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30.11.2023

25 Jahre Waldhaus: Jugendarbeit in Leonberg seit einem Vierteljahrhundert

Die Jugendsozialarbeit Kernstadt der Waldhaus gGmbH feierte am Donnerstag, 16. November, sein 25-jähriges Bestehen am Standort Leonberg. Das Team bietet seit jeher jungen Menschen die Möglichkeit, sich zu entfalten, Gemeinschaft zu erleben und Unterstützung zu erhalten. Oberbürgermeister Martin Georg Cohn beglückwünschte alle Beteiligten und bedankte sich für das Engagement. 

Rund 70 Gäste feierten das 25-jährige Bestehen der Jugendsozialarbeit Kernstadt der Waldhaus gGmbH im Jugendcafé Siesta in Leonberg.

Rund 70 Gäste feierten das 25-jährige Bestehen der Jugendsozialarbeit Kernstadt der Waldhaus gGmbH im Jugendcafé Siesta in Leonberg.  | © Sebastian Küster

 

Waldhaus als Heimat

Valeria spricht von ihrer "Heimat". Damit meint sie kein Land, nicht ihre Familie und auch nicht die Stadt Leonberg. Heimat ist für die heute 26-Jährige das Jugendcafé Siesta des Waldhauses in der Distelfeldstraße. Ein eher unscheinbares Gebäude, das von außen auch in Höfingen, im Ramtel oder in Silberberg stehen könnte. Was im Inneren der vier Wände passiert, ist allerdings außergewöhnlich. Und das ist es, was Valeria mit ihrer Heimat meint. Ein Ort der Geborgenheit und Freude, aber auch ein Ort der Herausforderung und des Wettkampfs. "Ich kam zum ersten Mal mit sechs Jahren hierher. Und ich bin bis heute geblieben. Das Waldhaus hat einen sehr großen Teil daran, warum ich heute so bin, wie ich bin. Und dafür möchte ich danke sagen", sagt die junge Frau.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat das Team des Waldhauses nicht nur Valeria, sondern schon eine ganze Generation von Jugendlichen aus Leonberg und der Umgebung geprägt. Seit der Beauftragung im Jahr 1998 hat sich der Träger zu einem festen Bestandteil des lokalen Gemeinschaftslebens entwickelt. Mit einem breiten Spektrum an Aktivitäten, Workshops, Events und Projekten gibt das Waldhaus Heranwachsende die Möglichkeit, ihre Interessen zu entdecken und zu fördern. Von Musik- und Kunstworkshops über Sportveranstaltungen bis hin zu Bildungsprogrammen – die Fachkräfte des Trägers lassen Talente entwickeln, persönliche Fähigkeiten stärken. 

Jugendsozialarbeit ist in ganz Leonberg tätig

"Das 25-jährige Bestehen ist ein Meilenstein, der die engagierte Arbeit und Hingabe all derer würdigt, die dazu beigetragen haben, unsere Bereiche zu dem zu machen, was sie heute sind", sagt Michael Groh, der Bereichsleiter der kommunalen Jugendsozialarbeit im Waldhaus. Das Ziel sei es immer gewesen, ein Ort zu sein, an dem sich junge Menschen willkommen fühlen, sich austauschen können und Raum für ihre Entwicklung haben. Das Jubiläum sei eine Gelegenheit, dies zu feiern und auf all die Erinnerungen und Erfolge zurückzublicken, die man gemeinsam geschaffen habe. Groh dankte seinem aktiven Team aus Jugendsozialarbeitenden an den Schulen der Kernstadt, der Mobilen Jugendarbeit, im Jugendcafé Siesta und im Projekt SILKYplus.

Auch Oberbürgermeister Cohn machte in seiner Ansprache deutlich, welch hohen Stellenwert das Waldhaus für Jugendliche in Leonberg hat. "Das Waldhaus hat seine Arbeit 1998 mit der Mobilen Jugendarbeit in der Kernstadt begonnen. 2001 kam das Jugendcafé Siesta hinzu. Heute arbeiten 220 Mitarbeitende im Waldhaus für junge Menschen im ganzen Landkreis – und darüber hinaus. Damit ist das Waldhaus ist eine tragende Säule der Jugendsozialarbeit", so Oberbürgermeister Martin Georg Cohn.

Neues Konzept vor 25 Jahren

Der Geschäftsführer des Waldhauses, Hans Artschwager, sowie Oberbürgermeister a.D., Bernhard Schuler, legten in ihrer Ansprache großen Wert auf die beeindruckende Geschichte des Waldhauses sowie die Jugendarbeit in Leonberg vor rund 25 Jahren. Damals setzte Leonberg mit dem Ansatz die Jugendlichen dort abzuholen, wo sie sich tatsächlich aufhalten, nämlich beispielsweise im Leo-Center, neue Maßstäbe. Hierauf könne man zurecht stolz sein, genau wie auf die Entwicklung des Waldhauses. Man habe sich stets auf Augenhöhe der Jugendlichen bewegt – was nicht selbstverständlich gewesen sei. Die ehemalige Stadtjugendreferentin Birte Brinkmann hob die Vorzüge des verzahnten Arbeitens heraus. Dies verdeutlichte die Schülerin Muskan an ihrem eigenen Beispiel. Über mehrere Angebote der Schulsozialarbeit und Mobilen Jugendarbeit hätte sie sich zu einer selbstbewussten Person entwickelt, die es liebt, sich in der Schule und in der Stadt zu engagieren. 

Nach den Ansprachen führten die Siesta Dancers einen Tanz auf. Die Gruppen sind regelmäßig auf regionalen und bundesweiten Wettkämpfen vertreten. Zuletzt qualifizierte sich eine Gruppe für die Deutschen Meisterschaften in Mülheim an der Ruhr. Darüber hinaus kümmerte sich die jugendliche Siesta-Gruppe um das leibliche Wohl der rund 70 Gäste mit warmen Speisen vom Grill, Punsch und Fruchtcocktails. Beim anschließenden "Gallery Walk" wurden vielerlei Anekdoten des letzten Vierteljahrhunderts von ehemaligen und aktuellen Wegbegleiterinnen und -begleitern sowie Jugendlichen erzählt. An den insgesamt sechs verschiedenen Stationen zeigten zudem Hunderte von Bildern und Videos die Wirkkraft von vielfältiger Jugendsozialarbeit, wie sie seit nunmehr 25 Jahren von einem engagierten und hoch professionellen Team in eindrucksvoller Weise entwickelt und umgesetzt wird.