Leonberg priorisiert Gebiete für Wärmenetz-Planung

Im Zuge der kommunalen Wärmeplanung hat die Stadt Leonberg zwei besonders geeignete Gebiete für den Aus– und Neubau von Nahwärmenetzen ausgewählt. Im Fokus stehen die Eignungsgebiete Rathaus/Schulen und Altstadt. Für diese sollen nun eine konkrete Machbarkeitsstudie und ein Transformationsplan erstellt werden – ein zentraler Schritt auf dem Weg zur klimaneutralen Wärmeversorgung. 

Gemeinderat investiert in Machbarkeitsstudie

Bereits im vergangenen Jahr hatte der Gemeinderat zunächst 180.000 Euro für zwei Machbarkeitsstudien freigegeben. Ziel war es, unter den insgesamt neun ermittelten Eignungsgebieten jene zu priorisieren, bei denen gemäß aktuellem Kenntnisstand der Ausbau besonders effizient, wirtschaftlich und zeitnah realisierbar ist.


Die ausgewählten Gebiete im Überblick: Rathaus/Schulen:

Dieses Gebiet zwischen Bahnhof- und Römerstraße umfasst das bereits bestehende städtische Nahwärmenetz, das gemeinsam mit den Stadtwerken Sindelfingen betrieben wird. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben muss dieses Netz bis 2045 vollständig auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Bis Ende 2026 ist hierfür ein detaillierter Transformationsplan vorzulegen – ein Grund, warum dieses Gebiet höchste Priorität erhält.


Altstadt:

Die Altstadt verfügt über die höchste Wärmeflächendichte. Die dichte Bebauung in der Altstadt ermöglicht eine besonders effiziente Wärmeverteilung. Hinzu kommt eine hohe Bereitschaft von Ankerkunden, sich an ein zukünftiges Wärmenetz anzuschließen. Auch der Denkmalschutz spricht für ein zentrales Netz: Dieses kann die historische Bausubstanz schonen, da keine aufwändigen Einzelmaßnahmen notwendig sind.


Entscheidung nach klaren Kriterien

Die Auswahl der Top-Gebiete erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Energieagentur Ludwigsburg (LEA) und einer städtischen Lenkungsgruppe. Bewertet wurden die Gebiete anhand verschiedener Kriterien wie Wirtschaftlichkeit, Erzeugungspotenzial, Infrastrukturentwicklung sowie städtebaulichen Aspekten. Grundlage war der kommunale Wärmeplan Leonberg.


Nächste Schritte

Für das Gebiet Rathaus/Schulen wird ein Transformationsplan erstellt, der den Umbau des bestehenden Netzes unter Einsatz erneuerbarer Energien beschreibt. Parallel dazu ist für die Altstadt eine Machbarkeitsstudie geplant, die die technische und wirtschaftliche Umsetzung eines neuen Wärmenetzes prüft. Um Synergien zu nutzen, wird eine Kombination aus Transformationsplan und Machbarkeitsstudie angestrebt. Beide Vorhaben dauern rund ein Jahr und werden durch die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) mit bis zu 50 Prozent unterstützt.

Mit der nun erfolgten Priorisierung der Eignungsgebiete setzt Leonberg ein weiteres Zeichen für den Klimaschutz auf lokaler Ebene. Die geplanten Maßnahmen bilden die Grundlage für eine nachhaltige und zukunftsfähige Wärmeversorgung – und bringen die Stadt ihrem Ziel, klimaneutral zu werden, einen spürbaren Schritt näher.

Wichtiger Hinweis: Alle Bürgerinnen und Bürger, deren Gebäude sich in keinem der neun Eignungsgebiete befinden, müssen ihre Wärmeversorgung weiterhin selbst organisieren – zum Beispiel mit einer Wärmepumpe.

Für die übrigen, derzeit nicht hochpriorisierten Eignungsgebiete ist vorgesehen, diese zu einem späteren Zeitpunkt erneut zu prüfen und – abhängig von den jeweiligen Entwicklungen, Potenzialen und dem technischen Fortschritt – gegebenenfalls weitere Machbarkeitsstudien durchzuführen.

Weitere Informationen zur Wärmeplanung in Leonberg finden Interessierte auf der städtischen Website unter www.leonberg.de/kommunale-Wärmeplanung


23.07.2025