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Beschlussvorschlag mit finanziellen Auswirkungen - 2020/307
Grunddaten
- Betreff:
-
Kultur- und Nutzungsplan für den Stadtwald 2021
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorschlag mit finanziellen Auswirkungen
- Federführend:
- Abteilung Steuern, Grundstücksverkehr und Forst
- Beteiligtes Amt:
- Forstbetrieb
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Ortschaftsrat Warmbronn
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Vorberatung
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23.11.2020
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●
Geplant
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Ortschaftsrat Gebersheim
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Vorberatung
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25.11.2020
| |||
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●
Geplant
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Ortschaftsrat Höfingen
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Vorberatung
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25.11.2020
| |||
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●
Erledigt
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Finanz- und Verwaltungsausschuss
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Vorberatung
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03.12.2020
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●
Erledigt
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Gemeinderat
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Entscheidung
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15.12.2020
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Beschlussvorschlag
1. Dem Nutzungsplan für die Wälder der Stadt Leonberg mit einem vorgesehenen Einschlag von 5.000 Erntefestmetern und einer Durchforstungsfläche von ca. 89,4 ha wird zugestimmt.
2. Dem Kulturplan für die Wälder der Stadt Leonberg mit Neupflanzungen von ca. 3.500 Nadelbäumen und 400 Laubbäumen sowie Kultursicherungen auf ca. 5,8 ha, vorgesehenen Wildschutzmaßnahmen auf ca. 1,1 ha und Jungbestandspflege auf ca. 20,6 ha wird zugestimmt.
3. Vom Bericht der Forstverwaltung zur Situation in den Wäldern der Stadt Leonberg wird Kenntnis genommen.
4. Die Verwaltung wird beauftragt, den Stadtwald entsprechend dieser Vorgaben zu bewirtschaften.
Sachverhalt
Sachverhalt mit der Stellungnahme der Verwaltung
1. Bericht der Forstverwaltung zur Situation in den Wäldern der Stadt Leonberg
1.1 Rückblick auf das Forstwirtschaftsjahr 2020
Im Januar brachte das Sturmtief „Sabine“ Windgeschwindigkeiten bis 120 km/h. Im Stadtwald wurden dadurch zwar keine größeren Flächen geworfen, aber im ganzen Wald verteilt viele Einzelbäume, die relativ aufwändig geborgen und zu Verkaufslosen zusammengefahren werden mußten. Insgesamt fielen dadurch fast 600 Fm Holz als sogenannte „zufällige Nutzung“ an.
Nachdem es in der ersten Märzwoche noch anhaltend regnete, fiel ab April kaum noch Niederschlag. Der Frühsommer und Sommer waren heiß und trocken. Bereits Anfang August reagierten die ersten Bäume indem sie Blätter einrollten oder verfärbten und dann abwarfen. Besonders betroffen waren Buchen und Eschen, während Eichen, Douglasien und Fichten mit der Trockenheit eher zurecht kamen. Problematisch sind im Moment vor allem absterbende Buchen-Kronen, die im Laufe der Zeit abbrechen und eine Gefahr für die im Wald Arbeitenden, aber auch für Waldbesucher darstellen können. Das hierdurch anfallende Schadholz wird im Laufe des Herbst und Winters vor allem in verkehrssicherungspflichtigen Bereichen aufgearbeitet.
Insgesamt wurden im vergangenen Forstwirtschaftsjahr rund 5.000 Fm Holz eingeschlagen und damit, wie aufgrund der allgemeinen Lage im Forstbereich geplant, rund 2.300 Fm weniger als der regelmäßige Hiebssatz mit 7.300 Fm zulässt.
1.2 Situation am Holzmarkt
Im vergangenen Jahr konnten die eingeschlagenen Werteichen nicht an die Qualitäten der Vorjahre heranreichen, wodurch der Durchschnittserlös von 445 €/Fm auf 385 €/Fm sank. Insgesamt war der Eichen-Markt jedoch durchaus gut, so dass auch geringere Qualitäten noch ordentliche Preise erzielten. Die Situation am Nadelholzmarkt wird weiterhin durch die vorhandenen immensen Schadholzmengen in Europa bestimmt. Die Preise bewegen sich, je nach Schädigungsgrad des Holzes, bei ca. 30 % des Normalniveaus. Geringwertige Sortimente können teilweise nicht mehr abgesetzt werden. Die Preise für Buchenholz stagnierten auf weiterhin niedrigem Niveau, wobei für die durch den Trockenstress absterbenden Buchen, je nach Schädigungsgrad, mit weiteren Preiseinbußen zu rechnen ist.
1.3 Ausblick auf das Forstwirtschaftsjahr 2021
Aufgrund der anhaltenden Dürresituation wird auch in der kommenden Saison eine normale Waldbewirtschaftung nur bedingt möglich sein. Eine hohe Priorität hat die Erhaltung der Verkehrssicherheit entlang von Straßen und baulichen Einrichtungen.
Vor dem Hintergrund höherer Ertragsmöglichkeiten wird ein Laubholzeinschlag von 5.000 Fm geplant, um den Bedarf der Kunden an Stamm-, Industrie- und Brennholz zu bedienen.
Ein regulärer Einschlag von Nadelholz ist nicht geplant, um den mit Schadholz bereits übervollen Holzmarkt nicht zusätzlich zu belasten. Lediglich entlang einer Stromleitung am Längenbühl ist der Einschlag von 50 Fm Douglasien geplant, um ein Einwachsen der Leitung zu verhindern.
Als Grundlage für die Haushaltsplanung wurde eine Schadholzmenge von 2.000 Fm angesetzt.
Wie in den Vorjahren sollen im Frühjahr kleinere Kahlflächen, die bei der Räumung von hiebsreifen Buchen über vorhandener Naturverjüngung entstanden sind, aufgeforstet werden. Auch erste Sturm- und Käferholzflächen sollen neu mit Douglasien und Elsbeeren bepflanzt werden. Beide Baumarten gelten, soweit das derzeit beurteilt werden kann, als für die Folgen des Klimawandels geeignet.
Kultursicherungsarbeiten sollen im Jahr 2020 auf 5,8 ha und Wildschutzmaßnahmen auf
1,1 ha durchgeführt werden. Jungbestandspflege ist auf 20,6 ha geplant.
2. Nutzungsplan
Aufbauend auf dem vom Gemeinderat beschlossenen 10-jährigen Forsteinrichtungswerk hat der städtische Forstbetrieb in Zusammenarbeit mit dem Kreisforstamt in Böblingen den Entwurf für den jährlich zu erstellenden Kultur- und Nutzungsplan gefertigt und vorgelegt. Der Hiebssatz hat sich nach der Neueinrichtung des Stadtwaldes von 7.800 Fm/a auf 7.300 Fm/a verringert. Hierin sind auch nicht verwertbare Holzmengen in Jungbeständen enthalten, sodass für die tatsächliche Holzernte 6.900 Fm verbleiben. Witterungsbedingt konnte dieser Hiebssatz meist nicht vollends ausgeschöpft werden.
Durch die Folgen der Trockenjahre 2018 bis 2020 muss sich der tatsächliche Holzeinschlag noch mehr als in der Vergangenheit an der Holzmarktlage, sowie natürlich an der Witterung, der Windwurf- und Borkenkäfersituation orientieren. Daher wurde die reguläre Nutzung mit 5.000 Fm kalkuliert und die Schadholzmenge mit 2000 Fm angesetzt.
Die Planzahlen des Jahres 2020 für den gesamten Stadtwald sind zum Vergleich in Klammern angegeben.
2.1 Aufteilung nach Teilorten und Nutzungsarten
|
Werte in Festmeter |
Vor-nutzung |
Haupt-nutzung |
Geplanter Einschlag (Summe Vor- und Haupt-nutzung) |
Jung-bestands-pflege gesamter Stadtwald |
Gesamt-nutzung |
|
Leonberg |
1.895 |
905 |
3.250 |
140 |
2.940 |
|
Warmbronn |
230 |
410 |
640 |
0 |
640 |
|
Höfingen |
230 |
0 |
780 |
190 |
420 |
|
Gebersheim |
180 |
150 |
330 |
20 |
350 |
|
Gesamter Stadtwald (Werte 2020 in Klammer) |
2.535 (1.755) |
1.465 (2.245) |
5.000 (4.000) |
350 (450) |
4.350 (4.450) |
Vornutzung: Nutzung von Holz zur Pflege vorwiegend jüngerer Bestände
Hauptnutzung: Nutzung von erntereifem Holz im Rahmen der Verjüngung des Waldes
2.2 Aufteilung nach Holzarten (nur geplanter Einschlag, Werte in Festmeter)
(Derbholz = Holz, das für Flächenlose verbleibt)
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Werte in Festmeter |
Nadelholz |
Laubholz |
|
|||
|
|
Stammholz |
Industrieholz |
Stammholz |
Industrieholz |
Brennholz |
Derbholz |
|
Gesamter Stadtwald |
50 (0) |
0 (0) |
1.015 (1.000) |
510 (555) |
1.190 (1.045) |
1.235 (1.400) |
Durchforstungsfläche 89,4 ha (ca. 6,1 % der Gesamtwaldfläche)
(69,9 ha) (ca. 4,8 % der Gesamtwaldfläche)
3. Kulturplan
Die Forsteinrichtung hat auf verschiedenen Flächen im Stadtwald Waldverjüngungsmaß-nahmen geplant. Im kommenden Forstwirtschaftsjahr sollen auf Flächen, die durch Trockenschäden, Borkenkäferbefall und der Räumung von Althölzern entstanden sind, Bäume gepflanzt werden:
3.1 Neupflanzungen (geplante Neupflanzungen des Vorjahres in Klammern)
|
Stück |
Leonberg |
Warmbronn |
Höfingen |
Gebersheim |
Summe |
|
Eiche |
0 (0) |
0 (0) |
0 (0) |
0 (0) |
0 (0) |
|
Linde |
0 (0) |
(0) (0) |
0 (0) |
0 (0) |
0 (0) |
|
Kirsche |
0 (600) |
0 (0) |
0 (0) |
0 (0) |
0 (600) |
|
Speierling |
0 (0) |
0 (0) |
0 (0) |
0 (0) |
0 (0) |
|
Elsbeere |
400 (0) |
0 (0) |
0 (0) |
0 (0) |
400 (0) |
|
|
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
|
Summe Laubholz |
400 (600) |
0 (0) |
0 (0) |
0 (0) |
400 (600) |
|
|
|
|
|
|
|
|
Fichte |
0 (0) |
0 (0) |
0 (0) |
0 (0) |
0 (0) |
|
Douglasie |
2.900 (3.800) |
0 (0) |
0 (0) |
600 (0) |
3.500 (3.800) |
|
|
|
|
|
|
|
|
Summe Nadelholz |
2.900 (3.800) |
0 (0) |
0 (0) |
600 (0) |
3.500 (3.800) |
|
|
|
|
|
|
|
|
gesamt |
3.300 |
|
|
600 |
3.900 |
3.2 Nachbesserung
In Kulturen, die in den vergangenen Jahren gepflanzt wurden, gab es witterungs- und schädlingsbedingt nennenswerte Ausfälle. Für die Nachbesserung werden rund 400 junge Bäume benötigt.
3.3 Jungwüchse aus abgedeckten Naturverjüngungen
Auf den unten aufgeführten Flächen sind mittlerweile so viele junge Bäume nachgewachsen, dass die darüberstehenden alten Bäume genutzt werden können.
|
ha |
|
|
I, 1 Weidengarten, Leonberg |
0,2 |
|
I, 3 Ehrenberg, Leonberg |
0,2 |
|
III, 10 Blutbuche, Leonberg |
0,2 |
3.4 Kultursicherung, Waldschutz und Jungbestandspflege
Um den frisch gepflanzten Bäumen ein gutes Wachstum zu ermöglichen, müssen diese Pflanzflächen mehrere Jahre gemäht werden (Kultursicherung).
Verschiedene Baumarten müssen zusätzlich durch Zäune (Flächenschutz) oder durch Wuchshüllen, Drahthosen und dergleichen (Einzelschutz) vor dem Wild geschützt werden.
Bei der Jungbestandspflege werden v.a. schlechtwüchsige und unerwünschte Bäume beseitigt.
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|
Planung FWJ 2021 (01.10.2020-30.09.2021 |
Planung FWJ 2020 (01.10.2019-30.09.2020) |
Vollzug FWJ 2020 |
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Kultursicherung |
5,8 ha |
6,2 ha |
|
|
Wald-/Wildschutz
|
|
|
0,4 ha |
|
a) Zaunabbau : |
|
|
|
|
Umzäunte Fläche Zaunabbau Länge
|
0 |
0 |
|
|
b) Zaunneubau |
|
|
|
|
Umzäunte Fläche Zaunneubau Länge |
0 0 |
|
|
|
c) Baum-Einzelschutz
|
1,1 ha |
1,7 ha |
|
|
Jungbestandspflege |
20,6 ha |
28,4 ha |
ha |
