwierigkeiten sowie Finanzierungsproblemen zum 31.08.2023. Die Instrumentalklasse an der Marie-Curie-Schule startete im November 2022. Dankenswerterweise ermöglicht LEWA GmbH zwei AGs „lateinamerikanische Perscussion“ an der Schelling-Schule, die im September begannen und für die Nutzer kostenfrei sind. Der neue Jahrgang der Instrumentalklassen in Kooperation mit dem Albert-Schweitzer-Gymnasium und dem Johannes-Kepler-Gymnasium begann mit besonders hoher Anmeldezahl (56). Das Konzept wurde zudem im Bereich der Streicherklasse evaluiert und als Ergebnis weitere Fördermöglichkeiten für Cello und Kontrabass eingerichtet.


In den Instrumentalklassen geht es nicht nur um das Erlernen eines Instruments, sondern vor allem um gemeinsames Musizieren, das Fördern von Disziplin und der Ausrichtung auf ein gemeinsames Ziel, um die mit einem Auftritt verbundene zielorientierte Arbeitsweise sowie entsprechende Erfolgserlebnisse. Zusätzlich ist besonders erfreulich, dass sich aus dem zwölften Jahrgang der Instrumentalklassen in Kooperation mit den Leonberger Gymnasien nach zweijähriger Laufzeit 7 von 25 Schülerinnen und Schülern für einen weiterführenden Instrumentalunterricht entschieden haben (4 Streicher, 3 Bläser). Insgesamt werden in den Schulkooperationen nun 483 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

 

In den Ensemble- und Ergänzungsfächern ist ein Zuwachs um 18 Belegungen zu verzeichnen, was in Zeiten vermehrten Ganztags umso erfreulicher ist. In der Orchesterschule wurde der Zuschnitt der Orchestergruppen im Bereich der Jugendlichen verändert, um deren Neigungen besser begegnen zu können. Dieser wird nun für zwei Schuljahre erprobt und anschließend ausgewertet. Zudem gelang es in engagierter Zusammenarbeit mit der Stabstelle Städtepartnerschaften, den musikalischen Austausch mit der Partnerstadt Belfort nach mehrjähriger Pause wiederzubeleben. In einem gemeinsamen Probenwochenende wie auch im abschließenden Partnerschaftskonzert musizierten die Schülerinnen und Schüler des Jungen Orchesters und Jugendsinfonieorchesters begeistert zusammen mit ihren Belforter Austauschpartnern. Der Besuch der Belforter Gruppen in Leonberg 2024 ist bereits in Planung.

 

Die Begabtenförderung für außergewöhnlich begabte und fleißige Schülerinnen und Schüler konnte durch herausragendes Engagement des Fördervereins und Spenden weitergeführt werden. Im Berichtsjahr nahmen 10 Schülerinnen und Schüler teil. Der Förderverein ermöglicht hierfür zudem eine Korrepetition. Die Spenden hierfür reichen bis zum 31.08.2024. Pro Schuljahr sind Spenden in Höhe von ca. 3.200,- € erforderlich, da das Defizit der Jugendmusikschule hierdurch nicht steigen soll.

 

Beim Personal waren erhebliche Aufgabenstellungen zu lösen. Hilfreich war hierbei die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der Personalabteilung. Die im Pilotprojekt erprobte Lösung für die Leitung des Fachbereichs Streichinstrumente hat sich bewährt und wird fortgeführt. Der Ausfall der Leitung des Sinfonieorchesters konnte intern vertreten werden.

Der kurzfristige Weggang einer Klavierlehrkraft zum Schuljahrsende aus privaten Gründen konnte intern und vertretungsweise mit einer ehemaligen Kraft überbrückt werden; die Nachfolgeregelung erfolgt sobald wie möglich. Die Leitung für den Fachbereich Populare Musik wechselte zum 1. 7. 2023 und die Nachfolgerin arbeitet sich engagiert ein. Die Aufgabe des Digitalisierungsbeauftragten ist seit 1. 4. 2023 vakant. Die Nachfolge wird sobald personell möglich geregelt. Eine Lehrkraft der Jugendmusikschule besucht seit September einen berufsbegleitenden Qualifizierungslehrgang im Bereich Elementare Musikpädagogik, um das Fach ab Schuljahr 2024/ 2025 an der Jugendmusikschule unterrichten und so den Personalmangel in diesem Bereich zu mildern. Der Leiter des Jugendorchesters und Jugendsinfonieorchesters wechselt zum 31.12.2023 wegen beruflicher Weiterentwicklung. Die Nachfolge soll wegen der zentralen Bedeutung beider Ensembles möglichst nahtlos geregelt werden.

 

Die neue Verwaltungsleitung hat sich engagiert und so gut wie angesichts der Vakanz im Sekretariat möglich eingearbeitet. Das Pilotprojekt zu ihrer Entlastung hat sich bewährt. Daher wurde die darin erprobte Aufgabenverteilung verstetigt und der Beschäftigungsgrad der stv. Schulleitung um 20% erhöht. Die fortgesetzte Vakanz der vollen Stelle im Sekretariat (seit 2/ 2022) verschärfte die Situation in Verwaltung und Schulleitung. Seit April 2023 bzw. Ende Mai 2023 gelang eine Nachfolgeregelung, bei der die Stelle auf zwei Personen aufgeteilt wurde. Allerdings fällt eine der beiden Sekretariats-Mitarbeiterinnen derzeit auf unbestimmte Zeit aus.

 

Die fortgesetzte Digitalisierung der Jugendmusikschule wurde durch viele positive Rückmeldungen bestätigt. Weiterhin engagierten sich die Lehrkräfte bei der Professionalisierung in diesem Bereich, was auch über die Pandemie hinaus für einen zeitgemäßen Musikschul-Präsenzunterricht erforderlich ist.

 

Konferenzen und Besprechungen erfolgten digital und in Präsenz und ergaben erneut wertvolle Ergebnisse für die pädagogische Arbeit, ebenso eine zweitägige interne Klausurtagung zu pädagogischen Fragestellungen.

 

Die Paketangebote für Erwachsene erfreuten sich weiter guter Nachfrage. Verschiedene konzeptionelle Überlegungen etwa zu weiteren Kooperationen mit den allgemein bildenden Schulen, Angeboten für Erwachsene, Musikgeragogik und Angeboten für Flüchtlinge konnten wegen langer Vakanzen und Krankenständen noch nicht weiter verfolgt werden.

 

Bei der Zusammenarbeit von Musikverein Lyra Leonberg e.V., Musikverein Höfingen e.V. und Jugendmusikschule Leonberg hat sich die verbesserte Förderung der Ausbildung von Vereinsjugendlichen weiterhin bewährt. Derzeit werden 91 (+1) Vereinsjugendliche ausgebildet. Weitere Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule wirken zudem in den Jugendkapellen der Vereine mit. Der Musikverein Lyra Leonberg e.V. konnte sich zudem zur Jugendwerbung beim Tag der offenen Tür der Jugendmusikschule präsentieren. Auch das Beginner-Ensemble zur engeren Vernetzung mit den Instrumentalklassen sowie zur Förderung des Vereins-Nachwuchses bewährte sich weiterhin. Statt einer neuen Bläser-AG an der Grundschule Höfingen hat sich der Musikverein Höfingen e.V. erneut entschieden, den Kindern und Jugendlichen Einzel- und Kleingruppenunterricht durch die Lehrkräfte der Jugendmusikschule anzubieten. Der Bläsertag konnte sehr erfolgreich stattfinden.

Im Schuljahr 2023/2024 hat der Verein der Freunde und Förderer die Jugendmusikschule wieder maßgeblich und in diesem Jahr besonders umfangreich unterstützt: So spendete er für den Regelunterricht der JMS sowie für die Instrumentalklassen u.a.

4 Djemben, 3 Kontrabässe, 8 Querflöten, 3 Kornette, 3 Gitarren, 4 Hörner, 10 Violinen, 4 Bratschen sowie vier Celli, 4 Klarinetten, 3 Posaunen, 1 Euphonium nebst dem erforderlichen Zubehör für isg. über 36.000,- Euro. Außerdem finanzierte er die Überholung von zwei Flügeln. Darüber hinaus ermöglichte er etwa die Begabtenklasse und die Instrumentalklassen durch Beschaffung von Spenden sowie durch Stipendien für einzelne Schülerinnen und Schüler aus Familien in finanziellen Notlagen.

 

Die im Vergleich zum Vorjahr zahlreicheren Vorspiele und Konzerte waren pädagogisch wichtige Erfolgs- und Lerngelegenheiten sowie Übeziele für die Kinder und Jugendlichen und wurden begeistert aufgenommen, wenngleich im Berichtsjahr mit 57  Veranstaltungen bzw. Mitwirkungen bei Veranstaltungen anderer (+ 16) mit etwa 1478 Mitwirkenden (+ 421) und ca. 6506 Zuhörerinnen und Zuhörern (+2435) noch immer weniger Veranstaltungen als vor der Pandemie stattfanden. Neben den üblichen Vorspielen und Konzerten sind folgende Veranstaltungen besonders hervorzuheben:

  • Das herausragende und weithin beachtete Sommerkonzert des Sinfonieorchesters Leonberg unter Mitwirkung von Prof. Helmut Lachenmann und unter der Leitung von Alexander G. Adiarte
  • der gelungene Bläsertag
  • überzeugende Konzerte der Fachbereiche Klavier, Popularmusik und Streichinstrumente
  • „After-Work-Jazz“, eine gut angenommene neue Konzertreihe des Fachbereichs Popularmusik
  • das beeindruckende Partnerschaftskonzert von Jungem Orchester, Jugendsinfonieorchester und den Belforter Austauschpartnern unter Mitwirkung von Johann Ahl de Oliveira beim Partnerschaftswochenende in Belfort
  • das überzeugende Schulkonzert
  • das herausragende Lehrerkonzert „Plaisir musical“ der Jugendmusikschule
  • die Mitwirkung beim Altstadtgarten, u.a. mit einem Auftritt des Pop-Chors unter der Leitung von Sarah Abdallah.

 

Bei diesjährigen Wettbewerben haben besonders viele Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule erfolgreich abgeschnitten. 26 teilnehmende Schülerinnen und Schüler aus den Klassen von Akiko Arakaki, Iris Herkommer-Bischoff, Conni Gersten-Ichimescu, Frank Lehmann, Konstanze Liebeskind, Karin Reitz, Stefan Romer und Peter Varda errangen im Regionalwettbewerb 25 erste Preise mit 20 Weiterleitungen zum Landeswettbewerb. Im Landeswettbewerb errangen sie sieben erste Preise mit Weiterleitung zum Bundeswettbewerb sowie mehrere zweite Preise, ferner im Bundeswettbewerb vier zweite Preise und drei dritte Preise (Klassen: Conni Gerstein-Ichimescu, Frank Lehmann, Stefan Romer, Peter Varda).Zu beachten ist dass in der Kategorie „gemischte Holzbläser“ bundesweit kein erster Preis vergeben wurde, so dass der zweite Preis mit 23. Punkten des Jugendmusikschul-Trios bundesweit das beste erreichte Ergebnis war. Beim renommierten Jugendwettbewerb des Tonkünstlerverbandes Baden-Württemberg erspielte sich ein Schüler aus der Klasse von Stefan Romer in Altersgruppe 3 einen überzeugenden 1. Preis.

 

 

 

Problemlagen

 

I. Digitalisierung: inzwischen funktioniert das WLAN meist zuverlässig. Es besteht weiterhin Schulungsbedarf im Bereich von Digitalisierung und aktueller Aufnahmetechnik. Ein/e Digitalisierungsbeauftragte/r fehlt spürbar zur Betreuung der Projekte und als Ansprechpartner für Digitalitäts-Belange der Lehrkräfte. Bedingt durch Vakanzen und Personalsituation funktioniert die App der Jugendmusikschule noch nicht vollständig und konnte daher auch noch nicht breit unter den Schülerinnen und Schülern sowie Eltern beworben werden.

 

II. Veränderungen in Gesellschaft und Bildungslandschaft:
Durch steigende Internationalität, Einfluss der neuen Medien, zahlreiche Konkurrenzangebote, verstärkte Entwicklung zum Ganztag sowie veränderte Altersstruktur entstehen weiterhin eine Vielzahl von Problemen in der Jugendmusikschule. Zur Erfüllung ihres Bildungs- und Erziehungsauftrags sowie hinsichtlich des umfassenden Inklusionsbegriffs im Leitbild des Verbands deutscher Musikschulen für öffentliche Musikschulen sind erforderlich:

  1. finanziell niederschwellige und möglichst kostenfreie Angebote an den Grundschulen zur Ermöglichung breitestmöglicher Teilhabe und musikalischer Alphabetisierung
  2. Fortsetzung der bisherigen Kooperationsangebote an Grundschulen
  3. ausreichend zeitliche und räumliche Übungsmöglichkeiten für eine Fortsetzung der wirksamen Individualförderung mit der pädagogisch notwendigen Vertiefung
  4. Fortsetzung und Verstärkung interkultureller und im weitesten Sinne inklusiver Überlegungen zur Ermöglichung breitestmöglicher Teilhabe
  5. Fortsetzung der Überlegungen zu Angeboten für Menschen jedes Alters

 

Zwar bietet die Landesgesetzgebung bei Kindern und Jugendlichen finanzielle Möglichkeiten für niederschwellige Breitenangebote an Ganztagsschulen. Da derzeit noch immer nur die Mörikeschule und die Schellingschule diese nutzen können und die Mörike-Schule hiervon Abstand genommen hat, ist in der Breite tatsächlich jedoch noch immer keine nennenswerte Veränderung spürbar.

Die Jugendmusikschule leistet in den Bildungskooperationen ihr Möglichstes, um innerhalb der derzeitigen finanziellen Rahmenbedingungen auch Kindern aus nicht musikaffinen und finanziell schlechter gestellten Familien eine adäquate musikalische Bildung und vor allem die damit verbundene Förderung ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu ermöglichen.

 

Problematisch bleibt jedoch weiterhin die Finanzierung ihrer Teilnahme. Denn bei der Finanzierung über Spenden oder Sponsoring haben die Schulen oft Schwierigkeiten, die Mittel aufzubringen bzw. entstehen der Jugendmusikschule erhebliche Aufwände bei der Suche nach Spendern und Sponsoren. Kostenbedingt ist oft auch die pädagogisch sinnvolle kontinuierliche Fortführung der Angebote in Frage gestellt. Trotz allen Bemühens um möglichst niedrige und für den Kostendeckungsgrad noch vertretbare Gebühren können wiederholt interessierte Schülerinnen und Schüler wegen der Gebühren nicht teilnehmen.

 

In der Breitenarbeit besonders bewährt hat sich v. a. in Nordrhein-Westfalen und inzwischen auch in Baden-Würtemberg das Projekt „Singpause“ für Kinder im Grundschul-Alter, das im Landkreis Böblingen z.B. sehr erfolgreich in Böblingen umgesetzt wird. Dieses fördert durch die für die Nutzer kosten- und voraussetzungslose Teilnahme eine breitestmögliche Teilhabe und ist dadurch besonders wirksam in der Breitenarbeit. Zweimal wöchentlich kommt eine Fachkraft der öffentlichen Musikschule mit spezieller Ausbildung hierfür in die allgemein bildende Schule und singt jeweils 20 Minuten mit den Kindern während des Regelunterrichts. Hierdurch werden nicht nur emotionale und soziale Kompetenz gestärkt, sondern vielfach wurde auch im Anschluss ein konzentrierteres und freudigeres Lernen beobachtet. Die „Singpause“ fördert zudem Integration und Inklusion. Zugleich lernen die Kinder Singen nach Noten. Gerade nach der Corona-Pandemie ist dieses Angebot für die Kinder pädagogisch sehr förderlich.

 

Eine erste Rücksprache mit dem Amt für Jugend, Familie und Schule sowie einzelnen Rektoraten ergab hierzu eine positive Resonanz. Problematisch ist jedoch auch hier die Finanzierung etwa eines Pilotprojekts mit einer Grundschule. Zudem ist eine weitere Klärung angesichts drängender Aufgaben und der Situation in Verwaltung und Schulleitung derzeit nicht möglich.

 

 

III. Personalsituation in der Jugendmusikschulverwaltung

Seit Januar 2021 wechselten sukzessive die komplette Jugendmusikschul-Verwaltung sowie die stv. Schulleitung. Hierbei gab es bei den zwei vollen Verwaltungsstellen Vakanzen von mehr als jeweils einem halben und einem ganzen Jahr zu überbrücken, eine Einarbeitung der neuen Kräfte war durch vorherigen Weggang der Vorgängerinnen außer bei der stv. Schulleiterin nicht möglich. Diese Situation ist zumal in ihrer zeitlichen Ausdehnung sehr fordernd. Zudem fällt eine der beiden neuen Kräfte im Sekretariat seit August auf unbestimmte Zeit aus. Diese fortdauernde Situation zusammen mit erneutem Personalmangel und Aufgabenfülle führen im Schulleitungs- und Verwaltungsteam zu dauernder Überlastung und dazu, dass der ordnungsgemäße Betrieb der Einrichtung nicht mehr sicherzustellen ist, was dringend zu beheben ist. So mussten beispielsweise die Öffnungszeiten der Verwaltung stark reduziert werden und Nutzeranfragen können oft nicht zeitnah beantwortet werden.

 

Auch hat sich das Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer stark verändert, was dauerhaft zu erheblichen Mehraufwänden führt. Zudem verdeutlichte die erneute Mangelsituation inzwischen, dass die Personaldecke in der Jugendmusikschul-Verwaltung v. a. im Sekretariat offensichtlich zu dünn ist.
 

 

IV: Raumsituation für Veranstaltungen und Unterricht:
Auch ohne Corona-bedingte Erschwernisse ist die Kapazitätsgrenze bei den Unterrichtsräumen der Jugendmusikschule erreicht bzw. öfters sogar überschritten. Kurzfristige oder dauerhafte Unterrichtsverlegungen aus wichtigen Gründen sind oft nicht möglich, bei Fluktuation von Lehrkräften muss die Neubesetzung teils an die Bedingung geknüpft werden, dass der Unterricht an den gleichen Wochentagen stattfindet, was das ohnehin schwierige Finden neuer Lehrkräfte erschwert.

Das gewachsene Raumkonzept der Jugendmusikschule, d. h. ohne eigenes Gebäude, sondern als Zentralstelle mit Verwaltung, acht Unterrichtsräumen und weiteren sechs Unterrichtsräumen im Souterrain der Georgii-Halle sowie ansonsten auch in der Kernstadt dezentralem Unterricht in den Räumen der allgemein bildenden Schulen stammt aus Zeiten ohne Ganztagsbetrieb an den allgemein bildenden Schulen. Eine Nutzung ihrer Räume ist inzwischen durch die weitgehende Verstärkung des Nachmittagsunterrichts jedoch oft nicht mehr möglich, bzw. ist mit oft erheblichem Abstimmungsaufwand mit den Rektoraten sowie dem Gebäudemanagement und entsprechenden terminlichen Einschränkungen verbunden.

 

Dies gilt in noch stärkerem Maß für größere Ensembleproben und Veranstaltungen. Da die Jugendmusikschule anders als manche anderen öffentlichen Musikschulen über keinen eigenen ausreichend großen Raum hierfür verfügt, entstehen bei der Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen teils erhebliche Aufwände allein durch die erforderliche Raumklärung beim Gebäudemanagement und bei den allgemein bildenden Schulen, bzw. Veanstaltungen sind teils nicht möglich. Für Veranstaltungen und größere Ensembleproben gibt es zudem nur drei Dauerbelegungen, die wegen anderer Veranstaltungen jedoch dann teils nicht genutzt werden können. Immer wieder können dadurch auch wichtige Ensembleproben nicht stattfinden, weil der Probenraum trotz Dauerbelegung etwa für Schul- oder öffentliche Veranstaltungen benötigt wird.

 

 

V. Kostendeckungsgrad:

Zur Verbesserung des Kostendeckungsgrads der Jugendmusikschule war ursprünglich bereits zum 1. 9. 2023 eine moderate Gebührenanpassung anvisiert worden. Im Blick auf die Belastungen der privaten Haushalte wurde hiervon zunächst abgesehen. Der Kostendeckungsgrad der Jugendmusikschule sinkt allerdings im Vergleich von Plan 2023 zu 2024 um 4,41 %, und es gibt erhebliche Kostensteigerungen durch die Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst. Die letzten Gebührenerhöhungen fanden zum 1. 9. 2017 (durchschnittlich 2,13 %) sowie zum 1. 9. 2021 (durchschnittlich 5 %) statt.


 

Weiteres Vorgehen

 

I. Die Aufgabe der/des Digitalisierungsbeauftagten wird so bald wie möglich wieder vergeben. Das Digitalisierungskonzept der Jugendmusikschule wird in Absprache mit dem Amt IUK weiter aktualisiert und fortgeschrieben. Die Musikschul-APP wird sobald personell möglich breit beworben, damit möglichst viele Schülerinnen, Schüler und Schülereltern sie nutzen können.
 

II. Im Hinblick auf die steigende Internationalität werden so bald wie kapazitätsbedingt möglich integrationsfördernde musikalische Angebote und Angebote für Flüchtlinge erstellt, sofern dies ohne Steigerung des Abmangels leistbar ist. Gleiches gilt für Fortbildungen zur interkulturellen Kompetenz. Die Bildungskooperationen der Jugendmusikschule werden soweit möglich hinsichtlich interkultureller Gestaltung weiterentwickelt.

 

So bald wie möglich wird geprüft, ob ein Pilotprojekt „Singpause“ auch in Leonberg realisierbar ist.

 

Konzeptionelle Überlegungen zu bedarfsorientierten, möglichst kostendeckenden Angeboten für Erwachsene sowie für musikgeragogische Angebote werden soweit möglich fort- und umgesetzt.

 

III. Personalsituation: Es wird derzeit eine Lösung gesucht, um die Überlastungssituation in Verwaltung und Schulleitung der Jugendmusikschule zu beheben und das Funktionieren der Verwaltungseinheit sicherzustellen. Erforderlich ist hierfür nach jetzigem Stand neben längerfristiger personeller Kontinuität auch eine Erhöhung des Beschäftigungsgrads im Bereich Sekretariat/ Assistenz der Schulleitung. Angesichts der damit verbundenen Kosten und der Haushaltslage wurde eine Erhöhung um 20 % beantragt. Die hierfür erforderlichen Mittel sind im Haushalt bereit zu stellen (siehe Vorlage 2023/209). Über das Ergebnis der Maßnahme wird im nächsten Jugendmusikschulbeirat berichtet.

 

IV. Raumsituation: In Absprache mit dem Gebäudemanagement wird zeitnah nach Lösungsansätzen gesucht. Hierüber wird im nächsten Beirat der Jugendmusikschule berichtet.

 

V. Moderate Gebührenanpassungen zur Stabilisierung des Kostendeckungsgrads werden regelmäßig, mindestens in zweijährigen Abständen geprüft. Eine moderate Erhöhung der Gebühren um durchschnittlich 2,55 % wird ab 01.09.2024 durchgeführt (siehe Vorlage 2023/262).

 

 

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Anlagen

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