Ratsinformationssystem
Beschlussvorschlag mit finanziellen Auswirkungen - 2023/189
Grunddaten
- Betreff:
-
Antrag des Reit- und Fahrverein Leonberg e.V. auf Zuschuss im Rahmen der städtischen Vereinsförderung für die Renovierung des Hauptgebäudes
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorschlag mit finanziellen Auswirkungen
- Federführend:
- Amt für Kultur und Sport
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Sozial- und Kultusausschuss
|
Vorberatung
|
|
|
|
11.10.2023
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Gemeinderat
|
Entscheidung
|
|
|
|
17.10.2023
|
Sachverhalt
Sachverhalt mit der Stellungnahme der Verwaltung
Der Reit- und Fahrverein Leonberg e.V. plant die Renovierung des Hauptgebäudes und beantragt hierfür einen Investitionszuschuss in Höhe von 40% der förderfähigen Gesamtkosten (s. Anlage 1).
Hintergrund
Der Reit- und Fahrverein Leonberg e.V. ist mit seinen 460 Mitgliedern einer der größten Reitvereine in der Umgebung und erfreut sich größter Beliebtheit. Mit seinen ca. 200 Kindern und Jugendlichen leistet er eine beachtliche Jugendarbeit, die Jugendquote beträgt 40%.
Die Gründung des Vereins erfolgte 1932 unter anderem aus dem Wunsch heraus den traditionellen Leonberger Pferdemarkt durch Reit- und Fahrvorführungen zu bereichern. 1934 wurde von der nationalsozialistischen Regierung die Auflösung aller Reitvereine angeordnet. Die Wiederbelebung des Reitvereins fand 1958 in Zusammenarbeit mit der Stadt Leonberg statt. Seit der Neugründung des Reitvereins ist er für den Leonberger Pferdemarkt (wieder) ein essentieller Bestandteil.
Der Reit- und Fahrverein Leonberg e.V. bereichert das Festprogramm mit Fachseminaren zum Therapeutischen Reiten sowie Seminare für Reitlehrer, der Hippologischen Fachtagung und dem Schaureiten. Diese Programmpunkte sind sowohl bei den Zuschauern als auch bei Fachexperten des Reitsports sehr beliebt. Die Referenten kommen aus ganz Deutschland nach Leonberg, selbst ehemalige Olympioniken wie bspw. Sönke Rothenberger (2023) oder Michael Jung (2019).
Neben dem Pferdemarkt ist der Verein ein wichtiger und langjähriger Kooperationspartner bei dem Ferienkursprogramm der Stadt Leonberg. Jedes Jahr bietet der Verein Reitschnupperkurse an, um Kindern und Jugendlichen den Zugang zu den Pferden und dem Reiten zu ermöglichen.
Eine Warteliste mit ca. 50 Kindern und Jugendlichen unterstreicht die Beliebtheit des Vereins und dessen Bedeutung für die Leonberger Stadtgesellschaft. Die Interaktion zwischen Mensch und Tier ist gerade aus pädagogischer Sicht für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen von großem Nutzen. Durch den persönlichen Kontakt und Umgang mit den Pferden, sowie der Pflege und Betreuung werden wertvolle Charakter- und Verhaltenseigenschaften erlernt.
Bauvorhaben
Im Hauptgebäude des Reitvereins finden u.a. die Fachseminare im Rahmen des Pferdemarkts statt, Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen sowie die theoretischen Inhalte der Reitkurse. Dieses stammt in seiner Grundsubstanz aus den 60/70er Jahren, die letzte Renovierung wurde 1981/82 durchgeführt. Die bestehende Ölheizung und die einfach verglasten Fenster sind heute aus energetischer Sicht nicht mehr zeitgemäß. Ein entsprechender Renovierungs- und Sanierungstau der Räumlichkeiten herrscht hier vor und ist auch optisch offensichtlich.
Der Reit- und Fahrverein Leonberg e.V. strebt daher eine umfassende energetische Sanierung des kompletten Hauptgebäudes an. Hierbei soll die Umstellung auf eine Wärmepumpe erfolgen, die Fenster und die Dämmung nach Effizienzhaus 70 Standard erneuert werden. Im Hauptgebäude sind neben den Seminarräumen auch die Geschäftsstelle sowie die Personalräumlichkeiten untergebracht. Auch Wohneinheiten für die Pferdepfleger befinden sich hier. Die im Hauptgebäude integrierte Reithalle bekommt im Zuge der Sanierung ebenfalls eine neue Dämmung sowie Fenster. Auch eine Fassadenerneuerung gehört zum Renovierungskonzept. Des Weiteren kommen Kosten für ein temporäres Stallzelt bzw. einen Container hinzu, da sich die Ställe der Pferde im unteren Teil des Hauptgebäudes befinden und für die Dauer der Renovierung - übergangsweise - ausgelagert werden müssen.
Die Renovierung des Hauptgebäudes führt zu verschiedenen langzeitorientierten Effekten: Neben des grundsätzlich anforderungs- und klimafreundlicheren Zustandes des Gebäudes ist hier sicherlich die zu erwartende Kostenersparnis bei Betriebs- und Unterhaltskosten zu nennen, welche zukünftig voraussichtlich eine positive Auswirkung auf die städtischen Zuschüsse zur Vereinsförderung mit sich bringen wird.
Die beigefügte Kostenaufstellung (s. Anlage 2) listet Gesamtkosten in Höhe von rund 377.000 Euro auf. Neben dem städtischen Zuschuss gemäß den Vereinsförderrichtlinien wurde bereits eine KfW Förderung beantragt und in Höhe von max. 102.500 Euro zugesagt, beim WLSB wurde ein Zuschuss in Höhe von ca. 57.000 Euro beantragt. Die Finanzierungslücke in Höhe von 74.500 Euro wird durch vorhandenes Eigenkapital sowie die Aufnahme eines Bankdarlehens abgedeckt (s. Anlage 3).
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe |
|---|---|---|---|---|
|
1
|
(wie Dokument)
|
435,5 kB
|
||
|
2
|
(wie Dokument)
|
428,4 kB
|
||
|
3
|
(wie Dokument)
|
444,1 kB
|
||
|
4
|
(wie Dokument)
|
301,4 kB
|
