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Beschlussvorschlag und Kenntnisnahme - 2024/055
Grunddaten
- Betreff:
-
Jahresberichte der Träger der Quartiersarbeit
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorschlag und Kenntnisnahme
- Federführend:
- Amt für Jugend, Familie und Schule
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Geplant
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Ortschaftsrat Höfingen
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Kenntnisnahme
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17.04.2024
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Erledigt
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Sozial- und Kultusausschuss
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Kenntnisnahme
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24.04.2024
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Sachverhalt
Sachverhalt mit der Stellungnahme der Verwaltung
Allgemeine Informationen
Die Quartiersmanagerinnen, angestellt bei der Samariterstiftung, stellen den Mitgliedern des S-Ausschusses die Arbeit im Berichtszeitraum für das Quartier Leonberg (Anlage 1) und das Quartier Höfingen (Anlage 2) persönlich vor. Seit November 2023 hat Atrio eine Quartiersmanagerin für Eltingen und Ramtel angestellt. Hier wird ein kurzer Ausblick auf die Planung 2024 gegeben. (siehe Anlage 3)
Im Sinne der kommunalen Daseinsfürsorge beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung am 07.05.2019 zu einer Beteiligung an dem Förderaufruf Quartiersimpulse des Landes Baden-Württemberg. Nach der Fördermittelzusage startete das „Quartier Leonberg-Mitte“ erfolgreich in die Quartiersarbeit, auch wenn Corona gerade in der ersten Phase ein soziales Miteinander deutlich erschwerte. Vieles konnte erprobt werden, worauf der Gemeinderat nach Ablauf des Förderzeitraums durch das Land am 16.11.2021 einer Bewilligung der Fortführung der Quartiersarbeit in Leonberg in Leonberg-Mitte und Ausdehnung in weitere Quartier Leonbergs für weitere drei Jahre zustimmte.
Ein Quartier meint …
einen lebendigen sozialen Raum, in dem sich Menschen einbringen, Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig unterstützen. Es geht um die Stärkung dezentraler Strukturen, die in der Lage sind, Impulse bürgernah, ressourcenschonend und innovativ umzusetzen. Dabei stellen die Quartiere einen persönlich-räumlichen Bezugsrahmen dar, mit dem sich Menschen identifizieren.
Quartier: Vorgehensweise und Angebote sind Lösungsschritte für die Herausforderungen des demografischen Wandels
Vor dem Hintergrund des Demografischen Wandels -es wird künftig spürbar mehr ältere Menschen und Hochbetagte geben- wird eine Art Lebensqualitäts-/ Gesundheitsförderung und Prävention im Alter immer wichtiger. Insbesondere körperliche Bewegung, geistige Aktivität und soziale Teilhabe tragen zum Erhalt der Selbständigkeit und zu einem Aufschub bzw. langjährige Vermeidung von Pflegebedürftigkeit bei (Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung).
Eine gut funktionierende Quartiersarbeit ermöglicht Menschen, ihren Lebensraum Leonberg mitzugestalten, notwendige Schritte dafür maßgeblich und effektiv zu begleiten und auch Barrieren zwischen den Altersgruppen abzubauen. Die gegenseitige Unterstützung (Caring) in der Nachbarschaft wird nachhaltig aufgebaut.
Die Quartiersarbeit leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung, indem sie unterschiedlichste Wege gegen Einsamkeit anbietet. Verschiedenen Studien zufolge sind in Deutschland Zielgruppen aus unterschiedlichen Generationen zunehmend von Einsamkeit betroffen, allein 8 Mio. Menschen über 60 Jahre in Deutschland. Die gesundheitlichen Auswirkungen sind groß und betreffen nicht nur die Psyche. Fehlen Sozialkontakte steigt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs und Demenz. Forscher gehen so weit Einsamkeit als so schädlich einzustufen wie 20 Zigaretten am Tag.
Chancengerechtigkeit: Quartier nimmt alle soz. Millieus in einer Gesellschaft aktiv mit und ist generationengerecht
Eine konsequente Einbindung Aller kann auch Chancenungerechtigkeit, Einsamkeit und ein Auseinanderdriften der Gesellschaft, dem Gefühl abgehängt zu sein, tendenziell entgegenwirken. So rücken der Begegnungsaspekt und der gegenseitige Unterstützungsaspekt für Alle in den Mittelpunkt.
Auch wenn Leonberg über eine differenzierte soziale Infrastruktur und unterschiedlichste Beratungsangebote verfügt, können bei weitem nicht alle Bevölkerungsgruppen (durch eine klassische Komm-Struktur) erreicht werden. Gerade Vertreter benachteiligter Gruppen, die sich durch Lebenslagen, Generationen, Herkünfte unterscheiden, weisen mangelndes eigenständiges aufsuchendes Verhalten auf und profitieren in besonderer Weise von integrationsfähigen Quartieren.
Von dem durch die Stadt Leonberg gestellten Förderantrag „Angebote zur Sicherung von sozialer Teilhabe und gesellschaftlichem Zusammenhalt im Quartier“ für das Quartier Leonberg-Mitte konnten wesentliche Impulse für v.a. auch einkommensschwache Haushalte mithilfe von nachhaltig wirkenden Angeboten bei der Bewältigung von allgemeinen krisenhaften Situationen im Quartier gesetzt werden. Dabei entstand auch neues bürgerschaftliches Engagement.
Nachhaltige Strukturen sichern Zukunftsfähigkeit
Das Quartierskonzept stellt sozialräumliche Bezüge her, ist ganzheitlich angelegt, legt auf Vernetzung der Akteure vor Ort Wert und lässt vor allem auch die Bürgerinnen und Bürger an den Entwicklungen partizipieren. So können Bedarfe und ggfs. Lücken rasch identifiziert werden und zeitnah Lösungen, gerne auch Leuchtturmprojekte, gemeinschaftlich gefunden werden.
Auch schaffen kleine, niederschwellige Beteiligungmöglichkeiten auch freiwilliges Engagement. Die Quartierskoordinatoren stützen Ehrenamt vor Ort, fördern den Austausch der Einwohnerinnen und Einwohner, schaffen Nähe und Vertrauen und unterstützen den Caring (gegenseitige, verantwortungsvolle Unterstützung) – Gedanken. Wenn angezeigt, können Engagierte auch gezielt geschult werden.
Alle Projekte in der Quartiersarbeit werden auch mit freiwillig engagierten Bürgerinnen und Bürgern umgesetzt. So wird die soziale Infrastruktur mit breitem Ehrenamt und flankierendem Hauptamt weiterentwickelt und zukunftsfähig aufgestellt.
Ziele der Leonberger Quartiersarbeit:
- Aktivierung von Menschen zur Wahrnehmung ihrer Interessen sowie Ermutigung und Befähigung zu freiwilligem Engagement
- Vernetzung der sozialen, pädagogischen und kulturellen sowie weiterer haupt- und ehrenamtlicher Akteure eines Quartiers
- Verbindungen zwischen den Generationen sind nachhaltig unterstützt
- Stärkere Öffnung der Pflegeeinrichtungen ins Quartier
- Förderung der Bewegung und der Begegnung, Teilhabe und Annäherung der Milieus und Submilieus eines Gebiets
- Stärkung der Gesundheits-Prävention, durch Engagement, Geselligkeit und Aktivität.
- Verbreitung der Informationen dazu, dass im individuellen Leben die Pflegeunterstützung durch Hauptamtliche (ambulant oder stationär) um Jahre nach hinten geschoben werden kann
- Entwicklung wesentlicher Bausteine für zukunftsfähige Seniorenarbeit in Leonberg
- nachhaltige Verbesserung der sozialen Lebensbedingungen der Menschen im Quartier, Stadtteil zu einem lebendigen Lebensraum entwickeln
Die Quartiersmanagerinnen erreichen dies methodisch durch:
- Koordination und Netzwerktreffen
- Unterstützung der Bürgerschaft bei der Umsetzung von eigenen Projekten
- Anregung zum „Mitmachen“ und Beteiligen
- Transparenz: Die Ideen und Bedarfe der Menschen werden an Verwaltung und Akteure kommuniziert
- Verhältnis zwischen Stadtverwaltung und Bürgerschaft stärken (Kommunikation, Vermittlung)
- Raum schaffen für nachbarschaftliche Aktivitäten der allen Menschen im Quartier zur Verfügung steht
Um in allen Leonberger Quartieren vergleichbares, grundsätzliches Vorgehen und eine vergleichbare Qualität sicher zu stellen, wurden in einem gemeinsamen Workshop mit Trägervertretern und Vertretern der Stadt, gemeinsame Leitziele erarbeitet.
Außerdem fand im Sinne des Empowerments ein Workshop, organisiert von der Stadt, mit haupt- und ehrenamtlichen Akteuren aus dem sozialen sowie dem Kultur - Bereich speziell zum Thema Netzwerk und Kooperationen in unterschiedlichen Sozialräumen statt.
Fazit:
Auch im Berichtsjahr 2023 ist es den Quartiersmanagerinnen, in Abhängigkeit des Entwicklungsstandes im Quartier, gelungen, für ihren Sozialraum die inhaltlichen Ziele zu formulieren und umzusetzen, die Vernetzungsstrukturen, die soziale Infrastruktur sowie allgemein das bürgerschaftliche Engagement aufzuzeigen, zu stärken und weiter auszubilden.
Es wurden gute Synergien sichergestellt und Doppelstrukturen von vornherein vermieden.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe |
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1
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(wie Dokument)
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579,1 kB
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2
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(wie Dokument)
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1,7 MB
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3
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(wie Dokument)
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281,6 kB
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