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Beschlussvorschlag - 2019/044

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

 

  1.                                                                                                                                                                 Der Gemeinderat nimmt von der Charta der Vielfalt Kenntnis.

 

  1.                                                                                                                                                                  Der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt wird zugestimmt.

 

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Sachverhalt

 

Zusammenfassung des Sachverhalts

Die Stadtverwaltung Leonberg unterstützt Vielfalt als positives Element der Stadt. Ein konsequenter nächster Schritt ist die Unterzeichnung der Charta der Vielfalt durch die Stadtverwaltung Leonberg. Die Charta der Vielfalt ist eine Unternehmensinitiative und hat die Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in Unternehmen und Institutionen zum Ziel.

Mit der Unterzeichnung unterstreicht die Stadtverwaltung Leonberg das Thema Vielfalt und interkulturelle Kompetenz und ihre Vorbildrolle für vorurteilsfreies Zusammenleben sowie Zusammenarbeiten in der Gesellschaft und in der Mitarbeiterschaft.

 

  • Alle Bewohner*innen Leonbergs sollen gleichberechtigte Möglichkeiten des Zugangs zu städtischen Dienstleistungen haben.
  • Die Stadtverwaltung achtet bei der Einstellung und der Personalentwicklung auf Chancengleichheit der Bewerber*innen und Beschäftigten. Das Fortbildungskonzept „Interkulturelle Kompetenz“ ist ein wichtiges Angebot für alle Mitarbeiter*innen.
  • Als Charta-Unterzeichnerin steht Leonberg für ein vorurteilsfreies und offenes Arbeitsumfeld - ein wichtiges Kriterium für potentielle Bewerber*innen.

 

 

Ziele der Maßnahme

Mit dem Beitritt zur Charta der Vielfalt und ihrer Unterzeichnung zeigt die Stadtverwaltung Leonberg gegenüber ihren Beschäftigten die Wertschätzung, die man dem Thema Vielfalt entgegenbringt und dass man sich grundlegend zur Realisierung von Chancengleichheit sowie der Förderung der Potenziale aller Mitarbeiter*innen bekennt.

Mit Diversity Management in der öffentlichen Verwaltung zeigt Leonberg: Die individuelle Verschiedenheit von Beschäftigten ist ein großer Vorteil. Gebrauch von diesem Potenzial zu machen vermehrt den Erfolg moderner Verwaltungsarbeit. Mit der Unterzeichnung der Charta wird stadtintern dem Thema Diversity eine größere Gewichtung gegeben.

 

Die kommunale Zielrichtung der Charta der Vielfalt geht noch weiter: Mit der Unterzeichnung der Charta unterstreicht die Stadtverwaltung Leonberg auch ihre Vorbildrolle für vorurteilsfreies Zusammenleben und das Zusammenarbeiten in der Gesellschaft.

 

Die Stadtverwaltung Leonberg kann nach der Unterzeichnung künftige individuelle Schritte und Ziele definieren, um das Thema Vielfalt vor Ort weiter mit Leben zu erfüllen.

 

Die Stadtverwaltung informiert Unternehmen und Einrichtungen mit Sitz in Leonberg über die Charta der Vielfalt.

 

Sachverhalt/Sachstand

Herausforderungen an eine erfolgreiche Integrationsarbeit sind heute so vielfältig und komplex wie die Menschen selbst. Gelingende Integration funktioniert nicht von alleine, vielmehr muss die Stadtverwaltung aktiv etwas dafür tun, damit Vielfalt als positives Element der Stadt Leonberg wertgeschätzt wird und sich kreatives Potenzial entfalten kann.


Die städtische Integrationsarbeit blickt weniger auf die Herkunft als auf die gemeinsame Zukunft aller Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt:

 

         Das Integrationsmanagement der Stadtverwaltung Leonberg unterstützt die Menschen mit Fluchterfahrung beim Erlernen der Sprache sowie beim Thema Wohnen und Arbeit.

 

         Das Integrationsbüro gibt gemeinsam mit dem Internationalen Rat nachhaltige Impulse zur Vielfalt und Integration insbesondere für Leonberger*innen, die in erster und zweiter Generation in der Stadt leben.

 

Vielfalt endet aber nicht bei der interkulturellen Verschiedenheit der Menschen aufgrund ihres Migrationshintergrunds, die Charta der Vielfalt schließt im Sinne des § 3 Grundgesetz auch die Vielfalt aufgrund von Geschlecht, Alter, sexueller Orientierung, Behinderung sowie Religion und Weltanschauung ein.


In den städtischen Kindertageseinrichtungen ist das Thema Vielfalt fester Bestandteil der Konzeption und findet sich so in den unterschiedlichsten Projekten und der täglichen Arbeit wieder:

 

„Ein grundlegendes Merkmal der Qualität in unseren Kindertageseinrichtungen ist der selbstverständliche Umgang mit Diversität. Diversität bedeutet Vielfalt unter den Menschen. Unsere Gesellschaft wird immer bunter. Die Menschen haben unterschiedlichen ethnischen Hintergrund, besitzen unterschiedliche körperliche und geistige Voraussetzungen oder Begabungen und sprechen verschiedene Sprachen. In dieser Vielfalt liegen große Chancen. Das Zusammenspiel mit Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit bezogen auf Sprache, Kultur, Religion, geistige und körperliche Entwicklung wird als herausfordernd und bereichernd erlebt. Wir geben allen Kindern ein Umfeld, das einen selbstbewussten und selbstverständlichen Umgang mit der Vielfalt ermöglicht. Mit diesem inklusiven Konzept werden unsere Kindertageseinrichtungen zum lebendigen Platz interkulturellen Lebens.“

 

Auch bei der Personalentwicklung geht es der Stadtverwaltung Leonberg darum, die Potenziale und Möglichkeiten, die in der Vielfalt der Mitarbeiter*innen liegen, zu erschließen und sie zum Vorteil ihrer Beschäftigten und ihrer Kund*innen einzusetzen. Dazu gehört u. a. regelmäßig in allen Hierarchieebenen und Ämter Schulungen in interkultureller Kompetenz durchzuführen und bei der Gewinnung von Nachwuchskräften und Neueinstellungen aktiv auch auf Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund zu setzen.

 

Menschen haben in ihrer Arbeits- und Lebensgestaltung sehr unterschiedliche Voraussetzungen, Bedingungen und Bedürfnisse, die sich je nach Lebensphase verändern. Die Stadtverwaltung trägt dem Rechnung, indem z. B. eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch Teilzeitarbeitsplätze, Home-Office-Möglichkeiten, mobiles Arbeiten, flexible Arbeitszeiten sowie Ausbildungsmöglichkeiten in Teilzeit und anderes angeboten werden. Außerdem gilt für den öffentlichen Dienst eine besondere Verpflichtung, für Personen mit Schwerbehinderung oder gleichgestellten Menschen eine Beschäftigung zu ermöglichen.

 

Ein konsequenter weiterer Schritt soll nun die Unterzeichnung der Charta der Vielfalt sein. Der Wortlaut der Charta der Vielfalt findet sich in Anlage 1 der Vorlage.

 

Zusätzliches Personal bei der Stadtverwaltung aufgrund der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt ist weder vorgesehen noch notwendig.

 

Im Gegensatz zu Unternehmen, die sich bei der Umsetzung der Charta der Vielfalt auf ihre Unternehmensstruktur und das Miteinander von Arbeitgeber und Arbeitnehmern beschränkt, ist die kommunale Zielrichtung weiter zu sehen. Neben der Rolle der Kommune als Arbeitgeberin ist die Charta der Vielfalt auch auf das Miteinander der Einwohner*innen im Alltag zu beziehen.


Leonberg bietet Heimat, Halt und Geborgenheit für die hier lebenden Menschen aus über 120 Nationen. Unabhängig von ihrer Herkunft verstehen sich hier lebende Menschen als Bürger*innen unserer Stadt. Zu den Grundprinzipien unseres Zusammenlebens gehört die Solidarität; Gleichberechtigung ist ein Eckpfleiler. Das Zusammenleben in der Stadtgesellschaft gründet auf Offenheit, Respekt, Wertschätzung und Toleranz auf allen Seiten. Ehrenamtliche Tätigkeiten sind Ausdruck unseres gesellschaftlichen Miteinanders. Die Menschen sollen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten bürgerschaftlich engagieren (können), so spiegelt sich auch im Engagement die Vielfalt unserer Stadtgesellschaft. Hier gilt es den aktuellen Stand regelmäßig zu prüfen und ggf. auszubauen.

 

Daneben geht es bei allen kommunalen Dienstleistungen um einen gleichberechtigten und ungehinderten Zugang und eine gleichwertige Versorgungsqualität für alle.

 

Damit die Vielfalt das beste Ergebnis hat gelten in allen Bereichen drei Schritte:

- Vielfalt erkennen,

- Vielfalt anerkennen,

- Vielfalt wertschätzen.

 

Die Unterzeichnung bedeutet eine freiwillige Selbstverpflichtung. So kann die Stadtverwaltung Leonberg ihren eigenen Weg und die eigene Umsetzungsgeschwindigkeit finden, wie das Thema Vielfalt vor Ort weiter konsequent mit Leben erfüllt wird. Zusätzliches Personal aufgrund der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt ist nicht vorgesehen.

 

Die Charta der Vielfalt ist eine Unternehmensinitiative und hat die Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in der Unternehmenskultur in der  Bundesrepublik Deutschland zum Ziel. Durch die Unterzeichnung verpflichten sich die Unternehmen und Institutionen ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das frei von Vorurteilen ist. Alle Mitarbeiter*innen sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität.

 

Die Charta der Vielfalt wurde 2006 von vier Konzernen und der damaligen Staatministerin für Integration, Prof. Dr. Maria Böhmer, initiiert und ist innerhalb kürzester Zeit zu einem der größten Netzwerke Deutschlands und zu einem wichtigen Bestandteil der deutschen Arbeitswelt geworden. Heute ist Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel die Schirmherrin der Initiative und wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, unterstützt.

 

3.000 Unternehmen und Institutionen mit insgesamt 10,4 Millionen Beschäftigten haben die Charta der Vielfalt bereits unterzeichnet, rund 17 % der Unterzeichner stammen aus dem öffentlichen Dienst. Kontinuierlich kommen neue Unterzeichner*innen hinzu.

 

Die Charta der Vielfalt ist das größte Netzwerk für Diversity, also gelebte Vielfalt, in Deutschland. Unterzeichner werden Teil einer bundesweiten Bewegung und des größten Netzwerks für Diversity Management in Deutschland.

 

Die Unterzeichnenden erfahren aus erster Hand alles über Aktivitäten, best practise - Projekte und Neuigkeiten rund um das Vielfalts-Management; und sie haben Zugang zu zahlreichen Fachveranstaltungen.

 

Das Markenzeichen der Charta der Vielfalt kann von der Stadt für Marketingzwecke verwendet werden. Mit dem offiziellen Logo der Charta der Vielfalt in Stellenausschreibungen kann die Stadt z. B. auf den ersten Blick deutlich machen, dass sie für ein vorurteilsfreies und offenes Arbeitsumfeld steht, was ein wichtiges Kriterium für potentielle Bewerber*innen ist.
 

Der Internationale Rat hat sich in seiner Sitzung am 09.10.2018 mit dem Thema Charta der Vielfalt auseinandergesetzt und befürwortet einstimmig ihre Unterzeichnung. Sie sehen darin unter anderem eine Möglichkeit, das Thema Integration und Chancengleichheit in der öffentlichen Diskussion zu unterstützen und so Impulse zu setzen für weitere geeignete Maßnahmen.

 

In Leonberg ansässige Unternehmen, die die Charta bereits unterzeichnet haben, sind:
 

- Robert Bosch GmbH 2007

- Crossing Cultures 2014

 

Andere Städte in Baden-Württemberg, die die Charta bereits unterzeichnet haben, finden sich als Auflistung in Anlage 2 der Vorlage.

 

Weiteres Vorgehen

Die Stadt Leonberg leitet die Unterzeichnung der Charta der Vielfalt ein.

 

Die offizielle Unterzeichnung der Charta könnte dann voraussichtlich entweder am Vorabend als Auftakt der Kinder- und Jugendtage & Tage der Internationalen Begegnung erfolgen oder  im Rahmen der Interkulturellen Woche Anfang Oktober 2019.

 

Danach wird angestrebt, weitere Unternehmen und Einrichtungen mit Sitz in Leonberg für die Unterzeichnung der Charta der Vielfalt zu gewinnen. Die Wirtschaftsförderung wird entsprechend Organisationen, Betrieben und Unternehmen informieren.

 

Nach der Unterzeichnung kann das Markenzeichen der Charta der Vielfalt von der Stadt für Marketingzwecke verwendet werden.

 

Der Gemeinderat wird künftig jährlich über die Aktivitäten und den Fortschritt bei der Förderung der Vielfalt informiert.

 

Alternativen zum Beschlussvorschlag

Keine Unterzeichnung der Charta der Vielfalt durch die Stadt Leonberg.

 

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Finanz. Auswirkung

 

Verwaltungsgebühr 119,00 Euro.

 

 

 

 

 

 

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Anlagen

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