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Kenntnisnahme ohne finanzielle Auswirkungen - 2018/189
Grunddaten
- Betreff:
-
Luftreinhalteplanung Leonberg: Masterplan „Nachhaltige Mobilität“ aus dem Sofortprogramm „Saubere Luft in der Stadt 2017 – 2020“;
Antragstellung für ein P+R-Angebot „Parkschein = Fahrschein“ im Parkhaus Bahnhof
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Kenntnisnahme ohne finanzielle Auswirkungen
- Federführend:
- Referat für innovative Mobilität
- Beteiligtes Amt:
- Stadtplanungsamt; Stadtwerke Leonberg
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Planungsausschuss
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Anhörung
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20.09.2018
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Erledigt
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Finanz- und Verwaltungsausschuss
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Anhörung
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20.09.2018
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Sachverhalt
Zusammenfassung des Sachverhalts
In seiner Februar-Sitzung hat der Leonberger Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, einen Masterplan „Nachhaltige Mobilität“ als Grundlage für Projektanträge aus dem Sofortprogramm des Bundes „Saubere Luft in der Stadt 2017 – 2020“ zu erstellen und dafür Fördermittel zu beantragen.
In einer Planungswerkstatt am 28. Juni 2018 wurden die einzelnen Bausteine des Masterplans der Öffentlichkeit vorgestellt und weitere Anregungen diskutiert. Zu dem Baustein Öffentlicher Personennahverkehr kam unter anderem die Anregung, Park+Ride-Angebote einzurichten bzw. auszubauen und dabei auch ein Tarifangebot „Parkschein = Fahrschein“ zu prüfen.
Inzwischen wurde der Masterplan vom Gemeinderat in seiner Sitzung am 24. Juli 2018 gebilligt.
Bis 31. August 2018 lief die Antragsfrist für den dritten und aus heutiger Sicht letzten Fördermittelaufruf aus dem Programm „Saubere Luft in der Stadt 2017 – 2020“.
Der Verband Region Stuttgart ist im Rahmen des dritten Fördermittelaufrufs auf die von Grenzwertüberschreitungen des Luftschadstoffes Stickstoffdioxid betroffenen Kommunen zugegangen mit dem Vorschlag eines interkommunalen Förderantrags. Zu einer Teilnahme als Mitglieder einer Arbeitsgemeinschaft haben sich bereit erklärt:
Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart sowie die Städte Stuttgart, Ludwigsburg, Marbach am Neckar, Backnang und Leonberg.
Bei dem Angebot „Parkschein = Fahrschein“ handelt es sich um ein P+R-Angebot, bei dem der Parkschein gleichzeitig der Fahrschein für den ÖPNV ist. Es soll eine Hybridlösung aus Handyparken und e-Ticketing entwickelt werden. Zusätzlich soll ein Parkautomat entwickelt werden, der die polygoCard als Zugangsmedium anerkennt. Die Kosten für die Entwicklung und die Installation werden auf 420.000 Euro geschätzt. Die Förderquote des Bundes aus dem Sofortprogramm "Saubere Luft in der Stadt 2017 - 2020" beträgt 50%. Den Eigenanteil trägt der Verband Region Stuttgart. Ein entsprechender Beschluss des Verkehrsausschusses der Regionalversammlung liegt vor. Dafür erhält der Verband Region Stuttgart einen Anteil am Verkaufspreis des Angebots. Es soll dabei für jede der beteiligten Kommunen ein maßgeschneidertes Tarif- und Finanzierungsmodell entwickelt werden.
Ziele der Maßnahme
Das Angebot ist ein niederschwelliges Angebot für Personen, die bisher den ÖPNV gar nicht oder selten genutzt haben. Kapazitäten von P+R-Anlagen können besser genutzt und Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Somit stellt das Angebot einen Beitrag zur Luftreinhaltung dar.
Zugleich stellt das Angebot einen Beitrag zur Digitalisierung dar, indem bisher mehrere analoge Prozesse des Kartenlösens an verschiedenen Automaten durch einen einzelnen digitalen Prozess des E-Tickets ersetzt werden.
Sachverhalt
Die Region Stuttgart gilt als eine der am meisten mit Stickoxiden belasteten Ballungsräume in Deutschland. Aufgrund der starken Pendlerverflechtungen in der Region Stuttgart, nahezu drei Viertel aller Beschäftigten überschreiten ihre Gemeindegrenze auf dem Weg zur Arbeitsstelle, ist eine interkommunale Zusammenarbeit zielführend.
Die meisten P+R-Anlagen in der Region Stuttgart sind frei zugänglich und die Fahrziele der Nutzer verteilen sich auf verschiedene Richtungen. Auch sind unterschiedliche Reiseweiten zu berücksichtigen.
Deshalb sollen Hybridlösungen aus Handyticket und Handyparken entwickelt werden, indem unter Angabe des Kfz-Kennzeichens im Ticketshop des VVS der Parkschein = Fahrschein erworben werden kann.
Tariflich soll das Angebot so gestaltet werden, dass der Preis allenfalls geringfügig über dem Preis des eingeschlossenen ÖPNV-Fahrschein liegt.
In allen teilnehmenden Kommunen soll zunächst an einer P+R-Anlage das Angebot realisiert werden.
Das Angebot stellt einen Beitrag zur Digitalisierung dar, indem eine Hybridtechnologie entwickelt werden soll, die das Handyparken mit dem elektronischen Fahrschein verbindet. Für Menschen ohne Mobiltelefon soll ein Parkautomat entwickelt werden, der zusätzlich mit Funktionen für die polygoCard ausgestattet ist. Polygo steht für Mobilität und Services in der Region Stuttgart. Mit der polygoCard und der polygo Website wird der einfache Zugang zu Dienstleistungen aus den verschiedenen Bereichen (Elektro-)Mobilität, städtische Angebote und Shopping in der Region Stuttgart geschaffen. Dadurch wird die intermodale Vernetzung der Verkehrsmittel erweitert.
Das Angebot stellt einen Beitrag zur Luftreinhaltung dar, indem die Nutzung der P+R-Anlage an die Nutzung des ÖPNV gekoppelt wird.
Aus den bisherigen Erfahrungen mit dem Angebot in den Parkhäusern Stuttgart-Österfeld und Stuttgart-Degerloch kann davon ausgegangen werden, dass durch die Steigerung der Attraktivität für Gelegenheitsnutzer eine bessere Auslastung der P+R-Anlage und eine Verlagerung von Autofahrten in den ÖPNV erreicht werden.
Im Parkhaus Bahnhof stehen derzeit 150 öffentliche Stellplätze zur Verfügung. Nach Berechnungen des Verbandes Region Stuttgart könnten dort durch das P+R-Angebot „Parkschein = Fahrschein“ jährlich rund 25.000 Autofahrten in den ÖPNV verlagert werden.
Für die Entwicklung der Hybridlösung wird kaum eigene Infrastruktur vor Ort benötigt. Lediglich ein Zugang zum Mobilfunknetz ist erforderlich. Um einen diskriminierungsfreien Zugang zu dem Angebot zu gewährleisten, ist auch weiterhin ein Parkautomat erforderlich. Eine Umsetzung an weiteren P+R-Standorten würde nur noch geringe Sprungkosten verursachen.
Diese interkommunale Konzeption zielt darauf ab, zum einen den ÖPNV zu stärken und zum anderen Parkierungsanlagen besser auszulasten. Die Fragestellung der künftigen konzeptionellen Ausrichtung des Parkhauses Altstadt ist davon zu trennen. Dort geht es darum, Parkraum für Anwohner und Beschäftige zur Verfügung zu stellen sowie ein attraktives Parkangebot für Besucher und Kunden des Einzelhandels, der Gastronomie, des Gewerbes sowie von Veranstaltungen in der Altstadt zu schaffen.
Weiteres Vorgehen
Nach Vorliegen eines positiven Förderbescheids und Erarbeitung eines maßgeschneiderten Gebühren- und Finanzierungsmodells wird die Maßnahme dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt.
