Hinter den Kulissen des Leonberger Stadtmuseums
Viele Menschen haben schon einmal ein Museum besucht, vielleicht auch das Leonberger Stadtmuseum. Zu sehen ist dort aber nur ein kleiner Teil der umfangreichen Museumssammlung. Doch was passiert mit all den Objekten, die gerade nicht ausgestellt sind?
Sammlung des Leonberger Stadtmuseums
Museumsausstellungen zeigen stets nur einen sorgfältig ausgewählten Teil der umfangreichen Sammlung von Objekten, die sich im Besitz der Institutionen befinden. Jedes Museum benötigt ein Lager, in dem zwischen 70 und 90 Prozent der gesamten Museumssammlung aufbewahrt und fachgerecht gepflegt werden. Dieses Lager wird als Depot bezeichnet. Auch das Leonberger Stadtmuseum hat ein solches Depot. Noch befindet es sich in der Alten Schuhfabrik.
Im Depot findet die eigentliche Arbeit des Museumsteams statt: Jedes Objekt wird sorgfältig behandelt, dokumentiert, bei Bedarf restauriert, sauber gehalten und ordentlich aufbewahrt, damit es untersucht, für Forschungszwecke genutzt oder im Museum präsentiert werden kann. Daher achten die Mitarbeitenden stets auf die Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Depot.
Das Depot beherbergt derzeit mehr als 2.500 Objekte, die bereits inventarisiert sind und von denen jedes einzelne Stück einen Teil der Stadtgeschichte erzählt: von jahrtausendealten Geoden (Steinknötchen mit einem Hohlraum, der mit Kristallen oder mineralischem Material ausgekleidet ist) bis hin zu handgefertigten Straßenschildern, von Fundstücken aus Ausgrabungen bis hin zu Möbeln aus Haushalten des letzten Jahrhunderts.
Zusätzlich zum handwerklichen Geschick braucht es auch ein Talent, aus scheinbar unzusammenhängenden Objekten immer wieder neue Ausstellungen zu kuratieren, um die Geschichten der Stücke zu erzählen. Die Stadt Leonberg möchte im Amtsblatt immer wieder Einblicke in die Aufgaben des Stadtmuseums geben und besondere Sammlungsobjekte sowie die Arbeit hinter den Kulissen des Museums vorstellen.
Hintergrund zum Stadtmuseum
Das denkmalgeschützte Gebäude in der Pfarrstraße 1 blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück, unter anderem als Beginenhaus und als Lateinschule. Ihr berühmtester Schüler war der spätere Mathematikus und Astronom Johannes Kepler, dem ein Raum des Museums gewidmet ist. Auch an einen berühmten Sohn der Stadt, den Philosophen Friedrich Wilhelm Joseph Schelling wird mit einem Gedenkraum erinnert.
Die großen und kleinen Geschichten der Stadt und ihrer Bürgerinnen und Bürger finden sich im sogenannten „Sacharchiv“, der Sammlung von historischen Sachzeugen. Die Dauerausstellung bietet unter anderem Einblicke in die Geschichte des Leonberger Hundes und die Ereignisse während der Zeit des Nationalsozialismus. Sonderausstellungen ergänzen und vertiefen die stadtgeschichtlichen Themen.
Das Stadtmuseum ist Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, jeweils von 14 bis 17 Uhr, Sonntag von 13 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet. Der Eintritt ist frei.