Neues Netzwerk stärkt Zusammenhalt und Teilhabe in Leonberg
Vereine, Initiativen, Einrichtungen, Religionsgemeinschaften und die Stadtverwaltung haben am Donnerstag, 22. Oktober, ein gemeinsames Netzwerk für gesellschaftliche Teilhabe in Leonberg gegründet. Ziel ist, Kräfte zu bündeln, vorhandene Angebote besser zu verknüpfen und gemeinsame Vorhaben anzustoßen. Oberbürgermeister Tobias Degode eröffnete den Abend. Er begründete die Initiative mit den wachsenden Herausforderungen für Ehrenamt und Institutionen in Zeiten knapper Kassen.
Ein Netzwerk entsteht
Mehr als 100 Leonbergerinnen und Leonberger haben sich am Donnerstagabend, 22. Oktober, im Atrium des Albert-Schweitzer-Gymnasiums (ASG) eingefunden. Auf der Bühne steht eine Reihe von Cajóns, auf der Leinwand leuchtet ein Logo aus verschiedenen Farbflecken.
Nachdem die Percussion-AG der Ostertag-Realschule mit „We will rock you“ den Abend eröffnet hat, kündigt Netzwerkkoordinatorin und Moderatorin der Veranstaltung Wiebke Hebold einen besonderen Abend an: Leonberg gründet sein Netzwerk für gesellschaftliche Teilhabe.
Die Premierenaufführung des Erklärvideos stimmte die Gäste auf das neue Netzwerk ein. Neugier, Offenheit und eine durchweg positive Atmosphäre prägten die Veranstaltung von Beginn an und machten deutlich, auf welch großes Interesse das gemeinsame Vorhaben stößt.
Warum ein Netzwerk?
Viele Akteure stehen vor ähnlichen Fragen: Wie finden wir Ehrenamtliche? Wie sichern wir unsere Angebote? Wie bleiben wir handlungsfähig, wenn die finanziellen Spielräume enger werden? Florian Streib, Amtsleiter für Kultur und Sport, beschrieb, dass das Netzwerk als bewusster Impuls für Öffnung, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung gedacht ist und somit einen Gegenpol zu Konkurrenz und Abschottungsreflexen bietet. Es gibt in Leonberg bereits viele Kooperationen. Neu ist die Vernetzung über alle Bereiche hinweg.
Die Idee entstand im Sommer 2025 in einem kleinen Kreis von Akteuren. Eine Umfrage unter einem größeren Verteiler und mehrere Gesprächsrunden führten zum heutigen Angebot.
Oberbürgermeister Tobias Degode betonte: „Vertrauen entsteht nicht von allein. Es entsteht dort, wo Menschen erleben, dass etwas funktioniert. Die Verwaltung kann den Rahmen geben und Brücken bauen, aber mit Leben füllen müssen es die Menschen, die vor Ort arbeiten.“
Wie das Netzwerk arbeitet
Das Netzwerk läuft über eine digitale Plattform und verfolgt vier Ziele: mehr Transparenz bei Ansprechpartnern und Angeboten, klare Strukturen für gemeinsame Projekte und dokumentierte Erfolge, Kooperationen und Ressourcenbündelung, abgestimmtes Vorgehen sowie die Sichtbarkeit des Engagements in der Stadt.
Anke Wagner, Amtsleiterin für Jugend, Familie und Schule, erklärte die drei Ebenen des Netzwerks:
- Plenum: Alle Mitglieder treffen sich mindestens einmal im Jahr und können sich unkompliziert über die Kommunikationsplattform austauschen.
- Arbeitsgruppen: Sie erarbeiten Maßnahmen zu selbst gesetzten, anlass- oder themenbezogenen Fragestellungen. Jede Gruppe ernennt eine Leitung.
- Steuerungsgruppe: Sie ist die zentrale Ansprechstelle nach außen und bereitet die Berichte aus den Arbeitsgruppen auf.
Das erste Netzwerktreffen für alle Mitglieder ist für den 30. November geplant, dort wird die Steuerungsgruppe gegründet.
Nach zwei Jahren wird das Netzwerk evaluiert. Dann wird geprüft, welche Wirkung die Maßnahmen erzielt haben, und das Angebot wird angepasst.
Grundlagendokument und Plattform
Oberbürgermeister Tobias Degode unterzeichnete am Abend das Grundlagendokument, das die Leitlinien und Strukturen des Netzwerks festhält. Das Netzwerk fördert gesellschaftliche Teilhabe durch die enge Zusammenarbeit lokaler Akteure. Es will Gemeinschaft, Bildung, Integration und Inklusion stärken und so den sozialen Zusammenhalt in der Stadt nachhaltig fördern.
Im Anschluss sprachen Hannes Schuster, stellvertretender Geschäftsführer der Allianz für Beteiligung, und Veronika Kienzle aus dem Referat Bürger- und Jugendbeteiligung des Staatsministeriums in einer Podiumsdiskussion über die Bedeutung eines solchen Netzwerks. Es könne helfen, die Aufgaben und Last auf mehrere Schultern zu verteilen. So können Projekte proaktiv angegangen werden.
Erster Austausch
Die mehr als 100 Gäste des Abends kamen bei Häppchen der Pestalozzischule bereits in einen ersten Austausch. Verschiedene Räume und Tafeln ermöglichten, zu diversen Schwerpunkten zusammenzukommen. Daraus entstanden schon erste konkrete Ideen. Auch konnten alle anhand von zwei Klebepunkten ihren thematischen Fokus zum Ausdruck bringen.
Wer kann mitmachen?
Mitglieder des Netzwerks können Leonberger Institutionen werden, also Vereine, Initiativen, Einrichtungen, Religionsgemeinschaften, Verwaltung und weitere Zusammenschlüsse. Privatpersonen können nicht Mitglied werden, wohl aber über ihre Institution mitwirken. Der kostenfreie Beitritt erfolgt über eine Beitrittserklärung, mit der sich die Institution zu den Grundsätzen bekennt. Nach Eingang schaltet die Netzwerkkoordination das Mitglied frei.
Das Netzwerk freut sich jederzeit über weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die gemeinsam das gesellschaftliche Leben in Leonberg gestalten möchten. Wer sich bis zum 30. November anmeldet, kann sich noch exklusiv als Gründungsmitglied eintragen.
Weitere Informationen
Die Plattform und das Grundlagendokument sind unter www.netzwerk-teilhabe-leonberg.de abrufbar. Fragen beantwortet die Netzwerkkoordinatorin Wiebke Hebold telefonisch unter 07152 990-2428 oder per E-Mail an teilhabe-netzwerk@leonberg.de.