Leonberg2040: Bürgerbeteiligung in den Ortsteilen bringt klare Prioritäten
Der Dreiklang aus aufsuchender Jugendbeteiligung, Ortsrundgängen und Perspektivwerkstätten hat in Warmbronn, Höfingen und Gebersheim konkrete Ergebnisse im Stadtentwicklungsprozess gebracht. Die spezifischen Bedürfnisse und Potenziale der Teilorte sollen gleichberechtigt in die gesamtstädtische Stadtentwicklung einfließen. Neben der Beteiligung vor Ort konnte die Leonberger Bürgerschaft vorab ihre Ideen und Anregungen über das digitale Beteiligungsportal PinMit einbringen.
Bewährtes Konzept mit breiter Resonanz
"Durch die vorgeschaltete Online-Umfrage, die direkte Ansprache der Jugendlichen in ihren Jugendhäusern und die Vor-Ort-Termine konnten wir ein umfassendes Stimmungsbild einfangen", zieht Baubürgermeister Klaus Brenner Bilanz. Besonders die aufsuchende Jugendbeteiligung in den Jugendhäusern Warmbronn und Höfingen sowie in der "Werkstatt 13" in Gebersheim stieß auf positive Resonanz.
Ein wichtiger Erfolgsfaktor war die aktive Unterstützung durch die Vorsitzenden der Kultur- und Sportvereine, die ihre Mitglieder zu den Veranstaltungen einluden. "Dieser Multiplikatoreneffekt hat maßgeblich zur hohen Beteiligung beigetragen", betont Ingo Neumann vom Planungsamt.
Klare Prioritäten in allen drei Ortsteilen
Die Perspektivwerkstätten im Juli 2025 brachten eindeutige Schwerpunkte hervor:
Warmbronn setzt die Verkehrsberuhigung und Tempo 30 an die Spitze der wichtigsten Maßnahmen. Die bessere ÖPNV-Anbindung in den Abendstunden nach Stuttgart-Vaihingen ist den Bürgerinnen und Bürgern dabei besonders wichtig. Als weitere wichtige Maßnahmen folgen die zeitgemäße Gestaltung der Grundschule und die Planung eines Mehrgenerationenparks am Maisgraben, der das Miteinander von Alt und Jung stärken soll.
Höfingen wünscht sich vor allem eine Aufwertung der Ortsmitte. Der Marktplatz soll attraktiver und festtauglicher werden, ergänzt durch Gastronomie am Rathausplatz oder Schloss. Den Teilnehmenden der Perspektivwerkstatt liegen zudem die Verhinderung des Durchgangsverkehrs bei Autobahnstaus und eine bessere Erreichbarkeit der S-Bahn-Haltestelle am Herzen. Letztere könnte durch ein innovatives On-Demand-Shuttle-System oder eine Verlagerung der S-Bahn-Haltestelle erreicht werden.
Gebersheim sieht die Schaffung einer Begegnungsstätte im Ortskern als wichtigste Maßnahme. Hierfür könnte das Bauernhausmuseum als Veranstaltungsort reaktiviert werden. Fast ebenso wichtig ist ein innerörtlicher Ortsbus mit Anbindung an Höfingen und Ditzingen. Der gewünschte Bolz- und Mehrzweckplatz zeigt, dass auch die Bedürfnisse der jüngeren Generation nicht vergessen werden.
Kernstadt-Beteiligung im Herbst
Nach dem erfolgreichen Abschluss in den drei Ortsteilen richtet sich der Blick nun im Herbst auf die Kernstadt. Da im Rahmen der Innenstadtstrategie bereits zahlreiche Bürgerbeteiligungsveranstaltungen in der Innenstadt stattgefunden haben, konzentrieren sich die Ortsrundgänge im Herbst auf die Stadtteile Ramtel und Silberberg.
"Mit gezielten Ortsrundgängen in Ramtel und Silberberg wollen wir die spezifischen Entwicklungspotenziale dieser Stadtteile vor Ort identifizieren", erklärt Baubürgermeister Klaus Brenner. Neben der geplanten Jugendbeteiligung wird es auch eine Perspektivwerkstatt für die gesamte Kernstadt geben, in der die Ergebnisse zusammengeführt und die wichtigsten Maßnahmen erarbeitet werden.
Ausblick auf 2026
Die gesammelten Ergebnisse aus allen Ortsteilen und der Kernstadt fließen nun in das Stadtentwicklungskonzept und das weitere Verfahren zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplans mit integriertem Landschaftsplan (FNP+) ein. Auch im kommenden Jahr wird die Bürgerbeteiligung fortgesetzt, wenn erste Auswertungen und Gutachten vorliegen - dann allerdings mit neuen, der Planungsphase angepassten Formaten.
Der Stadtentwicklungsprozess Leonberg2040 zeigt: Wenn Bürgerinnen und Bürger von Anfang an eingebunden werden und verschiedene Beteiligungsformate intelligent kombiniert werden, entstehen klare Schwerpunkte für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung. Die ersten Ergebnisse aus den Ortsteilen machen Mut für die weiteren Schritte auf dem Weg zu einem lebenswerten Leonberg.