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Kenntnisnahme ohne finanzielle Auswirkungen - 2019/274

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Sachverhalt

Sachverhalt mit der Stellungnahme der Verwaltung

Im Sommer 2019 wurde eine Unternehmensbefragung zur Zufriedenheit der Standortunternehmen und zu den Anforderungen an die städtische Wirtschaftsförderung in Auftrag gegeben. Durchgeführt wurde die Befragung von der LQM Marktforschung GmbH, die bundesweit für zahlreiche Kommunen und Landkreise tätig ist. Dank der hohen Beteiligung konnten aus den geführten Interviews wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, um die Angebote und Leistungen der Wirtschaftsförderung im Sinne der Unternehmen weiterzuentwickeln. Anhand des Ergebnisberichts (vgl. Anlage 1) wurde nun ein Maßnahmenkatalog entwickelt und dieser mit einem Projektplan hinterlegt (vgl. Anlage 2).

1. Zusammenfassung der Unternehmensbefragung

a. Ziele der Befragung

Die Befragung sollte insofern als Informationsgrundlage für künftige Arbeitsschwerpunkte der Wirtschaftsförderung dienen und den direkten Kontakt zu den Unternehmen fördern. Im Fokus standen dabei die Zufriedenheit der Unternehmen mit dem Standort und ihre Anforderungen an die Verwaltung.

b. Befragungsmethode und Beteiligung

Grundsätzlich konnten alle Standortunternehmen zwischen dem 1. Juli und dem 9. August 2019 an einer telefonischen Befragung teilnehmen. Ausdrücklich wurden 197 Unternehmen per Anschreiben durch den Oberbürgermeister darum gebeten, sich an der Befragung zu beteiligen. Am Ende haben sich 39% der Unternehmen (77 Teilnehmer) den Fragen gestellt. Dieses ist eine deutliche Steigerung im Vergleich zur letztmaligen Unternehmensbefragung aus dem Jahr 2014 mit einer Beteiligung von 17%.

c. Ergebnisse

Die Ergebnisse der Befragung zeigen einerseits die Zufriedenheit der Unternehmen mit ihrem Standort, andererseits auch die hohen Ansprüche, die sie an ihn stellen. So sind sich nicht alle sicher, ob trotz der Dynamik des Standorts die örtliche Infrastruktur und das Fachkräfteangebot auch in Zukunft den Anforderungen des Unternehmens genügen werden.

Unter den Standortfaktoren wird die Verkehrsanbindung am besten bewertet, damit sind 82% der Unternehmen zufrieden bzw. eher zufrieden. Überwiegend positiv werden auch der Zugang zu Unternehmensnetzwerken, der ÖPNV in Leonberg und die Betreuungsangebote der Stadt gesehen. Das Angebot der Stadtverwaltung wird differenziert bewertet. Dabei überwiegen anteilig die positiven Urteile die negativen. Deutlich kritischer wird das bestehende Angebot an Gewerbeflächen und Parkplätzen beurteilt (41% bzw. 43% eher unzufrieden / sehr unzufrieden). Noch kritischer fällt die Bewertung des Angebots an qualifizierten Arbeitskräften, an Wohnraum für Mitarbeiter und der Verkehrssituation in der Stadt aus: Hier sind jeweils über 50% der Unternehmen mit der Situation unzufrieden.

Beim Angebot der städtischen Wirtschaftsförderung zeigt sich eine große Zustimmung zur Wichtigkeit der Leistungen. Mit Abstand am wichtigsten empfinden die befragten Unternehmen die Hilfe bei der Suche nach geeigneten Gewerbeflächen- und -immobilien. Die Beratung von Existenzgründungen, die Unterstützung bei der Fachkräftesuche, die Vermittlung von Kontakten, die Lotsenfunktion durch die Verwaltung sowie Informationsangebote zu Fördermöglichkeiten haben jeweils über 60% als sehr wichtig oder wichtig bezeichnet. Je 40 bis 60% erwarten Informationen über wirtschaftliche Trends, Unternehmensbesuche und Veranstaltungsformate.

Als größte Herausforderungen der Unternehmen werden die Entwicklung der Arbeitskosten, die Fachkräftegewinnung, die Digitalisierung, die wirtschaftliche Entwicklung sowie das Erkennen von Trends und die verkehrliche Situation genannt.

In wirtschaftlicher Hinsicht erwarten mehr Unternehmen als in anderen Kommunen eine Steigerung ihrer Umsätze und ihrer Investitionen am Standort. Konkret sahen künftig 57 % der Befragten eine Steigerung der Umsätze und 37% einen Anstieg ihrer Investitionen. Jedes 4. Unternehmen geht davon aus, dass das eigene Unternehmen in den nächsten Jahren expandieren wird. 13 Unternehmen berichten von einem Bedarf an zusätzlichen Gewerbeflächen in den nächsten 3 Jahren in Höhe von ca. 14.000 m². 8 Unternehmen gaben an, dass sie in den nächsten 3 Jahren zusätzliche Immobilienflächen (ca. 8000 m²)  benötigen.

2. Maßnahmenkatalog

Aus den gewonnenen Erkenntnissen zu den Aufgaben der Wirtschaftsförderung wurde im nächsten Schritt ein Maßnahmenkatalog entwickelt und dieser mit einem Projektplan (vgl. Anlage 2) hinterlegt, um den Anforderungen  der Unternehmen besser gerecht zu werden. Der Fokus liegt auf dem Ausbau des Angebots bei denjenigen Themen, die den Unternehmen vor Ort wichtig sind.

Leistungsangebot

(Wichtigkeit für die Befragten)

 

Maßnahmen

Suche nach Gewerbeflächen/-immobilien

(85% sehr wichtig/wichtig)

 

Die zur Verfügung stehenden Gewerbeimmobilien und Gewerbe-grundstücke sollen schnell und effizient zwischen den jeweiligen Anbietern (Makler, Eigentümer) und Interessenten vermittelt werden können.

 

M 1: Bekanntmachung und Vernetzung des Angebots der regionalen Internet-Plattform immo.region-stuttgart.de.

M 2: Regelabfrage: Die Wirtschaftsförderung ist verstärkt aktiv, um zur Verfügung stehende Immobilien und Flächen ausfindig zu machen, und deren Eigentümer zu animieren, ihre Angebote zu veröffentlichen.

 

Zum Angebot  eines Mittelzentrums gehört es, entsprechende Gewerbe-flächen zur Verfügung zu stellen. Momentan ist die Gewerbegebietserweiterung Carl-Zeiss-Straße in Gebersheim in Planung, um ca. 3 ha weitere Flächen anbieten zu können.

 

M 3: Frühzeitige Vermarktung von städtischen Gewerbegrundstücken.

 

M 4: Erstellung eines Gewerbeflächenentwicklungskonzepts.

Unterstützung von Existenzgründungen und Startups

(72 % sehr wichtig/wichtig)

Die Stabsstelle Wirtschaftsförderung bietet im Rahmen der Auszeichnung als „gründungsfreundliche Kommune“ bisher eine Einstiegsberatung in das Thema Existenzgründung, Gründungs-sprechtage mit den Senioren der Wirtschaft, vermittelt Kontakte, gibt einen Überblick zu den wichtigsten Förderprogrammen und unterstützt  als Lotse bei Behördengängen.

 

M 5: Ausrichtung von Gründerfrühstücken mit Impulsen von Gründern.

 

M 6: Aufbau eines Gründermentorings: Förderung der Kooperation zwischen kleinen und mittelständischen Unternehmen und Gründern.

 

M 7: Aufbau eines Raumangebots im Sinne eines „Coworking Space“

Coworking ist eine Arbeitsform, bei der Selbständige, Startups, Kreative und zunehmend immer mehr größere Unternehmen unter einem Dach – in einem Coworking Space – unabhängig und gleichzeitig auch zusammenarbeiten. Obwohl alle an individuellen Projekten arbeiten, sind Austausch und gegenseitige Hilfe zentraler Bestandteil.

Es zeichnet sich zudem durch kürzere Mietverträge (oft nur von einem Monat) und einem All-Inklusive-Charakter für die Mieter aus, bei dem voll ausgestattete Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt werden.

Gewinnung von Fachkräften

(71 % sehr wichtig/wichtig)

 

Im Zuge der Unternehmensbefragung hat jedes zweite Unternehmen unbesetzte Stellen gemeldet:

 

  • 35% haben Ausbildungsplätze nicht besetzt
  • 43% haben Stellen für Fachkräfte mit Hochschulabschluss nicht besetzt
  • 78% haben Stellen für Fachkräfte mit Berufsabschluss nicht besetzt

 

Derzeit kooperiert Leonberg mit 7 Nachbarkommunen im Rahmen der Ausrichtung der Ausbildungsmesse „interkom“ sowie mit dem Landkreis bei den „Schulferienfirmentagen“. Durch den Demographischen Wandel wird es immer wichtiger werden, nicht nur Fachkräfte aus den umliegenden Regionen und dem Ausland zu rekrutieren, sondern auch den eigenen Nachwuchs in der Region zu halten.

 

M 8: Unterstützung kleinerer und mittlerer Unternehmen bei der Fachkräfteakquirierung durch eine Ausbildungspublikation in Kooperation mit dem Leonberger Zeitungsverlag.

 

M 9: Vorstellung vor Ort: Auf die Angebote der Fachkräfteallianz Region Stuttgart aufmerksam machen (z.B. geführte Rundgänge auf Fachmessen).

Vermittlung von Kontakten

(70% sehr wichtig/wichtig)

Die Stabsstelle Wirtschaftsförderung kooperiert mit kompetenten Partnern vor Ort. Hier sind vor allem der Wirtschaftsrat, der Bund der Selbstständigen e.V., das Leonberger Business Network e.V. sowie die örtlichen Kreditinstitute, die Kammern und Verbände sowie die Wirtschaftsförderung des Landkreises und die regionale Wirtschaftsförderung (WRS) zu nennen.

 

M 10: Einrichtung einer Suche/Biete Funktion zur besseren Vermittlung von Kontakten und Synergien (z.B. bei freien Raum- oder Maschinenkapazitäten).

 

M 11: Ausrichtung von Netzwerktreffen innerhalb der Branchen IT und Engineering.

Förderung einer Innovationskultur

(67 % sehr wichtig/wichtig)

Auf regionaler Ebene werden Strategien erarbeitet, um die Wirtschaft auf neue Technologien im Bereich Klimaschutz, Energietechnologien und Ressourceneffizienz auszurichten.

 

M 12: Vernetzung der lokalen Unternehmen zu Hochschulen und F&E-Einrichtungen zur Förderung des Wissenstransfers.

Informationen über aktuelle Themen und Trends

(54 % sehr wichtig/wichtig)

Mit einem quartalsweise erscheinenden Wirtschaftsnewsletter sollen  ortsansässige Unternehmen mit aktuellen maßgeschneiderten Wirtschaftsnachrichten aus der Region und über Fördermöglichkeiten versorgt werden. Regionale Themen, Veranstaltungen und Unternehmensneuigkeiten sowie Wissenswertes werden darin thematisiert.

 

M 13: Elektronischer Newsletter

Unternehmens-besuche

(50% sehr wichtig/wichtig)

Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister finden fortlaufend Betriebsbesuche statt. Ziel dieser Besuche ist es, über Anliegen der Unternehmen zu sprechen, bei welchen die Stadtverwaltung  Einfluss nehmen kann und die Betriebe bei diversen Themen zu unterstützen.

 

M 14: Angebot von Betriebsbesuchen des Oberbürgermeisters

Veranstaltungs-formate

(49% sehr wichtig/wichtig)

Der Unternehmerempfang hat sich über die letzten Jahre als erfolgreiche Netzwerk- und Informationsveranstaltung für alle Unternehmen unabhängig deren Branche etabliert.

 

M 15: Durchführung des Unternehmerempfangs (jährlich)

 

 

 

 

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Finanz. Auswirkung

JA

 

 

 

NEIN

x

 

 

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Anlagen

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