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Kenntnisnahme ohne finanzielle Auswirkungen - 2019/117

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

  

Vom Bericht wird Kenntnis genommen.

 

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Sachverhalt

Sachverhalt mit der Stellungnahme der Verwaltung

1. Zusammenfassung des Sachverhalts

An jedem Öffnungstag besuchen Hunderte von Leser/-innen die Stadtbücherei. Jede Stunde sind es ca. 40 Personen die die Stadtbücherei aufsuchen, das macht bei ca. 2.600 Öffnungsstunden 102.000 Besucher. Damit ist die Stadtbücherei die am meisten genutzte kulturelle Einrichtung der Stadt.

Dies hat aber zur Folge, dass nicht mehr die Ausleihzahlen für die Qualität einer Bibliothek entscheidend sind, sondern die Besucherzahlen und die Aufenthaltsdauer

Die Stadtbücherei Leonberg wird immer mehr ein Ort der Begegnung. Es wird gelesen, diskutiert, gelernt, am Smartphone gespielt, geflirtet. Die Stadtbücherei ist ein offenes Haus, jeder kann kommen, kann sitzen wo er will und kann machen was er will. Durch die Präsentationsänderung der Medien ist die Aufenthaltsqualität deutlich gestiegen. Aber ohne die Bücher würden die Schüler nicht kommen und auch nicht die Rentner, die ihre Lektüren bei einer Tasse Kaffee diskutieren. Es ist ein Ort, an dem man nichts muss. Kein Konsumdruck-Ort. Man lernt auch schnell, dass man nicht der Einzige ist, was dazu führt, dass man fähig ist, sich diesen Ort zu teilen. Es ist das Wohnzimmer der Zukunft.

Um die Aufenthaltsqualität für die Leser weiter zu verbessern, sollte über eine Klimaanlage nachgedacht werden. Im heißen Sommer 2018 sanken wochenlang die Temperaturen nicht unter 30 °C. Dies hielt doch viele Leser davon ab, die Stadtbücherei aufzusuchen. Auch für die Mitarbeiterinnen war der Zustand unerträglich.

Dies ist sicherlich einer der Gründe, warum es keine größeren Steigerungen bei den Besucherzahlen gegeben hat. Ein weiterer ist das zu geringe Platzangebot. Leider sind die Anzahl der Sitzmöglichkeiten beschränkt. Die Hauptstelle ist definitiv zu klein. Siehe hierzu die im Anhang „Empfehlungen zur Entwicklung der kommunalen öffentlichen Bibliothek in Leonberg“, die in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen erarbeitet wurde.

 

2. Ziele der Maßnahme

Als meistgenutzte außerschulische Bildungs- und Kultureinrichtungen leisten Öffentliche Bibliotheken einen grundlegenden Beitrag zur Bildung, zur politischen Teilhabe und zur Orientierung im täglichen Leben.

Neben analogen Medien stellen Bibliotheken ebenso digitale Medien zur Verfügung und eröffnen Möglichkeiten zum Lernen in allen medialen Formen.

Dabei geht es nicht nur um die Förderung von Lesekompetenz oder um die Versorgung mit Medien und Informationen, sondern vor allem um die Vermittlung und Förderung von Medien- und Informationskompetenz.

Informationskompetent zu sein, bedeutet heute, sich mit der Vielzahl an analogen wie digitalen Informationsmöglichkeiten auseinanderzusetzen und einen versierten sowie kritischen Umgang mit diesen zu entwickeln.

Die Vermittlung des Zugangs zu allen Medienformen und -inhalten ist die zentrale Funktion der Bibliotheken im Informationszeitalter. Ihre Nachhaltigkeit, ihre Überparteilichkeit und ihre Unabhängigkeit von kommerziellen Interessen machen Bibliotheken zu einer grundlegenden öffentlichen Institution der Daseinsvorsorge in unserem Wissens- und Informationsgesellschaft.

 

3. Sachverhalt/Sachstand

Ausleihen/Bestand

Was jedoch besonders erfreulich ist, sind die immer noch steigenden Ausleihzahlen bei den Kinder- und Jugendbücher. Die gute Zusammenarbeit mit den Kindergärten und Schulen kommt hier zum Tragen.

Wie schon ausgeführt sind die Ausleihzahlen kein Qualitätssigel mehr. Dies betrifft aber vor allem die CDs und DVDs, also die audiovisuellen Medien. Es sind die Auslaufmodelle in der digitalen Welt.

Die sinkenden Zahlen bei der Belletristik und den Sachbüchern werden durch die Onlinebibliothek kompensiert, das heißt das Lesen von E-Books ist im Vormarsch.

Von Lesemüdigkeit kann absolut nicht gesprochen werden.

Die onlinebibliothekBB.de umfasst jetzt alle hauptamtlich mit Fachpersonal geführten Bibliotheken des Landkreises Böblingen (außer Weissach). Durch die kommunale Zusammenarbeit werden im Bereich Werbung, Lektorate viele Synergieeffekte gewonnen. 2019 wurde der Mehrwertsteuersatz bei E-Medien zu den gedruckten Büchern angepasst (7%).Allerdings verlangen die Verlage für E-Medien oft den zwei- oder dreifachen Preis. Hinzu kommt noch, dass die Lizenzen zeitlich begrenzt sind und Bestseller erst nach einem halben Jahr als E-Book angeboten werden

Durch die Verringerung der Medien konnte eine wesentlich bessere Präsentation des Gesamtbestandes erzielt werden. Mehr Medien können frontal gestellt werden, und fallen somit dem Leser ins Auge. Das wichtigste Kriterium für den Besucher ist die Aktualität. Eine Zielvereinbarung ist es, dass nach dem Erscheinen der Bücher, die Medien innerhalb von wenigen Tagen ausleihfertig im Regal stehen.

 

 

Öffentlichkeitsarbeit

Zahlreiche Veranstaltungen, sowohl im Kinder- als auch im Erwachsenenbereich wurden 2017/18 durchgeführt.

Sie sind ein zusätzliches Angebot, um den Menschen Literatur auf eine sehr persönliche Weise näher zu bringen. Welche Motivation hat ein Autor, was will er damit bezwecken.

Hier locken bekannte Namen die meisten Zuschauer an, wie Elisabeth Kabatek, Martin Walker oder Günther Maria Halmer.

Die Artothek erfreut sich immer großer Beliebtheit. Zu deren Eröffnungen kommen immer ca. 60 Personen und innerhalb einer halben Stunde ist etwa die Hälfte der Kunstwerke ausgeliehen.

 

Einnahmen

Die Einnahmen entsprechen den Einnahmen des vorigen Zeitraums. Durch den kundenfreundlichen Service der Erinnerungsmail ist bei den Mahngebühren ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Dieser Service wird von den Lesern sehr gelobt.

 

Personal

Mit 8,4 Stellen ist die Stadtbücherei Leonberg mit ihren drei Zweigstellen personell an ihren Grenzen. Hinzu kommen einige Langzeiterkrankungen.

Zum Vergleich:

   Sindelfingen 11,2 Stellen,

   Nürtingen 11,63 Stellen,

   Konstanz 12,81 Stellen,

   Heidenheim 12,03 Stellen,

   Schwäbisch-Gmünd 13,59 Stellen,

   Waiblingen 13,41 Stellen,

   Göppingen 12,5 Stellen,

   Baden-Baden 13,4 Stellen...

(siehe auch hier die Empfehlungen der Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen.)

 

Hauptstelle Liststraße

Die Hauptstelle entwickelt sich immer mehr zum Treffpunkt, zum Lern- und Spielort.

Durch die Bereitstellung von WLAN kommen viele Benutzer mit ihren Laptops und arbeiten vor Ort. Gerade die besondere Atmosphäre zwischen den Büchern steigert das Lernverhalten.

Viele Familien nutzen die unterschiedlichen Angebote wie Kinderbücher, aber auch pädagogische Ratgeber und Reiseführer in die nähere Umgebung.

Senioren setzen sich ins Lesecafé und lesen die Tageszeitung oder treffen sich mit Bekannten.

Allerdings setzen die vorhandenen knapp 700 qm² Publikumsflächen dem enge Grenzen.

Bei der Veranstaltungsarbeit für Kinder und Erwachsene ist großer körperlicher Einsatz erforderlich, um Platz für 100 Zuschauer zu schaffen. Buchregale müssen verschoben werden, die komplette Bestuhlung aufgebaut und die geforderte Technik bereitgestellt werden.

Der vorhandene Sozialraum entspricht nicht den gesetzlichen Vorgaben. Er ist fensterlos, im Keller und wird als Lagerstätte für die Putzgeräte und -mittel genutzt.

Und es gibt auch immer wieder Konfliktpotential, wenn gleichzeitig etwa 70 bis 80 Schüler ihre Mittagspause in der Stadtbücherei verbringen und Lernende und Senioren Ruhe benötigen

Das Problem ist die vorhandene geringe Fläche, die es nicht erlaubt Bereiche zu trennen um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Benutzer gerecht zu werden.

Es muss unbedingt über ein neues Raumkonzept, das heißt eine Erweiterung der Publikumsfläche, nachgedacht werden.

 

Zweigstellen

Nach wie vor sind in jedem Stadtteil die Zweigstellen wichtige Begegnungsstätten für die Einheimischen.

In enger Kooperation mit den Kindergärten, Schulen und Vereinen leisten sie einen wichtigen Anteil im kulturellen Leben der Ortsteile. In allen drei Zweigstellen unterstützen ehrenamtliche Helfer die Arbeit der Büchereien. Ohne ihre Hilfe könnte so manches Angebot nicht durchgeführt werden, siehe die Montagslesungen für Kinder in Höfingen, den Mundartabend in Gebersheim oder die Kunstaustellungen in Warmbronn. Dringend erforderlich ist, dass auch in den Zweigstellen WLAN zur Verfügung gestellt wird. Die Zweigstellen werden immer mehr zu Orten der Begegnung.

 

4. Ausblick

Nach 17 Jahren ist die jetzige Bibliothekssoftware nicht mehr auf dem Stand der Zeit. Angesichts der Tatsache, dass die Firma durch einen schwedischen Konzern übernommen wurde, wird diese spezielle Bibliotheks-Software nicht mehr gepflegt. Aufgrund dessen muss die jetzige Software durch eine aktuelle, ständig gepflegte Software ersetzt werden.

Die Mittel hierfür sind im Haushalt 2020 angemeldet.

2019 wurden neue Veranstaltungsangebote, im digitalen Bereich, wie die Online-Sprechstunde oder interaktive Klassenführungen initiiert. Auch das Medienangebot wird durch die Einführung von Tonie-Figuren erweitert. Die Stadtbücherei Leonberg ist somit immer am Puls der Zeit und aufgeschlossen für neue innovative Entwicklungen.

Um weiterhin ein Ort der Begegnung zu bleiben, muss aber langfristig überlegt werden, ob nicht doch einer Vergrößerung der Fläche der Hauptstelle möglich ist. Siehe auch die im Anhang erarbeiteten Empfehlungen, die in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen erstellt worden sind. Darin wird deutlich aufgezeigt, dass das Raumangebot für eine Stadt wie Leonberg viel zu klein ist.

Zum Schluss ein Dankeschön an alle Ehrenamtliche die die Arbeit der Stadtbücherei unterstützen und an alle Mitarbeiterinnen die zu der Erfolgsgeschichte der Stadtbücherei Leonberg beitragen.

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Finanz. Auswirkung

JA

 

 

 

NEIN

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Anlagen

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