Stara 2026: Zwischen Piraten und Schiffe versenken

Auf dem Gelände an der Staigwaldhalle in Warmbronn ist an diesem Nachmittag einiges los. Vor der Halle stehen weiße Gruppenzelte, daneben ein großes Zirkuszelt. An Biertischen wird gebastelt und aus der Halle sind die Stimmen spielender Kinder zu hören. Die Stadtranderholung (Stara) der Stadt Leonberg ist für zwei Wochen das Ferienzuhause von insgesamt rund 150 Kindern pro Woche. Vor den Zelten steht ein Schiff. Das haben die Betreuerinnen und Betreuer aus Paletten gebaut. Ein Mast mit Segel ragt in die Höhe, darauf steht groß "Stara". 

Motto: "Piraten"

In diesem Jahr steht die Betreuung unter dem Motto "Piraten". Eine Geschichte verbindet die einzelnen Tage miteinander: Auf einer Insel leben der Ureinwohner Black Poncho und sein Papagei Jessica. Jessica ist verschwunden und muss befreit werden. Die Geschichte ist dabei mehr als eine Rahmenhandlung. Sie gibt den Workshops, Spielen und Bewegungsangeboten eine gemeinsame Richtung. 

Ein Ferienprogramm mit eigener Geschichte

Die Kinder können Piratenhüte basteln, Traumfänger gestalten oder Ketten knüpfen. Wer lieber in Bewegung bleibt, findet in der Halle oder auf dem Außengelände passende Angebote. Dort wird gespielt, getobt und gemeinsam auf Schatzsuche gegangen. In der Halle steht an diesem Tag ein großes "Schiffe versenken" auf dem Programm – passend zum Piratenmotto und mit viel Platz für Bewegung. Bei hohen Temperaturen gibt es Wasserspiele und Wassereis.

Die einzelnen Betreuungsteams planen ihre Tage selbst. Bereits im Frühjahr haben sie sich getroffen, um die gemeinsame Geschichte und die Programmpunkte zu entwickeln. So soll sich das Motto durch die gesamte Stadtranderholung ziehen – vom Bastelangebot bis zum Gruppenspiel. 

Betreuung auf Augenhöhe

Pädagogisch geleitet wird die Stadtranderholung von Minu Pöhler und Lea Levecke. Beide sind 24 Jahre alt, studieren Sonderpädagogik und bringen damit einen entsprechenden fachlichen Hintergrund in ihre Arbeit ein. Unterstützt werden sie von den ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern, die die Gruppen durch den Tag begleiten.

Das zentrale Anliegen der Betreuung ist es, den Kindern auf Augenhöhe zu begegnen. Sie sollen aufgefangen und ernst genommen werden, gleichzeitig aber auch Raum bekommen, eigene Dinge auszuprobieren. Dazu gehören feste Abläufe ebenso wie die Freiheit, ein Angebot auszuwählen oder sich eine Pause zu nehmen.

Für Rückzugsmöglichkeiten sorgen die Gruppenzelte. Jede Gruppe hat ihr eigenes Zelt, in das sich die Kinder bei Bedarf zurückziehen können. Die Zelte bieten Schutz vor Sonne und Regen und schaffen einen vertrauten Ort abseits des Trubels. 

Gemeinsam durch den Tag

Die Kinder verbringen den Tag von morgens bis nachmittags bei der Stadtranderholung. Während der Betreuungszeit sind sie versorgt: Gemeinsames Frühstück und Mittagessen gehören zum Tagesablauf. Auf dem Speiseplan stehen an diesem Tag gebratene Tortellini mit Gemüse und Tomatensoße.

Zum festen Programm der Woche gehört außerdem ein Fußballturnier, bei dem die Kinder gegen die Betreuerinnen und Betreuer antreten. Solche gemeinsamen Erlebnisse sind ein wichtiger Bestandteil der Ferienbetreuung. Es geht nicht nur darum, die Kinder während der schulfreien Zeit zu beschäftigen. Sie sollen Gemeinschaft erleben, neue Dinge kennenlernen und eigene Ideen einbringen können.

Zu erkennen sind die Betreuungskräfte an ihren weinroten Shirts mit dem Logo der Stadtranderholung. Zwischen Zirkuszelt, Basteltischen und der großen Schiffe-versenken-Partie sind sie überall präsent. Sie erklären, helfen, trösten, motivieren – und behalten dabei den Überblick über ein Ferienprogramm, das für die Kinder vor allem eines sein soll: eine erlebnisreiche Zeit mit Freunden, Bewegung und viel Raum für Fantasie.