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Anfrage in einer Sitzung - 2020/264

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Sachverhalt

Schriftliche Anfrage zur Beantwortung im Gemeinderat vom 06.07./09.07.2020

Herr Prof. Ziegler und Herr Pfitzenmaier stellen mehrere schriftliche Anfragen an die Verwaltung zum Themenkomplex „Digitalisierung an Schulen“. Die Anfragen sollen in einer Sitzung des Gemeinderates beantwortet werden.

 

Anfragen Herr Prof. Ziegler

1.)    Wie weit ist der Anschluss der Schulen an das Breitbandnetz, wann ist mit einer Inbetriebnahme zu rechnen?

2.)    Wann werden die Schulen mit einem WLAN ausgestattet; nach meinen Informationen gibt es bisher in keiner Schule ein WLAN.

3.)    Es sind zwei Stellen für den Support der IT-Infrastruktur für die Schulen vorgesehen. Wann werden diese Stellen ausgeschrieben?

 

Anfragen Herr Pfitzenmaier

1.)    Sind jetzt alle Leonberger Schulen mit Leitungen so angebunden, dass diese belastbar funktionieren? In diesem Zusammenhang: wie viele Förderanträge zum Digitalpakt wurden inzwischen gestellt? Lt. LKZ hat die Stadt Rutesheim bereits 2019 mehr als 300.000 € aus dem Digitalpakt erhalten.

2.)    Gibt es in den Schulen eine funktionierende Online-Kommunikationsplattform, die vom Kultusministerium ausdrücklich auch erlaubt ist? Die offizielle Plattform „Moodle“ war wohl häufig überlastet, während „Microsoft Teams“ sehr gut funktioniert hat, aber vom Kultusministerium kritisch gesehen wird.

3.)    Mindestens zeitgleich mit den Schülern (eher etwas früher) müsste doch die Lehrerschaft mit (einheitlichen!) dienstlichen Endgeräten ausgestattet werden. Ist dies der Fall? In diesem Zusammenhang: verfügen eigentlich zwischenzeitlich alle Lehrer in den Leonberger Schulen über dienstliche Email-Adressen?

4.)    Gibt es ein Weiterbildungsprogramm für den „nicht so online affinen Teil“ der Lehrerschaft?

 

 

 

Stellungnahme der Verwaltung

Bei der Beantwortung der oben aufgeführten Anfragen von Herrn Prof. Ziegler und Herrn Pfitzenmaier wird zuerst auf die Frage nach der Breitbandanbindung der Schulen eingegangen, da diese von beiden Gemeinderäten gestellt wurde. Danach werden zunächst die Fragen von Herrn Pfitzenmaier behandelt, da die Antwort auf eine seiner Fragen die Basis zur Beantwortung einer Frage von Herr Prof. Ziegler zum Thema WLAN bildet.

 

Alle Stellungnahmen basieren auf dem Sachstand vom 10.09.2020. Aufgrund der hohen Dynamik bei dem Thema Digitalisierung der Schulen, sind bis zum Sitzungstermin des Gemeinderates weitere Erkenntnisse und Änderungen zu erwarten. Über den Städtetag wurden für September / den Zeitraum nach der Sommerpause wichtige Informationen zu verschiedenen Aspekten der Digitalisierung der Schulen angekündigt. Aufgrund dieser Informationen müssen die bisherigen Planungen der Verwaltung angepasst werden. Die Erstellung eines konkreten zeitlichen Gesamtkonzeptes, das auch die neuen coronabedingten Anforderungen berücksichtigt, ist daher zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich. Das Konzept wird schnellstmöglich zur Kenntnisnahme bzw. zur Entscheidung vorgelegt.

 

Ist-Stand Breitbandanbindungen der Schulen mit weiteren Planungen

Nach dem Markterkundungsverfahren des Zweckverbands Breitbandausbau Landkreis Böblingen gelten diese Schulstandorte in Trägerschaft der Stadt Leonberg als unterversorgt:

 

Grundschule Warmbronn, Büsnauer Str. 85

Grundschule Gebersheim, Heimerdinger Str. 39

Grundschule Höfingen, Ulmenstr. 8-12

August-Lämmle-Schule, Gemeinschaftsschule, Gerlinger Str. 43-47

Spitalschule, Grundschule, Spitalhof 2

Ostertag-Realschule, Tiroler Str. 30

 

Die Anträge auf Breitbandförderung durch den Bund und das Land für diese Standorte wurden eingereicht und sind in Bearbeitung.

 

Da die Realisierung der geförderten Breitbandanbindungen einige Zeit in Anspruch nehmen wird, wurden bereits einige Maßnahmen zur Verbesserung der vorhandenen pädagogischen Internetanbindung in die Wege geleitet und umgesetzt. Zwei Aufträge sind noch offen. Weitere Maßnahmen sind erforderlich. Eine Detailplanung mit Ausführungsvarianten wird aktuell erstellt und anschließend als Beschlussvorlage dem Gemeinderat vorgelegt.

Anfragen Herr Pfitzenmaier

1.) Sind jetzt alle Leonberger Schulen mit Leitungen so angebunden, dass diese belastbar funktionieren? Siehe erste Antwort

In diesem Zusammenhang: wie viele Förderanträge zum Digitalpakt wurden inzwischen gestellt? Lt. LKZ hat die Stadt Rutesheim bereits 2019 mehr als 300.000 € aus dem Digitalpakt erhalten.

Bisher musste zur Beantragung von Fördermitteln aus dem Digitalpakt ein genehmigter Medienentwicklungsplan (MEP) eingereicht werden. Diese MEP werden zur Zeit gemeinsam von den Schulen und der Verwaltung erarbeitet: Aufgrund der erforderlichen Maßnahmen zur Organisation des Unterrichts bis zu den Sommerferien konnte an den MEP nur eingeschränkt weiter gearbeitet werden.

 

Da einem großen Anteil der Schulen in Baden-Württemberg nicht die zeitlichen Kapazitäten zur Verfügung stehen, um intensiv am MEP zu arbeiten, soll lt. Pressemitteilung des Kultusministeriums vom 16.07.2020 das Verfahren zur Fördermittelbeantragung vereinfacht werden. Die Beantragung der Fördermittel soll ohne fertigen MEP möglich sein. Ein genehmigter MEP muss erst bei der Abrechnung der Maßnahmen vorgelegt werden. Die rechtliche Basis für dieses Vorgehen muss noch beschlossen werden. Der Beschluss wurde für den Zeitraum ab 01.09.2020 angekündigt, wurde bis zum 10.09.2020 aber noch nicht veröffentlicht.

 

Die Planungen zu den Digitalisierungsmaßnahmen müssen nun aufgrund dieser Entscheidung angepasst werden.

2.) Gibt es in den Schulen eine funktionierende Online-Kommunikationsplattform, die vom Kultusministerium ausdrücklich auch erlaubt ist? Die offizielle Plattform „Moodle“ war wohl häufig überlastet, während „Microsoft Teams“ sehr gut funktioniert hat, aber vom Kultusministerium kritisch gesehen wird.

Offiziell empfohlen sind weiterhin die Plattformen „Moodle“, „BligBlueButton“ und „JitsiMeet“. Laut verschiedener Pressemeldungen möchte das Kultusministerium die Nutzung einzelner Bausteine von Office 365 in den Schulen ermöglichen. Es gibt dabei noch offene datenschutzrechtliche Fragen. Der Landesdatenschutzbeauftragte von Baden-Württemberg ist bei diesem Entscheidungsprozess mit eingebunden.

Um in Leonberg zeitnah eine Kommunikationsplattform zur Verfügung zu stellen, prüfen wir gemeinsam mit den Schulleitungen die Möglichkeiten des Einsatzes einer DSGVO-konformen Lösung eines Cloud-Anbieters, um die Zeit bis zur Einführung einer durch das Kultusministerium genehmigten Lösung zu überbrücken.

In drei Schulen wird bereits eine entsprechende Plattform eingesetzt, zwei weitere Schulen testen eine Demo-Version. Nach den Sommerferien ist ein gemeinsamer Termin geplant, bei dem die Schulen über ihre Erfahrungen berichten und das weitere Vorgehen abgestimmt wird.

3.) Mindestens zeitgleich mit den Schülern (eher etwas früher) müsste doch die Lehrerschaft mit (einheitlichen!) dienstlichen Endgeräten ausgestattet werden. Ist dies der Fall? In diesem Zusammenhang: verfügen eigentlich zwischenzeitlich alle Lehrer in den Leonberger Schulen über dienstliche Email-Adressen?

Die Ausstattung der Lehrerschaft mit Endgeräten wurde angekündigt, Eckdaten dazu sind noch nicht bekannt.

Dienstliche Email-Adressen sind in allen Leonberger Schulen eingerichtet. Da in der Ostertag-Realschule eine Sonderlösung zum Mailabruf im Einsatz ist, müssen hier noch lizenzrechtliche Fragen geklärt werden um die volle Funktion zur Verfügung zu stellen.

4.) Gibt es ein Weiterbildungsprogramm für den „nicht so online affinen Teil“ der Lehrerschaft?

 

Grundsätzlich ist das Land dafür zuständig. Nach Mitteilungen des Städtetags sollen zusätzliche Fördermittel zu Verfügung gestellt werden um das Schulungsangebot auszubauen.

 

Um die Kenntnisse innerhalb der Leonberger Schulen aufzubauen und zu erweitern finden schon innerhalb der Schulen Fortbildungen von Lehrern für Lehrer statt. Es gibt auch Ideen und Planungen für schulübergreifende Angebote und Austauschmöglichkeiten.

Als Angebot der Stadtverwaltung wurde im Oktober 2019 ein Workshop zum MDM System der Tablets durchgeführt. Ein weiterer Workshop hat am 9. Und 10. September 2020 stattgefunden.

 

Des Weiteren war im Mai 2020 eine Fortbildung in Zusammenarbeit mit dem Kreismedienzentrum geplant. Dieser Termin musste verschoben werden. Der Alternativtermin wird noch vereinbart.

 

 

 

Anfragen Herr Prof. Ziegler

2.) Wann werden die Schulen mit einem WLAN ausgestattet; nach meinen Informationen gibt es bisher in keiner Schule ein WLAN.

An einigen Schulen gibt es WLAN-Insellösungen für die Lehrkräfte, die für Unterricht keine ausreichende Leistung bieten.

 

Der Aufbau eines leistungsfähigen, flächendeckenden WLAN in den Schulen soll über die Förderung durch den Digitalpakt finanziert werden. Mit den Maßnahmen kann erst nach Beantragung der Fördermittel begonnen werden, da dies sonst förderschädlich sein kann. Durch die angekündigten Vereinfachungen im Verfahren zur Fördermittelbeantragung kann das Gesamt-Projekt früher als geplant gestartet werden.

 

Durch die Corona-Krise und das Sofortausstattungsprogramm für mobile Endgeräte gibt es einen kurzfristigen Bedarf für WLAN in einigen Klassenzimmern der Schulen. Es wird aktuell geprüft, was den Schulen schnellstmöglich zur Verfügung gestellt werden kann. Für jede Schule muss eine individuelle Lösung erarbeitet werden. Die Kostenermittlung und Auftragsvergabe ist in Bearbeitung. Dieser Bedarf ist nicht förderfähig.

 

 

3.) Es sind zwei Stellen für den Support der IT-Infrastruktur für die Schulen vorgesehen. Wann werden diese Stellen ausgeschrieben?

 

Die Stellenausschreibungen wurden in der KW 36 veröffentlicht. Bewerbungsschluss ist der 4.Oktober 2020.

 

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