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Beschlussvorschlag mit finanziellen Auswirkungen - 2018/223

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

 

  1. Dem Nutzungsplan für die Wälder der Stadt Leonberg mit einem vorgesehenen Einschlag von 7.200 Erntefestmetern und einer Durchforstungsfläche von ca. 136 ha wird zugestimmt.
     
  2. Dem Kulturplan für die Wälder der Stadt Leonberg mit Neupflanzungen von ca. 4.600 Nadelbäumen und 600 Laubbäumen sowie Kultursicherungen auf ca. 6,2 ha, vorgesehenen Wildschutzmaßnahmen auf ca. 0,4 ha und Jungbestandspflege auf ca. 23,1 ha wird zugestimmt.

 

  1. Vom Bericht der Forstverwaltung zur Situation in den Wäldern der Stadt Leonberg wird Kenntnis genommen.
     
  2. Die Verwaltung wird beauftragt, den Stadtwald entsprechend dieser Vorgaben zu bewirtschaften.

 

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Sachverhalt

Ziele der Maßnahme

 

Umsetzung des Kultur- und Nutzungsplanes für den Stadtwald Leonberg im Forstwirt-schaftsjahr 2019 (01.10.2018 bis 30.09.2019).

 

Pflege und Nutzung des Stadtwaldes entsprechend den Eigentümerzielsetzungen unter Beachtung der gesetzlichen Regelungen (DS 2011 V 50).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sachverhalt/Sachstand

 

  1.                                                                                                                                                   Bericht der Forstverwaltung zur Situation in den Wäldern der Stadt Leonberg

 

1.1                                                                                                                                                 Rückblick auf das Forstwirtschaftsjahr 2018
 

               Im Stadtwald Leonberg fielen beim Sturmtief Burglind Anfang Januar 2018 1.500 Fm Sturmholz (ca. 15 % Laubholz, ca. 85 % Nadelholz) an. Die Windbruchschäden haben überwiegend einzelne Bäume getroffen. Trotz Einsatz eines Vollernters gestaltete sich die Aufarbeitung des Sturmholzes aufgrund von Rüst-, Wege- und Transportzeiten aufwändig. Das aufgearbeitete Holz musste zu Verkaufslosen zusammengeführt werden.

 

Konnten die Bäume im Frühjahr noch von einer guten Winterfeuchte profitieren, führten die in der Hauptwachstumszeit Mai bis Juli fehlenden Niederschläge, verbunden mit der seit Ende Mai herrschenden warmen bzw. heißen Witterung, zu einer zunehmenden Schwächung des Bestands.

 

Aufgrund der langen Trocken- und Hitzeperiode vermehrten sich die Borkenkäfer stark. Zur weiteren Schadensbegrenzung wurden im August 700 Fm Borkenkäferholz aufgearbeitet. Die Käfer haben auch bisher schädlingsfreie 40- bis 70- jährige Bestände befallen, deren Entnahme in den Folgejahren geplant war und gute Erträge liefern sollten. Ob diese Bestände durch die vorzeitige Entnahme der befallenen Bäume weiterhin gehalten werden können oder sukzessive weiteren Schädigungen zum Opfer fallen, hängt in erster Linie von der Witterung in den nächsten Jahren ab.

 

Auch das Triebsterben bei der Esche ist mittlerweile in verschiedenen Beständen so gravierend, dass im Moment noch nicht mit Sicherheit gesagt werden kann, ob diese nur durchgemustert oder insgesamt gefällt werden müssen.

 

 

1.2 Situation am Holzmarkt

 

Am Holzmarkt sind die Fichtenpreise durch Sturm- und Käferholz gefallen. Das Preisniveau bei der Eiche ist weiterhin stabil bis leicht steigend. Das Preisniveau unseres Hauptsortiments Buchen-Stammholz und auch für Spanplatten- und Energieholz ist niedrig.

 

 

1.3 Ausblick auf das Forstwirtschaftsjahr 2019

 

Für die kommende Saison ist ein Holzeinschlag von 7.200 Fm geplant und damit

300 Fm mehr als von der Forsteinrichtung vorgegeben. Hierdurch sollen Fehlmengen im Vollzug der letzten Jahre ausgeglichen werden. Weitere 200 Fm, mit überwiegend nicht verkäuflichem Schwachholz, fallen bei Jungbestandspflegemaßnahmen an, so dass der regelmäßige Hiebssatz von 7.300 Fm leicht überschritten wird.

 

Wie in den letzten Jahren sollen auch 2019 kleine Kahlflächen aufgeforstet werden, auf denen sich nach der Räumung von hiebsreifen Buchen noch keine Naturverjüngung eingestellt hat oder diese bei der Holzfällung beschädigt wurden. Diese soll vor allem mit Douglasien und Fichten erfolgen, um den Nadelholzanteil im Stadtwald nicht weiter absinken zu lassen.

 

Eine Kleinfläche in der Scharrhalde wurde nochmals mit den Baumarten Elsbeere und Speierling beplant, nachdem wir in 2018 nicht genügend Pflanzen erhalten hatten, um diese Kultur neu anzulegen. In 2018 konnte daher nur die geplante Fläche im Warmbronner Wald entsprechend aufgeforstet werden.

 

Kultursicherungsarbeiten sollen im Jahr 2019 auf 6,2 ha und Wildschutzmaßnahmen auf

0,4 ha durchgeführt werden. Jungbestandspflege ist auf 23,1 ha geplant. Hierin sind auch Flächen enthalten, die noch Schäden aus dem Nassschneeereignis vom Oktober 2012 aufweisen.

 

2. Nutzungsplan

 

Aufbauend auf dem vom Gemeinderat beschlossenen 10-jährigen Forsteinrichtungswerk hat der städtische Forstbetrieb in Zusammenarbeit mit dem Kreisforstamt in Böblingen den Entwurf für den jährlich zu erstellenden Kultur- und Nutzungsplan gefertigt und vorgelegt. Der Hiebssatz hat sich nach der Neueinrichtung des Stadtwaldes von 7.800 Fm/a auf 7.300 Fm/a verringert. Hierin sind auch nicht verwertbare Holzmengen in Jungbeständen enthalten, sodass für die tatsächliche Holzernte 6.900 Fm verbleiben.

 

Witterungsbedingt konnte dieser Hiebssatz meist nicht vollends ausgeschöpft werden. Daher wurde für das Jahr 2019 ein erhöhter Einschlag von 7.200 Fm angesetzt.

Der tatsächliche Holzeinschlag wird sich an der Witterung, der Windwurf- und Borkenkäfersituation, sowie an der Holzmarktlage orientieren.

 

In den nachfolgenden Übersichten sind die Planzahlen des Jahres 2018 für den gesamten Stadtwald zum Vergleich in Klammern angegeben. Die Vollzugszahlen des Jahres 2018 werden Gegenstand des betriebswirtschaftlichen Berichtswesens sein.

 

2.1 Aufteilung nach Teilorten und Nutzungsarten

 

Werte in Festmeter

Vor-nutzung

Haupt-nutzung

Geplanter Einschlag (Summe Vor- und Haupt-nutzung)

Jung-bestands-pflege gesamter Stadtwald

Gesamt-nutzung

Leonberg

2.575

1.905

4.480

keine Aufteilung

4.480

Warmbronn

350

370

720

keine Aufteilung

720

Höfingen

420

510

930

keine Aufteilung

930

Gebersheim

570

500

1.070

keine Aufteilung

1.070

Jungbestands-pflege gesamter Stadtwald

0

0

0

200

200

Gesamter

Stadtwald

(Werte 2018 in Klammer)

3.915

(3.435)

3.285

(3.665)

7.200

(7.100)

200

(200)

7.400

(7.300)

              Vornutzung: Nutzung von Holz zur Pflege vorwiegend jüngerer Bestände

Hauptnutzung: Nutzung von erntereifem Holz im Rahmen der Verjüngung des Waldes


2.2 Aufteilung nach Holzarten (nur geplanter Einschlag, Werte in Festmeter)

  (Derbholz = Holz, das für Flächenlose verbleibt)

 

Werte in Festmeter

Nadelholz

Laubholz

 

 

Stammholz

Industrieholz

Stammholz

Industrieholz

Brennholz

Derbholz

Gesamter

Stadtwald

395

(650)

215

(240)

1.465

(1.895)

635

(710)

1.675

(2.230)

2.815

(1.375)

 

Durchforstungsfläche  136 ha  (ca. 9,4 % der Gesamtwaldfläche)

 (103 ha) (ca. 7,1 % der Gesamtwaldfläche)

 

 

3.  Kulturplan

 

 Die Forsteinrichtung hat auf verschiedenen Flächen im Stadtwald Waldverjüngungsmaß-nahmen geplant. Im kommenden Forstwirtschaftsjahr sollen auf Flächen, die durch Sturmereignisse, Borkenkäferbefall und der Räumung von Althölzern entstanden sind, Bäume gepflanzt werden:

 

 

3.1 Neupflanzungen (geplante Neupflanzungen des Vorjahrs in Klammern)

 

Stück

Leonberg

Warm-bronn

Höfingen

Gebers-heim

Summe

Eiche

0

(800)

0

(0)

0

(0)

0

(0))

0

(800)

Linde

0

(100)

0

(0))

0

(0)

0

(0)

0

(100)

Hainbuche

0

(100)

0

(0)

0

(0)

0

(0)

0

(100)

Speierling

200*

(200)

0

(200)

0

(0)

0

(0)

200*

(400)

Elsbeere

400*

(400)

0

(400)

0

(0))

0

(0)

400*

(800)

Summe

Laubholz

600

(1.600)

0

(600)

0

(0)

0

(0)

600

(2.200)

 

 

 

 

 

 

Fichte

1.200

(1.500)

0

(0)

1.650

(300)

600

(300)

3.450

(2.100)

Douglasie

400

(500)

0

(0)

550

(100)

200

(100)

1.150

(700)

Summe

Nadelholz

1.600

(2.000)

0

(0)

2.200

(400)

800

(400)

4.600

(2.800)

 

 

 

 

 

 

gesamt

2.200

 

2.200

800

5.200

*Die Fläche wurde in 2019 nochmals beplant, nachdem wir in 2018 nicht genügend Pflanzen erhalten hatten, um diese Kultur neu anzulegen.


3.2 Nachbesserung

 

 In Kulturen, die in den vergangenen Jahren gepflanzt wurden, gab es witterungs- und schädlingsbedingt nennenswerte Ausfälle. Für die Nachbesserung werden rund 300 junge Bäume benötigt.

 

 

3.3               Jungwüchse aus abgedeckten Naturverjüngungen (Werte in ha)

 

Auf den unten aufgeführten Flächen sind mittlerweile so viele junge Bäume nachgewachsen, dass die darüberstehenden alten Bäume genutzt werden können.

 

Waldort

ha

III, 9  Lindenbusch, Leonberg

0,3

III, 10 Blutbuche, Leonberg

0,5

IIX, 11 Spitzacker, Höfingen

0,2

X,4 Mittelstück, Gebersheim

0,2

 

 

3.4  Kultursicherung, Waldschutz und Jungbestandspflege

 

 Um den frisch gepflanzten Bäumen ein gutes Wachstum zu ermöglichen, müssen diese

 Pflanzflächen mehrere Jahre gemäht werden (Kultursicherung).

Verschiedene Baumarten müssen zusätzlich durch Zäune (Flächenschutz) oder durch Wuchshüllen, Drahthosen und dergleichen (Einzelschutz) vor dem Wild geschützt werden.

Bei der Jungbestandspflege werden v.a. schlechtwüchsige und unerwünschte Bäume beseitigt.

 

 

Planung

FWJ 2019

(01.10.2018 – 30.09.2019)

Planung

FWJ 2018

(01.10.2017 – 30.09.2018)

Kultursicherung

6,2 ha

6,6 ha

Wald-/Wildschutz

 

 

 

a) Zaunabbau :

 

 

 Umzäunte Fläche

     Zaunabbau Länge

 

0,5 ha

300 lfm

0,5 ha

300 lfm

 

b) Zaunneubau

 

 

 Umzäunte  Fläche

     Zaunneubau Länge

0

0

0

0

 

c)  Baum-Einzelschutz

 

 

 

0,4 ha

 

1,3 ha

Jungbestandspflege

23,1 ha

19,9 ha

 

 

Weiteres Vorgehen

Umsetzung des Kultur- und Nutzungsplanes im Jahre 2019.

 

 

Alternativen zum Beschlussvorschlag

Eine Verringerung des Holzeinschlages führt zu geringeren Erträgen und Pflegedefiziten. Eine Erhöhung lässt sich aufgrund unserer kurzen Frostperioden kaum realisieren. Die ge-planten Wiederaufforstungen sind im Rahmen einer nachhaltigen Forstwirtschaft gesetzlich vorgeschrieben. Daher bietet sich eine Alternative zum Beschlussvorschlag nicht an.

 

Finanzierungsübersicht

Der Bereich Forst weist im Entwurf des Ergebnishaushalts 2019 (Teilhaushalt 06, Produktgruppe 5550) folgendes Ergebnis aus:

Erträge   446.000 EUR

Aufwendungen     -501.789 EUR

Ergebnis                      -55.789 EUR

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