Gut vorbereitet, wenn es darauf ankommt: Leonberger Bevölkerung zeigt großes Interesse an Krisenvorsorge
Zum Internationalen Tag der Katastrophenvorsorge am 13. Oktober nahmen knapp 60 Bürgerinnen und Bürger an den Kursen des Leonberger Bevölkerungsschutzes teil. Das Interesse an persönlicher Krisenvorsorge ist dabei keineswegs neu: In den vergangenen Jahren konnten bereits rund 1.000 Menschen in Leonberg geschult und für mögliche Krisensituationen sensibilisiert werden. Weitere Veranstaltungen sind in Planung.
Was gehört eigentlich in ein Notgepäck?
Wie lange kann ich mich und meine Familie bei einem Stromausfall selbst versorgen? Und was unternimmt die Stadt Leonberg, damit die Bevölkerung auch in außergewöhnlichen Krisensituationen bestmöglich geschützt und versorgt werden kann? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigten sich die knapp 60 Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der Informationskurse des Bevölkerungsschutzes.
Tina Kotte vom DRK-Ortsverein Leonberg zeigte anhand eines beispielhaft zusammengestellten Notgepäcks, dass gute Vorsorge weder kompliziert noch teuer sein muss. Themen waren außerdem die Bevorratung von Lebensmitteln und Trinkwasser, das Verhalten bei länger andauerndem Stromausfall sowie Warn- und Informationswege. Dabei ging es nicht nur um die Vermittlung von Wissen, sondern vor allem um praktische Handlungsempfehlungen, die sich einfach in den eigenen Alltag integrieren lassen.
Ein Blick hinter die Kulissen: Was Leonberg für seine Bevölkerung vorbereitet
Für besonderes Interesse sorgte auch ein Einblick in die Arbeit des städtischen Bevölkerungsschutzes durch Elena Manghard. Denn vieles von dem, was die Stadt Leonberg für außergewöhnliche Ereignisse vorbereitet und vorhält, bleibt im normalen Alltag für die Bevölkerung weitgehend unsichtbar. Die Teilnehmenden erfuhren unter anderem, welche Aufgaben die sieben vorgesehenen Notfalltreffpunkte im Stadtgebiet übernehmen sollen, welche Möglichkeiten zur Notstromversorgung bestehen und wie betroffene Menschen vorübergehend versorgt und untergebracht werden. Auch stellte Elena Manghard die Arbeit des städtischen Verwaltungsstabs vor, der bei außergewöhnlichen Ereignissen die erforderlichen Maßnahmen innerhalb der Stadtverwaltung koordiniert, genauso wie die enge Zusammenarbeit mit Feuerwehr, Hilfsorganisationen und weiteren Partnern. Dabei wurde deutlich, dass hinter einem funktionierenden Bevölkerungsschutz weit mehr steckt als die unmittelbare Bewältigung eines Schadensereignisses. Es geht insbesondere darum, mögliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, Ressourcen vorzuhalten, Abläufe zu planen und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Stellen vorzubereiten.
Eigenvorsorge und kommunale Vorsorge gehören zusammen
So umfangreich die Vorbereitungen der Stadt auch sind: Bei großflächigen oder länger andauernden Schadenslagen können Behörden und Einsatzkräfte nicht überall gleichzeitig Hilfe leisten. Deshalb ist die persönliche Krisenvorsorge ein unverzichtbarer Bestandteil eines funktionierenden Bevölkerungsschutzes. Wer über einen angemessenen Vorrat an Lebensmitteln und Trinkwasser verfügt, wichtige Medikamente bereithält und weiß, wie er sich bei einem Stromausfall oder einer anderen Gefahrenlage verhalten sollte, kann die ersten Stunden oder Tage einer Krise besser bewältigen. Gleichzeitig werden dadurch Einsatzkräfte und Hilfsorganisationen entlastet, sodass sie sich vorrangig um Menschen kümmern können, die dringend auf Unterstützung angewiesen sind.
Bereits rund 1.000 Menschen geschult
Mit inzwischen über 1.000 geschulten Bürgerinnen und Bürgern haben sich die Informationskurse zu einem festen und wichtigen Bestandteil der kommunalen Krisenvorsorge in Leonberg entwickelt. Die große Nachfrage zeigt, dass das Bewusstsein für mögliche Krisensituationen wächst und sich immer mehr Menschen aktiv mit ihrer persönlichen Vorsorge beschäftigen möchten. Weitere Kurstermine befinden sich bereits in Planung, um möglichst vielen Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen.
Der Internationale Tag der Katastrophenvorsorge war damit nicht nur ein Anlass, über mögliche Gefahren zu sprechen, sondern vor allem eine Gelegenheit, zu zeigen, wie jeder Einzelne selbst einen Beitrag zur Sicherheit leisten kann – und wie viel die Stadt Leonberg bereits im Hintergrund dafür vorbereitet.