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Beschlussvorschlag und Kenntnisnahme - 2020/234
Grunddaten
- Betreff:
-
Jugendmusikschule Leonberg
Bericht der Schulleitung über das Jahr 2019/2020
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorschlag und Kenntnisnahme
- Federführend:
- Jugendmusikschule
- Beteiligtes Amt:
- Amt für Kultur und Sport
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Beirat Jugendmusikschule
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Vorberatung
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Erledigt
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Sozial- und Kultusausschuss
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Vorberatung
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03.03.2021
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Erledigt
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Gemeinderat
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Entscheidung
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16.03.2021
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Sachverhalt
Sachverhalt mit der Stellungnahme der Verwaltung
Die Jugendmusikschule entwickelte sich im Berichtsjahr positiv:
1. Das Unterrichtsangebot der Jugendmusikschule konnte im Schuljahr 2019/2020 parallel zu den Veränderungen in Gesellschaft und Bildungslandschaft sowie zur Corona-Pandemie erhalten und weiterentwickelt werden. Die zur Erfüllung des Bildungsauftrags erforderliche Breiten- und Spitzenförderung ist abgesehen von Pandemie-bedingten Einschränkungen im Ensemble- und Elementarbereich weiterhin in allen Fächern möglich. Virtueller Unterricht während des Lockdowns sowie die anschließende Wiederöffnung mit Hygieneplan trafen auf äußerst positive Resonanz bei Schülerinnen und Schülern sowie deren Eltern.
2. Die Projekte in Kooperation mit den allgemein bildenden Schulen wurden dem Bedarf angepasst und sofern Pandemie-bedingt möglich fortgesetzt.
3. 26 Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule nahmen am Wettbewerb „Jugend musiziert“ teil. Die Begabtenklasse/ „Musik vertieft“ wurde mit 10 Teilnehmenden fortgesetzt.
5. Die partizipative Arbeit im Leonberger Jugendsinfonieorchester bewährt sich weiter. Ein neuerlicher Wechsel der Leitung und Generationswechsel der Teilnehmenden gelang.
6. Die zum Schuljahrsbeginn eingestellten Gitarrenlehrer (popular und klassisch) sowie ein neuer Klarinettenlehrer haben sich bewährt.
Hintergrundinformationen
Aufgabe der Jugendmusikschule Leonberg als Bildunsgeinrichtung ist gemäß den Empfehlungen des KGSt-Gutachtens „Musikschule“ sowie den „Empfehlungen zur Musikschule“ des Deutschen Landkreistags und Deutschen Städtetags, „Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eine musikalische Grundausbildung zu vermitteln, den Nachwuchs für das Laien- und Liebhabermusizieren heranzubilden (Breitenförderung), Begabungen zu erkennen und zu fördern sowie auf das Studium der Musik vorzubereiten.“ Der Deutsche Städtetag nennt öffentliche Musikschulen „Einrichtungen des Bildungswesens und der kulturellen Grundversorgung“ und benennt ihre Bildungsziele (siehe ausführlicher DS 2003 Nr. S 32).
Im Oktober 2020 hatte die Jugendmusikschule mit 1.167 Kindern und Jugendlichen unter
18 Jahren und 147 Erwachsenen insgesamt 1.321 Teilnehmende bzw. 1.539 Belegungen und einen gegenüber dem Vorjahr niedrigeren Schüler- und Belegungsstand (- 152 bzw.
- 176). Veränderungen ergaben sich durch die Pandemie bei Singen-Bewegen-Sprechen
(- 180) und bei den Kooperationen mit den allgemein bildenden Schulen (- 28), gegenüber Zuwächsen im Hauptfach- und sonstigen Elementarbereich (+ 21 bzw. + 15). In den Breitenangeboten (d. h. Elementarbereich einschließlich Singen-Bewegen-Sprechen sowie Schulprojekte) werden jedoch noch immer über 50 % der Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule unterrichtet.
Das Landesprogramm zur Sprachförderung KOLIBRI/ SBS „Singen-Bewegen-Sprechen“ wird derzeit in 12 Gruppen (- 14) für 115 Leonberger Kinder in folgenden vier Leonberger Kindertageseinrichtungen durchgeführt: Kinderhaus Spitalhof, Kinderhaus Kunterbunt, Oberlin-Haus und Kindergarten Regenbogen. Aufgrund der durch die Pandemie notwendigen Veränderungen der räumlichen Gegebenheiten konnte SBS in einigen Einrichtungen leider nicht angeboten werden. Das Förderprogramm ist für die Kinder ein wichtiges, kostenfreies Förderangebot und sehr bedeutend für die Chancengerechtigkeit. Die gute Zusammenarbeit mit dem Sachgebiet Kindertageseinrichtungen des Amts für Jugend, Familie und Schule und der Kirchenpflege der Ev. Gesamtkirchengemeinde erleichtert dessen Verwaltungsabwicklung. Im Elementarbereich hat sich zudem die Eltern-Kind-Gruppe in Warmbronn bewährt.
Die Kooperationen mit allgemein bildenden Schulen wurden dem Bedarf angepasst. Ab September 2020 wurde erneut eine Rhythmik-AG an der August-Lämmle-Schule in der Klassenstufe 1 angeboten. Sie findet durch Sponsoring der Firma LEWA GmbH dankenswerterweise ohne Teilnehmerbeiträge statt. Ergänzend zum erfolgreichen Bandprojekt an der Karl-Georg-Haldenwang-Schule bewährte sich flankierender Instrumental- und Gesangsunterricht für acht der beteiligten Schüler, gefördert vom SWR-Projekt „Herzenssache“. An der Grundschule Höfingen wurde aufgrund der Pandemie der Start einer Bläser-AG in Kooperation mit dem Musikverein Höfingen e.V. verschoben, desgleichen auch der Beginn der nächsten, klassenübergreifenden Instrumentalklasse an der August-Lämmle-Schule. Der neue, erfreulich starke Jahrgang der Instrumentalklassen in Kooperation mit dem Albert-Schweitzer-Gymnasium und dem Johannes-Kepler-Gymnasium wird aufgrund der Pandemie unter großem Einsatz der beteiligten Pädagogen in getrennten Gruppen unterrichtet.
In den Instrumentalklassen geht es nicht nur um das Erlernen eines Instruments, sondern vor allem um gemeinsames Musizieren, das Fördern von Disziplin und der Ausrichtung auf ein gemeinsames Ziel, um die mit einem Auftritt verbundene zielorientierte Arbeitsweise sowie entsprechende Erfolgserlebnisse. Zusätzlich ist besonders erfreulich, dass sich aus dem zehnten Jahrgang der Instrumentalklassen in Kooperation mit den Leonberger Gymnasien nach zweijähriger Laufzeit 8 von 37, und bei der Instrumentalklasse der August-Lämmle-Schule 2 von 19 Schülerinnen und Schülern für einen weiterführenden Instrumentalunterricht entschieden haben. Insgesamt werden in den Schulkooperationen nun 435 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.
Die nutzerbedingt gebührenfrei stattfindenden Percussion-AGs an der August-Lämmle Schule (Gemeinschaftsschule) können durch eine Spende der Stiftung „Bürger helfen Bürgern“ auch im kommenden Schuljahr weitergeführt werden. Diese Spende konnte durch Unterstützung des Fördervereins gewonnen werden.
Auch die Begabtenklasse für außergewöhnlich begabte und fleißige Schülerinnen und Schüler konnte durch herausragendes Engagement des Fördervereins und Spenden weitergeführt werden. Im Berichtsjahr nahmen 10 Schülerinnen und Schüler teil (je 5 „Musik vertieft“ und Begabtenklasse). Der Förderverein ermöglicht hierfür zudem eine Korrepetition. Die Spenden hierfür reichen bis zum 31.08.2021. Pro Schuljahr sind Spenden in Höhe von ca. 3.200,- €, da das Defizit der Jugendmusikschule hierdurch nicht steigen soll.
Die Nachfolger der langjährigen Lehrkraft für Gitarre (popular und Rockband/ klassisch) haben sich bewährt, desgleichen ein neuer Klarinettenlehrer.
Die Corona-Pandemie brachte vielfältige Veränderungen der Abläufe und Erfordernisse. Sofort mit Beginn des Lockdowns wurde virtueller Unterricht erteilt, wofür die Lehrkräfte meist private Endgeräte und Räume einsetzten. Ruhen musste der Unterricht nur in denjenigen Bildungskooperationen, wo aufgrund des Datenschutzes keine Kontaktdaten der Nutzer vorlagen. Im Zuge der schrittweisen Wiederöffnung gemäß Landesverordnungen und Muster-Hygieneplan des Landesverbands der Musikschulen wurde ein Hygieneplan erstellt und umfangreiche Hygiene-Maßnahmen getroffen. Unter diesen Voraussetzungen darf seither in allen Fächern Präsenzunterricht in Gruppen bis zu 20 Personen stattfinden. Die Auflagen werden gewissenhaft eingehalten, ermöglichen sie doch den pädagogisch wichtigen Präsenzunterricht. Auch für Ensemble-Unterricht v. a. in Gruppen über 20 Personen wurden weitgehend Lösungen gefunden. Im Elementarbereich werden aufgrund großer Besorgnis von Nutzern etwa für Eltern-Kind-Gruppen kleinere Gruppengrößen angeboten.
Der Präsenzunterricht unter Pandemie-Bedingungen verursachte erhebliche Mehraufwände, z.B. für Raumplanung und Hygiene. Grund dafür sind die geltenden Abstandsgebote (Mindestabstand 1,5 m, bei Blasinstrumenten und Gesang 2 m in jede Richtung) wie auch die Tatsache, dass bis Schuljahrsende keine schulischen Räume genutzt werden durften, in denen zuvor ein erheblicher Teil des JMS-Unterrichts stattfand. Dies erforderte die Anmietung externer Räume und Organisation der laut Hygieneplan erforderlichen Reinigungseinsätze. Die Wiederaufstockung der Sekretariatsstelle auf die ursprünglichen 100 %, die v.a. aufgrund der durch zahlreiche Bildungskooperationen stark angewachsenen Arbeitsumfänge erfolgte, brachte bei der Bewältigung dieser Herausforderungen ab 1.5.2020 immerhin etwas Entlastung.
Pandemie-bedingte Aufwände und Mehrkosten haben sich jedoch gelohnt: Denn virtueller Unterricht sowie anschließender Präsenzunterricht waren für Schülerinnen und Schüler eine pädagogisch wichtige Konstante und begleitete sie während dieser Ausnahmesituation. Dies zeigte sich etwa an vielen sehr positiven Rückmeldungen auch seitens der Eltern. Zugleich erwies sich Musizieren und Üben als sinnvolle Tätigkeit, die sogar unter Pandemie-Bedingungen ausführbar ist. Dies äußerte sich teils auch in nachhaltig verstärktem Üben und vertieftem Interesse über den Lockdown hinaus. Der Online-Unterricht zeigte zudem pädagogisch sinnvolle digitale Ergänzungen für einen zeitgemäßen Präsenzunterricht.
Konferenzen und Besprechungen der Jugendmusikschule konnten seit 16. März dank Unterstützung durch die Abteilung IUK meist digital durchgeführtwerden. Der engagierte Austausch der Lehrkräfte ergab kreative pädagogische Ideen für diese besondere Situation. Zwar wurden die geplanten pädagogischen Präsenz-Fortbildungen aufgrund der Pandemie verschoben. Im Sinne zeitgemäßen musikpädagogischen Handelns bleiben sie jedoch weiter wichtig und werden baldmöglichst angeboten, um den pädagogischen Herausforderungen im Zuge des gesellschaftlichen Wandels auch zukünftig gewachsen zu sein.
In herausragender Weise engagierten sich die Lehrkräfte bei der Professionalisierung im virtuellen Unterricht. Gemäß den Empfehlungen des Fachverbands gab es hierzu intern bedarfsorientierte Angebote. Dies ist auch über die Corona-Pandemie hinaus für einen zeitgemäßen Musikschul-Präsenzunterricht sinnvoll.
Die im September 2019 eingeführten bedarfsorientierten Paketangebote für Erwachsene erfreuten sich guter Nachfrage. Hier können vier bzw. acht Unterrichtsstunden gebucht und terminlich flexibel vereinbart werden. Verschiedene konzeptionelle Überlegungen etwa zu weiteren Kooperationen mit den allgemein bildenden Schulen, Angeboten für Erwachsene, Musikgeragogik und Angeboten für Flüchtlinge konnten wegen Krankenständen und der Pandemie noch nicht weiter verfolgt werden.
Im Rahmen der begonnen Überarbeitung des JMS-Marketings wurde ein neuer Gesamtflyer der Jugendmusikschule erstellt und die Online-Anmeldung ermöglicht.
Die geplante Ersatzbeschaffung für die in die Jahre gekommenen und teils defekten Kinder-Möbel in den JMS-Unterrichtsräumen der Georgii-Halle und für das Mobiliar in der Lindenbergerstraße 16 in Höhe von 6.000,- € wurde bis zur Verbesserung der Haushaltslage verschoben.
Für diese Unterrichtsräume ist außerdem inzwischen WLAN vorhanden, um Online-Unterricht bei Quarantäne-Fällen während der Pandemie sowie digitale Ergänzungen im Sinne eines zeitgemäßen Musikschul-Präsenzunterrichts zu ermöglichen. Hierbei lernen die Kinder und Jugendlichen zugleich sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten der aktuellen Technik kennen. Deshalb und aufgrund der allseits fortschreitenden Digitalisierung wurde entlang der Handlungsempfehlungen des Landesverbands der Musikschulen zur norwendigen digitalen und technischen Infrastruktur öffentlicher Musikschulen ein Digitalisierungskonzept für die Jugendmusikschule erarbeitet, um ihre Digitalisierung kostenoptimiert zu erreichen (siehe Anlage 5).
Bei der Zusammenarbeit von Musikverein Lyra Leonberg e.V., Musikverein Höfingen e.V. und Jugendmusikschule Leonberg hat sich die verbesserte Förderung der Ausbildung von Vereinsjugendlichen bewährt und führt zu Verwaltungsvereinfachung bei der Verwaltungsleitung. Derzeit werden 87 Vereinsjugendliche ausgebildet. Weitere Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule wirken zudem in den Jugendkapellen der Vereine mit. Zur engeren Vernetzung mit den Instrumentalklassen sowie zur Förderung des Verein-Nachwuchses wurde an der Jugendmusikschule ein Beginner-Ensemble eingerichtet, das für die Jugendarbeit der Musikvereine begeistern soll. Ergänzend zu den Blockflöten-AGs an Grundschulen, die auch der Nachwuchsgewinnung für die Musikvereine dienen, begann eine spezielle Blockflöten-Grundausbildung in Kooperation von Jugendmusikschule und Musikverein Lyra Leonberg e.V.. Aufgrund der Pandemie mussten die Auftritte des gemeinsamen Projektorchesters entfallen. Durch Absage des Bläsertags wurden 8.000,- € eingespart.
Im Jugendsinfonieorchester gelang ein neuerlicher Leitungswechsel. Mit pädagogischem Geschick und Engagement überbrückte der neue Leiter einen breiten Teilnehmerwechsel durch Schulabgänger und hat sich bewährt. Auch überbrückte er den für diese Gruppe besonders hinderlichen Lockdown. Anstelle von Konzerten haben die motivierten Jugendlichen mehrere Videos eingespielt, darunter auch eine Fassung von Peter und der Wolf für eine Online-Instrumentenvorstellung der Jugendmusikschule. Die Orchestersprecher setzen den Partizipationsgedanken des Leonberger Jugendforums fort, die Arbeit mit den Jugendlichen erfolgt möglichst partizipativ und sie üben, Verantwortung zu übernehmen.
Im Schuljahr 2019/2020 hat der Verein der Freunde und Förderer die Jugendmusikschule über die Instrumentalklassen hinaus mit einem Gesamtbetrag von 6.949,- € maßgeblich unterstützt. Er ermöglichte die Begabtenklasse, wichtige Projekte wie die Percussion-AGs der Jugendmusikschule an der August-Lämmle-Schule und die Instrumentalklassen durch Beschaffung von Spenden sowie Stipendien für einzelne Schülerinnen und Schüler aus Familien in finanziellen Notlagen. Auch spendete er Instrumente und Zubehör, etwa einen Laptop für Online-Unterricht im Elementarbereich während des Lockdowns.
Im Berichtsjahr wurden bedingt durch die Pandemie nur 27 Veranstaltungen bzw. Mitwirkungen bei Veranstaltungen anderer mit etwa 908 Mitwirkenden und ca. 3.765 Zuhörerinnen und Zuhörern durchgeführt. Neben den üblichen Vorspielen und Konzerten sind folgende Veranstaltungen besonders hervorzuheben:
Familienkonzert und Neujahrskonzert des Sinfonieorchesters
Kinderkonzert
Adventskonzert zum Nikolausmarkt in Kooperation mit der Ev. Gesamtkirchengemeinde Leonberg
Konzert der Begabtenklasse
Konzert der Bläser- und Streicherklassen von Albert-Schweitzer-Gymnasium,
Johannes-Kepler-Gymnasium und Jugendmusikschule
Konzerte der Fachbereiche Blockflöte und Popularmusik
Jazzkonzert der Erwachsenenband „Blue Mondays“ in der Lebenshilfe e.V.
Hofkonzert einer Geigenklasse im Samariterstift während der Pandemie
Mit den ab 16. März fehlenden Vorspielen und Konzerten entfielen zugleich pädagogisch wichtige Erfolgs- und Lerngelegenheiten sowie Übeziele für die Kinder und Jugendlichen. Aus diesem Grund wurden teils behelfsweise Audio- und Videoaufnahmen im Unterricht erstellt, die pädagogisch einen ähnlichen Effekt bewirkten.
Bei diesjährigen Wettbewerben haben zahlreiche Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule erfolgreich abgeschnitten. Wegen der Pandemie fand nur der Regionalwettbewerb von Jugend musiziert statt. 26 teilnehmende Schülerinnen und Schüler aus den Klassen von Margret Brokate, Conni Gerstein-Ichimescu, Norbert Niederer, Karin Reitz, Stefan Romer und Peter Varda errangen 25 erste und einen zweiten Preis sowie
23 Weiterleitungen zum Landeswettbewerb. Beim renommierten Landeswettbewerb des Tonkünstlerverbands Baden-Württemberg haben zudem fünf Schülerinnen und Schüler der Jugendmusikschule aus den Klassen von Conni Gerstein-Ichimescu und Peter Varda erste Preise errungen.
Torsten Krill, Schlagzeuglehrer der Jugendmusikschule seit 2001, hat von 1.000 Teilnehmern einen von sieben Preisen bei der Corona-Hilfsaktion „Klangspektrum BW“ errungen. Das Format wurde von der Baden-Württemberg-Stiftung zusammen mit der Eva Mayr-Stihl Stiftung fürProfimusiker entwickelt.
Problemlagen und Lösungsvorschläge
I. Corona-Pandemie:
1. Mindereinnahmen:
Für die Testphase des virtuellen Unterrichts während des Lockdowns wurde auf Gebühren verzichtet, um die Nutzer in dieser besonderen Zeit zu entlasten. Hierdurch entfielen Gebühren von 59.534,- €. Ab Mai 2020 wurde aufgrund Empfehlung des Rechtsanwalts des Verbands deutscher Musikschulen eine 25%ige Ermäßigung für virtuellen Unterricht eingeführt. Diese führte neben erheblichen Verwaltungsaufwänden, die nicht dauernd zu bewältigen sind, zu weiteren Mindereinnahmen von 10.749,- € im Mai sowie anschließenden Minderreinnahmen von 1.095,- € bis 1.765,- € monatlich.
Inzwischen ist eine erhebliche Professionalisierung der Lehrkräfte beim Online-Unterricht erfolgt, Investitionen hierfür haben noch zu erfolgen. Auch die Praxis mancher Musikschulen im Umfeld wie auch das inzwischen veränderte Meinungsspektrum in Fachkreisen legen nun ein Überdenken der getroffenen Regelung nahe.
Gebührensatzung und Schulsatzung werden daher aktualisiert hinsichtlich einer Ermäßigungsregelung erst ab der neunten Woche bei kompletter Schließung der Einrichtung (siehe Vorlage 2020/408, Entscheidung erfolgte am 02.02.2021).
2. Digitalisierung:
Es besteht weiterhin Schulungsbedarf im Bereich von Digitalisierung und aktueller Aufnahmetechnik. Zudem fehlen geeignete digitale Endgeräte und Apps für den Online-Unterricht wie auch für sinnvolle digitale Ergänzungen des Präsenzunterrichts. Mit der derzeitigen Ausstattung ist außerdem ein Teil des Kollegiums von Besprechungen und Konferenzen ausgeschlossen, was sich bereits im Berichtsjahr negativ auswirkte.
3. Notwendige außerplanmäßige Mehrkosten:
Den Mindereinnahmen standen bis Schuljahrsende 2020 außerplanmäßige Ausgaben von rund 4.330,- € gegenüber, etwa für Miete externer Räume, ihre zusätzliche Reinigung und Hygienebedarf (Desinfektionsmittel und -spender, Einweghandtücher, Einweghandschuhe, Sprayflaschen für Desinfektion und Reinigungsmittel für die Klaviertastaturen, durchsichtige Trennwände für den Bläser- und Gesangsunterricht, u. ä.).
4. Fehlende Erreichbarkeit von Nutzern wg. Datenschutz:
Da der Jugendmusikschule wegen des Datenschutzes bei einzelnen Schulkooperationen sowie bei den Nutzern von SBS keine Kontaktdaten vorliegen, konnte dort während des Lockdowns bzw. Durchführungsverbots kein Online-Unterricht erfolgen. Daher konnten leider ausgerechnet bildungsfernere Kinder und Jugendliche nicht an den Angeboten der Jugendmusikschule partizipieren.
Damit der Unterricht auch in speziellen Schulprojekten sowie im Landesprogramm SBS fortgesetzt werden kann, wird in Absprache mit den Einrichtungsleitungen und der Fachabteilung bzw. der Ev. Gesamtkirchengemeinde nach Lösungen gesucht.
II. Veränderungen in Gesellschaft und Bildungslandschaft:
Durch steigende Internationalität, Einfluss der neuen Medien, zahlreiche Konkurrenzangebote, verstärkte Entwicklung zum Ganztag sowie veränderte Altersstruktur entstehen weiterhin eine Vielzahl von Problemen in der Jugendmusikschule. Zur Erfüllung ihres Bildungs- und Erziehungsauftrags sowie hinsichtlich des umfassenden Inklusionsbegriffs im Leitbild des Verbands deutscher Musikschulen für öffentliche Musikschulen sind erforderlich:
a) finanziell niederschwellige und möglichst kostenfreie Angebote an den Grundschulen zur Ermöglichung breitestmöglicher Teilhabe und musikalischer Alphabetisierung
b) Fortsetzung der bisherigen Kooperationsangebote an Grundschulen
c) ausreichend zeitliche und räumliche Übungsmöglichkeiten für eine Fortsetzung der wirksamen Individualförderung mit der pädagogisch notwendigen Vertiefung
d) Fortsetzung und Verstärkung interkultureller und im weitesten Sinne inklusiver Überlegungen zur Ermöglichung breitestmöglicher Teilhabe
e) Fortsetzung der Überlegungen zu Angeboten für Menschen jedes Alters
f) Ausbau der digitalen Angebote der Jugendmusikschule, um einen breiteren Personenkreis auf zeitgemäße Art und Weise anzusprechen
Zu a.) Zwar bietet die Landesgesetzgebung bei Kindern und Jugendlichen finanzielle Möglichkeiten für niederschwellige Breitenangebote an Ganztagsschulen. Da derzeit nur die Mörikeschule diese nutzen kann, ist in der Breite tatsächlich jedoch noch immer keine nennenswerte Veränderung spürbar. Die Jugendmusikschule leistet in den Bildungskooperationen ihr Möglichstes, um innerhalb der derzeitigen finanziellen Rahmenbedingungen auch Kindern aus nicht musikaffinen und finanziell schlechter gestellten Familien eine adäquate musikalische Bildung und vor allem die damit verbundene Förderung ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu ermöglichen.
Problematisch bleibt jedoch noch immer die Finanzierung ihrer Teilnahme. Denn bei der Finanzierung über Spenden oder Sponsoring haben die Schulen oft Schwierigkeiten, die Mittel aufzubringen bzw. entstehen der Jugendmusikschule erhebliche Aufwände bei der Suche nach Spendern und Sponsoren. Kostenbedingt ist oft auch die pädagogisch sinnvolle kontinuierliche Fortführung der Angebote in Frage gestellt. Trotz allen Bemühens um möglichst niedrige und für den Kostendeckungsgrad noch vertretbare Gebühren können wiederholt interessierte Schülerinnen und Schüler wegen der Gebühren nicht teilnehmen.
Zu d.) So bald wie angesichts der Pandemie und kapazitätsbedingt möglich werden integrationsfördernde musikalische Angebote und Angebote für Flüchtlinge erstellt, sofern dies ohne Steigerung des Abmangels leistbar ist. Gleiches gilt für Fortbildungen zur interkulturellen Kompetenz. Die Bildungskooperationen der Jugendmusikschule werden hinsichtlich interkultureller Gestaltung weiterentwickelt.
Zu e.) Konzeptionelle Überlegungen zu bedarfsorientierten, möglichst kostendeckenden Angeboten für Erwachsene sowie für musikgeragogische Angebote werden soweit möglich fort- und umgesetzt.
Zu f.) Fortsetzung der Digitalisierung in der Jugendmusikschule: In Absprache mit der Fachabteilung IUK werden entlang des Digitalisierungskonzepts die als ersten Schritt beschriebenen Maßnahmen durchgeführt. Das Konzept wird fortlaufend aktualisiert.
IV. Kostendeckungsgrad:
Ähnlich wie in anderen Städten und Gemeinden auch, hat die Pandemie durch Mindereinahmen und unvermeidbare Mehrkosten negative Auswirkungen auf den Kostendeckungsgrad der Jugendmusikschule. Dieser sank zudem bereits im Vergleich von Rechnungsergebnis 2018 zu 2019 um 2,83 % und wird durch unvermeidbare Kostensteigerungen planmäßig von 2020 zu 2021 um weitere 2,32 % sinken.
Zu seiner Stabilisierung wird für 1.9.2021 eine moderate Anpassung der Gebühren um durchschnittlich ca. 5 % durchgeführt. Dabei soll weiterhin ein breitestmöglicher Zugang zu den Angeboten der Jugendmusikschule möglich sein. Ein Marktvergleich zeigt, dass eine 5%ige Gebührenerhöhung vertretbar ist, zumal die Gebühren zuletzt zum 1.9.2017 erhöht wurden. Ausgenommen werden aufgrund der aktuellen Situation lediglich die Instrumentalklassen. Hier folgt in Absprache mit den Kooperationspartnern eine Erhöhung zum 1.9.2023.
Anlagen
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