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Ratsinformationssystem

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Beschlussvorschlag:

Der Bericht über die Handlungsfelder im Rahmen der Charta der Vielfalt wird zur Kenntnis genommen.

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Sachverhalt:

Sachverhalt 

Der Gemeinderat der Stadt Leonberg beauftragte die Stadtverwaltung in seiner Sitzung am  07.05.2019 mit der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt.

Die Charta der Vielfalt wurde am 21.05.2019 von der Stadt Leonberg, vertreten durch Oberbürgermeister Martin Georg Cohn und danach von Seiten der Bundesregierung, vertreten durch Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, unterzeichnet. Oberbürgermeister Martin Georg Cohn überreichte offiziell an den Tagen der internationalen Begegnung die Charta der Vielfalt an den Internationalen Rat am 14. Juli 2019.

 

 

Die Charta der Vielfalt steht für einen ressourcenorientierten Ansatz.

In den sechs Bereichen, in denen sich die Vielfalt spiegelt, kann angesetzt und aktuelle Vielfalts-Konzepte erarbeitet werden.

 

Neben der Rolle der Kommune als Arbeitgeberin ist die Charta auch auf das Miteinander der Einwohner*innen im Arbeitsalltag zu beziehen. Die gesellschaftliche Wertschätzung aller in Leonberg lebenden Einwohner*innen ist ein weiterer Bereich, in der die Charta der Vielfalt Anwendung findet.

Für das Jahr direkt nach der Unterzeichnung der Charta wurden erste Ziele in den Unterbereichen „soziales Miteinander“, „politische Teilhabe“, „Personal - Stadt als Arbeitgeber“, „frühe Förderung und Bildung“ sowie „Wirtschaft“ definiert und Maßnahmen in dioesen Themenfeldern durchgeführt.

Durch den Coronavirus bedingten Shutdown konnten im Jahr 2020 ein Teil der geplanten Ziele nicht angegangen werden. Diese sollen 2021 weiter bearbeitet werden.  

 

Zielsetzungen für 2019/2020

1.     Soziales Miteinander

Bezogen auf das Zusammenleben der Stadtgesellschaft ist in einer Veranstaltungsreihe die Vielfalt als positives Element ins öffentliche Bewusstsein gerückt, Migrant*innen übernehmen die Referent*innenaufgaben. Ressourcen von Migrant*innen als ehrenamtlich Engagierte, Fachkräfte innerhalb unserer Gesellschaft und als Mittler von Nachhaltigkeit werden deutlich.

Die Haupt- und Ehrenamtlichen der unterschiedlichen Bereiche in der Arbeit von und mit Migrant*innen vernetzen sich noch enger, um den Gedanken der Vielfalt besser voranzubringen.
 

2.     Politische Teilhabe und gesellschaftliche Teilhabe


Die Vertretungen von Migrantenorganisationen, von verschiedenen Alterszielgruppen wie Jugendausschuss und Stadtseniorenrat sowie von Menschen mit Behinderung werden unterstützt und gestärkt.
 

3.    Personal


Die Beschäftigten der Stadtverwaltung sind darüber informiert, dass die Stadt Leonberg die Charta der Vielfalt unterzeichnet hat. Bei Stellenausschreibungen wird in geeigneter Weise darauf hingewiesen, dass die Stadt Leonberg Unterzeichnerin der Charta der Vielfalt ist.
In sozialen Berufsfeldern, in denen Männer unterrepräsentiert sind, werden die männlichen Arbeitnehmer in sozialen Berufen durch In-House-Schulungen gestärkt.


In-House-Schulungen zu den Themen Interkulturelle Öffnung und Interkulturelle Kompetenz in der Verwaltung werden für Team-Einheiten der Stadt Leonberg angeboten.
 

Beginnend mit den Bereichen städtische Azubis, Praktikant*innen und Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen sowie der Schulkindbetreuung wird der Anteil der Mitarbeitenden mit Migrationshintergrund erfasst.

 

4.    Frühe Förderung und Bildung:


Aspekte interkultureller und interreligiöser Arbeit in den Kindertageseinrichtungen werden weiter ausgebaut. Sprachkitas sind eine wichtige Säule der Chancengerechtigkeit.


Elternbildungsarbeit für Geflüchtete, um die Chancengleichheit der Kinder mit Fluchthintergrund zu fördern.
 

 

5.    Lokale Wirtschaft:


Unternehmen mit Sitz in Leonberg werden über die Charta der Vielfalt informiert. Dabei können auch weitere Unternehmen gewonnen werden, Unterzeichner der Charta der Vielfalt zu werden.

 

 

Maßnahmen 2019/2020 

zu 1: Soziales Miteinander in der städtischen Gesellschaft

Interkulturelle Wochen 2019 „bunt geht vielmehr“ mit Wettbewerbsteilnahme „Meine.Deine.Eine Welt.“:

 

- Aktionstag im Weltladen Leonberg zur Fairen Woche, 13. September 2019

 

-  Ausstellung zum Thema Flucht und Fluchtursachen:

„An(ge)kommen. Augenblicke. Begegnungen. Geschichten.“

02.10. – 27.10.2019, Stadtmuseum

 

Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung (jeweils voll besetzes Haus):

-  Ausstellungseröffnung: Erzählcafé mit persönlichen Berichten von Geflüchteten,
     2. Oktober 2019

-  Vortrag: Goodbye Afrika: Heimat Verlassen – Herausforderung u. Chancen,
     11. Oktober 2019

-  Finissage & Infoabend: Was wir hier für Afrika machen können, 25. Oktober 2019

 

-  Interkulturelles Theater, Komödie: „Oh Gott die Türken integrieren sich!“, 6. Oktober, Theater im Spitalhof:

 

Mit der Theateraufführung der Gruppe Ulüm und einer Kooperation der Stadtverwaltung mit DITIB zu Leonberg wurde eine Zusammenarbeit eingegangen, die auch beim Publikum (mit über 200 Personen ausverkauft) und mit dem Publikum ein klares Bekenntnis zur Vielfalt vor Ort war.

- Offenes Singen für Senior*innen mit und ohne Demenz in Leonberg, 7. Oktober, 15 Uhr, Stadtkirche (100 Besucher*innen)

- Zusammen: Jugend für Nachhaltigkeit (80 Besucher*innen), mit Musik, Kunst und Kultur, Bandfestival, 25. Oktober, 20 Uhr, GHR-Aula

Mit den Interkulturellen Wochen wurde die Stadt Leonberg im baden-württembergweiten Wettbewerb „Meine.Deine.Eine Welt“ mit einem dritten Platz ausgezeichnet. Die Preisübergabe fand am 11. Dezember 2019, im Neuen Schloss Stuttgart statt.

Miteinander der Generationen

Der für den 7. März 2020 geplante 1. Gerontologische Tag, eine Veranstaltung des Klinikverbunds Südwest, Krankenhaus Leonberg in Kooperation mit der Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz Leonberg unter Federführung der Stadt Leonberg musste coronabedingt abgesagt werden und ist für den März 2021 neu terminiert.

Tage der Internationalen Begegnung

Die Arbeitsgruppe zur Erarbeitung von Impulsen zur Fortentwicklung der Internationalen Tage der Begegnung wurde aufgrund der coronabedingten Absage zweier Sitzungen des Internationalen Rats und der Festabsage der Kinder- und Jugendtage und Tage der Internationalen Begegnung für Juli 2020 ins Jahr 2021 vertagt.
zu 2:  Politische und gesellschaftliche Teilhabe

Internationaler Rat

Die „Grundsätze zur Einrichtung des Internationalen Rats der Stadt Leonberg“ aus dem Jahr 2004 wurden aktualisiert mit dem Ziel, das Gremium nachhaltig zu stärken. Die Anzahl der sachkundigen Mitglieder wurde von 10 auf 12 erhöht. Erstmals wurden auch für die sachkundigen Mitglieder stellvertretende Mitglieder ernannt. Es wurde die Möglichkeit eingeräumt zusätzlich in Arbeitsgruppen aktiv mitzuwirken, die zu unterschiedlichen Blickwinkeln das Thema Integration und Vielfalt in Leonberg bearbeiten. Nach der Zustimmung des Gemeinderats traten die überarbeiteten Grundsätze am 01.11.2019 in Kraft.

Ernennung des neuen Internationalen Rats für die Wahlperiode 2020 bis 2025 mit einem Gemeinderatsbeschluss am 28.01.2020. Konstituierende Sitzung des neuernannten Internationalen Rats fand am 5.2.2020 statt.

Bedingt durch den Coronavirus-Shutdown wurden zwei Sitzungen 2020 abgesagt. Sie werden durch eine Klausurtagung am 12. September 2020 ersetzt.

Außerdem bietet die Stadtverwaltung den sachkundigen Mitgliedern des Internationalen Rats Schulungsmodule über die LAKA (Landesverband der kommunalen Migrantenvertretungen) in 2020 (coronabedingt im Herbst 2020) an, um auf sie auf ihre Tätigkeit vorzubereiten bzw. die bisherige Arbeit zu verstetigen.

AK Inklusion

Die Arbeit des AK Inklusion wurde fortgesetzt. Folgende Maßnahen zur gleichberechtigten Nutzung städtischer Angebote für Menschen mit Behinderung wurden angegangen:

Beispiel 1:

Beteiligung an den Überlegungen zum barrierefreien Umbau der Haltestelle Krankenhaus mit Landkreisverwaltung und Stadtverwaltung. Vertreter*innen des AK Inklusion waren bei den Begehungen vor Ort eingeladen und konnten Ihre Anregungen einbringen.

Beispiel 2:

Berücksichtigung von Aspekten der Barrierefreiheit bei der Sanierung des LeoBads. Die AK Inklusions-Mitglieder Frau Kolofon (Lebenshilfe) und Herr Böhringer (gilt als Koryphäe auf dem Gebiet des blinden und sehbehindertengerechten, barrierefreien Gestaltens von öffentlichen Verkehrswegen, und vertritt den Verband für Blinden- und Sehbehindertenpädagogik im "Gemeinsamen Fachausschuss für Umwelt und Verkehr" des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes) wurden vom städtischen Gebäudemanagement in Sachen behindertengerechte Ausstattung des LeoBads beteiligt. Umgesetzt wurden u.a. ein Behinderten-WC mit Klappliege, ein mobiler Behindertenlift für das Schwimmerbecken sowie ein mobiler Wasserrollstuhl.

Beispiel 3:

Leichte Sprache. Der AK Inklusion hat das Thema Leichte Sprache auf die Tagesordnung gesetzt. Es wurde erörtert, wo und wie sie benötigt wird, um Inklusion voranzubringen. In der Stadtverwaltung haben die ersten Mitarbeiter*innen dazu kostenfreie Webinare der Aktion Mensch besucht, um sich in leichter und in einfacher Sprache(*) fortzubilden. Der AK Inklusion wird bedingt durch den Coronavirus-Shutdown prüfen, welche Seiten der städtischen Homepage zusätzlich in leichter Sprache angeboten werden müssten und zu welchen Flyern und Broschüren die Stadt zusätzliche Übersetzungen in leichter Sprache online gegeben sein sollten, um die Dienstleistungen für Menschen mit und ohne Inklusionsbedarf gleichermaßen zugänglich zu machen.
 

(*) „Leichte Sprache“ richtet sich an Menschen mit kognitiven Einschränkungen. „Einfache Sprache“ richtet sich an Personen,  die Schwierigkeiten damit haben, komplexere Texte zu verstehen, z. B. auch aufgrund von mangelnden Deutschkenntnissen, einer Schreib- und Leseschwäche u.a.

Beispiel 4:

Inklusives Quartier im Ramtel – Teilhabe für Menschen mit und ohne Behinderung. Der Verein Atrio e. V. will beginnend mit einer Auftaktveranstaltung der haupt- und ehrenamtlichen Fachkräfte im Stadtteil Ramtel verstärkt in Richtung inklusives, vernetztes Wohnen und Leben im Ramtel hinarbeiten. Dabei wird auf den Aktivitäten der bereits bestehenden „Ramtelbrücke“ aufgebaut. Coronabedingt musste der Termin für die Auftaktveranstaltung der Fachkräfte in Kooperation mit der Stadtverwaltung Leonberg auf voraussichtlich Herbst 2020 verschoben werden.

zu 3: Personal

Stadtverwaltung Leonberg als Unterzeichnerin der Charta der Vielfalt

Nach der offiziellen Übergabe der Charta der Vielfalt Urkunde wurde der Hinweis, dass Leonberg Unterzeichnerin ist auf die Homepage der Stadt Leonberg aufgenommen unter:

https://www.leonberg.de/B%C3%BCrger-Stadt/Aktuelles/Stellenangebote

Dort ist auch ein Link zum Wortlaut der Charta der Vielfalt zu finden.

So konnten sich sowohl die Beschäftigten der Stadt Leonberg, als auch Bewerber*innen über die Charta der Vielfalt informieren.

Schulungen zu Interkultureller Öffnung und Interkultureller Kompetenz

Neue Inhouse-Schulungen zum Thema Interkulturelle Öffnung und Interkulturelle Kompetenz konnten coronabedingt nicht stattfinden und sind Ende 2020 und ins Jahr 2021 verschoben. Eine geeignete Referentin konnte bereits gewonnen werden.

Fachtag für Männer in sozialen Berufen

Der Anteil der männlichen Fachkräfte in sozialen und pädagogischen Berufen soll gestärkt werden. Der Fachtag in Zusammenarbeit mit dem Sozialwissenschaftlichen Institut Tübingen am 12. Dezember 2019 war Plattform für fachlichen Austausch und Vernetzung.

Vielfalt der Ethnien in Kindertageseinrichtungen und der Schulkindbetreuung

Die Vielfalt der Ethnien bei Kindern in Kindertagseinrichtungen soll sich auch bei der Zusammensetzung der pädagogischen Fachkräfte widerspiegeln. Der bereits begonnene Ansatz, den Anteil der Fachkräfte mit Migrationshintergrund sozusagen als „Vermittler*innen“ zwischen den Kulturen zu erhöhen, ist zu verstetigen. Vielfältiger Erfahrungsschatz bereichert den Alltag der Kindertageseinrichtungen.

Im Februar 2020 wurde der aktuelle Stand der Fachkräfte (unabhängig des vertraglichen Stundenanteils der Personen) in den 11 städtischen Kindertageseinrichtungen erhoben. 27 % der Fachkräfte und 42 % der Auszubildenden/FSJ/Praktikant*innen hatten demnach einen Migrationshintergrund (**). Im Bereich der Schulkindbetreuung waren es 30 %.

(**) Migrationshintergrund bedeutet hier Zweisprachigkeit, d.h. die Muttersprache war eine andere  als die deutsche Sprache.

zu 4: Frühe Förderung und Bildung

Sprachkita

In den Kindertageseinrichtungen nehmen die Themen Sprache und Spracherwerb einen hohen Stellenwert ein.

Vier städtische Kindertageseinrichtungen haben sich am „Bundesprogramm Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zu Welt ist“ beteiligt, denn Sprachkompetenz ist der Schlüssel für Bildungserfolg. Die gewonnenen Erkenntnisse werden derzeit in einem Praxisordner „Sprach-Kitas“ zusammengestellt, um die pädagogischen Fachkräfte in allen Kindertageseinrichtungen bei der Aufgabe der Sprachbildung zu unterstützen.

Interkulturell-interreligiös sensible Bildung in Kindertageseinrichtungen

 

Das Kinderhaus Stadtpark hatte sich an einem Projekt der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg zur interkulturell-interreligiösen Bildung in Kindertageseinrichtungen beteiligt. Aufgrund des internationalen Charakters der Einrichtung snd interreligiöse und interkulturelle Themen von großer Bedeutung. Von klein an soll eine Sensibilität, Offenheit und Neugierde für Lebensgewohnheiten, Kulturen und Religionen gefördert werden. Aufbauend auf den Erfahrungen des Kinderhauses Stadtpark wurde ein methodisches Instrumentarium für die anderen städtischen Leonberger Kindertageseinrichtungen erstellt.

Elternbildung

Das Elternseminar „Eltern sein in Deutschland“ für Menschen mit Fluchterfahrung konnte von Januar bis März 2020 zwei Mal durchgeführt werden. Elterliche Verantwortung in einem zunächst fremden Lebensumfeld gut übernehmen zu können sowie Kenntnisse und Interesse am deutschen Bildungssystem, einschließlich der Rolle der Eltern darin, zu erlangen, waren die übergeordneten Ziele.

zu 5: Wirtschaft

Leonberger Unternehmen und Institutionen für die Unterzeichnung der Charta zu gewinnen wurde aufgrund der Corona-Pandemie zunächst verschoben.

Die städtische Wirtschaftsförderung hat das Thema im Themenspeicher und kann es zu gegebener Zeit aufgreifen.

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Finanz. Auswirkung:

JA

 

 

 

NEIN

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