Begeisterndes Jubiläumskonzert: 60 Jahre Jugendmusikschule Leonberg und 30 Jahre Förderverein
Feine Töne erfüllten am Samstag, 25. April, die Stadthalle. Der Abend war mehr als ein Konzert – es wurde 60 Jahre Jugendmusikschule Leonberg gefeiert, mit all der Vielfalt, die sie geprägt hat.
60 Jahre Jugendmusikschule Leonberg: Jubiläumskonzert in der Stadthalle
Die 1960er-Jahre brachten neue Ideen für das Zusammenleben, besonders auf dem Gebiet der Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen. Aktives Lernen und das Sammeln von Erfahrung standen nun im Mittelpunkt. Dieser frische Wind führte in Leonberg 1966 zur Gründung der Jugendmusikschule, die möglichst vielen Kindern und Jugendlichen ermöglichen sollte, ein Instrument zu erlernen und im Ensemble zu spielen. Aus den 150 Schülerinnen und Schülern beim Start sind heute über 1700 geworden.
Dieses 60-jährige Bestehen feierte die Jugendmusikschule Leonberg in der Stadthalle Leonberg mit einem großen Jubiläumskonzert, das die ganze Bandbreite der Ausbildungsmöglichkeiten zeigte.
Dank für 25 Jahre Schulleitung
Oberbürgermeister Tobias Degode betonte in seinem Grußwort die Wichtigkeit der Jugendmusikschule, wo junge Menschen beim Erlernen eines Musikinstruments Geduld, Ausdauer, Konzertration und Teamfähigkeit üben und auch die Chance bekommen, über sich hinauszuwachsen. Er dankte Sibylle Lützner für 25 Jahre Schulleitung und würdigte ihr Engagement für die Weiterentwicklung der Jugendmusikschule. Zudem hob er den Einsatz aller engagierten Lehrkräfte und der Verwaltung hervor.
Spenden ermöglichen Projekte und Kauf von Instrumenten
Für die Entwicklung der Jugendmusikschule ist auch bürgerschaftliches Engagement besonders wichtig. Dies zeigt die 30-jährige Erfolgsgeschichte des Vereins der Freunde und Förderer der Jugendmusikschule e. V. Durch Mitgliedsbeiträge und der Gewinnung von Spenden und Sponsoren hat er der Jugendmusikschule Möglichkeiten eröffnet, die über den städtischen Haushalt nicht finanzierbar sind. Helmut J. Noë, erster Vorsitzender, gab in seinem Grußwort einen Überblick über die Projekte, wie der Einrichtung des Instrumentenkarussells, der Instrumentalklassen an ASG, JKG und der Marie-Curie-Schule und der Begabtenklasse sowie der Finanzierung von Instrumenten im Wert von insgesamt über 300.000 Euro. Als „Geburtstagsgeschenk“ der Kreissparkasse Böblingen übergab der Vorstandsvorsitzende Michael Fritz einen Scheck über 10.000 Euro mit dem zwei Klaviere finanziert werden sollen. „Die Beschaffung der beiden Klaviere durch den Förderverein ist nur möglich mit der Spende der Kulturstiftung der Kreissparkasse Böblingen. Dafür ist der Förderverein sehr dankbar“, so Helmut J. Noë und ergänzte, dass der Verein der Freunde und Förderer der Jugendmusikschule e. V. weitere 6.000 Euro zur Verfügung stellt.
Musikerinnen und Musiker zeigen ihr Können
Das Projektensemble aus Blockflöten AGs, Celloensemble, Blockflötenquartett und Gitarrenensemble zeigte gleich zu Beginn, wie gut sich musikalische Zusammenarbeit anhört. Was in der Begabtenklasse erreicht werden kann, führte eindrucksvoll der Pianist Rafael Pejic vor, der 2025 als einziger seiner Altersklasse einen 1. Preis im Jugendwettbewerb des Tonkünstlerverbands Baden-Württemberg gewonnen hat. Blockflötenmusik gab es von den Flûtes en bloc & After eight recorders unter der Leitung von Conni Gerstein. Die strahlenden Klänge des Hornquartetts mit John Williams „Star Wars“ sowie der mitreißende Vortrag des Popchors mit Songs von Billie Eilish und George Michael zeigten, dass in der Jugendmusikschule auch der Popularbereich ein wichtiger Teil der musikalischen Ausbildung ist. Mit dem Klassiker Ode an die Freude von Ludwig van Beethovens, entfalteten das Jugendsinfonieorchester, das Junge Orchester und der Projektchor unter der Leitung Martina Pirrotta die strahlende und einende Kraft der Musik. Fein aufeinander abgestimmt musizierte das Gitarrenensemble unter der Leitung von Katrin Klingeberg die Filmmusikklassiker „The Godfather“ und „Forrest Gump“. Die Vorträge des Trompetentrios, des Schlagzeugtrios sowie des Klarinettenquartetts zeigten die Vielfalt und Möglichkeiten kleiner Ensemblebesetzungen und das Können der Schülerinnen und Schüler. Dabei wurde spürbar, wie breit die Palette an Ensembles der Jugendmusikschule ist und wie viel Freude die Schülerinnen und Schüler am gemeinsamen Musizieren haben. Den krönenden Abschluss bildete eine bisher einmalige Bühnenzusammenarbeit von Sinfonieorchester Leonberg, Musikverein Lyra und Musikverein Höfingen. Seit vielen Jahren kooperieren die Musikvereine und die Jugendmusikschule intensiv bei der Ausbildung der Vereinsjugendlichen. Anlässlich dieses besonderen Jubiläums haben Mitglieder dieser drei Orchester gemeinsam unter der Leitung von Dominik Wittmann und Alexander Adiarte wieder einmal gemeinsam musiziert und mit Coldplays „Viva la vida“ und John Miles „Music“ den vollbesetzten Saal der Stadthalle begeistert.
Festwoche zum Jubiläum
Derzeit läuft noch die Festwoche mit täglichen Veranstaltungen der Jugendmusikschule. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist zu allen Veranstaltungen frei:
- Donnerstag, 7. Mai, 18.30 Uhr: Fachbereichskonzert Streichinstrumente (Theater im Spitalhof)
- Freitag, 8. Mai, 16 Uhr: Die Heinzelmännchen von Leonberg – ein Kooperationsprojekt mit Leonberger Kitas (Gerhart-Hauptmann-Realschule)
- Freitag, 8. Mai, 18.30 Uhr: Gitarrenkonzert „6strings+“ (Theater im Spitalhof)
- Samstag, 9. Mai, 10 bis 13 Uhr: Tag der offenen Tür in der Jugendmusikschule
- Samstag, 9. Mai, 14 Uhr: Bläsertag mit den Musikvereinen (Gerhart-Hauptmann-Realschule)