Gemeinsames Gedenken auf dem Marktplatz setzt starkes Zeichen für Demokratie und Frieden
Am Donnerstag, 8. Mai, versammelten sich rund 150 Bürgerinnen und Bürger auf dem Leonberger Marktplatz, um gemeinsam dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Befreiung vom Nationalsozialismus zu gedenken. Die Veranstaltung, organisiert vom Bündnis "Leonberg bleibt bunt", war geprägt von einer stimmungsvollen Atmosphäre, musikalischen Darbietungen der Band Leo Liberation Unit und pointierten Reden, die die Bedeutung von Frieden und Demokratie besonders unterstrichen.
Oberbürgermeister Cohn erinnert an das Erbe der Geschichte
Oberbürgermeister Martin Georg Cohn eröffnete die Gedenkveranstaltung als Schirmherr. Er betonte in seiner Rede, wie wichtig es sei, dass sich an diesem Tag alle auf Leonberger Marktplatz versammelt haben, um an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 80 Jahren zu erinnern. "Aus der Geschichte haben wir gelernt. Eine lebendige Erinnerungskultur ist daraus erwachsen – ein kulturelles und moralisches Fundament, das uns ruft: Nie wieder Krieg. Nie wieder Diktatur. Nie wieder Antisemitismus." Leonbergs Oberbürgermeister sprach an diesem Tag nicht nur als Bürger zu den Versammelten, sondern auch als Angehöriger einer betroffenen Familie. Als Juden musste ein Teil seiner Familie bereits vor Beginn des Krieges fliehen, weitere wurden in Konzentrationslagern umgebracht. Dieser Gedenktag sei laut OB Cohn ein starkes Zeichen, für ein solidarisches Europa einzutreten.
Geschichte darf sich nicht wiederholen – Verantwortung heute übernehmen
Es folgten Redebeiträge von Eberhard Röhm, Gründer der KZ-Gedenkstätteninitiative. Er selbst ist Zeitzeuge und berichtet über seine Jugend in "einer Wahnidee vom großdeutschen Reich." Der zweite Weltkrieg war am 8. Mai 1945 für viele Menschen nur formal vorbei. Eberhard Röhm machte deutlich: "Kriege haben Folgen, die länger dauern, als erwartet."
Dr. Joy Alemazung, Bürgermeister der Stadt Heubach, stammt aus Kamerun und ist mit Stolz ein schwarzer Bürgermeister, wie er sagte: "Jeder Mensch hat die Chance, sich einzubringen und zu gestalten." Alemazung machte deutlich, wie wichtig eine Vielfalt in der Kultur und in der Gesellschaft ist. "Die Gesellschaft lebt vom Mitgestalten, vom Miteinander und davon, Verantwortung zu übernehmen." Heubachs Bürgermeister schloss mit den Worten: "Geschichte darf sich nicht wiederholen."
Den letzten Redebeitrag übernahm Anna Walther, Bürgermeisterin der Gemeinde Schönaich. Ihre Worte unterstrichen: Der Frieden in Europa ist ein wertvolles und schützenswertes Gut. Den Tag der Befreiung beschrieb sie als "Anfang einer neuen, hellen und gut gelaunten Zeit". Die Demokratie ist in mitten von Trümmern entstanden und sei die beste Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit. In Ihrer Rede ging Frau Walther besonders auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ein. Sie selbst ist Ukrainerin. "Wer heute die Ukraine verteidigt, der verteilt auch Berlin, Paris, Schönaich und Leonberg."
Ein starkes Zeichen für Demokratie und Zusammenhalt in Leonberg
Die Veranstaltung erinnerte eindringlich daran, wie wertvoll es ist, in einem demokratischen Staat zu leben. Gerade wenn demokratische Werte weltweit herausgefordert werden, ist es umso wichtiger, sich ihrer Bedeutung bewusst zu sein und sie aktiv zu verteidigen.
Mit der Gedenkveranstaltung wurde deutlich: Frieden ist keine Selbstverständlichkeit – er muss bewahrt und geschützt werden. Die Stadt Leonberg und das Bündnis "Leonberg bleibt bunt" danken allen Teilnehmenden für ihr Engagement.