Die Interimsschule Warmbronn öffnet ihre Türen

Auf dem Warmbronner Schulhof mischen sich am Montagmorgen nach den Pfingstferien Vorfreude und Aufbruchsstimmung. Klassenweise stellen sich die Schülerinnen und Schüler auf, viele werfen noch einmal neugierige Blicke auf das alte Gebäude, das sie über Monate und Jahre begleitet hat. Es wird getuschelt, gelacht und überlegt, wie die neuen Klassenräume wohl aussehen werden. An diesem Montagmorgen heißt es nicht nur, ein neues Schulgebäude zu beziehen, sondern auch Abschied von einem Ort zu nehmen, an dem über viele Jahre Erinnerungen entstanden sind. 

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Erste Bürgermeisterin Josefa von Hohenzollern, Oberbürgermeister Tobias Degode und Ortsvorsteherin Martina Reisser durschnitten das rote Band.

"Die Zeit hat Spuren hinterlassen"– Abschied von der alten Schule

"Die alte Schule hat ihre Zeit gehabt. Über die Jahre hat sie deutliche Spuren getragen. Ein Riss zieht sich zwischen den Gebäudeteilen hindurch, Fenster lassen sich nur schwer oder gar nicht schließen, Jalousien bleiben hängen, Toiletten sind nicht mehr einladend. Immer wieder sorgen technische Probleme für Herausforderungen: ausgefallene Heizungen, Stromausfälle während des Unterrichts, Elternbeiratssitzungen fanden im Licht von Handy-Taschenlampen statt. Selbst ein Siebenschläfer hatte sich in die Schule verirrt und kam durch ein Stromkabel ums Leben", berichtet Schulleiterin Monika Wenger. "Die Zeit hat Spuren hinterlassen", führt die Schulleiterin, die die Schule seit 2016 leitet, fort. Ihre Stimme klingt bewegt. "Es wird Zeit zu gehen."

Und doch fällt der Abschied schwer. Denn die alte Schule war weit mehr als ein Gebäude. Ganze Generationen sind hier ein- und ausgegangen. Hier wurde gelernt, gelacht und gefeiert. Die Erinnerungen reichen von Schulfesten über Muffinverkäufe bis zu Adventsfeiern, Preisverleihungen und den täglichen Spielen in der Betreuung. Viele denken an Freundschaften, die hier entstanden sind, an prägende Lehrerinnen und Lehrer oder an die Aufregung vor einem Auftritt. "Nehmt die schönen Momente im Herzen mit", gibt die Schulleiterin den Kindern mit auf den Weg. Zum Abschied singen die Grundschüler ein gemeinsames Lied, das so manchen zu Tränen rührt.

Auch der Segensspruch der Sternsinger soll mit in die Zukunft gehen. Er begleitet symbolisch den Umzug und wird über der Tür der neuen Interimsgrundschule angebracht. Er soll alle segnen, die künftig die neue Schule betreten und verlassen. 

500 Kartons und viele helfende Hände: Der Umzug ist geschafft

Während die Schülerinnen und Schüler noch Abschied nehmen, liegt hinter den Lehrkräften und Mitarbeitenden bereits eine gewaltige Kraftanstrengung. In den Pfingstferien wurde gepackt, geschleppt und eingeräumt. Rund 500 Kartons wechselten ihren Standort. Klassenzimmer wurden eingerichtet, Materialien sortiert, Möbel aufgebaut. Viele der Möbelstücke stammen noch aus der alten Schule und werden weiterverwendet.

Die neue Interimsschule ist hell und modern. Der Interimsbau besteht aus 114 Modulen, die später weiter genutzt werden können. Im ersten und zweiten Geschoss befinden sich die Klassenzimmer. Im Erdgeschoss sind die Schulkindbetreuung sowie ein Mehrzweckraum untergebracht. Im Außenbereich laufen derzeit noch letzte Restarbeiten.

Rund 160 Schülerinnen und Schüler werden hier künftig lernen. Die Bauarbeiten begannen im Dezember 2025, innerhalb weniger Monate entstand das Gebäude. Die Kosten belaufen sich auf etwa fünf Millionen Euro. Gleichzeitig laufen bereits die Planungen für einen dauerhaften Neubau am bisherigen Standort. 

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Die neuen Klassenzimmer in der Interimsschule Warmbronn.

Mit Bleistiften und guten Wünschen ins neue Schuljahr

Oberbürgermeister Tobias Degode, Erste Bürgermeisterin Josefa von Hohenzollern, Ortsvorsteherin Martina Reisser und Mitglieder des Ortschaftsrats Warmbronn sowie des Gemeinderats begrüßen am Montagmorgen, 8. Juni, die Schulgemeinschaft. Als Willkommensgeschenk verteilen sie Bleistifte an die Kinder.

Die Schülerinnen und Schüler erkunden neugierig die neuen Räume. Türen werden geöffnet, Ecken entdeckt, erste Plätze ausgesucht. Wo vor wenigen Tagen noch Kartons standen, beginnt nun der Schulalltag.

Die Interimsmodule für die Schulverwaltung, die bisher bestanden, sind mittlerweile abgebaut. So ist auf dem Gelände ausreichend Platz für die Fahrradausbildung der Grundschulkinder. Zudem stehen wieder mehr Parkplätze für die Sportanlagen und das Restaurant zur Verüfgung.

Mit dem Umzug endet ein Kapitel der Schulgeschichte, während zugleich ein neues beginnt. Die Erinnerungen an die alte Schule bleiben, doch künftig werden neue Erfahrungen in den Räumen der Interimsschule entstehen. Bis zur Fertigstellung des geplanten Neubaus wird sie für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Mitarbeitende der neue Mittelpunkt des Schulalltags sein.